Frankfurter Gemeine Zeitung

Occupy Frankfurt darf weiter campen!

Die Erlaubnis für das Camp vor der EZB war nur bis zum 26. November gültig. Faktisch befand sich das Zeltlager im Bankenviertel deshalb in einer illegalen Schwebe. Aber so eng sah es auch das Frankfurter Ordnungsamt nicht, holte Occupy wieder runter in die Legalität und verlängerte die Campiererlaubnis bis zum 10. Dezember.

Bei der zunehmenden Kälte sind ungefähr 50 Leute weiter dauerhaft vor Ort, und an die 100 Zelte wurden errichtet. Besucher gibt es immer noch viele und Veranstaltungen werden ebenfalls organisiert.

Eine Podiumsdiskussion mit dem früher medienhofierten CDU-Mitglied Oswald Metzger am heutigen Mittwoch-Abend ist allerdings strittig. Viele sehen keinen Sinn darin, für einen ausgewiesenen rechts-liberalen Ex-Grünen, der als Lobbyist selbst bei der CDU nicht zurecht kommt ein kostenloses Podium anzubieten. OccupyFrankfurt droht, zu sehr dem platten Medien-Zirkus zu verfallen.


Ich habe das Guttenberginterview nicht gelesen

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Letzten Donnerstag kaufte ich mir die ZEIT. Natürlich: ich hätte schon längst darüber schreiben müssen, weil es ist ja schon fast wieder Donnerstag, die nächste ZEIT steht vor der Tür wie der unausweichliche zweite Advent, aber ich habe es bis jetzt nicht über mich gebracht. Nun: ich brauchte die Zeit für die Trauerarbeit an der ZEIT, sie verstehen. Ich kaufte sie spontan bei einem Zeitungsverkäufer. Eine Caprice gewiss, vielleicht naive Sehnsucht nach dem “Qualitätsjournalismus” früherer Tage, egal, ich sagte zum Zeitungsverkäufer ohne lange nach zu denken: “Geben Sie mir eine ZEIT, bitte.” Er antwortete: “Die kostet aber vier Euro.” Das hätte mich warnen sollen. Schon in den alten Mythen und den modernen Horrorfilmen gibt es ja diese indirekten Wächterfiguren, die die Helden warnen. Nie werden sie verstanden und immer ist es vergebens. Ich gab dem Mann ungerührt das Geld, schlug die dicke Zeitung auf, unbekümmert, und dann sah ich IHN, auf S.1. Er war der Aufmacher, wie die Presseleute das wohl nennen, und was er aufmachte, war: das Grauen. Karl-Theodor ist zurück. Jener, der dereinst das Comeback der Brilliantine als Symbol von Brillanz einleitete, feierte auf vier Seiten sein eigenes: ungerühert, ungegelt, sogar Brillenlos. Brillenlosigkeit is the new brilliance, oder wie?

Die ZEIT entglitt mir, ich las das Interview nicht, verschob es auf “später”. Konsequenterweise vergaß ich die ZEIT in dem Etablissement, in dem ich sie gekauft habe und machte mich auch nicht “auf die Suche nach der verlorenen ZEIT”. Inkonsequenter weise schreibe ich jetzt trotzdem über dieses Interview. Eine journalistische Todsünde, mögen manche meinen: ich schreibe über ein Interview, das ich nicht selbst, “im Original” gelesen habe. Aber man muss auch ein bisschen Verständnis für mich haben. Schließlich muss ich mich auch noch um ein paar andere Dinge kümmern. Um die Finanzkrise und den Euro und das WEB und “Wem gehört die Stadt”? und Occupy und das Theater und Weihnachtsgeschenke. Mal weinen meine Kinder, mal meine Frau, mal die Kinder meiner Frau, mal malt mal jener, mal malt ein anderer etwas. Da kann ich mich nicht noch mit so was belasten: vier Seiten Guttenberg im Originalton. Aber ich  habe viel ÜBER das Guttenberginterview gelesen, “ÜBER” das geht, das halte ich grade noch aus.

 Also, ich habe zum Beispiel gelesen, dass der Karl- Theodor der ZEIT gesagt habe, dass er keine Brilliantine und keine Brille mehr braucht, weil eine “reizende Ärztin” in den USA ihm gesagt habe, er bräuchte keine. Und dass er mit seiner Doktorarbeit durcheinander gekommen sei, weil er ”80  Datenträger” benutzt habe auf vier PCs gleichzeitig , da wusste er nicht mehr, wo ihm der Kopf stand und seine Kinder und seine Familie  und das Amt, und da habe er eben aus Versehen abgeschrieben, was sein “größter Fehler” gewesen wäre. Und so ein Kram steht mitten in einer großen Europäischen Krise auf vier großen Seiten in der großen ZEIT  und alle fragen sich, warum. Aber ich weiß, warum. Das habe ich nämlich auch gelesen:

Giovanni di Lorenzo, das ist der Chefredakteur, war mit dem Guttenberg im Hotel. Drei volle Tage lang! Das müssen Sie sich mal vorstellen! Da kann einen schon mal Stockholmsyndrom überkommen. Überhaupt : die ZEIT hat´s zur Zeit nicht leicht mit ihrem Qualitätsjournalismus: erst kommt der Steinbrück und macht mit dem Enkeltrick und ständigen Schachpartien den alten Haudegen Helmut Schmidt mürbe und jetzt schnappt sich Guttenberg Giovanni di Lorenzo drei Tage lang im Hotel. Aber im Grunde genommen weiß ich: Giovanni di Lorenzo ist gegen so was immun. Er hat ihn bestimmt gefragt: “Warum hören Sie nicht endlich auf zu lügen, Herr Guttenberg? Denn jeder weiss doch, dass sie lügen. Oder lügt vielleicht die Uni Bayreuth, die festgestellt hat, dass ihre Doktorarbeit eine bewußte Fälschung war und kein Versehen?  Und selbst angenommen, es stimmt, was Sie sagen: wenn Sie nicht mal mehr wissen, was sie selbst schreiben, wenn sie mit “vier PCs” nicht zurechtkommen: warum sollte man Ihnen jemals wieder ein wichtiges Amt oder gar die Rettung des Euros anvertrauen, über die sie daher schwadronieren? Stöhnt denn nicht Parteifreund Thomas de Maziere lautstark über die dilettantische Bundeswehrauflösung seines Vorgängers, der gerne zum Wiedergänger würde?”

Wie gesagt: ich bin sicher, dass Giovanni di Lorenzo als kritischer Journalist und Chefredakteur einer journalistischen Institution, wie sie die ZEIT darstellt, diese Fragen gestellt hat. Ich habe sie nur bisher  nicht gelesen. Weil ich das Guttenberginterview nicht gelesen habe.


2. Dez: Demo zu den Frankfurter Hausbesetzungen

Demonstration am 2. Dezember 2011 zum zweiten Jahrestag der Casino-Räumung.

Treffpunkt 18:00 Uhr Cafe Koz/ Campus Bockenheim/ Frankfurt

Häuser besetzen bleibt legitim und notwendig!

Am 2. Dezember 2011 jährt sich die polizeiliche Räumung des zuvor besetzten Casino-Gebäudes zum zweiten Mal. Wir wollen diesen Jahrestag zum Anlass nehmen, um uns mittels einer Demonstration mit den verschiedensten Versuchen Häuser zu besetzen solidarisch zu erklären und die Rolle von staatlicher Repression und Polizei zu kritisieren. Schließlich werden Besetzungen illegalisiert, und immer wieder gewaltsam geräumt und die Besetzer_innen kriminalisiert.
Besondere Aktualität gewinnt die Besetzungsthematik durch die kurzzeitige Besetzung der Schumannstraße 60 im Frankfurter Westend. Im Folgenden wollen wir kurz wiedergeben, worum es bei beiden Besetzungen ging was wir dabei und für richtig halten. Anschließend wollen wir dann noch ein paar Worte zur Kritik von Staat, Politik und Polizei in Kontext von Hausbesetzungen verlieren.

Am 30. November 2009 wurde das Casino auf dem Frankfurter IG-Farben-Campus von Studierenden im Anschluss an eine universitäre Vollversammlung besetzt. Dies geschah im Kontext der Bildungsproteste in Deutschland und Österreich gegen den Bologna-Prozess bei denen in beiden Ländern eine Vielzahl von Universitäts-Gebäuden besetzt wurden. Ziel war es – entgegen der immer deutlicher bemerkbaren Ausrichtung der Universitäten an ökonomische Interessen – Raum zu schaffen für die Selbstorganisation von Studierenden und sich Raum für kritische und selbstbestimmte Bildung zu nehmen, die im Zuge der Transformation der Hochschulen immer weniger oder gar keinen Platz im offiziellen Universitätsbetrieb zugesprochen bekommen. Ebenso sollte gegen die – nach wie vor vorangetriebene – Umstrukturierung und der damit einhergehende Entdemokratisierung der Hochschulen protestiert werden.

Schon am 2. Dezember 2009 wurde das Gebäude nach weniger als einer Woche von der Polizei umstellt und geräumt, wobei über 100 Menschen festgenommen wurden und äußerst rabiat gegen die vor dem Gebäude Protestierenden vorgegangen wurde. Im Anschluss daran fanden mehrere Demonstrationen aus Protest gegen die Räumung selbst und die Umstrukturierung der Hochschule statt, jeweils mit über 1000 Teilnehmer_innen – zuletzt genau ein Jahr nach der Räumung am 2. Dezember 2010 unter dem Motto „Danke für die warmen Worte. Nichts hat sich geändert.“. Mittlerweile ist die Situation an den Hochschulen offensichtlich noch einmal schlimmer geworden, der Bologna-Prozess wird nach wie vor vorangetrieben, am Bachelor-Master-System hat sich rein gar nichts geändert und die Hochschulen sind im Zuge der G8-Reform der Schulen völlig überlaufen.

Ebenfalls im Anschluss an eine studentische Vollversammlung wurde am 20. Oktober dieses Jahr ein ehemaliges Universitätsgebäude in der Schumannstraße 60 besetzt. Grund für die Besetzung war nicht die Situation an den Hochschulen, sondern die katastrophale Wohnsituation, die sich gerade zu Semesterbeginn – wenn besonders viele Studierende auf Wohnungssuche sind – besonders deutlich zeigt. Der Mangel an bezahlbarem und annehmbarem Wohnraum ist jedoch offensichtlich ein Problem, dass nicht nur Studierende, sondern einen großen Teil der Menschen in dieser Gesellschaft betrifft, seien es Auszubildende, Arbeitslose mit oder ohne HartzIV, Migrant_innen, Arbeiter_innen, das sogenannte Prekariat oder sonst wer. Dabei wird niemand allen Ernstes die Wichtigkeit einer angenehmen Wohnung – was auch immer der einzelne sich konkret darunter vorstellen mag – für ein gutes Leben bestreiten wollen. Trotzdem wird Wohnraum immer teurer, halbwegs günstige Wohnungen gibt es dank diverser Stadtumstrukturierungsmaßnahmen praktisch nur noch in schäbigen Bruchbuden oder in den Vorstädten. Das gleichzeitig jede Menge Häuser leer stehen zeigt, wie idiotisch die Art und Weise ist, mit der Wohlstand und Eigentum in dieser Gesellschaft verteilt werden.

Die polizeiliche Räumung mit anschließenden Festnahmen und rigidem Vorgehen – inklusive Schlagstockeinsätzen – sowohl gegen die Besetzer_innen im Haus als auch gegen die vor dem Haus gegen die Räumung Protestierenden, ging diesmal schon am selben Abend von statten. Die rechtliche Grundlage der Räumung waren Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs durch das Hessische Immobilienmanagement (HI), die nun gegen die ca. 80 Besetzer_innen im Raum stehen. Nachdem die HI bei einem spontanen Besuch in ihrer Geschäftsstelle aufgefordert wurde die Anzeigen zurück zu nehmen, kam es zu einem Gespräch zwischen der HI, dem Asta der Goethe-Uni, der Initiative „Wohnraum für alle“ und der Gruppe „Schlaflos in Frankfurt“. Dabei knüpfte die HI – stellvertretend für die hessische Landesregierung – die Rücknahme an die Bedingung, dass die Anwesenden Gruppen erklären sollten, Besetzungen in Zukunft als Mittel der politischen Auseinandersetzung abzulehnen und in ihre Zusammenhänge hineinzuwirken, um eventuelle zukünftige Besetzungen zu verhindern. Wir bleiben dabei: Besetzungen bleiben legitim und notwendig! Neben dem Ausdruck unserer Solidarität fordern wir mit der Demonstration die bedingungslose Rücknahme der Strafanzeigen!

Die Beweggründe für diese beiden Besetzungen sind offensichtlich unterschiedlich, aber die Aktionen haben auch ihre Gemeinsamkeit: Die Absicht der beteiligten Besetzer_innen, sich selbst zu organisieren und sich Raum anzueignen, entweder um auf gesellschaftliche Problematiken aufmerksam zu machen oder um die eigene Situation in dieser Gesellschaft tatsächlich zu verbessern. Wir solidarisieren uns mit Besetzungen, egal ob diese Raum zum Wohnen, für alternative Wohnformen, zur Selbstorganisation, für selbstbestimmte Bildung und kritisches Denken oder für autonome Kunst- und Kulturprojekte schaffen wollen. Wir hoffen dass es in naher Zukunft noch viele weitere Besetzungen geben wird – nicht nur in Frankfurt!

Leider ist auch klar, dass es sich bei Besetzungen in der Regel und in den aktuellen Kräfteverhältnisse um eher kurzfristige Projekte handelt. Einfach weil staatliche Politik auf eine funktionierende Wirtschaft angewiesen ist, um selbst zahlungsfähig und damit handlungsfähig zu bleiben. Allein deshalb muss der Staat das Eigentum in seiner jetzigen Form schützen, auch wenn es dann im konkreten Fall ungenutzt vor sich hin rottet. Besetzungen sind nicht als guter Ratschlag an die Regierung zu verstehen. Sie richten sich direkt gegen die aktuellen Eigentumsverhältnisse, deren Bewahrung Aufgabe staatlicher Politik ist: Diese kann niemals allen Ernstes solidarisch mit unseren Aktionen sein, Besetzungen müssen gegen diese durchgesetzt werden.

Für gewöhnlich werden Besetzungen von staatlicher Seite aus als eine reine Polizeiangelegenheit angesehen. Besetzungen werden – im Normallfall – mit einer polizeilichen Räumung beantwortet. Die Polizei hat grundsätzlich in ihrem Vorgehen, sei es bei Besetzungen, sei es bei mit diesen solidarischen Demonstrationen und anderen Aktionen, durchaus gewisse Handlungs- und Ermessensspielräume. Sie muss selbst entscheiden, ob eine Räumung im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten liegt oder nicht. Sie hat die Wahl „deeskalierend“ vorzugehen oder aber Schlagstock, Pfefferspray und Massenverhaftungen als ihr Mittel zu wählen. Dass sie sich meist für letzteres entscheidet, liegt daran, dass sie Teil des Staates ist, von politischen Entscheidungen beeinflusst wird, selbst aber auch genauso politischer Akteur mit eigenen Interessen ist. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn sie Besetzer_innen immer wieder aus den Häusern herauswirft. Die Polizei ist keine neutrale Instanz, die irgendwie bei den vergangenen Räumungen Mist gebaut oder überreagiert hat. Sie ist die Instanz, die die bestehenden Verhältnisse mit allerlei fiesen Waffen in der Hand verteidigt. Das ist – unter anderem – der Sinn und Zweck der Polizei.


Papst Benedikt und Pierre Vogel im Vergleich

Diesen Artikel habe ich in Reaktion auf das Attentat gegen die Redaktion der fanzösischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo gelöscht. Seit diesem Ereignis sehe ich mich gezwungen, Leute wie Pierre Vogel anders zu beurteilen.

Die rechten Stimmungsmacher, die seit Jahren über “den Islam” und “die Moslems” als Ganzes hetzen, haben trotz dieses Ereignisses und auch trotz meines Sinneswandels nicht Recht.

-Florian K., geschrieben am 08.01.2015


“Kampf gegen Kinderschänder” als Propagandamittel rechter Bauernfänger

SimpsonsLynchmob

Im Gegensatz zu den Diskussionen in der 68er-Zeit ist man sich heute in Gesellschaft und Wissenschaft weitestgehend einig darin, dass eine sexuelle Beziehung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen schädliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat.

Die Forderung nach einer Entkriminalisierung des Sexualkontaktes mit Kindern wird heute von keiner Partei mehr gestellt, während die Grünen in ihren Anfängen eine solche Forderung durchaus vertraten.

Auch ich denke, dass die Forderung nach „freier Liebe“ zwischen Erwachsenen und Kindern ein Irrweg war, von dem man glücklicherweise abgekommen ist, da in solchen Beziehungen immer die Gefahr der Ausbeutung des Kindes gegeben ist und eine gleichberechtigte Beziehung praktisch unmöglich erscheint.

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OB-Wahl: Piraten wollen vom Web in den Römer beamen!

Nun wissen wir es: auch die Piraten-Partei hat erkannt, dass der OB-Sitz im Römer was bringt, zumindest im Vorfeld der Wahl und in der Presse. Wenn wir den Bekundungen des gerade neu gekürten Kandidaten Herbert Förster folgen, dann hatte die Frankfurter Rundschau bei seiner Kandidatenwahl ihre Finger im Spiel. Wo? Natürlich im Web. Auf der [...]

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皿皿皿 (高橋新吉). Teller. Ein Gedicht von Takahashi Shinkichi. (1921)

Übersetzungen:

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Erneut Hausbesetzung im Frankfurter Westend

Am gestrigen Freitagkan es auf dem Hintergrund der katastrophalen Wohnungssituation für Studierende wieder zu einer Hausbesetzung, wieder ein Uni-Gebäude. Diesmal in noch schönerer Umgebung als die Besetzung in der Schumann vor ein paar Wochen, nämlich ebenfalls im Westend zwischen den Botanischen Garten und dem Palmengarten: das Objekt der Begierde war der Biocampus am Ende der [...]

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Occupy Frankfurt – Good (Guys) and Bad Banks? – II

Das Problem ist nicht, einen genehmigten Ort des Protestes zu finden, sondern den genehmigten Ort des Protestes zu verlassen!
Wir alle stehen vor einem gordischen Knoten: Wenn die Unzufriedenen störungsfrei ihren Unmut auf die Straße tragen, kommen viele. Wenn wir diejenigen stören wollen, die für diese Unzufriedenheit verantwortlich sind, dann sind wir nicht genug (Zahltag-Initiativen) oder zu wenige (Die Überflüssigen). Der Masterplan, diesen gordischen Knoten zu durchschlagen, ist noch nicht gefunden.
Nun wird immer wieder gesagt, die ›Bewegung‹ sei jung, brauche Zeit, müsse sich finden und formulieren, um aus der Repräsentanz der Unzufriedenheit eine Bewegung der Unzufriedenen zu machen. Wer ihr das Fehlen von Zielen und Konsequenzen vorhalte, ersticke die Bewegung im Keim. Diese Mahnung zur Geduld ist sympathisch … und irreführend. Denn die Zweifel an Occupy Frankfurt kommen nicht vom Hochsitz der wahren Erkenntnis, sondern aus zurückliegenden Erfahrungen.
occupy-wall-street-protesters-gets-creative Wie will man die Macht der Banken, der Finanzwirtschaft brechen, außer in Beschwörungen und Worten? Wie will man verhindern, dass die Krise der Ein-Prozent-Elite auf die 99 Prozent abgewälzt werden? Will man einen guten, also gezügelten Kapitalismus, der auch für das letzte Drittel genug übrig lässt?

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Kriegskunst

“Also gewinnen doch immer Gewehre gegen Schwerter.” schrieb mir meine Liebste, und ich staunte, über die Weisheit in dem was sie da sprach. Nicht, weil sie nicht weise wäre, sondern ob der Wahrheit Ihrer Worte. Die Ehrlichkeit beherrscht sie nämlich meisterlich! Kriegskunst beinhaltet mehrerlei: Reichweite (wie nah Dir jemand sein muss, um Dich verletzen zu [...]

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Verfassungsschutz sagt Herbstgespräch in Wiesbaden nach Kritik linker Gruppen ab

Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz hat sein seit Monaten für den 30.11. angekündigtes Herbstgespräch in Wiesbaden abgesagt, nachdem antifaschistische Gruppen Anfang dieser Woche eine Gegendemonstration angekündigt hatten. Der Inlandsgeheimdienst hatten im Museum in der Wiesbadener Innenstadt mit zahlreichen rechtskonservativen „ExpertInnen“ ausgerechnet über das Thema „Kommunismus – Renaissance einer politischen Ideologie?“ diskutieren wollen.Antifa-Gruppen aus Wiesbaden und [...]

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Surrealistischer Filmbrunch (3): Das Sanatorium zur Todesanzeige

Sanatorium zur Todesanzeige

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Blind Dates 24.11.-1.12

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Los geht´s: “Dialogischer Planungsprozess Kulturcampus Frankfurt”

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Streiflicher Indien – Talentierter Mittelstand im TV

Alle Welt redet über den aufstrebenden Mittelstand Indiens, der sich wettbewerbslüstern gibt und den vielen Bedrohungen der Globalisierungsverlierer hier und dort trotzt.

In Indien wird in allen Kanälen weiter appelliert mitzumachen, und die Botschaften natürlich – wie hier – direkt in Video übersetzt. Eine kleine Kostprobe südasiatischer Talentsuche geht gerade durchs Web, schaut euch die wirklich einträgliche Erfolgsmasche in Ruhe an.

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Das ist der Virus

BKA
I.
Dies ist der Virus. Er sieht aus wie man sich in einem überkorrektem Traum eine Seite des Bundeskriminalamtes vorstellt. Tatsächlich behauptet er dies von sich selbst. Er taucht plötzlich auf wie ein Terrorist oder ein flüchtiger Bekannter. Hier, in meinem Zimmer auf meinem Bildschirm. Er sagt: “Es ist die ungesetzliche Tätigkeit enthüllt!” Illegale Software: Kinderpornographie, Sodomie, E-Mails terroristischen Inhalts. Die Sperre meines Computers dient dazu, meine illegale Tätigkeit zu unterbinden. Aber ich bräuchte nur 100 Euro zu überweisen, dann würde mein PC wieder freigeschaltet. Nur 100 Euro. Das ist das verlockende, die metaphysische Dimension:

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Occupy Frankfurt – Good (Guys) and Bad Banks?

Kaum jemand kannte die Gruppe Occupy Frankfurt, die für den 15. Oktober 2011 zu einer Demonstration vor der Europäischen Zentralbank/EZB aufgerufen hatte. Den wenigsten waren Inhalte und Forderungen bekannt.

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Immer grimmiger gegen den Fluglärm

Die BI´s in und um Frankfurt werden lauter, seit vor Wochen die neue Bahn am RheinMain Airport eröffnete. Am Montag ging es am Flughafen und vor dem Römer zur Sache, vor allem gegen die schwarz-grüne Aussperrung der Bürger. 1500 waren es diesmal schon! Zu den Protesten die Erklärung der BI Frankfurt-Nord gegen Fluglärm: Am Montag, [...]

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Unwort des Jahres 2011: “Armutsgefährdet”

Liebe Leser, mein Unwort des Jahres steht für dieses Jahr fest und lautet: Armutsgefährdet Die Menschen, die arm sind, als »armutsgefährdet« zu bezeichnen ist nicht nur falsch, sondern üble Meinungsmache und blanker Hohn. Bester Neusprech ist es hier, die Armut durch solche Ausdrücke wie »armutsgefährdet« zu relativieren. Es gibt schließlich eine große Armut in Deutschland. [...]

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Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 2: Web.

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Streiflichter Indien

Der FGZ-Korrespondent in Indien möchte mit “Streiflichtern” unsere Perspektive ein Stück aufweiten. Dort gibt es ausser billigen Programmierern und vielen Menschen eine Menge anderes. Zum Beispiel viele neue Atomkraftwerke. Die gefallen nicht allen.

Bewegungen – und auch keine

Landnahmen seitens Verwertungsinteressen sind hier in Indien an der Tagesordnung – bis hin zu veritablen Buergerkriegen. Lange waren Landnahmen fuer AKW lediglich ein Teil davon, ohne dass sich die Proteste explizit gegen die Atomkraft richtete. Auch in Jaitapur, Mharashtra war dies zunaechst nicht anders. Mittlerweile formiert sich allerdings landesweit die gegen AKW gerichtete Bewegung .

jaitapur

Hier gab es in den letzten Jahren die groesste Protestbewegung mit ueber 250,000 Teilnehmern und vielen Toten. Das liegt sicher an den gigantischen Ausmassen ( 6 x 1,600 MW) dieses Vorhabens, dem mehrere tausend Familien zu weichen haben. Der Standort ist knapp 200 km suedlich von Bombay (ueber 20 Mio Bewohner) und noch naeher am boomenden Puna (ueber 5 Mio), um nur die beiden goessten Ansiedlungen zu nennen. Und mittlerweile dehnt sich die Bewegung aus, so wurde im suedlichen Tamil Nadu die Inbetriebnahme eines Meilers von der Bevoelkerung verhindert.

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Die rechten Fäden der hessischen CDU

Kristina Schröder konnte durch die Entscheidung von Roland Koch in Berlin einen Posten als „Familienministerin“ ergattern. Ein guter Posten für die junge Dame aus dem straff rechten Landesverband Hessen der CDU. Sie erhielt einen Job, der sich aktiv mit der Prävention (rechts-)radikaler Bewegungen beschäftigen sollte, ihre Tätigkeit aber nur in Maulkörben gegen antinazistische Initiativen bestand. Wie zum Hohn war sie „Ex­per­tin für Ex­tre­mis­mus und In­te­gra­ti­on“ der CDU-​Bun­des­tags­frak­ti­on .

Wen wundert das bei einem CDU Landesverband rund um RheinMain, bei dem Roland Koch und sein Nachfolger Bouffier (alles die “Eschborn-Mafia“) die lange rechte Parteivergangenheit mit Ausländerhatz und „jüdischen Spenden“ auf Schwarzkonten fortsetzen. Das reichte noch nicht: es wurde ergänzt durch den aktiven Schutz von großer Steuerhinterziehung in Frankfurter Türmen durch Wiesbadener Regierungsstellen. Bei all dem nahm man es in dieser Partei und ihren gelben Taschenträgern nicht so genau. Es gilt, das breite, oft „rechtspopulistisch“ gewirkte Klientel in Hessen zu erfüllen. Leider in Krisenzeiten eher mehr als weniger.

Rund um Kochs Vorgänger Dregger war die hessische CDU viele Jahre ein Umfeld für schwarz-braune Gruppierungen und Einzelpersonen, die Anzahl der Skandale darum waren in der 70ern bis 90ern Legion. In guter Tradition: einige Jahrzehnte nach dem Krieg waren die Landtagsabgeordneten der Parteien, die zur Zeit in Wiesbaden an der Regierung sind zur erheblichem Teil (Ex-)Nazis.

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Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 1: Print.

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Entwicklung eines jeden Kunstwerks braucht seine Zeit. Goethe schrieb an seinem Faust sein Leben lang. Kurt Schwitters arbeitete an seinen MERZ-Bauten ebenso bis zu seinen letzten Tagen. KulturCampusFrankfurt, ein multimedielles Kunstprojekt der Stadt Frankfurt, mit freundlichen Unterstützung des Mäzens ABG Frankfurt Holding, geht auch voran: die Stadt ist noch da, und ABG Holding ebenso.

Des Weiteren ist es wichtig, anhand einiger Beispiele die Einzigartigkeit dieses Projektes zu betonen – heute nehmen wir unter die Lupe die symbolische SelbstDarstellung als Print sowie gesellschaftliche SelbstDarstellung als Web.

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Schluß mit lustig: Polizei schlägt zu in der Wall Street!

Offensichtlich ging es den Oberen New Yorks (deren Ämter auch direkt durch das Finanzkapital besetzt sind – Bloomberg) jetzt zu weit: bei Demonstrationen von 30.000 in New York wurden in den letzten Stunden Hunderte Aktivisten festgenommen und eine Reihe verletzt, auch durch den Einsatz von Reiterstaffeln. New York Times: Bericht; Foto-Strecke Das mag auch damit [...]

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Kundgebung am Samstag: 1/2 Jahr Erschießung Christy Schwundeck

Kundgebung am Samstag dem 19. November: 1/2 Jahr seit Erschießung von Christy Schwundeck – 14 Uhr Zeil 40-42, Ecke Klapperfeld Fast sechs Monate ist die Erschießung Christy Schwundecks durch die Polizei in dem Jobcenter Gallus in Frankfurt nun her und noch immer weiß die Familie, die Öffentlichkeit und somit auch wir, die Initiative Christy Schwundeck, [...]

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Kafka strikes back: The BirdBase

Kafka wird gehackt.
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Performance “Das goldene Kalb”

Am Freitag, 18. November 2011 ab 10:00 Uhr lädt attac-frankfurt ein zur Performance “Das goldene Kalb” anlässlich  der  European Finance Week in Frankfurt/Main . Die Performance von Marcus Barwitzki findet den ganzen Tag auf dem Opernplatz statt. Die Aktions-Installation “Das goldene Kalb” ist die künstlerische Transformation der biblischen Moses-Geschichte in die Gegenwart. Bei der “Vergoldung” [...]

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Erwartungen an “Planungswerkstätten” für den Campus Bockenheim

Die Bockenheimer Bürgerinitiativen Offenes Haus der Kulturen und Ratschlag Campus Bockenheim erwarten bei einer demokratischen Beteiligung der BürgerInnen an der Planung für den Campus Bockenheim:

Transparenz

Der Kaufvertrag zwischen Land Hessen und AGB Holding betrifft öffentliches Eigentum. Er muss offengelegt werden, um die Grundlagen des Planungsprozesses für alle beteiligten Akteure im gleichen Maße transparent zu machen.

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Occupy-Camp in New York verboten

Nachdem gestern Nacht der Zuccotti Park gestern geräumt wurde, erlaubten die Polizeieinheiten inzwischen wieder, den Platz zu betreten. Mit wesentlichen Einschränkungen, die den Vorstellungen des New Yorker Bürgermeisters Bloomberg, gleichzeitig Besitzer eines weltweit agierenden Finanz- und Medienkonzerns, sehr nahe kommen. Ein Gericht hatte zuvor entschieden, das weitere Campen auf dem Platz nicht mehr zu erlauben. [...]

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Türkei in die EU! Sofort!

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In manchen Zeiten gilt es, wenn man einen schleichenden Niedergang aufhalten will, etwas wagemutiges und scheinbar Tollkühnes zu unternehmen, etwas das so episch ist, dass von dieser Sekunde an die Karten neu gemischt werden. Eine solche Handlung macht vor allem dann Sinn, wenn man gerade ein denkbar schlechtes Blatt auf der Hand hat und jedes andere Blatt, welches man auf der Hand haben könnte, eine Verbesserung der Situation darstellen würde.
Die EU befindet sich zur Zeit in einer Krise, die systemisch werden könnte, wenn sie es nicht schon ist.
Die Zeit für eine große Geste, die eine große Veränderung bewirken kann, erscheint reif.
Doch was für eine Veränderung könnte die Karten in der EU neu mischen? Gewiss eine Veränderung des Wirtschafts-, Währungs- und Bankensystems könnte die Lösung sein. Nur dies braucht gute Ideen und vielleicht mehr Zeit als wir, die Bürger dieses Europa, haben.

Szenenwechsel.

Meine Verlobte und ich befanden uns in einem Überlandbus, irgendwo zwischen Bandırma und Çanakkale.

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Occupy: Räumung der New York Wallstreet ! Livestream

Seit einigen Stunden räumt ein großes, hochgerüstetes Polizeiaufgebot den Zuccotti Park in Ney York – angeblich zur “Reinigung des Platzes”. Link zum Live-Ticker Livetream aus New York: Weitere Infos, auch zu Oakland und Zürich: Tagesschau

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Kafka gefällig?

Gibt’s genug: die Schulen in Deutschland und Österreich erhalten derzeit in grossen Mengen die Neu-Ausgabe des Meisterwerkes “Das Schloss” von Kafka.

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Nur Erfolg macht sexy

Eine Verheißung, und sie gilt als fast klassischer Spruch der Consultant Typen rund um McKinsey. Im finanzregulierten Rat Race funktioniert sie gerade jetzt als Mantra, und zwar fast überall, sogar direkt nebenan, nicht nur im härtesten Business. Die Messeinheit sexy Erfolgs ist wiederum der Erfolg selbst: das Tempo führt beim Investieren wie beim Ertrag zu erklecklichem Return-on-Investments, und genau das lässt den Erfolg weiter anschwellen, ganz sexy im neoliberalen Sinne.

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OB-Wahl: grün ein kleines Stück wutbürgerlich

Nun haben sie es auch geschafft, die Frankfurter Grünen. Es ist ja nicht ganz leicht in diesen Tagen.

Der Frankfurter Römer wird nämlich immer weniger als politische Einrichtung wahrgenommen, sondern als konservative Sicherungseinrichtung Frankfurter Besitzstands, die zwischen Industrie-und-Handelskammer, Eventgastronomie und Tourismus-Marketing eingeklemmt steckt.

Und direkt in der Mitte sitzen die Grünen. Ausserdem gibt es immer öfters das Gefühl, dass die grünen Postenhalter genauso einen bekannten Versorgungshabitus pflegen, wie andere hier vor Ort und anderswo.

Gib_Dem_Affen_ZuckerSolche Einstellungen zu unseren politischen Administrationen sind nichts besonderes mehr. Nur kommt das trotz Grüngürtel und platzschaffenden Fahrradkennzeichen auf dem Strassenbelag nicht mehr ganz so toll rüber. Denn im städtischen Publikum hat es sich herumgesprochen, dass in Frankfurt noch wichtigere Probleme anstehen, ganz andere Institutionen das Heft in der Hand haben und das immer mehr Leute berührt. Sogar solche, die bis vor kurzem nur von Terminen fürs Meeting oder Strassenfest bewegt wurden.

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Campact-Castor-Tour am 14. November in Frankfurt

Am Montag, dem 14. November macht der “Castor-Transport” von Campact Station in Frankfurt. Vom Roßmarkt (13 Uhr) aus wird sich der Transport begleitet von „Strahlenschutzexperten“ und „Schutzpersonal“ auf den Weg nach Gorleben machen. Doch immer wieder wird er von vielen Aktionsteilnehmer/innen zum Abbiegen gezwungen. Enden wird die Aktion um 14.30 mit einer Kundgebung an der [...]

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Die Börse: Kaufen und Verkaufen

Zum heutigen Tag der “Bankenumzingelung” in Frankfurt möchten wir ein Video zum Funktionsverständnis der Börse beitragen.

Streng genommen kommt der Beitrag nicht von der FGZ, sondern von Alexander Kluges (ein alter Frankfurter Aktivist) Web-Fernsehen dctp.tv. Das Interview fügt sich in die Serie “Kapitalismus ist keine Einbahnstrasse” des Senders ein.

Wir denken, es gibt noch eine Menge von der umfassenden Finanzialisierung all unserer Lebensweisen zu verstehen.

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Draußen campieren gut. Drinnen protestieren besser.

Bei aller gesellschaftlichen und politischen Notwendigkeit der Bewegung hat Occupy eine erhebliche Schwäche:
Die Bewegung campiert vor (!) den Hochhäusern der Banken. Dieses „Davor-Campieren“ beschreibt für meine Begriffe die allgemeine Lage gesellschaftlichen Protestes in diesem Land und vielen anderen Industrieländern. Draußen ist der Protest, drinnen funktionieren alle.
Kursfeuerwerk

Auch unsere Mainstreammedien stellten bereits mit einer Mischung aus Be- und Verwunderung fest, dass sich durchaus auch einige der Angestellten der Großbanken solidarisch gezeigt haben und teilweise sogar den Demonstranten die Reste ihres Caterings vom letzten Meeting überlassen haben sollen.
Die Rundschau präsentierte mit einem gewissen Stolz Businessleute, die nach Feierabend ins Camp gekommen sind und zumindest kurzzeitig an den Protesten teilgenommen haben.
Doch was nützt es, wenn ein Bankangestellter nach Feierabend protestiert? Und die Reste des Caterings helfen der Occupy-Bewegung vielleicht beim Durchhalten, aber nicht zu einem Erfolg, für den es mehr bräuchte, als gute Hoffnung und Sitzfleisch.

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Blind Dates 11.11.-17.11.

schlaf ende nov

Frei 11.11.

17 Uhr, Frankfurt Rathenauplatz (nähe Hauptwache): DEMO von occupy:frankfurt Es ist auch Deine Stimme, die zählt! am weltweiten Aktionstag der Occupy-Bewegung (hier das internationale Event: ) Zur Anfangskundgebung möchten wir mit Euch zusammen “99%” aus Menschen mit Laternen und Kerzen auf dem Goetheplatz aufstellen und das Bild als Gruß aus Frankfurt zu anderen Occupados und in die ganze Welt schicken! Warum wir demonstrieren steht hier und hier und hier

Sa 12.11
ab 12.30 Umzingelung des Bankenviertels, Bündnis: Banken in die Schranken!
Treffpunkt Kaisersack. Siehe nebenstehenden Artikel.

Mampf: DENKERSKIND
Denkerskind, alias Till Schneider, der in alter Liedermacherart seine Lieder dem Publikum präsentiert, hatte sich 2010 eine Auszeit genommen und kommt nun nach eineinhalb Jahren wieder zurück auf die Bühnen. Lieder über Sehnsucht, Einsamkeit und Liebe wechseln sich ab; Lieder zum Nachdenken, die den Zuhörer sicher nachhaltig beschäftigen werden.Seine CD „Mehr als nur ein Wort“

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OB-Wahl: Nach den Grünen verdoppelt auch die SPD

Nachdem sich aus den Reihen der Grünen eine Eventorganisatorin aus der Marketing-Branche politisch für die OberbürgemeisterInnen-Wahl nächstes Frühjahr selbst vermarkten möchte, legt die Schautruppe SPD mutig nach. Wenn das Publikum bei der dreifaltigen Schwarz-Grün-Roten Gilde im Römer schon nicht so genau weiß, was da politisch eigentlich unterschiedlich gewebt wird, dann tanzt man den Personalreigen, und [...]

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Breites Bündnis ruft für 12. November zur Umzingelung des Bankenviertels in FFM auf

Banken in die Schranken
“Banken in die Schranken” will am Samstag mit Unterstützung der 99% das Bankenviertel umzingeln; das obige Transparent wurde am Donnerstag am eisernen Steg aufgehängt. Ähnliches wird auch in Berlin passieren. Das Bündnis wird koordiniert von Attac, Compact. de u. den Naturfreunden Deutschlands u. wird unterstützt u.a. vom DGB, den Grünen, der Linkspartei, terre des Hommes, der katholischen Arbeitnehmervertretung u. dem Bundesverband der Migrantinnen. Die FGZ unterstützt den Aufruf, owohl die “Bankenumzingelung” ja nichts anderes ist als die gute alte “Menschenkette” auf indianerisch und als Aktionsform den Nachteil hat, dass die Beteiligten hauptächlich damit beschäftigt sind, zu bangen, ob genügend Leute zusammen kommen. Warum nicht stattdessen einfach alle Parkbänke im Stadtgebiet umzingeln-grade im Herbst? Nichtsdestotrotz : Höchste Zeit, dass sich die Old school des Protestes aus Linken, Grünen, Christen u. Gewerkschaftlern neben den manchmal ziellos lieben Occupisten zu Wort meldet. Außerdem hat sich für die Abschlußkundgebung Kabarretist Georg Schramm angekündigt. Also: wir umzingeln mit!
Und here comes the Aufruf

“Europa steckt in einer tiefen ökonomischen Krise. Weltweit sind zahlreiche weitere Länder von Ansteckung bedroht. Doch gerettet werden wieder nur die Banken, mit vielen Milliarden an Steuergeldern. Es drohen noch höhere Staatsschulden und weitere Sparprogramme zu Lasten der

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Medienakademie LiMA 19./20 November in FFM zur Gegenöffentlichkeit mit FGZ

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Am 19. und 20. November 2011 findet an der Fachhochschule Frankfurt die Zweite LiMA (Linke Medienakademie) Regional statt. Die LiMA Regional steht, genauso wie Ihre große Schwester im März in Berlin, unter dem Hauptmotto “Druck machen – Gegenöffentlichkeit selber herstellen”. Es gibt 15 Workshops rund um’s Thema Gegenöffentlichkeit von “Rhetorik” über “Videoaktivismus” bis “Kampagnenplanung” und “Einführung in das journalistische Schreiben”. Damit sollen eine Plattform und ein Forum in Hessen geschaffen werden, dass hilft, sich besser zu vernetzen. Medienpartner sind u.a. Der Freitag, die Tageszeitung u. Le monde diplomatique. FGZ-Autor u. -herausgeber Bert Bresgen bietet einen Workshop an zum Thema “Öffentlichkeitsarbeit vor Ort”, in dem er u.a Aktionen des Netzwerkes “Wem gehört die Stadt” thematisiert. Außerdem sitzt er am Samstag Abend von 18.30 – 20 Uhr auf dem Podium und diskutiert mit Carmela Mudulu (Deutsche Journalistenunion) , Jens Berger (Spiegelfechter/Nachdenkseiten, angefragt), Tino (occupy Frankfurt), u. Hans Christian Vogt (Hrsg. Handbuch Soziale Bewegungen und Social Media) über “Gegenöffentlichkeit in der Praxis”. Die Moderation hat Wolfgang Storz. Es geht in der Diskussion um die Frage, inwieweit der Siegeszug des Internets für linke AktivistInnen neue Chancen schafft, eine Gegenöfentlichkeit her zu stellen. Welche Ansätze gibt es, wo sind die Grenzen? Vor welchen Stolperfallen muss man sich hüten? Das Spektruim reicht von Stadtpolitik, der Occupy-Bewegung bis hin zu sStadtpolitik im Betrieb. Die Tickets für die Akademie kosten standardmäßig für zwei Tage 15 Euro, als Förderung 25 Euro, ermäßigt 5 Euro. Weitere Infos: hier
Zum Programmüberblick bitte weiterlesen.

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Video: Marsch der Empörten nach Brüssel

Dokumentarfilm des Frankfurter Filmemachers Martin Keßler über den Marsch der “Indignados” nach Brüssel. Teil 1 – Station in Bagneux Teil 2 – Station in Paris

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Von der demokratischen Republik zum Prokonsulat

Im folgenden eine Glosse von Ulrich Rödel über die jüngste Entwicklung in Griechenland und deren publizistischen Widerhall bei Schirrmacher und Habermas. Rödel kommt aus dem Kreis der “Frankfurter Schule” (und hat nebenbei bemerkt ebenfalls wie der letztgenannte bei Suhrkamp publiziert). In Anlehnung an die Stroemfeld-Klassikerausgaben und mit einem Seitenblick auf den jüngst verstorbenen Friedrich Kittler, nach dem das Aufschreibesystem sich nicht von den Gedanken trennen läßt, publizieren wir sie als Wiedergabe des Originaltyposkripts.
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Eine Bürgermeisterin der LINKEn für Frankfurt?

Nun ist das Angebot wohl bald komplett, auch wenn hier und dort noch nicht amtlich. Es geht um die Frankfurter OB-Wahl nächstes Frühjahr. Nachdem das schwarz-grüne Lager vermutlich gleich mit 3 KandidatInnen zwischer rechter Bürgerlichkeit und Frankfurt-Marketing auffährt, die SPD vermutlich ein bekanntes Nordend-Bornheim Gesicht zur Wahl anbietet, die FDP wegen Nicht-Existenz gar nicht antreten [...]

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Zoophilenhatz im Internet

Zoophiliepic

Das erste Mal in meinem Leben sah ich einen Zoophilieporno bei einem Kumpel, der dem Archteyp des bong-kettenrauchenden Otaku-Slackers entsprach und dessen höhlenartige Junggesellenbude zwischen Klamotten und Manga-Heften nur einen schmalen Korridor zum extrabreiten Fernsehbildschirm und zur Couch ließ. Er hatte den Film damals irgendwo auf einer alten VHS-Kassette gefunden.

Wir schauten ihn uns mit mehreren Freunden an, wobei die Reaktionen sehr verschieden waren. Während einigen davon schlecht wurde und sie es überhaupt nicht ertragen konnten, reagierte ich mehr mit Belustigung auf die unbeholfenen Bemühungen der Darsteller, die offensichtlich inkompatiblen anatomischen Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes zur „Deckung“ zu bringen.
Der erfolglose Versuch einer der Darstellerinnen es der russischen Zarin Katharina der Großen gleichzutun (also Geschlechtsverkehr mit einem Hengst zu haben) endete darin, dass sie ihn mit Hilfe einer Plastiktüte befriedigte. Hätte sie sich das Ergebnis ihres Bemühens nicht danach über den Kopf gekippt, hätte man das Ganze in diesem Moment leicht für ein veterinärmedizinisches Lehrvideo über die Samengewinnung bei Zuchthengsten halten können.
Naja… erregt hatte der Film allerhöchstens meine Lachmuskeln und ich glaube ganz ehrlich, dass Tiere zum Essen und nicht zum Vögeln da sind.
Aber es gibt wohl auch Menschen die darauf stehen… was soll´s?

Im Internet und insbesondere auf Facebook hat nun allerdings eine unheilige Allianz aus radikalen Tierrechtlern, Neonazis und empörten „Normalbürgern“ der Zoophilie den Kampf angesagt und sich dabei als Primärziel den Verein ZETA e.V. (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung) herausgepickt.

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„Wohnraum für alle!“ – Frankfurter Initiative vermutet Angst vor Besetzungen

Nachdem die Initiative „Wohnraum für alle!“ bereits letzten Montag bei einem Hausbesuch beim Hessischen Immobilienmanagement die bedingungslose Rücknahme der Strafanträge wegen Hausfriedensbruch gegen die Besetzer_innen der Schumannstraße 60 gefordert hatte, reagierte das Hessische Immobilienmanagement mit einem scheinbaren Gesprächsangebot. Deshalb kam es am Montag, den 7. November 2011 im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim zu einem [...]

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Mein schwuler Bruder und ich

Es kam der Tag, an dem die Wege meines Bruders und meine eigenen sich trennten. Wir liebten beide unsere Mutter. Immer schon schien es mir, dass sie ihn bevorzugte. Aber das war noch vor dem Umzug nach Mönchen-Gladbach. Danach konnte ich keinen Unterschied mehr feststellen.Das hat er auch gesagt: nach Mönchen-Gladbach war alles anders. Ich weiß bis heute nicht, warum. Wir waren unzertrennlich im Grunde. Ich hatte mir schon ein paar Gedanken gemacht, weil er keine Freundin hatte. Natürlich war es mit Beate für mich auch nicht immer einfach. Aber es war immerhin besser als gar nichts. Das habe ich ihm auch gesagt. Aber er wollte ja nicht. Er hat mir dann irgendwann gesagt, dass er nach Russland geht, zum Chor der Roten Armee. Nicht aus politischen Gründen, aber er wollte einfach mal etwas anderes ausprobieren, hatte ja auch diese wunderbare Singstimme. Ich sagte zu ihm: Du bist verrückt! Sei vorsichtig! Er wurde dann Held der Sowjetunion und ist Ende der 60er mit Chruschtschow oder so jemand aufgetreten, der dirigierte den Chor.

Mutter hat in Mönchen- Gladbach geweint vor Glück. Es war Weihnachten, als sie es im Fernsehen sah. Er sang etwas über dunkeläugige “Kosakenmädchen”. Ich hatte Mutter einen Birnenkuchen

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Surrealistischer Filmbrunch der FGZ im Kellertheater: Songs from the second floor

Songs From the Second Floor-
Diesen Sonntag (6.11.) zeigt die FGZ in ihrer surrealistischen Filmreihe im Kellertheater Frankfurt, Mainstr. 2 um 12 Uhr einen bitterbösen, absurd-komischen Film über die Wirtschaftskrise “Songs from the second floor” v. Roy Andersson.: scheiternde Geschäftsleute, sich geißelnde Büromenschen, Poeten in der Psychiatrie und Chor singende U-bahnbenutzer in Bildern wie Gemälden.. »Grandios, grotesk, einmalig.« (Kölner Stadtanzeiger). Eintritt frei, Brunch 5 Euro.

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Herbstliche Sicht auf Philosophicum. Multilinguem.

Yellow Blätter blättern ab,
Bäume двигаются в такт:
Up and down and down and up,
Gretchenfrage = Teufelspakt.
ドイツ、秋、here and now.
Zeitをコンビニで買う.

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Demokratisch-parlamentarische Verwerfungen

Eine eigenartige Verbindungslinie zieht sich zwischen zwei ähnlichen, aber in verschiedenen Sphären situierten Statements. Zum einen die deutsche Occupy-Bewegung, die sich aus der Achse Frankfurt gerne mit jedem ruhig unterhält, parteiische Äusserungen eher zurückweist und in einer Art Alltagsdiskurs vor hohen Gebäuden die allgemein verunsicherte Stimmung ausdrückt. Der ideelle Vater des Konsens, der ehemalige Frankfurter [...]

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EMPÖRT EUCH! – Demo am 5.11. in Frankfurt!

Occupy:Frankfurt gibt den Streckenverlauf und das Rahmenprogramm für die Demonstration am 5 . November 2011 bekannt Occupy:Frankfurt ist Teil einer globalen Bewegung, die sich gegen die Macht der Finanzmärkte und Banken richtet. Ausgehend von den Protesten an der New Yorker Wall Street ist auch die Bankenstadt Frankfurt ein zentraler Ort für friedliche Demonstrationen. Die nächste [...]

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Gegen-Gipfel zu G20 in Nizza

Während sich die Polit-Stars der 20 führenden Wirtschaftsnationen im südfranzösischen Cannes treffen, formiert sich im nahem Nizza ein Stück weit Widerstand. Vermutlich werden sie es nicht feiern, dass die USA des ehemals gefeierten Obama alle Rekorde beim CO2-Ausstoß im letzten Jahr gebrochen hat: so viel schädlichen Dampf gab es noch nie. Und gewiß auch nicht, [...]

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Eine Event-Bürgermeisterin für Frankfurt

Das “Gobal City Event” an die Macht, so könnte man die neuste Kandidatinnen-Ankündigung für die Roth-Nachfolge auch überschreiben ! Vielleicht ist es der richtige Weg, eine Spezialistin für Event-Konzeptionen, Kultur-Marketing und Sponsoring im Römer als Oberbürgermeisterin sitzen zu haben. Auf diese Weise lässt sich die Stadt eventuell im internationalen Wettbewerb der “Locations” besser entwickeln. Schließlich [...]

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Der Tod imitiert Sitcoms

Bekanntermaßen verkündete Oscar Wilde: “Das Leben imitiert die Kunst”. Man könnte hinzufügen: Der Tod imitiert Sitcoms. Jetzt ist im Netz eine (kurzlebige) amerikanisch Sitcom aus dem Jahr 1987 aufgetaucht, die in einem Sketch Gaddafis Tod für den 29. Juli 2011 “voraussagte”. St. Peter begrüßt ihn im Himmel und schickt ihn dann in die Hölle. Der [...]

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Blind Dates 3.11.-8.11.

schlafmaske november

Do 3. 11

19.30 Uhr: Campus Bockenheim, Studierendenhaus “Festung Europa”: zur Situation in Lampedusa Ursula Schmidt berichtet über die Situation in Lampedusa und zeigt den Kurzfilm „Lampedusa – am Rande der Wahrnehmung”. Hagen Kopp (kein mensch ist illegal) informiert über die „Schiffe der Solidarität”, die im Frühjahr 2012 auf das Sterben von Boots-Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam machen”. Veranstaltung im Rahmen der HÜLYA-TAGE: Gegen rechtspopulistische und rassistische Hetze. Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung (30. Oktober bis 6. November 2011 / Studierendenhaus, Campus Bockenheim). Die „Hülya-Tage” mahnen an den von Neonazis verübten Brandanschlag in Solingen vor 18 Jahren, bei dem 5 Menschen starben, unter ihnen die 9jährige Hülya. In Bockenheim wurde 1998 zum ersten Mal mit dem Namen „Hülya-Platz” an ein Opfer neonazistischer Gewalt erinnert. Wir wollen sowohl die Auseinandersetzung mit den Neonazis als Täter als auch die Situation einer besonderen Opfergruppe – die der MigrantInnen mit und ohne Papiere – in unseren Veranstaltungen aufgreifen. Der Verein “Offenes Haus der Kulturen” (http://www.studierendenhaus-fuer-alle.de) knüpft mit diesem Projekt an der Tradition des Studierendenhauses an, in dem die Auseinandersetzung mit Faschismus, Rassismus eine zentrale Rolle spielte und spielt.

Frei, 4. 11.

19.15 Uhr: ivi, Kettenhofweg 130 Freiheit statt Frontex – Das europäische Grenzregime zwischen arabischem Frühling und Krise Offene Diskussion u.a. mit Helmut Dietrich (Forschungsgesellschaft Flucht und Migration; Berlin) / Marion Bayer (welcome to europe; Hanau) / N.N. (Collettivo Prezzemolo; Florenz) / Bernd Kasparek (Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung; Athen): Am 17. Dezember 2010 verbrannte sich Mohamed Bouazizi im tunesischen Sidi Bouzid. Mit seiner Tat löste er eine Welle von Aufständen, Revolutionen und Umstürzen aus, die nicht nur die arabische Welt verändert haben. Der Kampf um soziale wie auch politische Rechte in der arabischen Welt beinhaltete auch eine Infragestellung der

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Frankfurt im Glück: bald ist Oberbürgermeisterwahl!

Nun ist es raus: Dame Roth tritt nach bald 17 Jahren im Amt der Frankfurter Oberbürgermeisterin vom Posten zurück und für den Römer stehen die potentiellen NachfolgerInnen schon bereit. Wie es sich für das liberal-konservative Frankfurt gehört, passen die Anwärter (1) zur Vorgängerin und (2) zur besagten herrschenden Stimmung der Stadt, die zwischen Industrie-und-Handelskammer (in [...]

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Durch die FAZ: Frankfurter Bruchlinien?

Die Serie kritischer Kommentare zur Wirtschaftspolitik des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher setzt sich fort
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verkauft sich als Leuchtturm gediegener Bürgerlichkeit, sozusagen die letzte Adresse bodenständiger Wirtschaft, ein Blatt, das mit seinen Ansprüchen an Geist und Kultur aber auch mit dem gesellschaftlichen Wandel gut zurechtkommt. Lokalisiert im Gallus bleibt sie bei der kompletten städtischen Neustrukturierung um Güterplatz und Europaviertel fast als einziges bauliches Relikt aus der alten Bundesrepublik übrig. Das kann in doppeltem Sinne verstanden werden: sie möchte als führende deutschsprachige Wirtschaftszeitung agieren und gleichzeitig das alte bundesrepublikanischen Politik-Verständnis pflegen. Die FAZ sitzt allerdings nur wenige hundert Meter entfernt vom Frankfurter Bankenviertel und pflegt vor Ort beste Beziehungen: das macht auch ihr Image als Finanzzeitung mit Substanz aus.

FAZ_Building

Es hat sich in den wenigen politisch etwas sensibleren Redaktionen deutscher Medien herumgesprochen, dass seit einigen Jahren selbst im notorisch stillgestellten Deutschland unter der Oberfläche eine Legitimationskrise schwelt. Difuser Unwillen betreffend Reichtumsverteilung und Politikstil greift um sich. Er betrifft die wirtschaftliche Organisation des Landes, die faktisch herrschenden Kräfte und das politisch-mediale Konglomerat, dessen Sprechblasen auf niedrigstem Niveau das Publikum oft langweilen oder zunehmend empören.

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Nazis unter weißer Maske

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Bildausschnitt aus einem Youtube-Video: Neonazis demonstrieren in Masken, Leute stehen daneben und winken

Das Markenzeichen der Anonymous-Bewegung ist die Guy-Fawkes-Maske , die man in letzter Zeit immer häufiger bei Flashmobs, Protesten und Demonstrationen sieht.
Das Konzept des gemeinsamen maskierten Auftretens hat nun allerdings auch innerhalb der rechten Szene, insbesondere unter den sogenannten „Autonomen Nationalisten“ Anklang gefunden, hier allerdings nicht in Form des grinsenden Gesichtes eines Guy Fawkes, sondern unter einer schlichten, gespenstisch wirkenden „Neutralmaske“.

Besonders die im norddeutschen und nordöstlichen Raum aktive Neonazi-Gruppe „Spreelichter“ ist oft und gerne unter der Maske aktiv.
Die „Spreelichter“ sind aber nur Teil eines Netzwerkes, der sogenannten „Unsterblich“-Bewegung, welche weitreichende Verflechtungen in das gesamte Bundesgebiet und auch bis nach Österreich aufweist.
Deren Schlachtruf lautet „werdet unsterblich“ und ihr Ziel ist es, den „deutschen Volkstod“, den sie als verursacht durch die parlamentarische Demokratie betrachten, aufzuhalten. Hierzu bedienen sie sich verstärkt moderner Protestformen wie Flash-Mobs und viraler Verbreitung ihrer Ideen auch im Internet.

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Ulrich protestiert Für ein Recht auf Stadt

Eine Doku des ZDF zu Aktivitäten des Hamburger Netzwerks beim Verdealen von Wohnungen: nicht alles Teure geht leicht weg!

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Schmidt, Steinbrück und das Spiel der Könige

schmidt
Gelegentlich beweist der Weltgeist Sinn für Ironie. So als er Helmut Schmidt und Peer Steinbrück ein wenig die Partie vermasselte. “Zug um Zug” heißt der Titel des gemeinsamen Buches, Zug um Zug soll es gehen: die Inthronisation des Enkels, des Kanzlerkandidaten Steinbrück. Zwar an der Partei vorbei, aber wen kümmern in Zeiten der Gefahr schon die Parteien? Den Alten ohnehin nie viel. Und der 64-jährige Jungspunt hat auf die kürzlich gestellte Frage, ob er Sozialdemokrat sei, geantwortet: “ich bin Steinbrück”. Wer kann verlieren, wenn er den Spiegel, die FAZ, die Zeit und Günther Jauch im Rücken hat? Die wichtigsten medialen Windmaschinen hierzulande sorgen für immerwährenden Rückenwind. Das Szenario für das Buch aus Sicht der PR-Berater sah vermutlich so aus: Der weise Alte ist inzwischen bei Freund und Feind, bei Jung und Alt gleichermaßen akzeptiert aufgrund von staatsmännischer Gesamtperspektive, seiner den Jahren trotzenden Vitalität und einem neugewonnen Flair von Widerständigkeit wg. Rauchens in öffentlichen Räumen, in denen alle anderen klaglos nicht rauchen dürfen. Natürlich, damit noch kein zweiter Staufenberg, leider auch ohne Augenklappe, stattdessen mit Stock, aber immerhin: allgemein akzeptiertes Urgestein. Aus PR-Berater-Sicht auf einen 92jährigen heißt das aber auch: Er sollte Stock und Stab weitergeben, bevor er den Löffel abgibt. Noch zwei Jahre bis zur Wahl, aber, mmm, besser man beeilt sich a bissl. Das klingt herzlos, aber so funktioniert PR nun mal und eine hanseatische Kaltschnauze wie Schmidt versteht das sowieso. Steinbrück empfiehlt sich ja schon dem Namen nach als neues Urgestein und hat auch schon seine 64 Jahre diesbezüglich auf der Habensseite. Vor allem: er ist rechte SPD, also die, die mit allen können, außer mit der eigenen Partei wie Schmidt damals auch schon. Über das Motiv des Schachspielens kommt dann das persönliche mit rein, aber auch das politisch-strategische. Schach: das Spiel der Könige. Dazu passend läßt man im Herrenzimmer zweieinhalb Jahrtausende Geschichte vorbei ziehen und natürlich die großen Themen der Gegenwart: Abstieg der USA, Aufstieg Chinas, Europa gefährdet, aber Rettung durch Retter möglich. Nebenbei fallen viele große Namen im Gespräch, so als habe man mit allen schon gefrühstückt oder zumindest Schach gespielt: Nebukadnezar, Laotse, Talleyrand, Habermas… Wer fehlt in der Reihe noch? Na klar: Steinbrück. Und so sagt denn, nachdem

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Der Ausverkauf des urbanen Raums

Gentrifizierung ist das politisch beförderte Recht des Stärkeren, Städte sozial durchzusortieren. Über das Zusammenwirken von Politik, Kunst und Immobilienwirtschaft am Hamburger Beispiel.
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Die soziale Entmischung unserer Metropolen hat viele Namen und Gesichter: Sie heißen sanierter Altbau, Town-House oder Gated Community, Shopping-Arkaden oder Flagship-Store, Mediaspree oder Hafencity. Wo sie auftauchen, macht sich Widerstand breit. Kaum eine Stadt ist dabei so berühmt geworden wie Hamburg, wo sich der zivile Ungehorsam gegen die so genannte Gentrifizierung, d.h. „die Maschinerie, die die Teilhabe an der Stadt über Geld und Herkunft regelt“, wie es der Journalist und Aktivist Christoph Twickel formuliert, bis ins Bürgertum ausgebreitet hat. In der Besetzung des Gängeviertels im August 2009 fand dieser Widerstand seinen bisherigen Höhepunkt und sorgte bundesweit für Furore. Die jüngeren Aktionen gegen die drastische Kürzung der Finanzmittel für das Hamburger Schauspielhaus sinnd die Fortsetzung dieses Protests.

Twickel, Mitinitiator des Manifests „Not in Our Name, Marke Hamburg“, hat nun einen Rückblick auf die Hamburger Ereignisse aus der Graswurzel-Perspektive vorgelegt. Sein Bericht „Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle“ bietet nicht nur einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Mechanismen der sozialen Segregation in der Stadt und damit über Gentrifizierung als politische Methode, sondern ist zugleich auch eine Bedienungsanleitung für den notwendigen gesellschaftlichen Ungehorsam.

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