Frankfurter Gemeine Zeitung

“Kampf gegen Kinderschänder” als Propagandamittel rechter Bauernfänger

SimpsonsLynchmob

Im Gegensatz zu den Diskussionen in der 68er-Zeit ist man sich heute in Gesellschaft und Wissenschaft weitestgehend einig darin, dass eine sexuelle Beziehung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen schädliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat.

Die Forderung nach einer Entkriminalisierung des Sexualkontaktes mit Kindern wird heute von keiner Partei mehr gestellt, während die Grünen in ihren Anfängen eine solche Forderung durchaus vertraten.

Auch ich denke, dass die Forderung nach „freier Liebe“ zwischen Erwachsenen und Kindern ein Irrweg war, von dem man glücklicherweise abgekommen ist, da in solchen Beziehungen immer die Gefahr der Ausbeutung des Kindes gegeben ist und eine gleichberechtigte Beziehung praktisch unmöglich erscheint.
In diesem Sinne halte ich es für notwendig die Ausführung von sexuellen Handlungen an Kindern mit Hilfe gesetzlicher Vorschriften zu unterbinden und auch Maßnahmen zu ergreifen, die Kinder wirkungsvoll vor Tätern schützen. (ggf. auch eine zeitlich unbegrenzte Sicherungsverwahrung, sofern diese Sicherungsverwahrung tatsächlich nur der sicheren Unterbringung dient und keinen Strafcharakter hat)

Was wir allerdings immer stärker erleben, ist eine Dämonisierung der Täter, die eine rationale Diskussion über das Thema praktisch unmöglich macht.
Befeuert wird diese Dämonisierung vor allem durch die Boulevardmedien, die sich begierig auf besonders schwerwiegende Einzelfälle stürzen und diese Fälle dann unter geheucheltem Mitleid für die Opfer in geradezu voyeuristischer Art und Weise ausschlachten.
Böse gesagt: So ein ordentlicher Kinderschänder-Skandal ist das Beste was der Blöd-Zeitung passieren kann, denn er sichert den Absatz der nächsten Auflage.

Auch konservative Politiker, Schauspieler, Charity-Ladies und andere selbstdarstellende „attention-whores“ springen gerne auf den Zug auf, wenn sie mal wieder eine Schlagzeile und etwas Beifall von den Stammtischen der Nation brauchen.

Seit einiger Zeit haben allerdings auch handfeste Rechtsradikale entdeckt, dass das Thema sich als Mittel der Wahl eignet, Zustimmung bei einer breiten Bevölkerungsschicht zu gewinnen und bei dieser Gelegenheit quasi durch die Hintertür auch Ressentiments gegen anderes, in den Augen der Rechten, „abweichendes“ Sexualverhalten zu schüren und außerdem Stimmung gegen den allgemeinen „Sittenverfall“, sowie gegen den demokratischen Rechtsstaat zu machen.

Natürlich ist die Vorstellung, ein strenges Regime von „Zucht und Ordnung“ könne sexuellen Missbrauch verhindern, absoluter Blödsinn. Ich möchte nicht wissen, wie viele HJ-Scharführer sich damals an ihren Pimpfen vergangen haben.
Doch so lange Bürger nicht eins und eins zusammenzählen und begreifen, dass man versucht sie zu manipulieren und vor den Karren einer menschenfeindlichen Ideologie zu spannen, wird die Nazipropaganda auf fruchtbaren Boden fallen.

So waren auf einem Aufmarsch der Jungen Nationalen in Krefeld fast keine Nazis im herkömmlichen Sinne zu sehen, sondern Leute aus der Mitte unserer Gesellschaft: Viele junge Mütter, die ihre Kinder zu der Demo schleppten und auch ein paar Rollstuhlfahrer.

Ich habe lange überlegt, ob ich das Video hier verlinken soll, da es vom Youtube-Kanal der Jungen Nationalen stammt und ich diesen eigentlich keine zusätzliche Aufmerksamkeit durch Klicks gewähren will, aber in diesem Fall habe ich beschlossen, dass es wichtig ist, mit eigenen Augen zu sehen , wie die Saat der Rechten auf dem Acker aufgeht, den konservative Medien und Politiker bestellt haben.

Auffällig in dem Video ist, wie zwischen die eigentliche (und ohnehin schon menschenverachtende) Forderung der Demonstration, die Todesstrafe für Kinderschänder einzuführen, immer wieder auch generell demokratiefeindliche und geschichtsrelativierende Statements eingestreut wurden.


3 Kommentare zu ““Kampf gegen Kinderschänder” als Propagandamittel rechter Bauernfänger”

  1. Tom

    In diesem Land läuft doch einiges falsch.
    Hier werden Kinderschänder auf Bewährung nach Hause geschickt, auch wenn es sich bei den Opfern um kleine Kinder handelt.

    Alle Infos hier:
    [Link gelöscht, gez. Florian K.]

  2. Florian K.

    Sorry Tom, aber ich habe den Link gelöscht.

    Er verwies auf eine Seite, auf der irgendeine angeblich aus Funk und Fernsehen bekannte Frau, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte, beschuldigt wurde, irgendeinen angeblich vorbestraften Kinderschänder für einen Mordauftrag oder sowas angeheuert zu haben.
    Bei dem betreffenden Mann soll es sich außerdem um ein ausgestoßenes Mitglied eines Motorradclubs gehandelt haben.
    Die präsentierten “Beweise” konnten mir auch keine Klarheit darüber schaffen, was wirklich an der Story dran ist.

    Nimm es mir nicht übel lieber Tom, aber ich glaube nicht, dass ich oder irgendein anderer Autor der FGZ mit dieser Geschichte irgendwas zu tun haben will.

  3. Wallacerhymn

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