Frankfurter Gemeine Zeitung

Finanzwelten: Auf gute Zusammenarbeit!

In den besseren Wohnquartieren, unter Rentnern wie bei Menschen, die durch die Insolvenz getrieben werden, kennt man eine Finanz-Firma, die ihren Sitz nicht in Frankfurt hat, aber auch mit Produkten aus der Mainmetropole beschäftigt ist.  Finanzgeschäfte bestehen nämlich beileibe nicht nur aus schnellen Deals im Web und trickreichen Derivaten, sondern aus Lebensversicherungen, Beteiligungen an Immobilien, Rentenversicherungen, Vermögensbetreuung und so weiter und so fort.
Fast jeder ist darin involviert, besser oder schlechter und kennt die Wirkungen und Verstrickungen des ganzen Geschäfts kaum. Vorne an der Front steht dabei der “StrukturvertriebAWD, mit Büros und Tausenden Mitarbeitern in ganz Deutschland. Ihre Vertreter drehen oft vielen Zehntausenden (faule) Produkte oder (überteuerte) Immobilien an, am besten die Kredite gleich dazu, oder eben auch das, was aus  Hightech-Büros am Main kommt. Da kann es für Kundin auch schnell mal in die Überschuldung gehen.

Wichtig beim hochlukrativen Strukturvertrieb von Finanzprodukten, den man zuweilen mit “Drückerkolonnen” vergleicht sind Kontakte. Je mehr Menschen man kennt, desto besser die Möglichkeiten für Deals. Noch besser: man kennt Leute, die Gesetze für Finanzprodukte machen oder beraten und diejenigen, die den resultierenden Kram – etwa aus Privatisierung von Versorgungen – dann bezahlen müssen.

Besonders bekannt ist der Gründer von AWD, ein gewisser Maschmeyer, heute halb im Ruhestand, mit einem Privatkonto von bald einer Milliarde. Woher? Na, von seinen Hunderttausenden Finanz-Kunden natürlich.

Vernetzung und viele Bekannte war immer sein  Motto, und ich möchte nur eine (sehr unvollständige) Liste Maschmeyers Freunde und Bekannte präsentieren. Sie zeigt die enge Verschmelzung der “Eliten” in Deutschland (“Der Drückerkönig und die Politik“) rund um den schnellen, vor allem dem großen Reibach:

- Sigmar Gabriel (SPD-Vorsitzender)

- Phillipp Rösler (FDP-Vorsitzender)

- Gerhard Schröder (SPD, Ex-Bundeskanzler)

- Ursula von der Leyen (CDU, Arbeitsministerin)

- Wolfgang Clement (Ex-SPD, Ex-Wirtschaftsminister)

- Stefan Aust (Ex-”Spiegel”-Chef)

- Thomas Gottschalk (Deutsch-Media)

- Veronika Ferres (Deutsch-Media)

- Bert Rürup (Ex-Wirtschaftsweiser, “Wirtschaftswissenschaftler”, Rentenprivatisierer, Maschmeyer-Angestellter)

- Walter Riester (SPD, Ex-Arbeitsminister, Rentenprivatisierer)

- Peter Hartz (ja, genau der !)

ach so und, unter den ganzen anderen noch:

- Christian Wulff (CDU, Bundespräsident)

Wie man sieht: nicht alles spielt sich in den Frankfurter Banken ab.

Und wie man über die Feste Maschmeyers nachlesen kann: “Es locken frische Austern, Lachs, Garnelen und Spargel mit Milchkalb. Es locken Weine für 1000 Euro die Flasche. Es lockt die gute Laune, die Ex-AWD-Chef und Multimillionär Carsten Maschmeyer auf seinen Festen versprüht. Und es locken die Gespräche in entspannter Atmosphäre mit vielen Reichen, Schönen und Mächtigen.

Von seinen vielen Freunden aus der bundesdeutschen Industrie sieht man hier nur wenige:

Gartenfeier


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