Frankfurter Gemeine Zeitung

Rund um den Römer: Gesellschaftsdiagnosen und Bürger-Consulting

Der Frankfurter Kunstverein schließt sich mit einem bemerkenswerten Projekt an das geistige Klima um die “Wutbürger” und “Occupy” an, zumindest ein klein bißchen. Zusammen mit dem “Exzellenzcluster Normative Ordnungen” der Frankfurter Uni veranstaltet er eine politisch-kritische Reihe zwischen Vorträgen, Dialogen und Performances. Orte sind der Kunsverein selbst, der Römer, die Uni Westend und das Gallustheater.

Sie laufen parallel zur Ausstellung im Kunstverein, die letzte Woche eröffnet wurde und bis zum 25. März dauert. Ihr Titel dient auch der Veranstaltungsreihe als Resonanzboden: “Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“. “Das gemeinsame Ausstellungsprojekt widmet sich unterschiedlichen Formen der öffentlichen Artikulation von Macht, Zweifel und Protest, um sich auf Basis kün-stlerischer und ideengeschichtlicher Ansätze dem lebendigen Moment des Aus-handelns verbindlicher gesellschaftlicher Normen anzunähern. „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen” umfasst über 40 künstlerische Positionen aus den Bereichen Kunstgeschichte, zeitgenössische bildende Kunst und Performance.”

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster

(c) Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster

“Zeitgenössische Produktionen internationaler Künstlerinnen und Künstler werden dabei den Werken der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte gegen-über gestellt. Historische Grafiken und Gemälde treten in den Dialog mit zeitgen-össischer Malerei, mit Fotografie, Installationen, Videoarbeiten und zahlreichen Performances in den Räumen des Frankfurter Kunstvereins und im Frankfurter Stadtgebiet. Ziel ist es, ein breites Spektrum ästhetischer Herangehensweisen und künstlerischer Positionen vorzustellen und durch neue, eigens für die Aus-stellung entstandene Produktionen zu erweitern.”

Wir hoffen, dass der Kunstvereins-Partner “Frankfurter Börse” (!) den Beteiligten keine Interpretationsbrillen aufzieht.

Am Wochenende möchten “kritische Sozialforscher” aus dem Cluster ihre Exzellenz dann öffentlich demonstrieren und den Frankfurter Bürgern in und um den Römer bei der Orientierung in den gegenwärtigen Umbrüchen helfen.

Zum ersten am Freitag, den 27.1. um 19 Uhr: “In welcher Welt leben wir? Zeitdiagnostische Perspektiven auf die Gegenwartsgesellschaft” bringt auf dem Podium Axel Honneth, Juliane Rebentisch, Joseph Vogl und Rainer Forst zusammen. Sie möchten uns mit unterschiedliche Perspektiven die aktuellen Umbruchssituationen diagnostizieren.

Damit dir einAmt für Umbruchsbewältigung” eröffnet, das vom 27.01.2012 – 29.01.2012 tatsächlich beim Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt residieren soll. “Mit dem AMT bringt der Exzellenzcluster sein Wissen mitten auf den Römer. Rund vierzig Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beziehen für drei Tage die Amtsstuben des PIA und bieten den Besuchern die einmalige Gelegenheit, sich in zwanzigminütigen Einzelgesprächen zu den Umbrüchen unserer Zeit persönlich beraten zu lassen.

Hier wünschen wir uns, dass die “Exzellenzen” der Frankfurter Stiftungsuniversität im Römer sich nicht nur als Leuchtturm für den Städtewettbewerb betätigen. Denn es gibt eine ganze Menge zu sagen über die Verbandelungen von Stadt, Ökonomie und Lebensweisen hier vor Ort. So gesehen ist man im Römer in der Mitte des Geschehens.


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