Frankfurter Gemeine Zeitung

Eine Ohrfeige macht noch keine Kandidatin

Was braucht der Bundesvorstand der LINKE noch politische Gegner, schafft er es doch mühelos allein, sich grenzwertig aufzuführen. Aus der Empörung, nicht mit den grossen Hunden pinkeln zu dürfen, pinkelt man sich lieber selbst ans Bein.

Die LINKE hat einen stattlichen Rohrkrepierer zustande gebracht. Konnte man bei GAUck  schon verfolgen, wie man beim Bluffen verliert, so hat dies die LINKE auf ganzer Linie wiederholt, um es zu übertreffen.

Frau Klarsfeld hat ihre Verdienste – nicht zu knapp – aber mit einer Ohrfeige ist es eben nicht getan. Auf ihrer Pressekonferenz gab sie eine müde Figur, die erst so richtig lebendig wurde als sie mit strahlender Miene ihre Unterstützung für SARKOZY verkünden durfte. Na prima.

Kann natürlich sein, dass die LINKE damit eine tolle satirische Überhöhung des ganzen Theaterstücks mit Titel Präsident abliefern wollte, das ist dann allerdings trefflich gelungen.


5 Kommentare zu “Eine Ohrfeige macht noch keine Kandidatin”

  1. gaukler

    Die ganze hoch-bourgeoise Familie Klarsfeld passt eigentlich gut zu Gauck, der bleibt aber als nur als konservativ-pastoraler , eifender Kleinbürger noch dahinter zurück.
    Peinlich!

  2. Florian Liebereisen

    Solang man die Linke nicht ernst nimmt – und wer tut das schon? – bietet sie immer wieder viel Schönes.

  3. Trickster

    Nun ja, das ist wieder mal so eine Situation, in der ich feststelle, dass die kleine Meldung Reaktionen provoziert, Florian, die weit abseits meiner Intention liegen. Wie Gaukler bemerkt, findet hier ein Überbietungswettbewerb in medialer Wirksamkeit statt. Gerade weil ich Die LINKE ernst nehme, stösst mir das so übel auf – und weil ich denke, dass hier ein mieses Schauspiel aufgeführt wird, habe ich es erwähnt. Und darum geht es in erster Linie, weniger um einen Spassfaktor.

  4. Florian K.

    Ich denke die LINKE hatte hinter dieser Sache eine symbolische Absicht und in dieser Symbolik spielt der bourgeoise Hintergrund der Frau Klarsfeld eine wichtige Rolle.

    Während die etablierten Parteien einen “großen Aufarbeiter” der DDR-Vergangenheit im schönen (beinahe) Konsens nominierten, wollte die LINKE vielleicht darauf hinweisen, dass es da auch noch eine andere Vergangenheit gibt.

    Eine Vergangenheit, die wesentlich schrecklicher und bedrohlicher ist, als alles was die DDR je verbrochen hat.
    Eine Vergangenheit die außerdem noch immer präsenter und schlechter aufgearbeitet ist, wie sich wieder einmal an den Taten des NSU und den Verquickungen deutscher Verfassungsschutzbehörden in Nazikreise zeigte.

    Die anderen Parteien nominierten einen bürgerlichen DDR-Aufarbeiter.
    In meinen Augen war es ein Geniestreich der LINKEN eine ebenso bürgerliche Aufarbeiterin der Nazi-Vergangenheit dagegen zu setzen.

    Wenn die LINKE irgendeinen linken Politiker nominiert hätte, wäre dies eine bedeutungslose Geste gewesen und der Kandidat hätte in den Leitmedien kaum ein paar Zeilen Beachtung gefunden.

    Die Nominierung von Frau Klarsfeld hingegen ist ein Symbol mit Strahlkraft, bis tief in bürgerliche Lager hinein.

    Chapeau!

  5. Florian Klebereisen

    “Geniestreich der LINKEN”? Hahaha! – Nein, da hat Tricksters Diagnose vom stattlichen Rohrkrepierer mehr Überzeugungskraft.

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