Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurt Blues – Abschied von der Partizipation

Dieses Wochenende findet in Frankfurt der Abschluss der ersehnten Planungswerkstätten zum „Kulturcampus Bockenheim“ statt, die regen Zuspruch fanden. Wir haben schon mal die Erklärung aufgesetzt, um sie entsprechend zu würdigen.

Aber: nicht vergessen, noch ist nichts entschieden!

Gut, dass wir miteinander geredet haben.

Mit Fug und Recht können die Planungswerkstätten als voller Erfolg der lebendigen Demokratie bezeichnet werden, zeigten sie doch, wie ein Miteinander gehen kann und sollte. Sie wurden unter reger Beteiligung abgeschlossen, die Realisierung des „Kulturcampus Bockenheim“ kann nun zügig erfolgen angesichts der breiten Zustimmung der ansässigen Bevölkerung. Leider konnten nicht alle Wünsche gleichermassen Berücksichtigung finden, so sehr dies von allen Seiten auch versucht wurde. Doch wichtiger ist, dass es sich anhand dieser Planungswerkstätten zeigen lässt, was ein konstruktiver Dialog vermag und dass dieses Vorgehen eine wichtige Komponente jeglicher moderner Stadtpolitik ist und weiterhin sein wird. Auch hier ist Frankfurt führend.

Wir danken den BürgerInnen Frankfurts für ihre verantwortungsvolle Mitarbeit zum Wohle der Wettbewerbsfähigkeit unseres Gemeinwesens, auch und besonders dann noch als allen klar wurde, in welch schwierigen Zeiten wir uns alle befinden, die – leider – Abstriche an den berechtigten Anliegen unumgänglich machten. Bis zum Schluss wurde in konstruktiver Atmosphäre um die beste Lösung gerungen.

Nach so viel Anerkennung haben sich alle Beteiligten eine Pause verdient. Endlich hat die Stadt zugegeben, wie viel Sachverstand doch in der Bevölkerung anzutreffen ist.

Seltsamerweise will sich dieses Lob nicht ausbreiten und immer noch vermeint man ein leichtes Murren ob der Ergebnisse, die oben doch so schillernd positiv rüberkommen, zu vernehmen.

Nun ja, vielleicht muss noch an der Präsentation gefeilt werden, inhaltlich jedenfalls war doch alles bestens. Das nächste Mal sollte professionelle Hilfe nicht nur bezüglich Finanzen, ökologisches Wohnen, Energieeffizienz, sondern in Sachen Darstellung eingeholt werden. Es gibt da Fachkräfte, die auch die Wahlkampagnen der Grünen gestalten.

Und nun, da sich die Vorstellungen so weit angenähert haben, dass ein sauberes Quartier entstehen kann, nun muss dafür gesorgt werden, dass ein „offenes Haus der Kulturen“ denn auch so richtig ins schnuckelige Quartier passt. Geübt in Abstrichen sollte dies keine allzu hohe Hürde darstellen.

Vor allem, da es die entsprechenden Vorschläge bereits gibt.

Es ist doch beruhigend, auf solche Veranstaltungen zu gehen, wenn die Unsicherheit betreffs des Ergebnisses längst hinter einem liegt. Nett, vorher schon gesagt zu bekommen, was erarbeitet werden wird. In diesen unsicheren Zeiten ein Anker.

Deshalb: feiert zusammen, statt weiter um zwei Bäumchen und die Farbe der Fenster streiten zu wollen. Ein zwei Gläschen Champagner (oder eines edlen Tropfens aus dem städtischen Weingut) und die Welt sieht viel angenehmer aus. Dann kann auch die Gegenseite mal wieder so richtig menscheln und das tut auch allen gut.


Bisher keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.