Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurter Wahltheater – von Tigern und anderen schwarzen Kätzchen

Mein Gott war das ein Erlebnis ihn wieder zu sehen, unsere heimliche Kiezgrösse für den gehobenen Geschmack. Da prangt er doch tatsächlich im Medium unter großer Fahne, dort wo es ihn immer wieder magisch hinzieht, fachmännisch aufgenommen von unten, so wird der Macher erst imposant. Einer, der dereinst auszog, die Verhältnisse vom Kopf auf die Füsse zu stellen. Johnny Klinke, fast vergessen im politischen Milieu, jetzt meldet er sich.

Gerade noch rechtzeitig, droht das schwarz-grüne Projekt doch wirklich an Glanz einzubüssen, selbst im finanzschwangeren Frankfurt. Es gilt deshalb zu retten, was zu retten ist. Klinke steht dabei für die kontrollierte Ausschweifung, den kulturellen Glanz, kurz: das, was Frankfurt zum Global Player macht. Meinen zumindest einige.

IMG_0002_NEWAnzeige in der Frankfurter Rundschau

Und ja, er wirft seinen Schatten auf dieses „grüne Projekt“ mit seinen vielen Verrenkungen, das wird manchem, der/die sich noch etwas davon verspricht, gewaltig zu denken geben. Gemeinsam mit den Bankentürmen ist er ein biedermeierliches Aushängeschild dieser Stadt, in der es sich Dank seines unermüdlichen Einsatzes und der anderer Scheinriesen so vortrefflich amüsieren lässt – natürlich grün gewirkt. Es gilt zu sichern, dass die Warteschlange vor dem Tigerpalast nicht abreisst, das ist ein schlagendes Argument für Rhein, Kunitz und Sara Sorge. Dann ist auch mal ein Stapel Freikarten für brave Mitarbeiter der FAG inklusive.
Es ist mit Machern zu rechnen, sagt dieser Auftritt. Wenn der Umbau zum „neuen Frankfurt“ gefährdet ist, scheuen sie sich nicht zu sagen, wo es gefälligst lang zu gehen hat. Klinke kommt mit strengem Blick  auf die Grüne Jugend, die sich bedenklicherweise, „realitätsfern“ denen anzunähern droht, die aufs schicke Metropolen-Variete verzichten. Aus der Anzeige spricht ein Promoter für die globale Stadt, und auf ihren Gipfeln schart sich Publikum um die ganz kreativen Shows.
Eigentlich sehen wir ein echtes Stimmungsbild mit dem Mann im guten Zwirn vor uns: Inkarnation des individuellen Gemeinnutzes. Es spricht hier die Seele der Frankfurter Grünen in den High Price Eigentumswohnungen im Nordend. Ihr Erreichtes, die Werthaltigkeit möchten sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, sondern nett kultivieren, deshalb brav das Kreuzchen an der richtigen Stelle gemacht. So einfach ist es nicht immer, aber hier kostet es nichts und bringt was: deshalb die Gelegenheit nutzen.

Endpoint einer langen Fahrt. War´s das dann?

Einige schütteln sich.


Bundesweite Proteste gegen Fluglärm am 24. März 2012

An allen Standorten deutscher Großflughäfen – Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Berlin – protestieren am 24. März 2012 zigtausende Fluglärmbetroffene. Es ist die erste bundesweite Mobilmachung gegen die ungezügelte und gesundheitszerstörende Verlärmung der Wohngebiete von Millionen von Menschen und den weiteren Ausbau von Flughäfen.

Flughäfen mit hunderttausenden Starts und Landungen so wie Überflügen über bewohntem Gebiet sind zu einer Plage für die betroffenen Menschen geworden. Sie verursachen Krankheiten, vergiften Wasser und Atemluft durch Kerosinrückstände und vernichten die Lebensqualität ganzer Regionen. Besonders gefährlich ist die Beschleunigung des weltweiten Klimawandels durch den wachsenden Flugverkehr und den CO²-Ausstoß in den höheren Luftschichten.

Endlich erkennen immer mehr Menschen, dass es notwendig ist, auf die Straße zu gehen und den politischen Entscheidungsträgern deutlich zu machen, dass der Lärm eine der bisher am wenigsten zur Kenntnis genommenen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen ist“, erklärt Dirk Treber, Pressesprecher der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF). „Wir unterstützen die am Samstag stattfinden Demonstrationen und rufen alle in Deutschland von Fluglärm betroffenen Bürger dazu auf, sich in großer Zahl an den Protestaktionen zu beteiligen.

Abschließend betont er, dass die Bundesvereinigung gegen Fluglärm sich dem beigefügten bundesweiten Demonstrationsaufruf anschließt. “Ich fordere alle unsere Mitgliedskommen, Lärmschutzvereine, Bürgerinitiativen und Einzelmitglieder dazu auf, sich an den Aktionen in ihrer Flughafenregion zu beteiligen.“

Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF)


“Them Chemicals!” oder: ~cubische potentiale~

Neulich nächtens,
Weil Zeit und Herz mich so sehr quälten,
Traf ich trinkend auf dem Nach-Hause-Weg
Auf ein Häuschen blauer Farbe,
Wie es jedem Bauarbeiter wohl bekannt sein dürfte.

In der Hoffnung die Reste meines Rausches
Einer chemischen Grube zu übergeben
-sprich: mich drückte die Blase-
Näherte ich mich dem provisorischen Bau,
In Hoffnung auf Erleichterung.

Erst war mir, als hätte ich es übertrieben,
Als ich den kleinen Horst hin- und herschwanken sah,
Doch schon nach einem weiteren Meter
Hörte ich das Stöhnen!
Und wusste: da drin sind mindestens zwei!

“He Leute!” rief ich,
“Habt Ihr es wirklich nicht mehr heim geschafft? Liebt Euch woanders!”
Aber außer Stöhnen erhielt ich keine Antwort
Mir war als hörte ich einen I-Pod noch ein paar Beats spielen.
Also hämmerte ich im Takt gegen die Tür.

Das Häuschen schwankte weiter und ich dachte:
“Na vielleicht sind es auch vier…”
Doch weit und breit auf diesem ach zu öffentlichen Platz
War außer hier keine Deckung zu finden.
Und sagte ich schon, es war spät?

Jedenfalls begann ich nun heftiger zu rütteln.
Und jemand drinnen schrie: “Das ist so geil!”
Eine zweite Stimme: “Komm doch rein!” als der Riegel sich auf schob.
Und während ich noch dachte:”Nein, Liebe ist das nicht…”
Sprach eine dritte:”Hey! Wir haben noch Pillen!”

Da kam ein alter Dämon in mir hoch,
Beugte sich grinsend über mich und flüsterte:
“Die brauchens scheinbar dreckig.”
Also bückte ich mich, ergriff beherzt den Rand der Kiste,
Und hob aus Leibeskraft, bis das Dixie kippte.

Jetzt veränderte sich das Geschrei,
Und “Jetzt habt Euch mal wirklich lieb!” denkend,
Stemmte ich die Box nach altem Brauch auf die Tür.
Pinkeln musste ich jetzt nicht mehr,
Und die Trauer war mir auch vergangen.


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