Frankfurter Gemeine Zeitung

SPIEGELblog- Medienkritik aus fragwürdiger Ecke

Über ein Leitmedium wie den Spiegel kritisch zu berichten und dessen durchaus manipulative Tendenzen aufzudecken ist ein ehrenvolles Anliegen. Diesem Anliegen hat sich der Spiegelblog, der von dem Hamburger Journalisten und Autor Torsten Engelbrecht betrieben wird, verschrieben, welches verspricht „kritische Analysen über ein deutsches Nachrichtenmagazin“ zu liefern.

Das Blog nimmt damit vordergründig den Gedanken des Bildblogs auf, welches bereits seit Jahren Deutschlands größtem Boulevardblatt erfolgreich auf die Finger schaut und auch mit witzigen und kreativen Ideen auf den Stil und die Machenschaften von Bild aufmerksam macht. (z.B. „Wir fotografieren zurück“ oder dem „Schlagzeil-O-Mat“).

Auch das Spiegelblog trifft an einigen Punkten den Nagel auf den Kopf, wie beispielsweise mit seiner Kritik an der peinlich plumpen Art und Weise, in der der Spiegel versuchte, Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD in Stellung zu bringen.

Wer sich allerdings ein Wenig mehr mit dem Spiegelblog und der Person des Torsten Engelbrecht beschäftigt, kann dabei doch ein ungutes Gefühl bekommen. Denn im Spiegelblog tauchen immer wieder Artikel auf, in denen es nur vordergründig um die Berichterstattung über den Spiegel geht. In manchen Beiträgen scheint die eigentliche Stoßrichtung eine andere zu sein.

Denn wenn es um bestimmte Themen wie Impfungen, 9/11 oder Amerika allgemein geht, zeigt sich, dass der Verfasser erhebliche Tendenzen zur Verschwörungstheorie hat, welche weit über ein Hinterfragen der offiziellen Berichterstattung und kritischen Journalismus hinausgeht .
In einem Artikel namens „9/11: Der SPIEGEL und die Unfähigkeit, die offizielle Version zu denAnschlägen konsequent als Lügengebäude zu entlarven“ ist zu lesen:
„Schlimm nicht zuletzt auch deswegen, weil das Nachrichtenmagazin dabei außer Acht lässt, dass eben die offzielle [sic!] Theorie zu 9/11 die größte, um nicht zu sagen einzige Verschwörungstheorie ist…“
Wenn man diesen Satz wörtlich nimmt, so ergibt sich die kühne Behauptung, dass alle nichtoffiziellen Theorien keine Verschwörungstheorien, sondern wohl die Wahrheit seien. Vielleicht ist aber auch das Wort „einzige“ hier nur unglücklich gewählt. Doch wenn man auf die Links schaut, findet man direkt einen Verweis auf ein Lied der HipHop-Combo „Die Bandbreite“, die wegen ihrer gar zu plumpen Zentralsteuerungshypothesen mit antiisraelischem und antiamerikanischem Unterton zumindest in weiten Teilen der linken Szene nicht mehr gut gelitten ist.

Auch die Titel der anderen Links sprechen für sich und zwar weniger wegen den betreffenden einzelnen Links, sondern mehr wegen deren Gesamtkomposition:
- „Studie: 147 Konzerne Regieren die Welt“
- „Frontal21: Das Pharmakartell – wie Patienten betrogen werden“
- “Mr. Dax” Dirk Müller: Warum unser Geldsystem regelmäßig kollabieren MUSS“
- „Chef der Atlantik-Brücke: “Die USA werden von 200 Familien regiert”
- „Politik und Mobilfunkindustrie: verflochten, verdrahtet, verzahnt“

Aufschlussreich ist auch, dass Torsten Engelbrecht, der Autor des Spiegelblog, einer eigentlichen Lappalie einen ganzen und ausführlichen Artikel widmet. Der Spiegel hat nämlich tatsächlich in einer Publikation auf Spiegel Online auf die, wie Engelbrecht behauptet, illegale Webseite Esowatch verwiesen.

Nun ja…

Auch ich würde Esowatch nicht unbedingt in einer wissenschaftlichen Arbeit zitieren, aber dass Engelbrecht sich darüber dermaßen echauffieren konnte, hatte wohl einen ganz anderen Grund. Schließlich fand er für seine „Erkenntnisse“ auf dem Gebiet der Medizin nicht gerade wohlwollende Erwähnung auf Esowatch.

Dabei mag es durchaus noch nachvollziehbar sein, dass man Spiegel Online vorwirft, aus einer Quelle zitiert zu haben, deren Seriosität nicht gänzlich gesichert ist. Wenn man allerdings im selben Artikel freimütig aus Informationen des Kopp-Verlages (Deutschlands meistgeschätztem Anbieter für krude Literatur) zitiert, so ist das ein eindeutiges Eigentor.
Udo Ulfkotte, ein Autor aus dem Kopp-Verlag, verbreitete schon einmal die Behauptung, muslimische Einwanderer würden einen Fäkalien-Dschihad gegen die Einwohner westlicher Länder führen.

Sowohl Ulfkotte als auch Engelbrecht waren schon Interview-Partner der (rechts-)libertären Zeitschrift eigentümlich frei, ebenso wie Götz Kubitschek.
Großes Lob erntete Torsten Engelbrecht ebenfalls von einem anderen Autor des Kopp-Verlages, Gerhard Wisnewski, der vor allem für seine verschwörungstheoretischen und tendenziell rechtsgerichteten „alternativen Jahrbücher“ bekannt ist.
Naja… jedem seine Meinung…
Das Spiegelblog möchte jedenfalls dazu beitragen, „die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, selbst Leitmedien wie dem SPIEGEL nicht blindlings Glauben zu schenken“.
Wenn ich mit diesem Artikel dazu beitragen konnte, dass die Leser dem Spiegelblog nicht blindlings Glauben schenken, so habe ich mein Werk getan.


10 Kommentare zu “SPIEGELblog- Medienkritik aus fragwürdiger Ecke”

  1. Torsten Engelbrecht

    Hallo Leute,

    ich denke, wenn Ihr schon behauptet, mein SPIEGELblog sei “Medienkritik aus fragwürdiger Ecke”, so solltet Ihr dies
    wenigestens faktisch begründen, was Ihr aber letztlich an keiner Stelle wirklich tut. Kontaktiert wurde ich im Übrigen von Euch auch zu keinem Zeitpunkt – auch nicht von dem Autor diese Beitrags Florain K.

    Mir geht es wohlgemerkt bei allem, was ich verfasse, um nichts als die Fakten. Wenn ich irgendwo falsch liegen sollte, so bin ich immer dankbar für faktisch untermauerte Hinweise. Sätze wie die, dass ich angeblich “erhebliche Tendenzen zur Verschwörungstheorien” hätte, sind einfach nur polemisch und entbehren daher der jeglicher
    Substanz – und reihen sich im Übrigen auch in die Sprache der Mainstreammedien ein, die auf faktisch fundierte Kritik nicht anders können, als polemisch mit dem Begriff “Verschwörungstheorie” um sich zu schmeißen.

    Wie wenig substantiiert Eure Kritik ist, zeigt sich z.B. an folgender Einlassung von Euch:

    So zitiert ihr im Zsh. mit dem Thema 9/11 meinen Satz, dass der SPIEGEL “außer Acht lässt, dass eben die
    offzielle [sic!] Theorie zu 9/11 die größte, um nicht zu sagen
    einzige Verschwörungstheorie ist…“ Und wenn man “diesen Satz wörtlich nimmt, so ergibt sich die kühne Behauptung, dass alle nichtoffiziellen Theorien keine Verschwörungstheorien, sondern wohl die Wahrheit seien”.

    Diese Eure Schlussfolgerung ist natürlich nicht sauber. Denn nicht nur unterschlagt Ihr den zweiten Teil meines Satzes in meinem SPIEGELblog-Beitrag, in dem ich darauf hinweise, dass z.B. auch “Paul Craig Roberts, der Vater der ‘Reagonomics’ und ehemaliger Editor des Wall Street Journal, in seinem Beitrag ’9/11 After A Decade: Have We Learned Anything?’ anmerkt, dass “of course the
    government’s own theory is a conspiracy theory”.

    Auch bedeutet mein Satz natürlich nicht, wie Ihr behauptet, in der Konsequenz, dass die seriöse Kritik an der offiziellen (Verschwörungs)theorie zu 9/11 automatisch “die Wahrheit” ist. Vielmehr bemüht sich die seriöse Kritik um eine faktische Aufdröselung der Geschehnisse am 11. Sept. 2001 – was man eben von den Regierungsstellen und Mainstreammedien, die der Öffentlichkeit die Bin-Laden-Verschwörung als der Wahrheit letzten Schluss verkauft, in keiner Weise behaupten kann.

    So ist die offizielle Version zu 9/11 ist ja u.a. deswegen völlig unsubstantiiert, weil es zu dem so genannten “größten Verbrechen auf amerikanischem Boden” nach wie vor nicht einmal eine anständige forensische Untersuchung gibt – und weil der Bericht der Regierungskommission zu 9/11 “auf Lügen und Betrug” beruht, wie etwa auch Peter Tatchell in seinem Guardian-Beitrag “9/11 – the big cover-up?” konstatiert.

    Wenn Ihr dies nicht so seht, so begründet dies bitte, indem Ihr es faktisch untermauert.

    Im Übrigen “behaupte” ich auch nicht, wie Florian K. meint, dass Esowatch illegal ist, sondern Esowatch ist bzw. war (Esowatch gibt es ja nicht mehr, jetzt heißt das Ganze Psiram) zweifelsohne illegal nach deutschem Recht, da es anonym und damit ohne juristisch korrektes Impressum agierte (dasselbe gilt für Psiram).

    Bei Esowatch wurden und bei Psiram werden im Übrigen auch Persönlichkeiten wie der Dalai Lama, der pharmakritische Politiker Wolfgang Wodarg oder auch Mutter Teresa diffamiert. Dasselbe gilt etwa für den Münchner Zahnarzt Dr. med. Johann Lechner, der u.a. Bayern-Stars wie Frank Ribery behandelt hat (siehe tz vom 2. Nov. 2009). Was mich angeht, so stehen auch noch faktisch falsche Dinge in dem Psiram-Text über meine Arbeit.

    Über Euch selbst sagt Ihr: “Unsere politische Linie: gegen den neoliberalen Mainstream, der immer noch als mächtigster Strom die Printmedien, das Web und die Köpfe durchströmt”. Das könnte ich auch über mich sagen. Ich würde aber nie auf die Idee kommen, derart polemisch über Euch herzuziehen, wie es Florian K. an dieser Stelle über mich getan hat.

    Also noch mal die Bitte: Sagt mir einfach, wo ich inhaltlich etwas faktisch falsches geschrieben habe – und schon wird es konstruktiv!

    PS: Mein Vorname wird übrigens ohne “h” geschrieben, diesen Fakt hätte Florian K. ja wenigstens korrekt umsetzen können ;-)

    Torsten Engelbrecht

  2. Florian K.

    Hallo Herr Engelbrecht,

    vielen Dank für das Feedback zu meinem Artikel.

    Der Fehler mit Ihrem Namen tut mir leid und er wird im Text natürlich sofort korrigiert. Zu meinen anderen Aussagen stehe ich aber weiterhin.

    Wenn Sie in einem Artikel schreiben die offizielle Version zu 9/11 sei die einzige (!) Verschwörungstheorie, so bedeutet dies im Wortsinne, dass es keine anderen Verschwörungstheorien gäbe.
    Laut Duden ist „einzig“ nun eben ein Synonym für „alleinig, ausschließlich und nicht mehrfach vorkommend“.
    Ich schrieb deshalb auch „Wenn man diesen Satz wörtlich nimmt, so ergibt sich die kühne Behauptung, dass alle nichtoffiziellen Theorien keine Verschwörungstheorien, sondern wohl die Wahrheit seien. Vielleicht ist aber auch das Wort „einzige“ hier nur unglücklich gewählt.“

    Dass es um 9/11 weiterhin einige Rätsel gibt, habe ich nicht einmal bestritten. Es ging mir auch nicht darum, detailliert auf einzelne Inhalte Ihrer Seite einzugehen, sondern vielmehr ihre politischen Querverbindungen aufzuzeigen, denn zur Beurteilung von Inhalten ist auch eine Betrachtung des Kontextes notwendig, in dem diese Inhalte stehen.
    Die von mir getroffenen Beobachtungen zu Ihrem politischen Kontext wurden in Ihrem Kommentar allerdings gar nicht bestritten.
    Und wenn Querverbindungen zu Personen und Medien (z.B. Kopp-Verlag, eigentümlich frei) bestehen, die nach meiner persönlichen Einschätzung einer neurechten Szene zuzuordnen sind, so nehme ich mir das Recht raus, darauf hinzuweisen.

    Ich habe Sie daher auch nicht diffamiert, sondern schlicht und einfach Informationen, die im Übrigen für jeden, der die Zeit hat zu recherchieren, verfügbar sind, zusammengetragen und kommentiert.

    Ob das, was auf Esowatch bzw. Psiram über Sie steht, zutrifft kann ich nicht prüfen und habe daher auch kein Urteil über den Wahrheitsgehalt dieses Artikels abgegeben.
    Ich sagte lediglich, Sie seien dort nicht gerade wohlwollend erwähnt, weshalb es nicht verwunderlich sei, dass Sie sich darüber beschweren, wenn Psiram beim Spiegel zitiert wird.

    Im Übrigen diffamiert Psiram “seine Heiligkeit” den Dalai Lama nicht, sondern kritisiert ihn und das halte ich für durchaus angebracht.
    Damit muss der “Ozean der Weisheit”, wie einer seiner vielen Titel lautet, klarkommen, so denke ich.

    Ebenso kann ich auch nicht sagen, was an der, in Ihrem Buch vertretenen medizinischen Theorie, Viruserkrankungen seien eigentlich auf Faktoren wie Stress und Drogenkonsum und nicht auf die Infektion mit von außen kommenden Krankheitserregern zurückzuführen, dran ist.
    Schließlich bin ich genauso wenig Mediziner wie Sie.

    Übrigens gebe ich freimütig zu, vor meinem Artikel mit Ihnen nicht gesprochen zu haben. Fragen Sie eigentlich jedes Mal, wenn Sie einen Artikel verfassen der den Spiegel kritisiert, bei der dortigen Redaktion nach?

    Mit besten Grüßen aus Frankfurt

    Florian K.

  3. Torsten Engelbrecht

    Hallo Herr Florian K.,

    jetzt haben Sie erneut recht viel geschrieben und haben erneut an keiner Stelle skizzieren können, inwiefern ich mit meiner journalistischen Arbeit, die u.a. meine Artikel, zwei Bücher und eben auch meinen SPIEGELblog beinhaltet, faktisch falsche Dinge verbreite. Doch auf nichts anderes kommt es nach meiner Auffassung letztlich an und um nichts anderes sollte es gerade auch im Journalismus gehen.

    Und nicht zuletzt weil ich mich so penibel um die Fakten bemühe, habe ich z.B. auch im Mai 2009 den Alternativen Medienpreis für meinen Artikel “Die Amalgam-Kontroverse” erhalten.

    Doch anstatt sich um die Fakten zu bemühen, reden Sie, wie ich finde, von Dingen wie Querverbindungen. Mit Verlaub, aber was ist das denn? Ich habe wohlgemerkt keinerlei Querverbindungen, denn ich bin völlig unabhängig und werde von niemandem gesponsert.

    Das kann man von dem Gros der Medien nicht sagen, darunter auch der SPIEGEL, der letztlich zu Bertelsmann gehört – ein Konzern, der nachweislich erheblichen Anteil daran hat, dass Deutschland in eine derart neoliberale Richtung gewandert ist!

    Gestatten Sie, dass ich in diesem Zsh. auf meinen SPIEGELblog-Beitrag “175 Jahre Bertelsmann: SPIEGEL Online bringt nur blumigen Artikel zum Jubiläum des machtvollen Konzerns – und betreibt dabei auch noch Geschichtsklitterung” aufmerksam mache.

    Und auch habe ich wohlgemerkt mit der Jungen Freiheit – entgegen Ihrer Unterstellung – schlicht nix am Hut. Im Gegenteil. In meiem SPIEGELblog-Beitrag “Sarrazins Äußerungen über Migranten: SPIEGEL-Seher kennen mehr – Vorurteile” benutze ich die Junge Freiheit gar als Begriff, um SPIEGEL TV scharf zu kritisieren.

    In dem Magazin eigentümlich frei würde ich heute wohlgemerkt auch nicht mehr unbedingt – wie noch 2005(!) und damit nunmehr von 9 Jahren geschehen – etwas platziert sehen wollen von mir. Allerdings ging es damals um das Thema Krebs und somit um das Thema Medizin – und in diesem Zsh. habe ich keinerlei rechtsgerichtete Äußerungen getätigt.

    Und wenn Sie meine Werke wirklich aufmerksam lesen würden, wüssten Sie auch, dass ich alles andere als rechst einzuordnen bin. Wobei mir das Rechts-Links-Schema für überholt halte, da es u.a. zu vereinfachend ist und es gerade auch in der öffentlichen Debatte gar keine klare Defintion gibt von “rechts” und “links”. Selbst Hollande aus Frankreich z.B. galt ja als links – was für ein Aberwitz…

    Vom Kopp-Verlag kommt ohne Frage z.T. Spinnertes Zeug, doch bei weitem nicht nur. Da findet man durchaus auch seriös aufbereitete und v.a. auch kritische Dinge, die einer faktischen Überprüfung durchaus standhalten.

    Und letztlich ist es ja so: Nur weil z.B. ein Neonazi oder sonst irgendein Schwachmat sagt, die Erde ist keine Scheibe, sondern eine Kugel, so wird dies ja nicht dadurch falsch, weil die Äußerung aus eben dieser spinnerten Ecke kommt.

    Also noch mal: Es geht um die Fakten und sonst nix. Bitte sagen Sie mir also endlich, wo ich faktisch Falsches niedergeschrieben habe – erst dann wird es konstruktiv (und nicht polemisch-diffamierend)!

    PS: Noch kurz zu 9/11. Die offizielle Version zu 9/11 ist, wie erwähnt, ohne Frage eine Verschwörungstheorie und dazu noch, wie ebenfalls skizziert, eine nicht im geringsten substantiierte. Damit hat sie sehr wohl ein Alleinstellungsmerkmal. Denn wenn man sie mit der seriösen Kritik vergleicht, so zeigt sich, dass diese sich eben um eine faktische Aufdröselung der Geschehnisse am 11. Sept. 2001 bemüht, die offizielle Theorie hingegen überhaupt nicht!

    Im Übrigen verwenden auch Sie – genau wie die Mainstreammedien – den Begriff “Verschwörungstheorie” als abwertenden Kampfbegriff, der letztlich so viel wie “spinnerte Fantasie” bedeutet. Doch genau dies trifft nur(!) auf die offzielle Version zu 9/11 zu, nicht aber für die seriöse Kritik derselben. Und eben deshalb ist ALLEIN die offzielle Theorie zu 9/11 eine Verschwörungstheorie (im Sinne von “haltlose Fantasie”).

    Am besten, Sie kommen einfach weg von solchen polemisierenden Kampfbegriffen und nehmen doch ausschließlich Bezug auf Fakten und Nichtfakten. Alles andere finde ich in einer konstruktiven Diskussion als extrem störend.

  4. Florian K.

    Hallo Herr Engelbrecht,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

    Ich möchte mich an dieser Stelle dafür entschuldigen, dass ich Ihnen Querverbindungen zur Jungen Freiheit unterstellt habe.
    Dies kommt daher, dass Sie immer noch in der Autorenliste von eigentümlich frei geführt werden und sich dort unter zahlreiche Autoren, die auch für die JF schreiben einreihen.
    Da Sie sich inzwischen aber davon distanzieren, habe ich den Begriff „Junge Freiheit“ aus meinem letzten Kommentar entfernt.

    Dennoch möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die Auffassung rechts und links seien überholte Begriffe sehr oft gerade im Umfeld neurechter Bewegungen vertreten wird. Ebenso findet der Begriff der „Mainstreammedien“ verbreitete Verwendung in genau diesen Kontexten.

    Ebenfalls nicht teilen kann ich ihren verkürzten Begriff von Fakten. Auch der personelle Kontext in dem Aussagen getroffen werden, zählt zu den Fakten und nicht nur der reine Inhalt eines Artikels.
    Im Übrigen habe ich Ihnen nicht unterstellt, dass Sie faktisch Falsches geschrieben hätten, da ich mich, wie Sie bereits erkannt haben, eben nicht mit den einzelnen Inhalten Ihrer Beiträge, sondern vielmehr mit der politischen Verortung Ihres Blogs beschäftigt habe.
    Auch dies ist eine legitime Form der Auseinandersetzung mit einem Medium.

    Tatsächlich war es nicht meine Absicht, mich mit Ihnen in eine Diskussion darüber zu verstricken, ob 9/11 nun ein „inside-job“ war oder ob Impfungen in Wahrheit ein Schwindel, ausgedacht von einer bösartigen Pharma-Elite, sind.

    Über Ihre Artikel werde ich mich daher auch nicht weiter inhaltlich äußern. Hierzu sollen sich Ihre und meine Leser selbst eine Meinung bilden.
    Ich halte es allerdings für die Meinungsbildung durchaus wichtig, einschätzen zu können, wer eigentlich hinter einem Artikel steht und da kommen eben wieder die Querverbindungen ins Spiel.

    In Bezug auf den Kontext, in dem Ihre Publikationen stehen, halte ich es übrigens auch für erwähnenswert, dass Ihr Buch „Virus-Wahn“ im von Max Otto Bruker gegründeten emu-Verlag erschienen ist. Interessierte sollen einfach mal selbst über den Werdegang des Herrn Bruker recherchieren.

  5. Torsten Engelbrecht

    Hallo Herr Florian K.,

    wie gesagt, es kommt auf die Fakten an, und an nichts anderem orientiere ich mich. Wenn Sie da in meinem Gesamtwerk nichts faktisch falsches entdecken können, dann spricht das für mich auch für die Solidität meines journalistischen Werkes.

    Im Übrigen ist es – mit Verlaub – geradezu grotesk, mich irgendwie “rechts” einordnen zu wollen. Ich wohne, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, seit mehr als 20 Jahren in Hamburg St. Pauli – und dies auch bewusst, eben weil hier, um es mal verkürzt auszudrücken, so ein “linker” Freigeist weht (auch wenn die “Verbürgerlichung” hier durchaus zunehmend Einzug erhält).

    Und auch der erwähnte Alternative Medienpreis, den ich erhalten habe, hat alles andere als einen rechtgerichteten Hintergrund.

    Und auch die Publikationen, für die ich gerade auch in den vergangenen Jahren viel geschrieben habe (WOZ, Natur&Heilen usw.), haben mit rechtem Gedankengut aber auch so gar nix am Hut.

    Meine Ausbildung (Volontariat) habe ich wohlgemerkt bei der internationalen Medienfachzeitschrift Message gemacht, die von dem Journalistikprofessor Michael Haller gegründet wurde. Und Prof. Haller – ehemals Journalist beim SPIEGEL und DIE ZEIT – ist auch alles andere als rechts zu verorten.

    Und vielleicht schauen Sie auch einfach noch mal in meinen SPIEGELblog rein, dann finden Sie dort z.B. auch einiges zum Thema NSU-Terrortrio, über das ich sehr kritisch berichtet habe (v.a. dass der SPIEGEL dieses Thema nicht korrekt aufbereitet und entsprechend auf seine Agenda setzt).

    Und wenn Sie mich in die rechte Ecke zu schieben gedenken, indem Sie behaupten, der Begriff “Mainstreammedien” sei eine rechte Begrifflichkeit, so kann ich auch darüber nur den Kopf schütteln.

    Ich zitiere hier nur mal als Beispiel den zuvor erwähnten Prof. Michael Haller, der dem österreichischen Standard am 30. Juli 2012 im Zsh. mit der medialen Sarrazin-Berichterstattung in einem Interview (Überschrift “Die Schuld der Medien am Spektakel um Sarrazin”) folgendes sagte:

    “Die Mainstream-Medien [sic!] setzen sich auf ein populäres Thema wie ein Heuschrecken-Schwarm und fressen das Thema kahl. Dann fliegen sie weiter zu einem neuen angesagten Thema.”

    Und was Max-Otto-Bruker angeht, so kann man über ihn sicher was Kritisches finden. Man kann aber z.B. auch etwas zur Nazi-Vergangenheit des Magazins DER SPIEGEL finden, was das linke(!) Satiremagazin Titanic z.B. mal in ausgezeichneter Weise zum Thema gemacht hat. Und doch wäre es doch geradewegs absurd den Schluss zu ziehen, dass all diejenigen, die nun beim SPIEGEL tätig sind, würde der Geruch des Rechten oder gar des Nazitums anhaften.

    Was Bruker angeht, so schauen Sie vielleicht einfach mal in die Referenten-Liste der zweimal im Jahr stattfindenden Tagung der GGB Lahnstein, die zum emu-Verlag gehört. Da finden sich so illustre Namen wie der SPIEGEL-Journalist Jörg Blech, der Theologe Eugen Drewermann, die Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting uvm.

    Das Ganze ist wirklich Lichtjahre davon entfernt, irgendwie besonders rechts zu sein. Auch ist seit kurzem der Diplompsychologe Hassan El Khomri der Chef des Ladens – also eine Person, die allein schon durch ihren ethnischen Hintergrund aber auch so gar nix mit Deutschtümelei oder sonst einem rechten Gemurkse am Hut hat.

    Fazit: Sie hätten für meinen Geschmack wirklich besser daran getan, genauer hinzuschauen und sich mit den Inhalten meines SPIEGELblogs und überhaupt meines journalistischen Werkes auseinanderzusetzen anstatt irgendwo bei mir eine wie auch immer geartete rechte Gesinnung erkennen zu wollen, die es schlicht nicht gibt.

    In diesem Zsh. ist es mir auch schnuppe, wer alles davon redet, dass die Begrifflichkeiten “rechts” und “links” überholt seien. Ich schaue mir einfach die Faktenlage an und komme in diesem Zsh. zu demselben Schluss wie der, wenn man so will, weiß Gott “linke” Kabarettist Georg Schramm, den sueddeutsche.de am 26. Juni 2013 mit folgenden Worten zitiert:

    “Deutschland befindet sich in einem nur mühsam verdeckten Krieg. Und die Gegner heißen nicht Jung gegen Alt, Links gegen Rechts oder Merkel gegen Steinbrück, sondern: Reich gegen Arm.” Die Reichen sind dabei v.a. die Konzerne und ihre Lenker.

    Sie sehen diese Eliten, zu denen nicht zuletzt auch die Pharmamanager gehören, offenbar in einem guten Licht – sonst würden Sie nicht ironisch von “bösartigen Pharma-Eliten” reden. Meine Fakten-Recherchen lassen mich aber zu einem anderen Schluss kommen, nämlich dass hier an maßgeblichen Stellen derart profitorientierte Kräfte am Werk sind, dass das Wohl von Mensch und Natur sowie der Aufbau gerechter Gesellschaften in den Hintergrund rücken.

  6. Torsten Engelbrecht

    Hallo Herr Florian K.,

    es gibt übrigens eine hervorragende Studie zu 9/11. Titel: “Deconstructing Deceit: 9/11, The Media, and Myth Information”, siehe http://www.projectcensored.org/wp-content/uploads/2010/05/DeconstructingDeceitOnlineEd.pdf. Und darin wird auch der Begriff “Mainstrammedien” verwendet, den Sie irrtümlicherweise ja als eine Art Nazi- oder Rechtsaußenbegriff einstufen. So heißt es gleich zu Beginn der Studie:

    “For the past eight years, American culture has seen an outburst of media driven mythmaking. Corporate [sic!] MAINSTREAM MEDIA organizations, the pundits they sponsor, and politicians from both major parties have formed a new contextual chorus singing the same refrain: ‘On September 11th, 2001, everything changed.’ From cable TV to AM radio, from the blogosphere to the
    townhall meeting, Americans repeatedly hear that ‘this is a post 9/11 world’… Through the prism of 9/11, one can see how the corporate mass media are in fact doing more mythmaking than news reporting.”

    Und die beiden Autoren der Studie, Mickey S. Huff und Paul W. Rea, sind auch alles andere als rechts(außen), sondern linksliberale Freigeister, denen es um Humanität, echte Demokratie und gerechte Gesellschaften geht.

  7. Florian K.

    Hallo Herr Engelbrecht,

    ich muss Ihnen leider sagen, dass der Satz „es kommt nur auf die Inhalte an“ auch durch seine mantraartige Wiederholung nicht wahrer oder klüger wird.

    Wenn Ihnen das als weitaus erfahrenerer und professionellerer Journalist, als ich es bin (ich bin nur ein Hobbyschreiberling), nicht einleuchtet, so muss ich es Ihnen wohl anhand von ein paar Beispielen erklären:
    Nehmen wir an, jemand reißt den rechten Arm hoch und brüllt laut „Heil Hitler“.
    Wenn er gerade Schauspieler in einem Film ist, in dem er einen SS-Mann mimt, dann kann dies durchaus, wenn es zu seiner Rolle gehört, akzeptabel sein.
    Wenn er hingegen gerade als deutscher Staatsgast in der Knesset ist, so wäre es mit Sicherheit ein Megaskandal.

    Wenn ein Linker den Satz „Die BRD ist ein Unrechtsstaat“ äußert, so könnte er damit beispielsweise Polizeigewalt, den Umgang mit Flüchtlingen u.s.w. meinen.
    Wenn ein Rechter hingegen den gleichen Satz äußert, so ist es wahrscheinlicher, dass er damit meint, dass die BRD immer noch „unter Alliierter Besatzung“ stehe.

    Es kommt also nicht nur darauf an, was gesagt oder geschrieben wurde, sondern darauf, wer was wann sagt oder schreibt.
    Die gesellschaftliche Wirkung von Äußerungen bemisst sich auch nach den Kreisen, in denen die Äußerung getan wird.

    Von daher möchte ich Ihnen noch einmal sagen (irgendwie habe ich das Gefühl, mich zu wiederholen), dass es in meinem Artikel weniger um Ihre einzelnen Inhalte, sondern mehr um den Kontext, in dem diese stehen, ging.
    Darum ist mein Artikel ja auch nicht mit „Medienkritik mit fragwürdigem Inhalt“ getitelt, sondern mit „Medienkritik aus einer fragwürdigen Ecke“.

    Was ich Ihnen vorwerfe, ist Ihre Indifferenz in Bezug auf die Kreise in denen Sie sich bewegen, getreu ihrem Motto, dass es ja „nur auf Inhalte“ ankäme.
    Dass Sie sich durchaus auch in nicht-neurechten Kreisen bewegen können, wollte ich Ihnen gar nicht absprechen, von daher ist Ihr Hinweis darauf, dass Sie einen alternativen Medienpreis (ohne jeglichen rechten Hintergrund) gewonnen haben, auch irrelevant.
    Ebenso tut Ihr Hinweis, dass Georg Schramm oder sonstwer in anderen Kontexten Formulierungen benutzt hat, die Sie in Ihrem eigenen Sinne interpretieren können, nichts zur Sache.

    Ein Beispiel für Ihre Indifferenz gegenüber den Kreisen in denen Sie sich bewegen, ist Ihre Haltung zu Max Otto Bruker.
    Sinngemäß nehmen Sie ihn ja damit in Schutz, dass man über ihn bestimmt „etwas finden“ könne aber Andere, so z.B. der Spiegel, hätten ja auch…

    Sorry, aber ich gehe davon aus, dass Sie entweder genau wissen, was man über Bruker finden kann und es Ihnen herzlich wurscht ist oder aber sich nicht damit auseinandergesetzt haben, was der Verlag in dem Sie publizieren für einen Hintergrund hat.
    Beides wäre eines angesehenen Journalisten, der für seriöse Medien geschrieben und einen Medienpreis gewonnen hat, meiner Ansicht nach nicht würdig.

    Vielleicht kann ich Ihnen in Bezug auf Max Otto Bruker aber doch etwas auf die Sprünge helfen.

    Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied beispielsweise in einem Prozess, den Bruker gegen Jutta Ditfurth verlor, dass Max Otto Bruker „Scharnierstelle zwischen Ökologie- und Naturkostbewegung auf der einen und Neonazi-Szene auf der anderen Seite“ genannt werden dürfe.
    Ab 1969 war Bruker Kuratoriumsmitglied der Bruderschaft Salem (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Internat am Bodensee), welche bereits in einem Artikel aus der Zeit mit dem Titel „Gottfried Müllers kleine Pimpfe“ aus dem Jahre 1979 als „übles Gemisch aus religiösem Sektierertum, Blut- und Bodenmystik und überständigem Gedankengut“ charakterisiert wurde.
    Im gleichen Artikel heißt es auch „Professor Mommsen und Max Otto Bruker, die für Gesundheit und reine Ernährung verantwortlichen Salem-Kuratoriumsmitglieder, sitzen in der „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“. Deren Vorsitzender, der Rechtsanwalt Jürgen Rieger, wird vom Hamburger Verfassungsschutz als „rassistisch im verfassungsfeindlichen Sinn“ eingestuft, „Europa kann nur überleben, wenn es sich nach Rassen getrennt ordnet.“

    Jürgen Rieger war übrigens aktiver Politiker der NPD.

    Über die Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting könnte man übrigens auch ein Bisschen was schreiben oder das bereits Geschriebene recherchieren. Aber davon vielleicht ein andermal…

    Auch wenn der emu-Verlag, in dem Sie publiziert haben, nicht mehr von Max Otto Bruker geleitet wird (er könnte es auch nicht mehr, da er bereits verstorben ist) identifiziert sich der Verlag weiterhin mit seinem Gründer.

    Über Hassan El Khomri, den neuen Chef des Verlages, kann ich nichts sagen. Ich weiß einfach nicht, inwieweit er rechts ist oder im Geiste von Max Otto Bruker steht.
    Dass der Verlag sich weiter positiv auf Bruker bezieht, spricht dafür, dass auch der neue Verlagschef Bruker ideologisch nicht ganz so ferne steht.

    Allerdings mutet Ihr Schluss, Hassan El Khomri, könne alleine aus „ethnischen Gründen“ nichts mit Deutschtümelei oder rechtem Gemurkse zu tun haben, doch extrem naiv an.
    Mit der gleichen Argumentation könnten Sie ja sogar den „Grauen Wölfen“ jegliche Verbindung zu faschistoidem Gedankengut absprechen.

    Naja… letztendlich steht es Ihnen frei, sich mit den Leuten zu umgeben und in den Verlagen zu publizieren, die Sie für ein passendes Umfeld halten.
    Ich möchte Sie und meine Leser nur darauf hinweisen, dass mir das trotzdem nicht ganz wurschtegal sein kann, da Sie als Journalist eine öffentliche Wirkung haben.

    Außerdem wirkt es auf mich schon befremdlich, wenn Sie sich darüber aufregen, dass der SPIEGEL von Psiram zitiert, während Sie selbst in einem Artikel über Antidepressiva vom 30.09.2013 fröhlich von der Seite infowars.com zitieren. Wie stehen Sie denn eigentlich zu Infowars.com und zu Alex Jones?

    Dass der Begriff „Mainstreammedien“ eine rein rechte Begrifflichkeit sei, habe ich nie behauptet, sondern lediglich, dass dieser Begriff aktuell gerne im Umfeld neurechter Kreise gebraucht wird.
    Zur Beurteilung, ob dieser Begriff nun in einem rechten Kontext gebraucht wird oder nicht kommt es wieder einmal darauf an, sich mit dem Beweg- und Hintergründen eines Autors zu beschäftigen, wo sich wieder der Kreis zum bereits Gesagten schließt.

  8. Torsten Engelbrecht

    … An Ihnen erkennt man für meinen Geschmack beispielhaft, warum die kritische Bewegung einfach nicht weiterkommt gegen die Machtcliquen dieser Welt – nämlich weil sie sich in abstrusen Streitigkeiten verliert, die bei näherer Betrachtung völlig hanebüchen sind.

    Z.B. schreiben Sie jetzt, sie hätten nie behauptet, dass der Begriff ‘Mainstreammedien’ eine rein rechte Begrifflichkeit sei. Vielmehr wollten Sie angeblich nur sagen, dass dieser Begriff aktuell gerne im Umfeld neurechter Kreise gebraucht wird.

    Doch selbst wenn dem tatsächlich so wäre, so ist es nach wie vor so, wie ich Ihnen ja bereits dargelegt habe: dass der Begriff eben sehr wohl auch von nicht-rechten Kreisen verwendet wird (u.a. von Journalistikprofessor Michael Haller) und ihm daher überhaupt nichts anrüchiges bzw. rechts-lastiges oder neurechtes anheften kann! Sie bauen hier einfach einen Popanz auf, um es mal salopp zu formulieren.

    Kurzum: Wie hinreichend dargelegt, komme ich in keinster Weise aus einer, wie Sie es mir krampfhaft andichten wollen, “fragwürdigen Ecke”, sondern kämpfe mit meiner journalistischen Arbeit in Gänze(!) für eine gerechtere und liebevollere Welt. Dasselbe gilt, wie erwähnt, z.B. für Personen wie Eugen Drewermann oder den SPIEGEL-Journalisten Jörg Blech, die ja bei den GGB Tagungen als Redner auftreten, obgleich die GGB von Max Otto Bruker gegründet wurde.

    Ein Grund hierfür ist womöglich, dass es in unserer Gesellschaft nach wie vor tragischerweise nicht allzu viele Institutionen gibt, die sich z.B. mit Gesundheitsfragen oder auch Themen wie 9/11 uvm. wirklich kritisch und zugleich rein auf die Prüfung der Faktenlage bezogen auseinandersetzen. Und leider scheint das auch auf Sie zuzutreffen.

    Es bleibt dabei: Es kommt letztlich auf die Inhalte an, auch wenn Sie dies nicht wahrhaben wollen. Journalismus ist eben Inhalt, Inhalt, Inhalt. Dass Sie eine inhaltliche Auseinandersetzung scheuen, finde ich wohlgemerkt sehr befremdlich für jemanden, der sich in einem journalistischen Medium – in diesem Falle in der “Frankfurter Gemeinen Zeitug“ – zu Wort meldet.

    Die Inhalte und auf die Fakten, die man zur Untermauerung seiner Äußerungen aufbieten kann, muss man natürlich penibel genau aufschreiben. Von daher hinkt auch Ihr angeführtes Beispiel bzw. es zeigt, wie oberflächlich bzw. wenig tiefschürfend Sie die Dinge betrachten. So schreiben Sie:

    “Wenn ein Linker den Satz ‘Die BRD ist ein Unrechtsstaat’ äußert, so könnte er damit beispielsweise Polizeigewalt, den Umgang mit Flüchtlingen u.s.w. meinen. Wenn ein Rechter hingegen den gleichen Satz äußert, so ist es wahrscheinlicher, dass er damit meint, dass die BRD immer noch ‘unter Alliierter Besatzung’ stehe.”

    Das Beispiel hinkt deswegen, wenn es um eine Diskussion um meine journalistische Arbeit geht, weil ich meine Thesen ja grundsätzlich detailliert begründe und nicht, wie Sie es in Ihrem Beispiel skizzieren, nur zwei oder drei Worte zu einem Themenkomplex herausschreie. Und aus diesen detaillierten Begründungen von mir ist dann auch zu erkennen, wie genau ich zu den Dingen stehe und dass ich von meiner journalistischen Seele für eine gerechte und liebevolle(re) Welt kämpfe.

    Um das zu erkennen, muss man sich natürich mal die Inhalte(!) meiner journalistischen Arbeit anschauen… ;-)

    Auch folgende Schluffolgerung von Ihnen ist einfach nicht schlüssig: So behaupten Sie, “es kommt also nicht nur darauf an, was gesagt oder geschrieben wurde, sondern darauf, wer was wann sagt oder schreibt.
    Die gesellschaftliche Wirkung von Äußerungen bemisst sich auch nach den Kreisen, in denen die Äußerung getan wird.

    Im Übrigen ist es so, dass nicht nur Rechte, sondern gerade auch Linke die These vertreten, die BRD stehe durchaus immer noch gewissermaßen „unter Alliierter Besatzung“. Lesen Sie dazu z.B. mal folgende hintergrund.de-Artikel:

    - “Die Wertegemeinschaft der lupenreinen Hurensöhne”
    - „Die alliierten Interessen sind längst in deutschem Recht verankert: Über die NSA-Affäre, die Reaktion der Bundesregierung und die Frage staatlicher Souveränität”

    Die Welt ist offenbar doch differenzierte als Sie es wahrhaben wollen ;-)

  9. Florian K.

    Naja… dann zitieren Sie eben weiter Ihre „Inhalte“ von Infowars, Kopp-Verlag und Konsorten, wenn Sie offensichtlich nicht im Stande sind, kritisch zu hinterfragen, in welchem Umfeld Sie sich bewegen und wem Ihre Kritik nützt.
    Außerdem vermittelt Journalismus nicht nur Inhalt im Sinne von empirischen Tatsachen (außer vielleicht in Kurzmeldungen), sondern liefert Interpretationen.
    Dass Sie dies so vehement leugnen, ist für mich umso mehr Grund, mich von Ihnen und Ihren Positionen deutlich abzugrenzen.

    Aber unsere Diskussion dreht sich im Kreis. Fragen zu Ihren Bezügen und Verbindungen weichen Sie konsequent aus oder spielen Sie mit dem Verweis darauf herunter, dass Andere eben auch…

    Offensichtlich wollen Sie über das Umfeld, in dem Sie sich bewegen, nicht mit mir diskutieren, genauso wenig wie ich mit Ihnen über Ihre verschwörungstheoretisch angehauchten „Inhalte“ diskutieren will.
    Uns fehlt also insgesamt die Basis für eine gemeinsame Diskussion.

    Die „gerechte Welt“, für die Sie, Alex Jones, Infowars oder der Kopp-Verlag kämpfen, ist nicht die meine.
    Ihr Verständnis von Journalismus ist nicht das meine.
    Und ich möchte auch nicht Teil Ihrer „kritischen Bewegung“ sein.
    Belassen wir es dabei.

    Danke für Ihre ausführliche Gegendarstellung zu meinem Artikel, auch wenn diese meine Bedenken Ihrer journalistischen Arbeit gegenüber nicht entkräften konnte.
    Wenn Sie es wünschen überlasse ich Ihnen aber gerne noch das Schlusswort.

    P.S. Ich habe jetzt auch sowieso keine Zeit mehr weiterzuschreiben. Ich muss gleich zum Kinderarzt. Meine kleine Tochter bekommt heute ihre ersten Impfungen ;-)

  10. Torsten Engelbrecht

    … schauen Sie doch endlich einmal in meine Werke, das wäre doch das Mindeste, was man von Ihnen erwarten kann. Diese Verweigerungshaltung von Ihnen ist, wie gesagt, sehr befremdlich, da Sie sich ja journalistisch geben wollen. Journalismus sollte aber zuallererst die Auseinandersetzung um Inhalte und Fakten sein.

    Wenn Sie dies endlich mal täten, dann würden Sie im Übrigen auch feststellen, dass ich nur zu einem Minibruchteil “Infowars, Kopp-Verlag und Konsorten”, wie Sie es formulieren, als Quelle angebe.

    Allein meine beiden Bücher über Viren und Krebs z.B. haben mehr als 2000 Quellenangaben. Gehen Sie die doch mal durch. Und allein zu meinem Buch “Virus-Wahn” haben insgesamt drei Medizinprofessoren, ein Umweltmediziner und ein Zoologieprofessor ein Vorwort verfasst. Dabei handelt es sich um Persönlichkeiten, die absolut integer und alles andere als rechts ausgerichtet sind.

    Das sind wohlgemerkt die Kreise, in denen ich mich bewege und die genau wie ich für eine gerechte bzw. nicht durch Konzerne korrumpierte Welt kämpfen. Dass Sie nach eigenem Bekunden für eine solche Welt nicht kämpfen, finde ich merkwürdig, wo Sie sich, wie gesagt, so als Moralapostel und Gutmensch hinstellen.

    Daher ist es auch abstrus, wenn Sie behaupten, ich würde “Fragen zu Ihren Bezügen und Verbindungen ausweichen”. Vielmehr habe ich keinerlei “Verbindungen” in neorechte oder sonstige Kreise, die menschenverachtendes Gednkengut verbreiten. Dass Sie mir dies nach wie vor unterstellen, ist geradezu grotesk und zeigt, dass Sie sich der Faktenrecherche verweigern. Wäre ich eine solche Person, als die Sie mich versuchen zu präsentieren, hätte ich ja wohl auch kaum den Alternativen Medienpreis bekommen.

    Ich habe wohlgemerkt auch keine “Verbindungen” z.B. zum Kopp-Verlag oder zu Alex Jones, wie Sie es unterstellen. Ich habe sie nur bei Gelgenheit als Quelle angegeben, weil mir bei einem bestimmten Thema das, was sie dazu gesagt haben, als faktisch sinnvoll erschien. Wenn das nicht möglich sein soll, so könnte man auch den SPIEGEL z.B. nicht mehr zitieren – denn da steht nachweislich eine Unmenge an Gemurkse drin, und das Magazin hat selbst Menschenverächter wie Obama eine Zeit lang als Superstar dargestellt, obwohl der US-Präsdent eine Weltmacht führt, die die Menschenrechte mit Füßen tritt und die Welt mit Kriegen überzieht.

    Dass mein Verständnis von Journalismus nicht das Ihrige ist, wie Sie sagen, ist vor diesem gesamten Hintergrund absolut korrekt und auch gut so. Denn Journalismus sollte, wie gesagt, die Auseinandersetzung mit Inhalten bedeuten und es sollte dabei zuvorderst um die Suche nach den Fakten gehen. Und es sollte darum gehen, den Machtcliquen das Leben schwer zu machen, indem man ihnen penibel auf die Finger schaut. Diesen Weg wollen Sie also allen Ernstes nicht gehen? Nun, das ist Ihr gutes Recht, aber den qualitätsjournalistischen Pfad gehen Sie damit definitiv nicht.

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