Frankfurter Gemeine Zeitung

Weil´s gerade in ist: Ein Nicht-Gedicht über Israel

Im vollen Bewusstsein meiner wahrhaft schweren Aufgabe und der Verantwortung, die ich trage, der Welt zu sagen was gut und richtig ist, verfasste ich, von quälenden Selbstzweifeln zerfressen, diese Zeilen.

Zuvor möchte ich bemerken:

Der folgende Text ist KEIN GEDICHT!
Wer nun beabsichtigt, diesen Text als Gedicht misszuverstehen, weil heute jeder über seine dahingekritzelten Pamphlete behauptet, sie seien Gedichte, dem kann ich auch nicht helfen.

Festzuhalten bleibt: Ich dichte nicht! Adorno hat es mir mal verboten.

Wer wollte bestreiten, dass in einem festgefahrenen Konflikt die Terminologien von „Gut“ und „Böse“, selbst dann nicht mehr zur Lösung hilfreich wären, wenn sie zuträfen?
Wer wollte bestreiten, dass es meist die rechten Hardliner sind, die von einem Klima der Kriegsangst profitieren?
Wer wollte bestreiten, dass es das Wesen eines Teufelskreises ist, sich selbst immer wieder neue Nahrung zu geben?
Wer wollte bestreiten, dass ein Bruch des Atomwaffensperrvertrages ein Bruch des Völkerrechtes ist?
Wer wollte bestreiten, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat, Israel aber nicht?
Wer wollte denen Beifall klatschen, die Phosphorbomben einsetzen?
Wer wollte denen Beifall klatschen, die mit selbstgebauten Raketen auf Zivilisten schießen?
Wer weiß überhaupt noch was richtig ist und was nicht?

Wer könnte noch ernsthaft von einem Sein auf ein Sollen schließen wollen?

Wohl nur der, der einen Seinszustand mit einem von ihm gedachten Seinszustand vergleicht, letzteren für wünschenswerter erklärt und das Sollen aus dem Weg zwischen beiden Zuständen herleitet.
Wer den Frieden nun zum angestrebten Ziel erklärt, kann sich nicht mehr in einer Diskussion um moralische Überlegenheit oder Schuldfragen verlieren, sondern muss pragmatisch überlegen, welche Schritte zum angestrebten Ziel führen und welche kontraproduktiv sind.

Eine Lösung kann ich nicht liefern. Aber Fragen stellen.

Doch Fragen können so manipulativ gestellt sein:

Wenn wir für den Frieden sind, macht es dann Sinn Krieg zu führen?
Wenn wir gegen Atomwaffen sind, macht es dann Sinn eine weitere Atommacht zuzulassen?


Ein Kommentar zu “Weil´s gerade in ist: Ein Nicht-Gedicht über Israel”

  1. Sehr Bekannter Autor

    Irgend jemand muss sein Gemächt ja als Erster auf den Tisch packen! Schade, dass es nur für die Maßstäbe der… hm… war es die “Süddeutsche”?… gereicht hat.
    Alternde Intelektuelle können es eben nicht lassen, sich dann doch noch mal mit Dingen ins Licht zu rücken, die jeder schon mal ausgespuckt hat. Is ja auch “GUT SO!”.
    Zum Glück ist ja Politik immer noch nicht die Meinung der Wähler. Wird sie es irgendwann werden?
    Fragen stellen… fast wie Fallen, doch wie tief?
    Ich schrei an dieser Stelle mal einfach: “JHWH” und lass es dabei bewenden.
    Bismillah!

    Oder/Frankfurt am Main

    P.S.: Mann… Das war ja fast schon wieder ein Gedicht für sich, nur ohne Medienspektakel.

    Luv Kismet Shalom!!!

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