Frankfurter Gemeine Zeitung

Viel Lärm um Wenig – ver.di, keine grosse Oper

Fing es nicht viel versprechend an, 6,5 %, mindestens 200 Euro für die unteren Tarifgruppen?

Grosse Bereitschaft zu Warnstreiks im Land! Jetzt sind wir dran, war zu hören.

Wer gespannt war, der sieht sich verwundert zurück gelassen. Dürftig die Auskunft nach dem ganzen Rummel der täglichen Pressemitteilungen und Streikmeldungen.

>>Wir haben eine Einigung erzielt<< Das war’s!

Business as usual

Sieht man einmal von dem ganzen Gedöns ab, so bleibt ein mageres Ergebnis und schlicht eine wiederholte Ignorierung der Lage der unteren Einkommensgruppen. Business as usual.

Das Paket ist sauber geschnürt, die Prozente gibt es in mundgerechter Stückelung, auf dass

alles beim Alten bleibe. Jetzt zurück an die Arbeit, denen haben wir es mal wieder so richtig gezeigt!

Dubiose Zahlenspielereien

Wie gewohnt hat die Gewerkschaft als Erstes die 200 Euro-Forderung unter den (Verhandlungs-)Tisch fallen lassen, wenn man genauer hinsieht, das eigentliche Kernstück, dafür ist sie wieder an die Prozente und hier wird wieder so eine Mogelpackung serviert. Da gibt es einen Happen sofort, den Rest dann später, aktuell 3,5 %.

Was heisst das nun, denn hier werden Zahlen zusammen gerührt, die über die tatsächlichen Gegebenheiten täuschen, um das Ganze als Erfolg zu verkaufen. Sehen wir einmal näher hin. Da gibt es die Teuerungsrate (ein Begriff, der so für sich steht, um allgemeine Betroffenheit zu signalisieren), die wird in Prozent angegeben, genau wie die Lohnerhöhungen. War die etwa 2 %, dann werden 6,5 % dagegen gestellt und – zack! – sind 4,5 % mehr im Säckel. Wunderbar.

Nehmen wir jetzt den Warenkorb und greifen uns z.B. die Miete heraus. Aufgepasst Bockenheimer im öffentlichen Dienst, in den unteren Gruppen: aktuell werden die Mieten dort erhöht um ca. 1,28 Euro pro qm, macht bei 50 qm genau 71,40.

Ein Haushalt mit 1.500 Euro im Monat hat somit eine Erhöhung von 4,8 % zu verkraften, ein Haushalt mit 2.500  dagegen 2,9 %. Soweit die Geschichte mit dem Slogan, es betrifft alle gleich (Prozentversion). Nun zu den absoluten Zahlen. 3,5 % Lohnerhöhung bedeuten für den ersten Haushalt 52,50 Euro (alles ohne Abgaben), für den zweiten dagegen 87,50 Euro. Nun, was sagt uns das?

Der erste Haushalt muss entweder umziehen oder sich anderweitig einschränken, um das bisherige Leben weiter führen zu können.

So betreibt ver.di aktiv und bewußt die weitere Spreizung der Einkommen, die Bsirske andernorts so vollmundig denunziert. Tja, es fängt halt nicht bei Ackermann an.

Es ist schon kurios, dass ihm nicht eingeht, dass die Reproduktionskosten der Arbeitskraft um 71,40 Euro gestiegen ist, scheint zu einer anderen Lebenssphäre zu gehören. Dass das Kapital solche Betrachtungen anstellt ist konsequent, dass die Arbeitnehmervertretung sich nicht daran stört, verwunderlich. Zudem es jeglicher Alltagserfahrung widerspricht, doch damit haben die Herren herzlich wenig zu tun (und am Hut). So wenig wie mit der Verkürzung der Arbeitszeit (nicht durchsetzbar).

Der oft gehörte Satz: „mehr war nicht drin“, bekommt einen tieferen Sinn (worin?).

Vorhang. Wegen grosser Nachfrage Verlängerung.


Ein Kommentar zu “Viel Lärm um Wenig – ver.di, keine grosse Oper”

  1. pmawuo

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