Frankfurter Gemeine Zeitung

Morgen, 19. Mai 2012 ab ca. 12:00 Uhr: Blockupy-Kundgebungen und -Demonstrationszug

Wegen des Urheberrechts darf ich die Zugroute hier nicht via Wegstreckenskizze darstellen (FR-Druckausgabe von heute, warum nicht auf fr-online.de?). Gemäß FR-Schaubild verläuft die Wegstrecke grob wie folgt: Baseler Platz, Kundgebung um ca. 12:00 Uhr; danach Demonstrationszug: Auf der Mainuferstraße bis zur Kurt-Schuhmacher-Str. – Kurt-Schuhmacher-Str/Konrad-Adenauer-Str. bis “Alleenring” – “Alleenring” bis Alte Oper – Alte Oper bis Taunusanlage; dort Abschlußkundgebung. Alle diese Veranstaltungen sind erlaubt!

Ich meine, wirklich jeder sollte zur Großveranstaltung kommen. Kommt bitte möglichst zahlreich!

2012-05-17 Demo Römer - Polizeistaat - Versammlungfreiheit statt Polizeistatt-resized

Foto: Bernhard Schülke, © 2012

Polizeistaat: Nein, danke!

- Alle Angaben ohne Gewähr -

Zuvor veröffentlicht unter: http://bernhardsweblog.blogspot.de/2012/05/morgen-19-mai-2012-kundgebungen-und.html


Blockupy: Internationale Demonstration am Samstag gesichert

Die konsequent demokratische Haltung und der Mut der Aktivisten haben sich ausgezahlt

+ 12 Uhr: Auftaktkundgebung Baseler Platz

+ 13 Uhr: Start Demozug

+ Zwischenkundgebung am Opernplatz

+ Abschlusskundgebung bei EZB in der Taunus- und Gallusanlage

+ Route über Untermainkai, Mainkai, Kurt-Schumacher-Straße, Konrad-Adenauer-Straße, Bleichstraße, Hochstraße und Opernplatz in die Taunus- und Gallusanlage.

Nachdem am heutigen Freitagvormittag erstmals ein Gespräch zwischen dem Blockupy-Bündnis und der Frankfurter Versammlungsbehörde stattgefunden hat, bei dem es wirklich um die gesetzlich vorgeschriebene Kooperation ging, steht fest: Die internationale Demonstration am morgigen Samstag, 19. Mai, ist gesichert.

Nach den ausdauernden Versuchen der Behörden, Frankfurt zur demonstrationsfreien Zone zu erklären, ist das ein weiterer großer Erfolg der Blockupy-Aktionstage“, sagte Bündnissprecher und Demoanmelder Werner Rätz. “Die konsequent demokratische Haltung und der Mut, mit dem die Aktivistinnen und Aktivisten ihre Anliegen vorgetragen haben, hat sich ausgezahlt.”

Im Kooperationsgespräch wurden Routen und Zeitabläufe der Demonstration besprochen sowie organisatorische Details geklärt. Die Auftaktkundgebung wird um 12 Uhr auf dem Baseler Platz beginnen, gegen 13 Uhr wird sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen. Er geht über den Untermainkai, Mainkai, Kurt-Schumacher-Straße, Konrad-Adenauer-Straße, Bleichstraße, Hochstraße und Opernplatz in die Taunus- und Gallusanlage, wo dann die Abschlusskundgebung in Sichtweite der EZB stattfinden wird.

Das Bündnis zeigte sich erfreut, dass der Protest gegen die europaweite Kürzungspolitik in endlich auch in Deutschland sichtbar werde. Martin Glasenapp, ebenfalls Blockupy-Sprecher und Demoverantwortlicher: “Die Aktionstage waren ein wichtiger Beitrag zur politischen Kultur in Deutschland. Die Demonstration wird ein großartiger Abschluss sein. Kommt alle morgen nach Frankfurt!

Übersicht Demoablauf mit Redner/innen:
http://www.attac.de/aktuell/eurokrise/maiproteste/ablauf/demoablauf/

Mehr Informationen:
http://blockupy-frankfurt.org


Das Frankfurter Bankenviertel: ein passender Ort für politischen Einspruch

Die Berliner taz schlägt in ihrem heutigen Leitkommentar zu Blockupy (“Dabei verbockt es Merkel“) eine alternative Vorgehensweise der kapitalismuskritischen Bewegung vor.

Weil die politischen Entscheidungen Deutschlands in Berlin getroffen werden, und unsere Probleme mit der gegenwärtigen Wirtschaftslage und den drohenden Staatspleiten doch am deutschen Politikkurs liegen, müsse Bewegung vor dem Kanzleramt und dem Reichstag demonstrieren. Da die EZB und die Banken drum herum bei politischen Direktiven eh nix zu sagen haben besetzt Blockupy schlicht am falschen Ort, so die Meinung der taz-Kommentatorin Ulrike Herrmann.
Die Aufforderung, in Berlin zu demonstrieren lässt sich als Ansage an die Berliner gut gelaunt unterstützen: wenn ihr nicht an den Main könnt oder wollt, dann geht doch wenigstens durch Brandenburger Tor zum Kanzleramt, denn die Verbreitung der Bewegung macht sicher Sinn. Gegen die Verhinderung angemessener Mindestlöhne, für die Erhöhung der Spitzensteuer und Eurobonds sollten dort möglichst viele Flagge zeigen.
Mit der „Verbreiterung der Bewegung“ sind wir aber auch schon bei den Problemen des taz-Artikels. Politische Artikulationen haben nicht nur an Orten nationaler Regierungen stattzufinden, sondern an den verschiedenen Stellen, an denen Macht sichtbar wird und „das Volk“ sich artikulieren kann. Eine maßgebliche politische Stimmung wird nicht bloß in einem Parlament oder drum herum erzeugt, sondern gerade an möglichst vielen Plätzen im Lande. Der sich in der Breite verstärkende und öffentlich artikulierte Druck ist in der Folge wiederum in Berlin zu spüren. Sonst könnte gleich vor dem Reichstag eine „bundesdeutsche Demonstrationsstelle“ als feste Einrichtung, passend zur Legislaturperiode eingerichtet werden. Hinter dem taz-Artikel drückt sich eher ein Berliner Tunnelblick von Journalisten mit Regierungsdrall aus.
Zum zweiten ist es gewiß nicht so, dass die Machtverteilung in der Wirtschaftkrise, respektive Finanzkrise sich auf ein paar Hinterzimmer des Kanzleramts reduziert, sondern die unsichtbaren Finanzmärkte tauchen gleichsam wie Eisberge manchmal ein Stück weit auf, und solch ein Pfitzelchen erscheint eben in einer Stadt wie Frankfurt. Immerhin 100.000 Menschen arbeiten hier direkt im Feld der Banken, wenn auch dirigiert durch einzelne Entscheidergruppen. Die ganze Stadt wird vom Feeling und den Bestimmungen des „Financial“ durchzogen, bis in die Uni und Stiftungen hinein.
Das meint keine „Herrschaft der Finanzindustrie“, sondern die Machtpotentiale einer wichtigen Schaltstelle für Entscheidungen, die sich zusammen mit einer Reihe anderer „Global Player“ im Auge des gegenwärtigen Wirtschafts-Tornados befindet. Deren Funktionsmechanismen vor Ort zu besprechen, öffentlich aufzuzeigen, regelrecht greifbar zu machen und – wenn auch eher symbolisch – ein Stück weit zu blockieren, das ist das Ziel von Blockupy. Die ökonomischen und politischen Probleme lassen sich gewiß nicht auf Staatsschuldenkrise reduzieren.
Aus der Perspektive von Berlin werden sie aber wieder „unsichtbare Finanzmärkte“, die für „das Volk“ nicht die Spur sinnlicher Erfahrung bieten und in diesem Sinne als unsichtbare Einheit, fast wie ein inexistenter Hauch von Kalkulationen durch Europa wehen.
Dass sich die Erfahrungen der Öffentlichkeit, das Verständnis der Zusammenhänge zwischen politischen und wirtschaftlichen Institutionen durchaus anders darstellen können, sehen wir im Moment in Frankfurt an der hysterischen Reaktion der Stadt- und Landesregierung, die mit allen Mitteln gegen jeden Widerstand rund um die Türme vorgehen.


Blockupy-Livestreams

    Die aktuellen Filme über das Geschehen in der Frankfurter Innenstadt
    rund um die 400 Banken und den Sitz des schwarz-grünen Magistrats



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