Frankfurter Gemeine Zeitung

Goethestrasse: Sperrholzglamour

Wunderschön sind die Strassen in Frankfurt am Main. Zeil ist lebendig und voller Menschen. Bergerstrasse lädt zum fröhlichen Bummeln ein. Goethestrasse ist aber einzigartig. Das ist die Strasse der Reichen und Schönen. In die Geschäfte auf dieser Strasse geht nicht jeder. Glänzend und mysteriös atmet hier die Glamour-Welt.

Doch im Vorfeld der Blockupy-Demonstrationen hat sich auch diese Strasse etwas ganz besonderes ausgedacht: sie hat sich selbst blockiert.

Ich lade Euch, werte Leser, zu einer wunderschönen Reise ein – in eine Paralleldimension.

1-RIMG0217

“Mehr Licht!” – sagte eines Tages der Namensgeber der Strasse. Gesagt – getan.

1-RIMG0211
Parfümerie Albrecht

1-RIMG0212Tod’s

1-RIMG0210Möller & Schaar

1-RIMG0209Bally, Jill Sanders


1-RIMG0207Louis Vuitton


1-RIMG0206Juwelier Friedrich


1-RIMG0203Modegeschäft AirFIeld


1-RIMG0208Bulgari


1-RIMG0216Ein geheimnisvoller Laden…

1-RIMG0205Ob die Goethe-Strasse von Anonymen okkupiert war? Man waass es net.

Danke Dir, Goethe-Strasse. Die Bretter werden weg sein, aber Erinnerungen an diese besondere Zeit bleiben auf immer da.


Blockupy-Demo: Pressemitteilung des Ermittlungsausschusses Frankfurt, 19.05.2012

Notstandsübung legt Stadt lahm – Das Konzept der Stadt und der Polizei ist nicht aufgegangen – Demonstration verlief friedlich und gelassen – Provokationen der Polizei gegenüber Protestler_innen liefen ins Leere

Die angemeldete und erlaubte Großdemonstration mit ca. 30.000 Teilnehmer_innen am vierten und letzten Tag der Blockupy-Proteste verlief trotz martialischen Polizeiaufgebotes friedlich und größtenteils entspannt.

Damit haben sich die von Stadt und Polizei wochenlang verbreiteten Schreckensszenarien nicht bewahrheitet; Provokationen gingen jedoch von der Polizei aus.

Bereits im Vorfeld kam es am Vormittag zu Vorkontrollen in Zügen Richtung Frankfurt und an Autobahnabfahrten. Zu Beginn versuchte die Polizei kurzzeitig einen Teil der Demonstration abzutrennen und damit eine Eskalation herbeizuführen. Dies wurde von den besonnen handelnden Teilnehmer_innen verhindert. Auch alle weiteren Versuche einer Eskalation scheiterten. Zum Beispiel filmte die Polizei sowohl einzelne Teilnehmer_innen der Demonstration, als auch den gesamten Zug systematisch und ohne augenscheinlichen Grund ab. Ein Teil der Demonstration wurde permanent von einem bis zu achtreihigen behelmten Polizeispalier begleitet.

Vom Spalier gingen wiederholt Rempeleien und Schlagstockeinsätze aus, zudem drangen Polizeibeamte immer wieder in den Demonstrationszug ein. Genauso wie die mit Reihen von Polizeifahrzeugen errichteten Sichtsperren sollte wohl auch das Spalier eine positive Außendarstellung der Demonstration verhindern.

Insgesamt ist festzustellen, dass Stadt und Polizei in den letzten vier Tagen versucht haben, das Versammlungsrecht präventiv außer Kraft zu setzen. Rückendeckung erhielten sie hierbei vom Verwaltungsgericht Frankfurt über den Verwaltungsgerichtshof in Kassel bis hin zum Bundesverfassungsgericht, das sich einer sonst üblichen kurzfristigen Entscheidung verweigerte. Kurz gesagt ist das Rechtsschutzverweigerung.

Vom EA-Frankfurt konnten ca. 1430 Ingewahrsamnahmen, nur auf Grund von Ordnungswidrigkeiten, als auch zahlreiche Verletzte festgestellt werden.

Mit an den Haaren herbeigezogenen Kleinigkeiten versucht die Polizei auch jetzt noch ihr martialisches und überzogenes Polizeiaufgebot zu rechtfertigen. Dies wird besonders gut nachvollziehbar, wenn man die Rechtfertigungsversuche in der aktuellen Pressemitteilung der Polizei betrachtet.

Wir verurteilen solche völlig übertriebenen Präventivmaßnahmen seitens Stadt und Polizei aufs Schärfste – Demonstrant_innen werden so pauschal kriminalisiert.

Allen Menschen, die in den letzten Tagen von Aufenthaltsverboten betroffen waren, raten wir dringend die Löschung der Daten beim Polizeipräsidium Frankfurt zu beantragen. Selbiges gilt auch für alle anderen polizeilichen Maßnahmen, bei denen persönliche Daten erfasst wurden.

EA-Frankfurt

Quellenlink: http://ea-frankfurt.org/blockupy-pressemitteilung-des-ermittlungsausschusses-frankfurt-19052012


2012.05.19: Frankfurt blockiert.

Ein Bild zum Scrollen.
RIMG0120-kl


Blockupy am Samstag: Frankfurt (fast) autofrei

DSCN1174

Konstablerwache: polizeiliche Blockade des beliebten Weinausschanks am Ort

Konstablerwache: polizeiliche Blockade des beliebten Weinausschanks am Ort

Ackermann trifft es nicht mehr

Ackermann trifft es nicht mehr

Bundesbank: schon immer eine deutsche Festung

Bundesbank: schon immer eine deutsche Festung

DSCN1230

Grüner Brennpunkt: Sicherung der Bionade-Bourgeoisie in "ihrem" Nordend (West)

Grüner Brennpunkt: Sicherung der Bionade-Bourgeoisie in "ihrem" Nordend (West)

DSCN1271

Ausharren vor der Deutschen Bank: bis zum bitteren Ende

Bis zum bitteren Ende: Ausharren vor der Deutschen Bank


Blockupy 19.5.: die größte Demonstration in Frankfurt seit Jahrzehnten

ocupy
Foto: merzmensch

Egal, ob es jetzt 20000-25000 (Polizei) oder 30000 (Veranstalter) Menschen waren, die am Samstag gegen die Sparpolitik von Troika, EZB und IWF durch die Stadt zogen: es war die größte und bunteste Demonstration seit Jahrzehnten. Dem Schreckensszenario, das die Polizei und die Medien entworfen hatten, wurde am Samstag die Luft rausgelassen. Den enormen Zulauf zur Demonstration konnten auch die fortwährenden Polizeikontrollen an Autobahnen, das Aussprechen von Aufenthaltsverboten und die Einkesselung von jeder Gruppe, die mehr als 20 Leute zählte, also all das, was die Vortage beherrscht hatte, letztendlich nicht verhindern. Noch am Samstag, also dem einzigen erlaubten Tag der erlaubten Demo, kontrollierte die Polizei Autofahrer auf den Stadtautobahnen A 661, 66 und 648 in Richtung Frankfurter Innenstadt. Schilder wiesen auf angebliche Baustellen hin, die Fahrspuren waren verengt worden. Die Baustellen waren in Wirklichkeit Blockupy-Kontrollpunkte. Busse und Kleinbusse wurden angehalten, kontrolliert und zur Umkehr ermuntert. Genützt hat das am Ende wenig. Während der Demonstration wurde den martialischen Polizeikorridoren immer wieder chorweise “Ihr macht Euch lächerlich!” zugerufen. Der friedliche Charakter der Demonstration hinderte die Polizei auch nicht daran, in einer ersten Stellungnahme nach der Demo von einigen hundert “Gewalttätigen” zu sprechen. Ein Polizeisprecher hatte bereits um 15 Uhr teilt der Nachrichten-Agentur mitgeteilt, unter den Demonstranten seien auch immer wieder potenziell gewalttätige vermummte Mitglieder der linken Szene gesichtet worden.Deren Aktivitäten : Zwei gezündete Böller und kleinere Rangeleien. Verletzten und Festnahmen gab es keine. Am Ende feierten zigtausende vor dem verbarrikadierten Bankenviertel in der Taunusanlage. Auf der Straße waren Attacler, Occupies, Linke, Gewerkschaftler, Autonome, die Grüne Jugend, Friedensbewegte, Tierrechtsaktivisten, Punks und “Normalos” zu sehen. Franzosen, Italiener, Spanier und Griechen demonstrierten zusammen mit den Deutschen. Die Mehrheit der Demonstranten dürfte unter 30 gewesen sein.

weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.