Frankfurter Gemeine Zeitung

Lehrer-Prozentrechnen mit Nicola Beer

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Calculating Machine von Charles Babbage (1847)

Sie werden jetzt vielleicht fragen: WHO THE FUCK ist Nicola Beer? Nicola Beer ist von der fdp, aha, die Partei gibts ja immer noch, und seit dieser Woche ist sie sogar neue Kultusministerin hierzulande. Sie wurde in HR-Info befragt zur hessischen Schulpolitik, genauer zur Versorgung der Schulen mit Lehrern. Ihre Vorgängerin Dorothea Henzler, auch FDP, hatte als Zielvorgabe ausgegeben, die hessischen Schulen sollten bis 2013 “eine 105-prozentige Lehrerversorgung” erhalten. Sie werden vielleicht fragen: ja, warum das denn? “105 Prozent”, das ist ja wie bei den Wahlen in der DDR, das hieße ja….im Ende…wenn mans genauer betrachtet…. fünf Prozent mehr als hundert! Warum denn SO viele? Mit den fünf Prozent extra wollte die Landesregierung die Schulen in die Lage versetzen, auch mal einen Sozialpädagogen einzustellen oder Schwerpunkte zu setzen oder Krankheitsfälle aus zu gleichen und andere schöne Dinge. Nicola Beer hat nun klar gestellt, dass sie von den 105 Prozent nichts hält und zwar mit folgender Begründung: “Es kommt am Ende nicht so sehr auf die Zahl an. Eltern können mit 105, 104 oder auch 108 wenig anfangen, wenn vor Ort Unterricht ausfällt.” Sind doch nur Zahlen und Zahlen zählen nicht, liebe Eltern, und mal ehrlich, die meisten von Euch habens doch eh nicht so mit Zahlen, oder? Das ist die im HR verkündete Botschaft der neuen Kultusministerin ans Volk. Also, ich persönlich könnte ja schon was mit der Zahl “105″ oder gar “108″ anfangen, wenn “vor Ort Unterricht ausfällt”, denn dann würde ich mich fragen, wo sind die 5 oder 8 Prozent zusätzliche Lehrer, die eingestellt wurden und jetzt Vertretung machen könnten, haben die sich alle im Lehrerzimmer eingeschlossen? Aber die meisten Eltern, so denkt Nicola Beer offenbar, können sich gar nicht vorstellen, dass 5 % bei 56000 Lehrern in Hessen ein Unterschied machen, wahrscheinlich weil der Matheunterricht früher sowieso immer ausgefallen ist, da gabs ja noch weniger Lehrer, und das ist doch auch gegangen. Und sie selbst, kaum im Amt, nervt die Sache auch schon: sie will, sagte sie noch, nicht “mit der Opposition Schlachten um irgendwelche Statistiken” führen, sondern wahrscheinlich lieber frisch von der Leber weg vor Ort ihr Amt genießen. Und wer verstünde das nicht? Die Grünen verstehens schon irgendwie, wie sie ja alles verstehen, aber der Lehrer in ihnen bäumt sich trotzdem auf und klagt “Verlässlichkeit” ein: “Wir waren uns eigentlich fraktionsübergreifend einig, dass eine 105prozentige Lehrerversorgung notwendig ist, um die Schulen bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen, ” so der Grüne Bildungsexperte Mathias Wagner. Aber das nützt ihm wenig, denn der bildungspolitische Sprecher der CDU, Hans Jügen Irmer, kann und will sich an die schöne Fraktionsübergreifende Einigkeit gar nicht erinnern, sondern hält der Opposition jetzt vor, sie klammere  sich “an selektiv betrachtete Werte wie ein Betrunkener an den Laternenpfahl.” Man darf die Werte achten, aber nicht selektiv betrachten, sondern immer im Kontext. Und es gibt überall und immer nur einen relevanten Kontext: Geld und Macht. Davon abgesehen: was geht uns unser Geschwätz von gestern an? So ist das. Wenn man es so läßt.


5 Kommentare zu “Lehrer-Prozentrechnen mit Nicola Beer”

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