Frankfurter Gemeine Zeitung

Was geschieht im Bockenheimer Philosophicum?

Am Sonntag um 12 kamen doch einige zur Prssekonferenz, zu symbolträchtig gibt sich der besetzte Ort auf dem alten Uni-Campus, bereits vor Jahrzehnten von besetzen Häusern umgeben, dazwischen seit 10 Jahren im Leerstand.

Am Samstag, dem Abend der “öffentlichen Begehung”  war es bis in die Nacht mit Musik und mehreren Hundert Leuten entspannt, nur kurz vom ABG-Chef Junker (Eigentümer, gemixt privat-kommunal) und begleitender Polizei-Eskorte unterbrochen. Das von ihm bis 12 Uhr Mittag Sonntag gesetzte Ultimatum zeigte bis zum frühen Nachmittag keine Wirkung, nur 2, 3 Polizeiwagen zeigten sich vor dem Gebäude.

DSCN1498

Ab 12 Uhr erklärten Vertreter der Bockenheimer BI´s vor Ort in Absprache mit den Besetzern die Intentionen und Vorhaben der Besetzung. Ihnen geht es zunächst um den Anstoß einer ernsthaften öffentlichen Diskussion um die Nutzung des Gebäudes, da die “Planungswerkstätten” zum “Kultur-Campus” einigermaßen enttäuschend verlaufen waren. Einige Bockenheimer Initiativen beabsichtigen, als Genossenschaft einen großen Teil des Hauses zum Wohnen zu nutzen und in den unteren Stockwerken für Initiativen offen zu halten.

Die Besetzer und die Initiativen wollen in den nächsten Tagen und Wochen für verschiedene Veranstaltungen zu politischem und wissenschaftlichem Diskurs, Performances und Kultur einladen. Das beginnt bereits am heutigen Sonntag mit den Frankfurter Humangeografen rund um die Frankfurter Mietsituation und soll am Abend mit Musikperfomance weitergehen. Am Dienstag um 18 Uhr wird Wolf Wetzel erstaunliche Dokumente zur Geschichte Frankfurter Hausbesetzungen präsentieren. Am Freitag können wir im Film praktische Aneignungen in anderen Städten verfolgen. Wir werden darüber berichten.


2 Kommentare zu “Was geschieht im Bockenheimer Philosophicum?”

  1. gaukler

    Nun, nachdem Junker von Strafanzeige gegen die “Besetzer” sprach, was es dann schnell vorbei.
    Am Sonntag Nacht ruhte das große Gebäude schon wieder allein in sich, wie die letzten 10 Jahre.
    Nicht ganz ohne Sarkasmus die Äusserung des ABG-Chefs dazu: “Wir waren immer gesprächsbereit“ und der offene Dialog sei doch in den Planungswerkstätten so gut gestartet. Viele Beteiligte haben diese aber eher als bloße Legitimationsveranstaltung erfahren: alle Entscheidungen des Stadt/Ökonomie-Konsortioms seien eh gefallen.

  2. trickster

    Nicht das Auftreten war der bestimmende Moment, sondern Konsequenzen aus der Lage, die in Folge der Öffnung entstanden war. Durch eine Unaufmerksamkeit ist es einigen gelungen, ihrer Spontaneität oder finstererer Absicht Ausdruck zu verleihen und in Anfällen schlichten Vandalismus mit heraus gerissenen Waschbecken und Feuerlöschern Scheiben einzuschlagen und damit erstens gute Vorwände für einen militärischen Einsatz zu liefern und zweitens die Absicht zu unterlaufen, dieses Haus vor Zerstörungen zu bewahren, die ihrerseits Vorwändefür einen Abriss liefern. Das Plenum entschied sich darauf hin, die betreffenden Areale zu sichern und das Haus wieder zu verlassen. Beim abschliessenden Gespräch mit Junker und Polizei wurde genau dies zum Ausdruck gebracht und den Herren gesagt, dass wir dies besprechen und ihnen unseren Entschluss mitteilen würden. Genau so ist es dann abgelaufen.
    Es ist schon wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht die Drohungen waren, sondern eine Abwägung seitens des betreffenden Kollektivs. Eine realistische Einschätzung der Situation kommt mancmal zu Entscheidungen, die nicht so toll nach aussen “rüberkommen”, deswegen trotzdem der Situation angemessen sind.

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.