Frankfurter Gemeine Zeitung

Die Bergerstrasse nach der EM (2012)

In der unteren Bergerstrasse sind die Fahnen und die Flachbildschirme verschwunden, die schlanken Pferdeschwanz-Blondinen sitzen wieder, gekonnt dezent geschminkt, wie gewohnt in den Terrassen-Cafés, mancher Hund (Tier) hat den „wieso-muss-ausgerechnet-ich-in-schwarz-rot-gold-rumlaufen?“-Blick gegen den klassischen Hundeblick getauscht. Die Bettler fragen die wieder erblindeten Passanten nach Kleingeld.

Am Tag des Halb-Finales Deutschland/Italien (bzw. Italien/Deutschland, es soll niemand brüskiert werden) marschierte eine Kindergartengruppe durch die Strasse und skandierte „Deutschland siegt!“ mit einer Inbrunst, die mich erstarren liess

BILD titulierte: SPIONAGE!

Ganz im Zeichen des Zeitgeistes wurden später Schuldige gesucht, die zu verantworten haben, dass aus Siegern Verlierer wurden. Manch ein Fan lebte seine Wut aus, so in Wuppertal, wo Italiener mit Spaghetti beworfen wurden (man stelle sich vor, die deutsche Mannschaft hätte gewonnen…Kartoffelsalat statt Teigwaren!). In Frankreich müssen die Spieler bis auf weiteres auf ihre Prämie (100.000 EUR) verzichten (François, wie wäre es?).

Möglicherweise hat die EM die Mode nachhaltig beeinflusst.

Gestern sass ich in einem Eis-Salon, die männliche Bedienung kam und ich staunte: er sah – frisurentechnisch – wie Balotelli aus!


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