Frankfurter Gemeine Zeitung

Frühe Enttäuschungen (1-7)

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1. Innere Erfolge

„Innere Erfolge, ja. Doch was hat man von solchen? Geben einem innere Erungenschaften zu essen? Ich möchte gerne reich sein, in Droschken fahren und Geld verschwenden.“
Robert Walser, Jakob von Gunten

2. Mitfühlende Franzosen

„Wegen der Schwindelanfälle und dem häufigen Nasenbluten,das ich bekomme, wenn ich nicht mit hochgelegenem Kopfe schlafe, muss ich immer, wie Sie wissen ein sehr dickes Kissen haben. Als ich dieses unselige Kissen mitnehmen wollte, schien es, als wäre ich im Begriff, eine Liste von Staatsfeinden zu entwenden; man riß es mir aus den Händen und erklärte, daß ein Vorgehen solcher Art niemals geduldet werden könnte. Ich sage Ihnen, diese Dinge muss man erleben, um sie glauben zu können, und wenn einer erzählen würde, sie hätten sich in China zugetragen, so würden unsere zartbesaiteten Franzosen sofort ausrufen: Oh, diese Barbaren!“
Marquis de Sade in einem Brief an seine Frau über seine Überführung in die Bastille

3. Kinder

„Alles macht er sonderbar ungeschickt oder grotesk: aus einer üppig blühenden Wiese, wo die Kinder Sträuße pflücken, rupft er, für einen anderen kaum auffindbar, drei ganz verhutzelte und verdorrte Gänseblümchen und überreicht sie mir stolz und verschmitzt.“  Tagebucheintrag Katja Manns über ihren Sohn  Golo Mann, den späteren berühmten Historiker

4. Tatoos

tatoo

(Foto: shit happens)

5. Das Meer

„Der Atlantik hat mich sehr enttäuscht.”
Oskar Wilde nach seiner Atlantiküberquerung

6. Chefs

„Gestern offen mit dem Chef gesprochen, da ich durch den Entschluß zu sprechen, und das Gelübde, nicht zurückzuweichen, zwei Stunden allerdings unruhigen Schlafs mir in der vorgestrigen Nacht mir ermöglicht habe. Vier Möglichkeiten meinem Chef vorgelegt: 1. alles belassen wie es ist und mit Nervenfieber, Irrsinn oder sonstwie enden. 2. Urlaub nehmen, will ich nicht aus irgendeinem Pflichtgefühl, es würde aber auch nicht helfen. 3. Kündigen, kann ich jetzt nicht, meiner Eltern und der Fabrik wegen. 4. bleibt nur Militärdienst. Antwort: Eine Woche Urlaub und Hämatogenkur, die der Chef gemeinsam mit mir machen will.“

Tagebucheintrag Franz Kafkas vom 25.12. 1915

7. Glückskekse

Glück


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