Frankfurter Gemeine Zeitung

Neues vom Campus. Heute: Überraschung

Erstaunlich, gar überraschend, wie sich Campus Bockenheim verändert. Wenn Sie diese Tage sein ausgetrocknetes Innere besuchen, werden Sie tatsächlich überrascht sein:

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Und nun in Buchstaben zum Mitlesen (und mit-googlen):

EI LOVE ROSA!
NEU & nur für MÄDCHEN.
KINDER-Überraschung

Die Überraschung, ja gar Verwunderung ist gross.

Welche Zielgruppe wird hier angesprochen?

* Kinder-Uni? Sie fängt aber erst im September an.
* Die gender-kritischen Studentinnen mit Schocko-Vorlieben? Die kritischen Studentinnen essen aber bestimmt keine Ferrero-Produkte (s. CDU-Spendenaffären, [einstig?] nicht artgerechte Käfighaltung,  und gar eventuelle Kinderarbeit, sowie Abwesenheit des Fair-Prädikats).
* Die Mitarbeiterinnen der Hochschule, die in Stunde der Verzweiflung zum Pudels Schocko-Ei-Produkts Kern greifen? Nein, glauben Sie mir, die Mitarbeiterinnen des öffentlichen Dienstes greifen in den Stunden der Verzweiflung zu deutlich härteren Stoffen als zu den Ü-Eiern.

Dennoch scheint diese riesige Werbung auf der (für den draussen wütenden Strassenverkehr) völlig versteckten Innenseite des ehemaligen Labsaals auf einem ehemals kritischsten Campus Deutschlands völlig deplatziert zu sein.

Doch dann – eine Erleuchtung. Man findet auf den Facebook-Seiten von AstA Uni Frankfurt (Urheberschaft leider unbekannt) die einzig mögliche Hypothese, was mit dem Slogan “EI LOVE ROSA” gemeint ist:

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Aber natürlich! Jetzt ist alles klar.


Sollen sie sich doch ficken!

Ja, so lässt es sich jubeln!

Selten deutlich kommen die Tage tatsächliche Einstellungen der “politischen Elite” in Europa in die Öffentlichkeit. Diesmal geht es nicht um “Hochdruckreiniger” in Vororten oder Armeeeinsätze in den Städten wie es politische Spitzen in Frankreich und Endgland forderten, sondern die Behandlung von Arbeitslosen.

Andrea Fabra

Die konservative Abgeordnete im spanischen Parlament Andrea Fabra konnte sich über den letzten Beschluß der illustren Versammlung vor Freude nicht mehr halten: “¡Que se jodan!” kreischte die nett anzusehende Bürgertochter nach der drastischen Kürzung der Arbeitslosenhilfe (das heißt für 23 % der spanischen Arbeitsbevölkerung) – “sollen sie sich doch ficken”. Nach dem Motto: sonst bleibt denen eh nix, und das ist echt gut so.

Als Tochter aus einem durch und durch korrupten Elitenhaushalt wirft sie ein Schlaglicht auf die politische Verfassung ganz Europas, mit einer wirtschaftsliberalen Agenda, die sich seit Jahren auf Sozialabbau über die Grenzen der Mitgliedsländer konzentrierte, und deren geldwerte Ergebnisse in die Tasche eigener oder befreundeter “Clans” landeten. Es sei erwähnt, dass besagte Dame Mitglied der spanischen Konservativen ist, der Schwesterregierung von schwarz-gelb hierzulande.

In manchen Ländern, wie bei uns trifft eher die Rede von “struktureller Korruption” und Drehtüreffekte, in Griechenland, mitunter in Spanien hat persönliche Korruption zuweilen noch bessere Chancen.

Das macht den Vorgang so bemerkenswert: diese Bagage (“Gesindel eines Landsknechtsheeres“), die das Gemeinwohl maximal zum eigenem Nutzen schädigte oder ausraubte, verachtet die Betroffenen noch für ihre Situation, vermutlich auch deswegen, weil diese sich das alles noch bieten lassen.

Carlos Fabra_ruinosa

Familie Fabre ist ein besonders widerwärtiges Beispiel langjährigen Banditentums: Andrea Fabra ist die Tochter von Carlos Fabra, dem Präsidenten der Provinzialverwaltung von Castellón (in fünfter Generation der Familie). Carlos Fabra hat den Flughafen von Castellón zu verantworten, diesen Flughafen des Volkes für 300 Millionen Euro, auf dem gar keine Flugzeuge starten und landen, aber viel zum Nutzen weniger verbaut wurde.

Vor den Flughafen, faktisch eine Bauruine hat Papa Carlos eine 23 Meter hohe Statue zu Ehren von Carlos Fabra stellen lassen, die 300.000 Euro gekostet hat. Kein Wunder dass diese Tochter so feixen kann.

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Die mit viel Hilfe zusammengehaltene Macht


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