Frankfurter Gemeine Zeitung

Sollen sie sich doch ficken!

Ja, so lässt es sich jubeln!

Selten deutlich kommen die Tage tatsächliche Einstellungen der “politischen Elite” in Europa in die Öffentlichkeit. Diesmal geht es nicht um “Hochdruckreiniger” in Vororten oder Armeeeinsätze in den Städten wie es politische Spitzen in Frankreich und Endgland forderten, sondern die Behandlung von Arbeitslosen.

Andrea Fabra

Die konservative Abgeordnete im spanischen Parlament Andrea Fabra konnte sich über den letzten Beschluß der illustren Versammlung vor Freude nicht mehr halten: “¡Que se jodan!” kreischte die nett anzusehende Bürgertochter nach der drastischen Kürzung der Arbeitslosenhilfe (das heißt für 23 % der spanischen Arbeitsbevölkerung) – “sollen sie sich doch ficken”. Nach dem Motto: sonst bleibt denen eh nix, und das ist echt gut so.

Als Tochter aus einem durch und durch korrupten Elitenhaushalt wirft sie ein Schlaglicht auf die politische Verfassung ganz Europas, mit einer wirtschaftsliberalen Agenda, die sich seit Jahren auf Sozialabbau über die Grenzen der Mitgliedsländer konzentrierte, und deren geldwerte Ergebnisse in die Tasche eigener oder befreundeter “Clans” landeten. Es sei erwähnt, dass besagte Dame Mitglied der spanischen Konservativen ist, der Schwesterregierung von schwarz-gelb hierzulande.

In manchen Ländern, wie bei uns trifft eher die Rede von “struktureller Korruption” und Drehtüreffekte, in Griechenland, mitunter in Spanien hat persönliche Korruption zuweilen noch bessere Chancen.

Das macht den Vorgang so bemerkenswert: diese Bagage (“Gesindel eines Landsknechtsheeres“), die das Gemeinwohl maximal zum eigenem Nutzen schädigte oder ausraubte, verachtet die Betroffenen noch für ihre Situation, vermutlich auch deswegen, weil diese sich das alles noch bieten lassen.

Carlos Fabra_ruinosa

Familie Fabre ist ein besonders widerwärtiges Beispiel langjährigen Banditentums: Andrea Fabra ist die Tochter von Carlos Fabra, dem Präsidenten der Provinzialverwaltung von Castellón (in fünfter Generation der Familie). Carlos Fabra hat den Flughafen von Castellón zu verantworten, diesen Flughafen des Volkes für 300 Millionen Euro, auf dem gar keine Flugzeuge starten und landen, aber viel zum Nutzen weniger verbaut wurde.

Vor den Flughafen, faktisch eine Bauruine hat Papa Carlos eine 23 Meter hohe Statue zu Ehren von Carlos Fabra stellen lassen, die 300.000 Euro gekostet hat. Kein Wunder dass diese Tochter so feixen kann.

sculpture_inspired_by_carlos_fabra

Die mit viel Hilfe zusammengehaltene Macht


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