Frankfurter Gemeine Zeitung

Plenum des Frankfurter Netzwerks “Wem gehört die Stadt?”

Wir laden alle Frankfurter Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen zu einem erweiterten Treffen am Sonntag, den 16. September um 14.30 Uhr im Klapperfeld (Klapperfeldstraße 5) ein, bei dem wir die bisherige Struktur und Praxis des Netzwerkes zusammen mit den aktuellen stadtpolitischen Entwicklungen und möglichen Gegenstrategien diskutieren wollen.

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Wir würden uns freuen, wenn ihr möglichst zahlreich erscheint, denn die zunehmende Sichtbarkeit der Ausrichtung der Stadt an Verwertungsinteressen ist nicht nur politisch ein Problem, sondern tangiert auch unmittelbar unser aller Lebens- und Arbeitsumfeld. Zudem gehen einige Auseinandersetzungen, etwa um die Zukunft des Campus Bockenheim, bald in eine entscheidende Phase – und wenn sich die Frankfurter Linke hier nicht einmischt, ist ja ziemlich klar, wer und was sich hier durchsetzen wird.

Zum Hintergrund des Treffens:

Seit der Gründung des Netzwerkes hat es bereits diverse Aktionen (bspw. den Aktionstag im Mai 2011, den aktionistischen Kongress Ende 2011, diverse Spaziergänge, Demonstrationen, Partys und Besetzungen) gegeben, die die kapitalistische Stadtentwicklungen und Gentrifizierungsprozesse in Frankfurt thematisiert und kritisiert haben. Nicht zuletzt durch diese kontinuierlichen Aktionen ist das Netzwerk mittlerweile einer größeren Frankfurter (Medien-)Öffentlichkeit bekannt und wird dort als Stichwortgeber wahrgenommen. Dies kann durchaus als Erfolg in einem Politikfeld gewertet werden, das in anderen Städten (international und bundesweit) schon länger Bestandteil der Praxis linker Zusammenhänge ist.

In Frankfurt wird das bisher jedoch nur vereinzelt von der Szene wahrgenommen. Das verwundert ein wenig, da es – egal ob ständige Mieterhöhungen, fehlender Raum für unkommerzielle Kunst- und Kultur, die Umstrukturierung zur (Green) Global City oder auch die systematischen Nervereien von Ordnungsamt und Polizei – zahlreiche Konfliktpunkte und Interventionsmöglichkeiten gibt.

Nicht erst in der letzten Zeit zeigen sich zudem immer wieder Probleme im Netzwerk (z.B. die geringe und/oder stark fluktuierende Beteiligung), die dessen Arbeit stark beeinträchtigen und mit denen wir uns deshalb gerne auch in einen größeren Rahmen auseinandersetzen möchten.

Zur Vorbereitung der gemeinsamen Diskussion wird es einen kurzen Input geben, der die aktuelle Stadtentwicklung in Frankfurt aufzeigt und die Probleme des Netzwerkes aus der Perspektive einiger Aktiver benennt. Auf dieser Grundlage möchten wir dann über mögliche notwendige strukturelle Veränderungen im Netzwerk und zukünftige gemeinsame Projekte diskutieren. Eine möglichst große Beteiligung aller Frankfurter Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen wäre für diese Diskussion mehr als wünschenswert. Denn die Stadt gehört uns allen nur, wenn wir sie uns nehmen. Auf geht’s!

www.wemgehoertdiestadt.net


Getestet und scheiße gefunden: Nationale Liedermacher

Ich muss es gestehen: Manchmal ist mein Musikgeschmack etwas altbacken.
Ich liebe alte Männer, die sich alleine mit einer Klampfe auf die Bühne stellen und vom Wandern oder der Politik singen.

Hannes Waders „Heute hier morgen dort“ kann ich (glaube ich) immer noch auswendig und wenn die Nacht spät aber ich noch nicht müde bin, lande ich oft bei der Musik von Franz Josef Degenhardt.

Auch Funny van Dannen finde ich toll, sowie Götz Widmann und manchmal sogar Reinhard Mey.
Kurzum, ich mag deutsche Liedermacher, einfach weil ich ihre scharfsinnigen Texte meist gut durchdacht und gereimt finde und ihre Melodien mir ins Ohr gehen.

Außerdem macht es viel mehr Spaß am Ende einer Party mit geschätzten 2,2 Promille zu versuchen „Es liegen drei glänzende Kugeln“ zu singen als „Ich hab ein knallrotes Gummiboot“ oder den „Anton aus Tirol“.

Inzwischen ist es halt so, dass die Nazis, aus Mangel an eigenen Ideen und weil die wenigen eigenen Konzepte so schrecklich unattraktiv sind, den Linken alles nachmachen. Autonome Nationalisten kleiden sich wie die Antifa und rechte Think-Tanks versuchen, Rechtsradikale zu einer unterdrückten Minderheit zu stilisieren.
Auch ihre Gegner als Nazis zu beschimpfen haben die Nazis inzwischen gelernt, indem sie Linke gerne als „Linksfaschisten“ bezeichnen.

Kein Wunder also, dass die Nazis jetzt auch ihre eigenen Liedermacher haben. Aus Mangel an intelligentem Personal auf Naziseite müssen diese auch Multitaskingfähigkeit beweisen und gleichzeitig noch bei Wahlen für die NPD antreten.

Irgendwie wollte ich mir das einmal antun und sah mir ein paar Youtube-Videos von ein paar besonders kapitalen Exemplaren der Gattung „nationale Liedermacher“ an.
Dass ich ihre politischen Überzeugungen scheiße finden würde, war mir dabei ohnehin schon klar.
Doch wer weiß? Vielleicht könnten sie ja wenigstens eingängige Melodien haben?
Oder vielleicht würden sie einen cleveren Spruch bringen, der zwar daneben und rassistisch ist, einen aber doch auf irgendeine perverse Art zum Schmunzeln bringt?

Man kann es nicht wissen, wenn man es nicht probiert hat. Ich begann also mit dem Nazi-Sänger schlechthin, dem NPD-Barden Frank Rennicke, der von dieser sogar als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde. Und tatsächlich musste ich lachen.
Denn dieses seitengescheitelte Erdmännchen dessen Gesicht auf die Entfernung aussieht wie das des Mädchens auf dem Etikett der Rotbäckchensaft-Flaschen dabei sehen und hören zu können, wie es mit dünnem Stimmchen patriotischen Nonsense fiepst, war mehr als meine Lachmuskeln ertragen konnten.

Und die Texte erst… Wortwitz? Vorhanden, aber nur unfreiwillig! Reimstruktur? Hausmaus! Inhaltlich? Oh mein Gott!

In einem Text beispielsweise wurde die Geschichte eines fünfzehnjährigen (natürlich deutschen) Mädchens erzählt, welches so dumm ist, ihr junges Leben für einen schwarz-weiß-roten Stofflappen wegzuwerfen.
Frank Rennicke hielt dieses Beispiel jedenfalls für derart nachahmungswürdig, dass ich mich frage warum er sich eigentlich darüber aufregt, dass die sogenannten „Reinrassigen“ oder „Autochthonen“, wie es im Nazi-Neusprech inzwischen heißt, am Aussterben sind.

Nachdem ich das über mich ergehen lassen hatte, musste ich erst einmal etwas Intelligentes sehen. Dankenswerterweise zeigte mir Youtube nach dem Lied von Frank Rennicke unter „ähnliche Videos“ ein Video mit dem Titel „Frau pisst in Dusche“. (kein Witz!)

Solcherart gestärkt konnte ich mich dann doch noch einmal an Frank Rennicke heranwagen und hörte mir ein Lied an mit dem Titel „Nun höret mein Lied“.
„Ok Frank… Mach ich…“

Dazu gab es natürlich auch ein Video, welches der „Künstler“ wohl am heimischen Ententeich aufgenommen hatte. Nachdem man Rennicke zur Musik einer im Video nicht sichtbaren Mundharmonika am Ufer des besagten Tümpels entlangspazieren sah, begann der Gesang zu einer Nahaufnahme von Rennickes Hautporen und seinen gelben Zähnen.

In dem Lied ging es, wie der Titel schon sagt, um seine „tollen“ Lieder. Die sind nämlich nicht Englisch oder so, sondern „deutsch und klar“.
Das fand ich natürlich schade, denn ich hätte den Versuchen des Vollpfostens etwas auf Englisch zu singen gerne beigewohnt.
(„Zis iss mei sonng. Its reiht änt not wrong“… oder so…)

So musste ich mich leider mit seinen deutschen Textpassagen begnügen, von denen eine ungefähr so ging:

„Nun höret mein Lied
welches hinauszieht
über Wälder und Straßen hinweg
über Berge und Seen

welches ich oft sang
mit eigenem Klang
denn auch durch Lie-hie-der
kann man Menschen verstehn“

Ich hatte nun wirklich genug verstanden und als Rapper und Poetry-Künstler tat es mir einfach weh zu hören, wie jemand „sang“ auf „Klang“ oder „Lied“ auf „hinauszieht“ reimt.
„Glied“ auf „hinauszieht“ wäre zwar nicht besser gereimt, aber hätte vielleicht wenigstens für einen Schenkelklopfer gesorgt, wie die zehn nackten Frisösen mit den feuchten…. Haaren.
Aber das textliche Niveau eines Mickie Krause wird für Frank Rennicke wohl ewig unerreichbar bleiben.

Dazu noch der abgelutschte Verweis auf Berge und Seen? Warum sind dann in diesem Kackvideo keine zu sehen, sondern nur ein verrotzter umgekippter Tümpel mit Schwänen und Enten drauf, die auch noch ein Closeup von der Kamera kriegen… Arrrrrrrrrrrgh!

Ok… Rennicke war durch für mich.

Aber vielleicht könnte ja eine zarte weibliche Stimme mich davon überzeugen, dass Nazi-Liedermacher doch irgendwie erträglich oder wenigstens ohne Brechreiz hörbar sind?
Ich probierte es also mit der „Künstlerin“ Annett Müller, die ja auch immerhin schon auf den „Schulhof-CDs“ der NPD vertreten war.

Doch das mit der zarten weiblichen Stimme erwies sich als Trugschluss, denn ihr Gesang klang eher wie das Klagelied der aussterbenden Manati-Seekühe (ohne diese possierlichen Tierchen nun beleidigen zu wollen) und zwischen ihren Texten die zwischen Gejammer über ihre persönliche Misere und Gejammer über den aktuellen Zustand Deutschlands schwankten, fand sie immer Platz für das ein- oder andere gutturale Grunzen.

Naja… Grund zum Jammern und Klagen hat Annett Müller nun wahrlich genug. Seit sie sich offen zur rechten Szene bekennt, hat sie nämlich nicht einmal mehr ihre Mama lieb, wie sie der geneigten Hörerschaft in ihrem Song „Verraten, verkauft, verlogen“ anvertraut.
Zu allem Leid ist dann auch noch ihr Gatte Michael Müller, der ebenfalls als rechtsradikaler Musiker bekannt war, an einem Gehirntumor verstorben.
Da ich kein Onkologe bin, kann ich über einen Zusammenhang mit den liebreizenden Gesängen seiner Gattin nur mutmaßen, doch einen plausiblen Grund für das satte Paket an Kummerspeck, welches die Dame mit sich herumträgt, kann sie vorweisen.

Böse Zungen könnten sie angesichts ihrer Leibesfülle vielleicht mit einem Wal vergleichen, doch so ein Vergleich geziemt sich nun wirklich nicht.
Wale sind nämlich intelligent und können wunderschön singen.

Die Intelligenz von Annett Müller kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen, da ich sie nicht persönlich getroffen habe, aber diese Textpassage hier liefert zumindest ein gutes Beispiel für den Umfang ihres lyrischen Ausdrucksvermögens:

„Doch ich hör deine Stimme,
die sanft zu mir spricht:
du Kamerad, bitte verrat` uns nicht.
Wir haben alles gegeben
und bezahlt mit unsrem Leben.
Nun ist`s an der Zeit,
übernehmt unsren Eid.
Nehmt im Geiste die Waffen,
ich weiß ihr werdet`s schaffen.
Und habt keine Angst, ihr seid nicht allein –
egal was geschieht, wir werden bei euch sein.“

Weitere Lieder von Annett Müller heißen übrigens „Deutsche Mutter“, „Lass mich weinen“ (warum sie so was singen muss weiß ich nicht… sie tut das doch sowieso die ganze Zeit), „Wir hassen Kinderschänder“ und „Weil ich Dich lieb“ und bieten weitere schlichte Reime für schlichte Geister.

Ich gab Annett Müller dann doch noch eine Chance und hörte mir zu guter Letzt noch ein Lied an, welches sie für ihren verstorbenen Mann geschrieben hat.
Vielleicht hatte sie sich ja wenigstens zu dessen Ehren einmal bemüht, nicht scheiße zu sein.
Als sie sich dann aber gegen Mitte des Liedes nicht mehr halten konnte und geradezu furchtbar anfing herumzugrunzen und zu plärren, wie ein trauriges Walross, das seinen blauen Plastikeimer vermisst (wer´s nicht versteht, googelt Bilder zu „Lolrus bukkit“), war es more than I could stand.
Ich musste es einfach wegklicken.

Bitte versteht mich nicht falsch:
Wenn eine Künstlerin live während eines emotionalen Liedes in Tränen ausbricht, kann ich es gut verstehen und würde mich nicht darüber lustig machen.
Doch für mich klang der Sound stark nach Studioaufnahme! Wenn da so etwas passiert recorded man es eben nochmal.
Stattdessen beschloss Annett Müller, ihr Grunzen/Schluchzen/Abkacken der Stimme auf dem Lied zu lassen, was in diesem Fall einfach nichts als billiges fishing for compassion ist, welches ich noch weitaus ärmer als jedes fishing for compliments finde.

Dies reichte mir nun, um die Dame mit ihrem Schmerz alleine zu lassen und mich einem anderen Nazi-Barden zuzuwenden, nämlich Jörg Hähnel.

Zuerst war ich von dessen Musik und Auftreten fast positiv überrascht. Im Gegensatz zu anderen rechtsradikalen Künstlern erschien er mir nicht wie eine personifizierte Realsatire.
Singen konnte er immerhin und seine Texte waren nicht ganz so entsetzlich platt.
Doch mit jedem Lied, das ich von ihm hörte, wurde mir der Mann unangenehmer.

Irgendwann stieß ich dann auf ein Lied namens „Gehorsam und Treue“, bei dem den Hörern ebendiese Worte immer und immer wieder in mantraartiger Wiederholung in den Kopf gehämmert wurden.
Und das war nun wirklich nichts, was ich mir auf einer fröhlichen Fahrt mit Freunden zur Klampfe am Lagerfeuer antun wollte. („Gehorsam und Treue, Gehorsam und Treue, Gehorsam und Treue, Gehorsam und Treue, Gehorsam und Treue, Gehorsam und Treue … aaaaaahhh… STOP IT“)

Durch den schönen deutschen Wald wird bei Jörg Hähnel auch nicht gewandert oder spaziert, sondern stramm marschiert.
Wie seine Militär- und Kampflyriken allerdings zu Hähnels proklamierten „Lob der Stille“ passen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Zudem vertonte Hähnel auch ein Lied der HJ namens „Ein junges Volk steht auf“ neu, obwohl die NPD, der er selbst in führender Position angehört, zumindest öffentlich versucht, sich vom Dritten Reich zu distanzieren, nach dem Motto „Wir sind doch gar nicht so schlimm, wie die damals“.

Irgendwie begann die Verlogenheit dieses beinharten Nazis, der sich auf seiner Homepage gerne als treusorgender Familienvater präsentiert (einschließlich debil aus der Wäsche guckenden Kindes, welches an seinem Ärmel lutscht) mich doch ein Wenig zu nerven.

Ich wollte wissen, ob er zwischen HJ-Gesängen, Marsch- und Kampfliedern und schwermütigen Balladen mit (national) erzieherischem Unterton noch etwas zu bieten hat und suchte nach irgendetwas Lustigem, irgendetwas, wo vielleicht wenigstens ein Bisschen Selbstironie durchklingt.
Doch Selbstironie oder auch nur ein Anflug von Humor scheinen für die Damen und Herren rechte Liedermacher ein Fremdwort zu sein und Fremdwörter stehen da ja nicht so hoch im Kurs.

Trotzdem schien mir Jörg Hähnel irgendwie noch intelligenter zu sein als die anderen nationalen Liedermacher, die ich mir anhörte. Sympathischer machte mir das den Herren Hähnel allerdings nicht, denn ich musste dabei an einen Spruch von Gerhard Bronner denken:
„Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.“

Nachdem ich dann noch feststellen musste, dass Hähnels Lieder irgendwie alle gleich klingen, wurde es mir einfach zu doof, mir den braunen Brainwash weiter zu geben.

Wer sich angesichts dessen nun fragt, warum ich mir tatsächlich eine Nacht um die Ohren geschlagen habe, um mir Nazimusik reinzuziehen, nur um dann zu diesem eigentlich erwartbaren Ergebnis zu kommen, den möchte ich an den genialen amerikanischen Aktionskünstler Steve-O erinnern, der die harte synthetische Droge PCP zum Wohle der Menschheit probierte, auf dass sich kein anderer jemals wieder diesen gehirnfickenden Scheiß antue.

Das war´s dann also für mich mit diesem heitern Ausflug an den rechten Rand.
Ich bin jetzt draußen… wie´n Würstchenstand.


Blockupy Frankfurt geht weiter

Öffentliche Diskussionsveranstaltung und Vorbereitung am Samstag, 20. Oktober für Aktionstage in 2013

Blockupy Frankfurt geht weiter. In einem Großzelt in der Frankfurter Innenstadt will das Bündnis am Samstag, 20. Oktober, einen Teil der inhaltlichen Diskussionen nachholen, die während der Aktionstage im Mai wegen des städtischen Totalverbots ausfallen mussten. Am folgenden Sonntag, 21. Oktober, wollen die Aktivistinnen und Aktivisten erste Ideen für erneute Blockupy-Aktionstage im kommenden Jahr austauschen.

Die Teilnehmenden der Aktionstage im Mai haben mit Mut und Verantwortungsbewusstsein das Demonstrationsrecht verteidigt. Sie haben trotz der beispiellosen Verbotsorgie die Kritik an der europäischen Krisenpolitik – insbesondere der deutschen Regierung – am Sitz der Europäischen Zentralbank laut und deutlich vorgetragen“, sagte Werner Rätz von Blockupy Frankfurt. Dennoch hätten das grundrechtswidrige Versammlungsverbot und das martialische Auftreten der Polizei dazu geführt, dass ein großer Teil des inhaltlichen Programms nicht stattfinden oder von den Bürgerinnen und Bürgern kaum wahrgenommen werden konnte.

Blockupy-Sprecher Martin Behrsing: “Wir sind sicher, dass die Menschen in Frankfurt und Umgebung wissen wollen, wofür Blockupy steht und welche Inhalte wir diskutieren. Das holen wir jetzt nach.” Mit der ganztägigen Veranstaltung am 20. Oktober wird das Bündnis den Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit geben, sich über die gegenwärtige Krisenpolitik und ihre Folgen zu informieren und Alternativen zum europaweiten Spardiktat zu diskutieren. Der genaue Ort und ein detailliertes Programm stehen noch nicht fest.

Zehntausende Menschen aus ganz Europa beteiligten sich vom 16. bis 19. Mai an den Aktionstagen in Frankfurt, zu denen das Blockupy-Bündnis unter dem Motto “Widerstand gegen das Spardiktat von Troika und Regierung – Für internationale Solidarität und Demokratisierung aller Lebensbereiche” aufgerufen hatte. Trotz des umfassenden Versammlungsverbots der Stadt besetzten Demonstranten den Paulsplatz und Römerberg, immer wieder kam es in der Stadt zu spontanen Kundgebungen und Blockaden. Bei der – gerichtlich genehmigten – Abschluss-Demonstration gingen 30.000 Menschen auf der Straße. Von dem Blockupy-Totalverbot betroffen waren auch mehr als 70 politische und künstlerische Veranstaltungen: Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte.

Das Blockupy-Bündnis wird getragen von Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener linker Gruppen und Organisationen, darunter die Interventionistische Linke, Attac, Occupy Frankfurt und das Erwerbslosen-Forum Deutschland.


Im Fokus: Bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt – Wunsch oder Wirklichkeit?

hr-iNFO präsentiert:

Am  Donnerstag, 30.08.12, 18:00 Uhr auf der  Terasse des Café Hauptwache, 60311 Frankfurt am Main

Wohnen in Frankfurt wird immer teurer, die Mieten steigen weiter an. Gleichzeitig ist das Wohnungsangebot knapp. Gibt es noch bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt? hr-iNFO und die Frankfurter Neue Presse laden zu einer Diskussionsrunde am 30. August ein.

Zudem sind die Quadratmeterpreise in der Mainmetropole gegenüber dem Vorjahr zuletzt drastisch angestiegen. Durchschnittlich verlangen Vermieter bereits mehr als zehn Euro pro Quadratmeter. Zudem könten laut einer Studie des Forschungsinstituts Pestel bald um die 17.000 Mietwohnungen in Frankfurt fehlen. Ist bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt also Wunsch oder noch Wirklichkeit?

Darüber diskutieren im Rahmen der Diskussionsreihe “Im Fokus” auf dem Podium direkt an der Hauptwache:

Peter Feldmann, Oberbürgermeister Frankfurt

Frank Junker, Vorsitzender der ABG Frankfurt Holding

Jürgen Conzelmann, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Frankfurter Haus- Grund- & Wohnungseigentümer e.V.

Durch die Veranstaltung führt hr-iNFO-Moderator Dirk Wagner. Der Eintritt ist kostenlos. Besucher sind herzlich dazu eingeladen, mitzudiskutieren.

Die Auswahl der Disputanten – 2 Vertreter der Immobilienbesitzer und ein Politiker – zeigt die politischen Vorlieben, die Einäugigkeit öffentlich-rechtlicher Medien bestens.

Nichts spricht dagegen, dass sich die Bürger, die das schließlich bezahlen sollen, lautstark zu Wort melden!


EZB und das Ostend: Umbaustationen

Das Frankfurter Ostend wird umgebaut, ganz zugerichtet auf die Bedürfnisse der finanzregulierten Alpha-City. Die EZB auf der ehemaligen Großmarkthalle und ihre bauliche Garnierung zeigt den Wandel der europäischen Ökonomie und Lebensweisen wie in einem Brennglas.
Die Vorgeschichte des Ostends kennt kaum noch jemand: zwischen Flößerbrücke und Hanauer Landstrasse standen bis vor zehn, zwanzig Jahren noch große Teile der Frankfurter Metallindustrie, weit mehr Firmen als im Westen um die Adlerwerke im Gallus. Vor der neuen EZB zum Beispiel, in Front der jetzigen A-Lagen Eigentumswohnungen am Main war die Weseler Werft. Von der aus ging es Richtung Osthafen zu den Metallverwertungsfirmen wie Thyssen – genau dort, wo in Zukunft der Park entstehen soll, in dem die Bürger andächtig vor der EZB verweilen dürfen. Der Main war für die Metallverwertverwerter wichtig, die Berge gesammelten Metallschrotts konnten hier nämlich direkt über die Kaimauer ins Schiff verladen werden.
Gegenüber, etwa dort wo es von der Honsellbrücke zur neuen Brücke geht, die gerade über den Main installiert wird, arbeitete British Steel in einer großen Halle. Die Geschichte dieses internationalen Konzerns kann als Symbol des europäischen Umbaus begriffen werden, und er kommt hier vor Ort besonders stark zur Geltung. Zur Zeit der britischen Labour-Regierung in den 60ern wurde die quasi-staatliche Großfirma für Metallverarbeitung in England aus vielen kleinen geformt, und sie übernahm schließlich auch einen Betrieb in Frankfurt. Die neoliberale Politikerin Thatcher privatisierte die Firma, aus Großbritannien sollte eine profitable Banken- und Dienstleistungsinsel werden. Mit British Steel ging es entsprechend bergab, vor Jahren wurde sie an die indische Tata Steel verkauft. Dort wird jetzt Metall für die Welt hergestellt und in Frankfurt ist das Werk schon lange dicht.

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7200 Minuten in Barcelona

Es war heiß in Barcelona, als ich dort war (Juli)

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Mainz: Szenen einer Besetzung

Ein Hausbesetzung in Mainz, kann das sein? Ja, aber jetzt droht die Räumung. Am Donnerstag sind drei Wochen vergangen seit der Hausbesetzung Obere Austraße 7 am Mainzer Zollhafen. Seitdem haben die Besetzer_innen und viele Unterstützer_innen Beeindruckendes geschafft: umfangreiche Gebäude von Schrott befreit und instandbesetzt, Wände gestrichen und bemalt, ein Hoffest, unzählige Workshops, Filmabende und Küfas [...]

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Bockenheim: Jour Fixe zum “Offenen Haus der Kulturen”

EINLADUNG ZUM ERSTEN JOUR FIXE INS STUDIERENDEN HAUS Mit Vorträgen, Diskussionen, Musik, Filmen Lesungen, kleinen Austsellungen etc. wollen sich Gruppen und Initiativen in der ehemaligen Buchhandlung im Studierendenhaus an einem regelmäßig stattfindenenden JOUR FIXE vorstellen. Damit soll schon “als Übung” ein Teil von dem Leben in das Studierendenhaus einziehen, das in dem künftigen “Offenen Haus [...]

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Liebe Pussy Riots, bitte helft uns doch in Frankfurt weiter!

Wir sind in Deutschland wirklich beeindruckt, wie ihr mitten in Moskau mit eurem witzigen, mutigen Auftritt an einer Schaltstelle der Macht ein kleines Beben erzeugen konntet, veröffentlicht in der symbolträchtigen Kirche in der Nähe des Regierungszentrums. Die russische Mischung aus autoritärer staatlicher Herrschaft, Rohstofffirmen und feudaler Kirche stottert gegenüber einigen wütenden Mädchen. Selbst korrupte Gerichte sowie geifernde Öffentlichkeit zu Hause nehmen euch nicht die Courage. Aber ihr habt ja auch Unterstützung rund um die Welt, kein Mainstreammedium bei uns bibbert nicht mit euch, Appelle unserer Kanzlerin eingeschlossen. Immer seid ihr in der Headline.
Hoffentlich kommt ihr bald raus, und eure neuen Zaren ins Wanken.

Dann könnt ihr nämlich ganz schnell zu uns kommen, denn hier am Main ist die Lage auch sehr übel. Zwar geht es bei uns vor Ort nicht um das Heilige der Religion, die Kirche, sondern um das Heilige des Geldes, die Banken. Und von denen haben wir ganz viele in Frankfurt, und sie sind genauso mit staatlichen Institutionen verbandelt wie bei euch die Kirche, vielleicht noch mehr, weil die Banken einfach so verdammt viel Knete haben.

Oben: Moskau  -  Unten: Frankfurt
Oben: Moskau – Unten: Frankfurt

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eigentümlich frei- Ein stramm rechtes Gesinnungsblatt mit libertärem Anteil

Heute den 20.08.2012 endet eine Werbeaktion der monatlich erscheinenden Zeitschrift mit dem Namen „eigentümlich frei“.
Diese wurde an exponierter Stelle in zahlreichen Bahnhofskiosken ausgelegt, um dort laut Eigenwerbung der Online-Präsenz von eigentümlich frei „in luftig plexigläsernen Ständern“ den Reisenden ins Auge zu springen.

Dies ist insofern beachtenswert, als das Blatt und auch das dazugehörige Blog unter einem libertären Deckmantel klar rechte Positionen bezieht und auch nicht davor zurückschreckt, im Dienste seiner Sache Nazis argumentativ zu legitimieren.

Vordergründig gibt das Blatt vor, unbedingt für Meinungsfreiheit einzutreten, doch beim Lesen von ein paar Artikeln muss es einem dann doch so vorkommen, als solle die propagierte Meinungsfreiheit zwar für astreine Nazi-Faschisten gelten, nicht jedoch für Linke, die dort auch gerne als „Linksfaschisten“ diffamiert werden.

Überhaupt scheint eigentümlich frei in Bezug darauf, was Meinungsfreiheit sei und was nicht, recht schizophrene Ansichten zu vertreten:
So zeigt sich André F. Lichtschlag, Chefredakteur von eigentümlich frei, in einem aktuellen Artikel sehr begeistert von Wladimir Putin, der ja nicht gerade der größte lebende Verfechter von Meinungsfreiheit ist, wobei er allerdings kritisiert, dass Putin den Sozialstaat und die Krankenversicherung ausgebaut habe, was „weniger gut“ sei.
Trotzdem werden im Online-Shop weiterhin T-Shirts mit einem Konterfei Putins und dem Schriftzug „Russian Capitalism“ verkauft.

Die Meinungsfreiheit der Band „Pussy Riot“ wird hingegen von dem Autor, der nach eigenem Selbstverständnis kompromisslos für das freie Wort eintreten will, mit dem Hinweis weggewischt, deren Handeln wäre auch in Deutschland verboten gewesen, wobei er geflissentlich zu erwähnen vergisst, dass in Deutschland (wenn überhaupt) allenfalls eine Geldstrafe wegen Hausfriedensbruchs oder wegen Störung der Religionsausübung nach § 167 StGB herausgekommen wäre und nicht drei Jahre Straflager.

Aber “Pussy Riot” passen nun einmal nicht in das Weltbild von eigentümlich frei, anders als der Volksverhetzer und Holocaustleugner Horst Mahler.

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Die schleichende Aushöhlung der antimilitaristischen Prinzipien des Grundgesetzes

Das Grundgesetz ist unzweifelhaft zu wesentlichen Teilen ein Produkt der deutschen Erfahrungen durch zwei Weltkriege und die Schrecken der Nazi-Diktatur. Insofern war es bei seiner Verfassung beabsichtigt und gewünscht, dass das Grundgesetz (möglichst für alle Zeiten) verhindern sollte, dass sich das deutsche Militär jemals wieder an einem Angriffskrieg beteiligt oder gegen die eigene Zivilbevölkerung eingesetzt würde.

Dieser grundlegende Verfassungsgedanke scheint inzwischen kaum noch eine Rolle zu spielen.
Die Bundeswehr beteiligt sich, seitdem 1995 deutsche ECR-Tornados zum Einsatz in Bosnien starteten, regelmäßig an militärischen Missionen im Ausland.
Erinnern wir uns einmal zurück, was es damals für Bedenken und Proteste gab.
Heute hingegen gehört es zur Normalität, dass man Nachrichten darüber bekommt, wie deutsche Bodentruppen in blutige Gefechte in Afghanistan verwickelt sind und zwar mit Verlusten bei eigenen Soldaten, gegnerischen Kombattanten und Zivilisten.

Der Aufschrei darüber hält sich mittlerweile in Grenzen, es ist also eine Art von Gewöhnung eingetreten, welche sich sowohl in dem zynischen Satz des SPD-Politikers und ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindukusch verteidigt manifestierte, als auch in den Äußerungen des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, die Deutschen müssten sich darauf einstellen, künftig ihre wirtschaftlichen Interessen auch im Ausland militärisch zu verteidigen.
Wenigstens im Falle von Horst Köhler reagierte das sonst recht eingelullte öffentliche Bewusstsein allerdings noch, so dass dieser auf starken medialen Druck hin seinen Hut nahm. Doch scheint mir auch dies eher ein letztes schwaches Aufbäumen einer Bevölkerung zu sein, die ihre schleichende Militarisierung sonst eher schulterzuckend hinnimmt.

Meine Mutter sprach damals, als die Tornado-Einsätze durch die Medien gingen, von Salamitaktik und ein treffenderes Wort konnte sie kaum finden.

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Filmabend zu Blockupy, den “Tagen der Verbote”

Videoteam von Occupy:Frankfurt zeigt Videos zu Blockupy Das Videoteam von Occupy:Frankfurt veranstaltet am Sonntag, den 19. August 2012, 19.00 Uhr, im Club Voltaire einen Filmabend zu Blockupy. Die Filmaktivisten waren bei den Aktionstagen im Mai rund um die Uhr dabei. Ihre Videos halten – abseits der kommerziellen TV-Sender – die Erinnerung an die Aktionstage wach: [...]

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Unsichtbare Hände: ganz kurz angebrannt

Die „unsichtbare Hände“ der Finanzmärkte haben die Tage wieder einen Minutencrash erzeugt, regelrecht aus der Tiefe des Raums rechnete sich das Markt-Risiko dabei selbst hoch. Solche Geldbeben beschäftigen meist eine Menge Leute in Frankfurt, ein Blick darauf lohnt sich.

Seit Jahrzehnten wird uns eine alte Geschichte aus dem 18. Jahrhundert als größte Weisheit über menschliches Zusammenleben verkauft: „Märkte“ bringen es angeblich aus sich selbst heraus zustande, dass sich unsere ökonomischen Dinge geführt durch eine „unsichtbare Hand“ zum besten für alle regeln. Allerdings ist es in den letzten 250 Jahren trotz vieler Versuche nie gelungen, die unsichtbaren Hände wirklich zu finden oder zu erklären: wie kommt in die Preise für Waren denn soviel Klugkeit rein? Gar: arbeiten diese unsichtbare Hände wirklich zum Wohle aller?
Nun gibt es eine Menge Märkte, bei denen die unsichtbare Hand ihr Spiel treiben kann. Es sei an den afrikanischen Waffenmarkt erinnert, bei dem die unsichtbare Hand z. B. die Geldkoffer von Krauss-Maffei trägt. Auch die fleißigen Lobbyisten in Brüssel haben gehörigen Anteil an den unsichtbaren Händen für die europäischen Verbrauchermärkte. Doch das soll hier nicht Thema sein.

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Besonders folgenreiche Märkte sind die „internationalen Finanzmärkte“. Jeder hört von ihnen, aber selbst hier in Frankfurt bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Bei Finanzmärkten ist allerdings auch eine gehörige Menge Unsichtbarkeit am Werke und die ist meistens noch blitzschnell in Aktion. Der Hände dort sind wirklich viele: fiktive, virtuelle, täuschende und irritierte. Egal mit welchen Unsichtbarkeiten diese Hände arbeiten, viele Leute arbeiten hier vor Ort mit ihnen und ihrer Unsichtbarkeit. Es wird eine Menge Geld damit kassiert, und wir haben alle gehörige Muffe vor ihnen. Wenn sie schlechter verfasst daherkommen, kann es uns schnell übel werden. Wie aber unterscheiden sich die Unsichtbarkeiten?

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Cameron will seinen eigenen Krieg – auf der Suche nach Assange

Phantastisch: Großbritannien überlegt, die Botschaft von Ecuador zu stürmen, um Julien Assanges endlich habhaft zu werden und ihn los zu werden, damit die Amis ihr Exempel statuieren können. Vor allem außerhalb Europas stößt diese alte Art Politik zu machen, auf grosses Interesse und man darf auf die Belagerungen britischer Botschaften schon sehr gespannt sein. Nun [...]

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18. August: Koblenzerstrassenfest!

Am Samstag findet wieder einmal das netteste Strassenfest Frankfurts: das Koblenzerstrassenfest statt!

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Unsere vielen Fronten und die Prozente

Nun ist es vorbei, das zweite Desaster nach der mißlungenen Fußball-EM: die europäische Führungsmacht Deutschland blieb in London weit hinter den Erwartungen zurück.

WELT und Focus diskutieren seit Tagen den mißglückten Auftritt bei den olympischen Spielen: statt der staatlich avisierten 86 Medaillen blieben nur 44 für uns übrig, 44 für die neue europäische Kraft, 44 von 962 oder 4,57 Prozent aller Medaillen. Zum Glück ist unsere staatliche Neuverschuldung unter 1 %, denn beim Sparen können wir den anderen zeigen, wo es wirklich lang geht.

Olympia 2012

Offensichtlich haben die anderen, die Problemfälle in Südeuropa das mit den Sparvorgaben langsam begriffen, immerhin, denn Spanien kam jetzt in London auf 1,76 %, Griechenland gar auf 0,2 Prozent Medaillenausbeute. Wenn das kein echter Erfolg ist! Dabei sprechen wir noch gar nicht von den sagenhaften 0,00%, mit denen Österreich im Londoner Finanzzentrum das Euro-Sparziel übererfüllte.

Ganz anders berechnen allerdings unsere Qualitätsmedien beim Nationenkampf, halten dagegen, dass wir mit den 86 geforderten Medaillen mehr als 1 Metall-Ehrung je Million Einwohner erreichen, mithin weit vor den USA und China landen würden, für die der Focus errechnet: “Bei den USA waren das 2008 pro Million 0,35 Medaillen, bei China gar nur 0,07“. Wirklich ein Haufen, der von den Funktionären verlangt wird, ist Deutschland denn tatsächlich schon vor den USA und China, echte Weltmacht? Trotz der schwächelnden Neu-Weltmacht wird fürs Gefühl der Nation schön gerechnet: 44 statt 41 mal Edelmetall in London versus Peking, immerhin glatte 7,3 Prozent Zuwachs für 132 Milllionen Investition in die deutsche Sportförderung. Ist das etwa nix?

Es lässt sich aber auch ganz anders rechnen: 11 Goldmedaillen jetzt gegen 16 in Peking, es heißt ja schließlich: “the winner takes all.” Und das ist dann ein erheblicher Einbruch, ein negativer Cash Flow von 31,25 % in 4 Jahren! Schon wird an Reorganisation, verbesserte Zielvorgaben und erweiterte Privatisierung für Olympia 2016 gedacht, wir finden schließlich genügend Vorbilder hier im Lande.

Dabei lohnt sich der Blick auf andere EU-Länder, in eine Gegend, die oft übersehen wird: Litauen erreichte 5 Medaillen in London, mithin 1,57 je eine Million Einwohner. Litauen kann als Vorbild für China, die USA und uns, ja, auch für Deutschland gelten. Sehen wir mal vom Rest ab.

All das zeigt auch, dass ganz genaue Kalkulationen uns die Weltzustände am besten verdeutlichen. Wir können aus deutscher Sicht dann wieder in Ruhe auf den ESM umschalten, und am Fernseher mit starken und schwachen Prozentwerten die Lage der vielen “Problemländer” um uns herum bewerten.

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Frühstück bei Fraport-Chef Schulte

Fraport-Chef Schulte kann jeden Morgen in aller Ruhe ohne Fluglärm auf seiner Terrasse frühstücken. Er ist mitverantwortlich dafür, dass viele Menschen in Frankfurt und um Frankfurt herum nicht mehr in diesen Genuss kommen können und darüber hinaus schweren Belastungen und gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind. Wegen der neuen Landebahn sind wir aus dem Frankfurter Norden (wie [...]

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Am I a fucking hipster?

Pony Pic
Neulich fragte mich ein Kumpel, was ich von sogenannten Hipstern halte. Er fand diese Leute ganz schlimm ablehnungswürdig, denn sie seien nervtötend, versnobt und außerdem sei ihr Klamottenstil so was von Oberscheiße das gäbe es gar nicht.

Ich fand das interessant, da ich mich mit dem Thema der Hipster bis dahin nicht ernsthaft beschäftigt hatte, wenngleich ich irgendwie am Rande mitbekommen hatte, dass es wieder Personen gibt, die sich so nennen, beziehungsweise von den Medien so bezeichnet werden.

Ich hatte auch ein ungefähres Bild vor Augen:
So ein Typ, der ein T-Shirt von irgendeiner unbekannten britischen Rockband zusammen mit einem Nadelstreifen-Sacko trägt, einen Hut aufhat wie Pete Doherty und dazu eine Brille mit möglichst breitem schwarzem Gestell. Ein Dreitagebart gehörte auch irgendwie zu diesem Bild oder aber vielleicht Kotletten.
Ich stellte mir eine Person vor, die früher regelmäßiger Neon-Leser war, sich dafür aber jetzt ein Bisschen zu erwachsen fühlt, ohne allerdings eine Familie gegründet zu haben und auf Nido (falls es das noch gibt) umgestiegen zu sein.

Was könnte so eine Person sonst lesen, fragte ich mich und dachte sofort an Spex, das Magazin für Popkultur und dazu vielleicht noch etwas Politisches; die taz würde passen. Schließlich ist es ja auch irgendwie ein Statement in der U-Bahn taz zu lesen.

Naja… dachte ich mir da… ein Hipster bin ich wohl nicht, obwohl ich auch irgendwie nicht verstand, was an diesen Leuten so schlimm sein soll. Wenigstens kann man sich mit diesen Leuten auf einer Party über etwas Anderes unterhalten, als den neuen Spiderman/Batman/Wasweisichwasman-Film.

Doch um sicher zu sein, konnte es nur einen Weg geben: Ich musste feminin gehen.

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Gedanken zum Fall Drygalla

In den letzten Tagen sind die deutschen Zeitungen voll von einem Bild:

Eine junge Frau mit wasserstoffblondierten Haaren, mit dem Gesicht eines schüchternen Mädchens blickt traurig zu Boden. Daneben finden sich auch andere Bilder der gleichen Frau in einem Sportlerdress mit Schultern wie ein Bauarbeiter, doch auch hier der ernste, gesenkte Blick.

Ein Bisschen Mitleid könnte ich da schon bekommen, selbst wenn mich manche Kontrahenten in Diskussionen schon als zynisches und empathieloses Monster bezeichnet haben.

Und ja, ich gebe es zu: Nadja Drygalla tut mir leid… irgendwie.

Nun wird diese junge Frau, deren Oberarme eventuell größer sind als ihr Intellekt und die nichts anderes wollte, als ihr Land bei der Olympiade zu vertreten, derart in einem negativen Kontext durch die Medien gezogen, dass ihr nicht nur ihre Olympiaträume versagt wurden, sondern sie auch ihr gesamtes künftiges Leben keinen vernünftigen Job mehr bekommen wird.

Das ist schon irgendwie hart.

Schließlich wurden ja nicht einmal ihr selbst Verbindungen in rechtsextreme Kreise nachgewiesen, sondern lediglich ihrem Freund. „Die Sippenhaft ist abgeschafft!“ möchte man da in lautem Protest dazwischenrufen.

Aber diesen Zwischenruf tätigen ja (leider) andere schon.

Für Deutschlands rechtskonservative bis rechtsextreme Bloggerszene ist der Fall nämlich klar: Es findet eine Hexenjagd statt, die von sogenannten „linken Gutmenschen“ betrieben wird, die vor keiner bösartigen Diffamierung gegen ihren politischen Gegner zurückschrecken.
Diese Blogs benutzen die Debatte als Vehikel, den doch glücklicherweise noch weitgehend vorhandenen öffentlichen Konsens der Ächtung rechtsradikalen Gedankengutes weiter zu unterhöhlen, wobei diese Unterhöhlung an vielen Stellen schon weit vorangeschritten ist.

Da ich persönlich allerdings wenig von Deutschlands rechtskonservativer bis rechtsextremer Bloggerszene halte, brachte mich dies dazu, mein Mitleid mit Frau Drygalla in dieser Sache noch einmal kritisch zu prüfen und dies führte mich zu der Frage:
Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Frau, die jahrelang Leben und Bett mit einem Rechtsradikalen teilt, dessen Einstellungen missbilligt?

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Die Sprache der 67er

von Roberto J. de Lapuente

Diese “inoffiziellen Informationen von Behörden” liest man ulkigerweise nur in Diekmanns Zeitung – sonst sind sie nirgends zu finden. Es sind inoffizielle Informationen, die vielleicht ganz offiziös von der BILD-Zeitung selbst stammen. Die lauten nämlich, dass sich das Occupy!-Camp aus “5 Aktivisten, 60 Rumänen, dazu 10 Alkoholkranke, 5 Junkies, 10 geistig Verwirrte” zusammensetze. Gruppen also, die von jeher keinen hohen Stand in der Redaktion dieses Blattes hatten. Man darf ohnehin von Glück sprechen, dass noch von Rumänen die Rede ist – in einschlägigen rechten Webpräsenzen, die so offenherzig schreiben können, wie es die BILD gerne täte, liest man etwas von Zigeunern und Ratten und hygienischen Untragbarkeiten – letztere zogen aber erst ins Camp, als die Zigeuner einzogen; es liegt also nicht am Nagegetier.

Was will uns Diekmann eigentlich sagen? Alkoholiker, Junkies und Verrückte – waren die Occupy!-Aktivisten das nicht von Anfang an irgendwie? Muß man nicht berauscht oder verblödet sein, wenn man die kapitalistische Welt nicht annimmt wie sie ist? Aber jetzt, da der Rückhalt in der Öffentlichkeit immer geringer wird, auch weil es vermutlich tatsächlich ein Hygieneproblem gibt, wie üblicherweise immer, wenn man zeltet, jetzt traut man sich auch, Occupy! derber zu beleidigen, zu verspotten und despektierlich zu machen…

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Frankfurter Mietspiegel – raus aus der Posse und rein ins Parlament

Beim Mietspiegel für Frankfurt hat es bei Erscheinen einige Aufregung gegeben, zugegeben, nicht im Ansatz genug, doch es könnte der Auftakt gewesen sein.
Dies setzt voraus, dass nicht nur die Mieter*innen vor allem der städtischen Gesellschaften sich zu organisieren beginnen, die Mitglieder der Mietervereine mobil machen und in diesen Vereinen endlich eine Diskussion über das Mandat dieser Organisationen führen, sondern es ist dafür zu sorgen, dass in dieser Frage die nötige produktive Unruhe ins Stadtparlament getragen wird.

Bislang waren diese Vertreter-Organisationen halt nicht mehr als das schmückende Beiwerk, das Legitimations-Mäntelchen einer ansonsten , na sagen wir mal, äusserst dubiosen Veranstaltung, was sich an den Ergebnissen deutlich ablesen lässt. Zudem hat es die Spitze des Magistrats stets sehr geschickt verstanden, diese Papiere durchs Parlament zu schmuggeln.
Es ist dies ein weiterer Beleg für die Missachtung demokratischer Regularien, die sich fortsetzt in PPP-Verträgen oder schlicht der Auslagerung von Aufgaben in zwar Stadt-eigene aber nichtsdestoweniger selbständige Gesellschaften, die jede Kontrolle mit dem Verweis auf Geschäftsgeheimnisse abschmettern.

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Der Rechtsweg ist erschöpft – Räumung des Occupy-Camps

Die vollmundigen Ansagen von der Ausschöpfung des “Rechtsweges”, vorgetragen vom neuen Primus inter pares entpuppten sich wieder einmal als die Art von Einreden, die den Redner beruhigen. Also: alles wie gehabt.

Was sie für sich und ihre Interessen so gerne in Anspruch nehmen: die formalen Abläufe, die abzuwarten sind, das hat hier wenig Bedeutung. Gut gerüstet und vorbereitet, wartete unser Ordnungsrambo Frank nur auf den Spruch des Vorsitzenden und schon, zack, eine SMS, und die Staatsmacht war dabei, die hochgerüsteten Klon-Krieger durften in das Camp einfallen.

Und unser allseits geliebter Feldmann? Schweigen.

Der Zynismus der neoliberalen Standortpolitiker dieser Stadt tobt sich ungehindert aus, indem er die Aufmerksamkeit auf die lenkt, die dem “guten” Frankfurter schon je ein Dorn im Auge waren: Obdachlose, Alkis, Drogis, Roma, der gesamte Müll, der sich auf den Wallanlagen breit macht, auf penetrante Weise sichtbar wird, und der doch in der Innenstadt nichts zu suchen hat. Nun können sie, die wahren Leistungsträger, wieder durch diesen Teil der Anlage hetzen, um zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen, ohne sich mit Meinungen konfrontiert zu sehen, “denen sie nicht ausweichen können”. Auch den Bankern geht es wieder besser, können sie doch unbeschwert aus den Fenstern schauen, ohne sich die Folgen ihren Tuns vorhalten zu lassen.

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Eine rauhe Ecke – Die Hanauer

“Hier kommt Frankfurt auf den Punkt“ – so heißt zwar ein Film über die Mainzer Landstraße, den wir erst Ende September im Programm haben, aber dasselbe ließe sich auch sagen über die Dokumentation von Peter de Leuw und Harald Schleicher “EINE RAUHE ECKE – DIE HANAUER” aus dem Jahr 1991, den wir am kommenden Dienstag, [...]

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Die Spielarten der Fassadendemokratie

Zum Wochenende tönte es vielstimmig aus Bayern: anti- und pro-europäisch, wenn man denn unter solchen Fahnen segeln möchte. Die eine Variante, aus der Münchner Staatskanzlei, kennen wir zur Genüge: zwischen Mariengläubigkeit und BMW-Verehrung ruft es deutschnational nach strengen Maßnahmen gegen den europäischen Süden, nicht zuletzt damit die Portfolios rund um den Starnberger See prall bleiben. Das kommt meistens gut an, aber nun tönte es ausgerechnet vom Starnberger See dagegen, die andere Variante. Genauer, in der FAZ melden sich drei gewichtige Professoren aus Bayern zu Wort, die SPD-Chef Gabriel zu Hilfe bat: Wie ließe sich denn mit der SPD der Euro und gleich ganz Europa retten?

darth_vader - im Konvent

Philosophie-Professor Jürgen Habermas bildet das Leitgestirn des Trios, er ist nicht nur an seiner alten Wirkungsstätte Frankfurt dafür bekannt, unsere Lebenswelten aus dem Geist des Konsens heraus schützen zu wollen. Seit der deutschen Wiedervereinigung und seiner Emeritierung in Frankfurt gilt er als rot-grüner Staatsphilosoph, der sich für die europäische Vereinigung immer wieder in den Medien stark macht.
In diesem Sinne veröffentlichte Habermas wochenends mit dem Würzburger Wirtschaftssachverständigen Peter Bofinger und dem Münchner Ex-Minister Julian Nida-RümelinKurswechsel für Europa – Einspruch gegen die Fassadendemokratie“. Zusammen mit seinen beiden Mitautoren bieten sie quasi die Autorität guten bürgerlichen Wissens in rot-grünem Gewand der Demokratie auf, die für den FAZ-Artikel hohe Reichweite verspricht. Schon seinTitel artikuliert einen verbreiteten Unwillen in der Gesellschaft, er richtet sich gegen den Demokratieabbau und die politischen Dienste für die Finanzmärkte. Die drei Herren argumentieren dagegen, weiter bloß stückchenweise, politisch hilflos gegen Angriffe der abgelösten Finanzapparate auf unsere Lebenswelten zu reagieren, und damit sogar noch die „Fragmentierung der Gemeinschaft“ zu verstärken.

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„Zwei zu eins für die Maredo-Bosse“ ― der Kampf geht weiter!

Der 31.Juli war der dritte Verhandlungstag der ersten Instanz in der Prozesssache Maredo gegen den Betriebsrat der Filiale in der Frankfurter Freßgass.

Bereits in Mai und Juni gab es vielstündige Verhandlungen. Diesmal sah es von Beginn an so aus, als würde der zuständige Richter, Prof. Becker, unbedingt zu einem Urteil kommen wollten. Jeder der Prozesse gegen die drei BR-Mitglieder hat einen eigenständigen Charakter.
Wieder beginnt der Verhandlungstag mit der Kollegin V.M. Auch die letzten Male lag die Hauptlast auf ihr. Diesmal wird es sich weit über zwei Stunden um sie drehen. Ohne dass sie ein einziges mal selbst zu Wort kommt. Die Kollegin ist 60 Jahre alt, seit 28 Jahren bei Maredo, und schwerbehindert. Ihr wird vom Arbeitgeber vorgeworfen, Brotkanten gegessen zu haben und aufbereitetes Wasser aus der Postmixanlage getrunken zu haben. Den Vorwurf, Speisen ohne Bonierung gegessen zu haben, konnte sie bereits bei der letzten Sitzung widerlegen.
Maredo-1

Foto: David Paenson

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Die Stadt, der Müll und das Camp

Eine stillschweigend hingenommene Räumng des Occupy-Camps ist ein Zeichen mehr für Ratlosigkeit innerhalb des linken Spektrums in dieser Stadt. Gerade weil das Camp mitten in der Stadt angekommen ist.

Das Camp geht uns alle an. Und wir sollten es zu unserer Sache machen, denn längst hat es die Dimension des „friedlichen Protests gegen die Gier der Banken“ gesprengt und ist im städtischen Alltag angelangt. Es stört, es stört, weil es sichtbar macht, was die Herrschaften so gerne ins Nirgendwo verbannt sähen, weil es mittlerweile vor Augen führt, welche konkreten Konsequenzen die herrschende Politik hat.

Das ist sowohl den Stellungnahmen der Camper als auch den Einlassungen des Ordnungsdezernenten zu entnehmen. Und dessen An- und Einsichten findet man im Original bei Sarazzin, wenn er schwadroniert, die Frankfurter Wallanlagen den Frankfurter Bürgern zurück zu geben, was ja nichts anderes heisst als dass sich momentan Gruppen dort aufhalten, die eben nicht zu jenem erlauchten Kreis gehören. Es bedeutet auch, dass sich jene, die nicht zählen, ein Stück Stadt genommen haben. Sie stören das Selbstbild, den Standort.

So empfiehlt der Herr Frank denn auch die traditionellen Formen des Protests, weist darauf hin, dass es sich doch überlebt hätte – und dies nachdem er mit allen Mitteln vor einiger Zeit genau jene jetzt hoch gepriesenen Formen zum Anlass genommen hat, die gesamte Innenstadt für Tage zur No-Go-Area zu erklären. Aber nun steht das grosse Museumsufer-Fest vor der Tür und spätestens da müssen die „Schmuddelkinder“ wieder verschwunden sein.

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Occupy und Feldmann

Es sind neue Töne, die da aus der  OB-Suite im Römer kommen: es gehe um politische Inhalte. Da müht sich ein Ordnungsdezernent mit grosser Akribie darum, genau dies zu vermeiden und dann das! Ratten, Roma, Alkis, das sind doch die wahren Probleme, da muss doch Ordnung geschaffen werden. Es ist erstaunlich – trotz aller Vorsicht [...]

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