Frankfurter Gemeine Zeitung

Das (Renten-)Modell Deutschland oder : Aldi for ever für die meisten

Die Bombe ist geplatzt: Durchschnittsverdiener werden als Rentner das trostlose Leben von AlgII-Empfängern haben (und die „Unterdurchschnittsverdiener“ sowieso). Die Bombenleger und ihre Handlanger wollen damit nichts zu tun haben und ein „Oops, ich war´s nicht!“ geht durch das deutsche Land.

Von der Leyen – die Künast 2010 in einem Anflug von Kühnheit (und Amnesie, ist Hartz IV nicht grün?) als „eiskalter Engel“ bezeichnete – hat ihre „ich-bin-eine-besorgte-Mutti“-Maske aufgesetzt und will den Geringverdienern, die „fleissig“ (schmalllippig ausgesprochen) eingezahlt (30 Jahre, ab 2023: 35 Jahre) haben, und privat vorgesorgt haben, die Rente durch eine sog. Zuschussrente auf 850 EUR/Monat erhöhen.

Denn: 688 EUR = Armut, 850 EUR = nicht Armut, wobei es sich um 850 brutto handelt: nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sind es gerade 80 EUR mehr als die Grundsicherung.Jetzt wird heiß diskutiert, durch welche Massnahmen die zukünftigen Rentner ein wenig weniger arm gemacht werden sollen. (Die einfachste Korrektur: die Senkung des Rentenniveau von 51% auf 43% – die von Rot/Grün 2001 beschlossen wurde – aufzuheben selbstverständlich nicht und die Erhöhung sowieso nicht).

Man kann halt nicht durch Niedriglöhne, Zeitarbeit und sog. Minijobs aktiv das Modell Deutschland mitgestalten, auf die Griechen (Spanier usw.) schimpfen und gleichzeitig ein gutes Leben führen!

Bonjour tristesse“, heute, morgen und … übermorgen!


Veranstaltung: Jugendliche und ALG II

FRAUENDISKUSSIONSABEND (LADIES ONLY!)

Im Club Voltaire (Frankfurt, Kleine Hochstrasse 5) am Dienstag, 04. September 2012, 19.00 Uhr, 2. Stock

Fördert oder behindert ALG II (Hartz IV) die Entwicklung von Jugendlichen zwischen 15 und 25?
Auch Jugendliche können auf den Bezug von ALG II angewiesen sein. Z.B., die Familie ist unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten oder sie ist seit eh und je von staatlichen Sozialleistungen abhängig. Es existieren zahlreiche Varianten, warum Menschen staatliche Transferleistungen benötigen. Dadurch werden oft Kinder und Jugendliche in den ALG II Bezug aufgenommen. Auch einzelne Jungendliche können davon betroffen sein. Mädchen und Frauen sowie Mütter und Alleinerziehende unter 25 müssen oft von ALG II leben.

Der Vortrag stellt anhand einiger Stichproben einen punktuellen Eindruck von weiblichen erwerbsfähigen Leistungsbezieherinnen (eLb) vor –heute mit dem Schwerpunkt: Mütter und Kind.
Wie viele Mütter unter 25 beziehen ALG II? Was machen sie beruflich? Wie viele Kinder haben sie? Was wird ihnen im Rahmen vom ALG II an berufliche Chancen angeboten? Welche Wünsche tragen sie beim Jobcoach vor? Und viele andere Fragen können gestellt werden.

Um Antworten bemüht sich María del Carmen González Gamarra (Philosophin)

Veranstalterin: Frauen-AG


Widerstand gegen Zwangsräumungen: wie geht das in Barcelona?

Hiermit laden wir euch zu einer Veranstaltung am Freitag, 7.9. 19.30 Uhr in Hanau, Metzgerstraße 8 ein. An diesem Abend werden in der Metzgerstraße AktivistInnen aus Barcelona von der Plataforma de los Afectados por la hipoteca (Plattform der Betroffenen der Hypothek) von ihrem Widerstand gegen Zwangsräumungen berichten.

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Die Krise in Spanien nimmt derzeit immer dramatischere Ausmaße an: Durchschnittlich werden momentan jeden Tag 517 Haushalte aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie infolge von Arbeitslosigkeit die Raten für die Tilgung der Hypothek nicht mehr bezahlen können. Während bis zu 6 Millionen Wohnungen leer stehen, sind seit 2008 rund 400 000 Haushalte auf die Straße gesetzt worden!

Zum Hintergrund: Der Anteil von Mietwohnungen am gesamten Wohnungsbestand liegt in Spanien bei lediglich 10%. Daher ist es die Regel, dass auch NormalverdienerInnen Kredite aufnehmen, um eine Wohnung zu erwerben. Für die geräumten Familien ist die Situation ein real gewordener Alptraum: Die Zahlungsunfähigkeit führt dazu, dass sich die kreditgebenden Banken ihre Wohnungen aneignen – da der Wert der  Wohnungen mit dem Platzen der Immobilienblase massiv gesunken ist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Dach über dem Kopf: Da es in Spanien keine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung gibt, bleiben sie auch noch auf einem Berg von Schulden sitzen, den sie niemals im Leben abbezahlen können!

Aber immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Situation: Im ganzen Land wurden mittlerweile mehrere hundert Zwangsräumungen verhindert,  weil sich NachbarInnen gemeinsam der Polizei in den Weg gestellt haben. Die Betroffenen und ihre UnterstützerInnen üben Druck auf die Banken aus, damit sie weiterhin in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. In einigen Städten sind obdachlos gewordene Familien dazu übergegangen, Häuser zu besetzen. Parallel läuft derzeit eine Gesetzesinitiative, die die Entschuldung und das Behalten der Wohnung bei einer einkommensabhängigen Miete regeln soll.

Zwei Mitglieder der Plataforma de los Afectados por la hipoteca > (Plattform der Betroffenen der Hypothek) befinden sich auf einer Veranstaltungsreise durch Deutschland. Am Freitag, den 07.09. werden sie in der Metzgerstraße in Hanau Station machen und  ausführlich über die Situation und den Widerstand berichten.

Freitag, 07.09.12, Metzgerstraße 8
19.00 Uhr Volksküche, 19.30 Uhr Veranstaltungsbeginn

Infoladen Hanau und
Innen stadt AG


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