Frankfurter Gemeine Zeitung

Tag des [offenen] Denkmals 2012 – Campus Bockenheim

Am 9. September 2012 feiert die Initiative Zukunft Bockenheim und das Offene Haus der Kulturen auf dem Campus in Bockenheim. In Kooperation mit dem AStA der Universität finden die Feierlichkeiten zum Tag des (offenen) Denkmals statt.

Anders als der traditionelle Tag des Denkmals soll hier eine Öffnung der Gebäude, die sonst nicht zugänglich sind, stattfinden. Dieses mal dreht sich alles um die Kramerbauten, deren Vergangenheit und (potentielle) Zukunft, ihre Bedeutung und weitere Nutzung im Rahmen des Campus-Umbaus.

Programm des Tages zum [offenen] Denkmals am Campus Bockenheim:

Termine bis Semesteranfang13 Uhr Infostände, Cafè Kramer, Kinderprogramm, Musik und Ausstellung am Studierendenhaus in der Jügelhaus 1

14:15 Uhr Führung mit Professor Jochem Jourdan zu den Kramerbauten, Haupteingang des Jügelhauses, Philosophicum, Studentenwohneim und Universitätsbibliothek

16 Uhr Ana Filipovic und Dunja Predic – Architekturklasse Städelschule – Second Life of Campus Bockenheim. Einführung in die Ausstellung durch die Autorinnen.

17 Uhr Diskussion im Studierendenhaus. Wie sicher ist der Denkmalschutz für die Kramerbauten auf dem Campus? Was tun mit den Philosophicum? Sind die Kramerbauten sinnvoll sanier- und umnutzbar? Heinz Wionski, Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Matthias Salbach, Thomas Schmidt, Projektarchitekten der SSP für die Sanierung des Gebäudes “Instituts Pharmazie und Lebensmittelchemie” (Kramer 1954-1957) Moderation Professorin Ursula Stein.

zukunft-bockenheim.de/ www.studierendenhaus-fuer-alle.de/


Regierungsfähig in Frankfurt und dem Rest der Welt: Goldman Sachs

Der Arte-Film zum politisch effektivsten Orden von Finanzberatern

Goldman Sachs gilt als eher unauffällige amerikanische Bank, die wenig Wert auf öffentliche Repräsentation legt und zurückgezogen, aber hocheffizient weltweit agiert und dadurch einen “Kultstatus” erlangte. Sie arbeitet als Investmentbank mit gut 30.000 MitarbeiterInnen ohne private “Laufkundschaft”, und zählt quasi nur Firmen und staatliche Einrichtungen als Kunden. Ihre Organisation lehnt sich an diejenige von Beratungsunternehmen wie McKinsey an, mit der Leitungsetage als “Partnern”. Bei Goldman Sachs gibt es weltweit ungefähr 400 Partner, in der Frankfurter Residenz im Messetower sitzt bloß eine Handvoll davon.

Die (Finanz-)Politik der Bank ist legendär: sie handelt nicht bloß mit fremdem Kapital, sondern gerne mit eigenem, und das auf eine trickreiche Weise, die oft gegen die gerade von ihr beratenen Kunden wettet. Resultate dessen sind häufig Doppelprofite: durch Consultingkosten und die Wetten auf die (zuweilen desaströsen) Folgen der Beratung.

Bemerkenswert ist dabei das politische Standing des Instituts an der Messe: es offenbart sich eine enge Verstrickung zwischen Regierungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen sowie aktuellen oder ehemaligen Bankern von Goldman Sachs, und zwar bis auf die höchste Ebene. Mit dem neuen EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt oder dem amerikanischen Ex-Finanzminister Henry Paulson, der in seiner Funktion den Konkurrenten Lehmann Brothers liquidierte, seien nur die bekanntesten genannt.

Im Film bringt eine amerikanische Journalistin das Problem auf den Punkt: Korruption als private Ausbeutung staatlich-ökonomischer  Verbindungen läuft nicht über dicke Briefumschläge unterm Schreibtisch, sondern mittels eines gemeinsamen Verständnisses aller Beteiligter, dem “Schnittmachen”, das sich durch gleiche Milieus aller am Verhandlungstisch und dem Drehtüreffekt gut dotierter Posten und Aufträge festigt. Neben Goldman Sachs und Partnern sind in Deutschland die Namen Schröder, Fischer und Koch greifbare Beispiele dieser “strukturellen Korruption”, die den gegenwärtigen Kapitalismus besonders gut laufen lässt.

Disclose.tvGoldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt


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