Frankfurter Gemeine Zeitung

Wider die „deutsche Leitkultur“: Warum Juden und Muslime gerade in Deutschland zusammenhalten sollten

Als Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, einen Appell an die Verbände der Muslime richtete, sich aktiv gegen Judenfeindlichkeit einzusetzen, konterte der Vorsitzende des Koordinierungsrates der Muslime reichlich verschnupft, man habe keine Lehrstunde nötig.

Ich persönlich finde die Reaktion von Herrn Kizilkaya sehr bedauerlich. Denn ich habe in persönlichen Gesprächen mit Muslimen leider oft erlebt, dass durchaus gewisse Vorbehalte gegen das Judentum oder den Staat Israel unter vielen hier lebenden Muslimen bestehen.
Dies reichte von dem beiläufigen Gebrauch des Wortes „Jude“ als Schimpfwort, um einen geizigen oder unehrlichen Menschen zu bezeichnen, über Theorien, dass die amerikanische Regierung/ die Banken/ Hollywood von geheimen jüdischen Zirkeln gelenkt würden, bis hin zu der Aussage, man habe nichts gegen jüdische Menschen, aber die Juden sollten den Palästinensern trotzdem das „geraubte Land“ zurückgeben.

Die Muslime, von denen diese Aussagen stammten, habe ich in anderen Zusammenhängen durchaus als aufgeklärte und tolerante Menschen kennengelernt, so dass mich das Gesagte umso mehr befremdete.
Zum Glück bin ich nicht auf den Mund gefallen und konnte in solchen Fällen mein Gegenüber meist durch überlegtes Argumentieren wenigstens zu einem Überdenken seiner Positionen bringen. Eines nämlich hatten fast alle Muslime, mit denen ich diskutierte gemeinsam: Sie waren rationalen Argumenten gegenüber aufgeschlossen.
Trotzdem blieb in mir das Gefühl, es mit einem durchaus fundamentalen Problem zu tun zu haben, das gewiss nicht kleiner wird, wenn man es leugnet.

In einer Diskussion äußerte ein Muslim mir gegenüber, dass er es selbst bedauere und auch gewiss nichts gegen den einzelnen Juden habe, aber Juden und Muslime seien nun einmal „historische Antipoden“.
Ich stimmte seiner Ansicht natürlich nicht zu und wies ihn außerdem darauf hin, dass historische Feindschaften (sofern eine solche in diesem Fall überhaupt vorliegt) nicht in Stein gemeißelt sind.
Schließlich galt Frankreich in Deutschland über lange Jahre als der „Erbfeind“, wovon heutzutage weder in der Politik zwischen den Staaten noch im Umgang der Menschen miteinander sonderlich viel zu merken ist.

Allerdings spielen bei der vorliegenden Situation nicht nur vergangene Kriege und Konflikte eine Rolle, sondern auch gegenwärtige, namentlich der Nahost-Konflikt.
Da viele hier lebende Muslime die Palästinenser als Teil der Umma (also der muslimischen Glaubensgemeinschaft) betrachten, ist die Gefahr von vereinfachenden und einseitigen Solidarisierungen durchaus immanent.
Dieser Gefahr kann meines Erachtens nur durch Aufklärung begegnet werden und diese Aufklärung kann nur dann Erfolg haben, wenn sie den hier lebenden Muslimen nicht von der Mehrheitsgesellschaft aufgedrängt wird, sondern innerhalb der muslimischen Gemeinden aktiv vertreten wird.
Insofern stimme ich dem Appell von Dieter Graumann durchaus zu.

Dass die grundlegende Sympathie für eine Gruppe von Personen nicht automatisch bedeutet, auch alle ihre Handlungen und Einstellungen gut finden zu müssen, wäre eine Erkenntnis, die vielen bei der Betrachtung des vielschichtigen Nahost-Konfliktes gut täte.

Zum Glück teilten viele Vertreter muslimischer Organisationen die Meinung des Herrn Kizilkaya, vom Präsidenten des Zentralrates der Juden keine „Lehrstunden“ annehmen zu wollen, nicht und Dialogbemühungen zwischen Juden und Muslimen sind von beiden Seiten sehr wohl vorhanden.

Doch vielleicht würde dieser Dialog zumindest hierzulande erfolgreicher von Statten gehen, wenn Muslime und Juden in Deutschland sich klar machen würden, an wie vielen Punkten sie zusammen in einem Boot sitzen und hierbei handelt es sich um Punkte, die für das Leben der einzelnen Mitglieder dieser Gemeinschaften weitaus greifbarere Auswirkungen haben, als Ereignisse im räumlich weit entfernten Israel.

Die Rede ist hier von einer erstarkenden, immer aggressiver und fordernder auftretenden „deutschen Leitkultur“, die letztlich beiden Gemeinschaften das Leben schwer machen könnte. Denn die religiösen Interessen von Juden und Muslimen decken sich doch an einigen Stellen ihrer Glaubenspraxis.
Augenfällig wird dies zum Beispiel bei den noch immer laufenden Diskussionen um die Beschneidung von Jungen und die rechtlichen Konsequenzen, die daraus entstehen.
Die aggressiven Kampagnen deutscher Tierschützer gegen das rituelle Schächten betreffen beide Religionen gleichermaßen.
Wenn in Schulen oder Universitäten religiöse Bekleidung generell verboten würde, so würde dies wohl unterschiedslos für Kopftuch und Kippa gelten.
Auch sind beide Religionen in Deutschland weiterhin Attacken aus der gleichen Richtung ausgesetzt. Die meisten antijüdischen, sowie antimuslimischen Übergriffe gehen wohl noch immer auf das Konto deutscher Rechtsextremisten.

Und wenn ein Karikaturist Mohammed mit buschigen Augenbrauen, schwarzem Rauschebart, finsterem Blick und einer Bombe unter dem Turban darstellt, so muss ich bei diesem Anblick fast zwangsläufig an eine im Internet kursierende Karikatur denken, die einen Juden mit Hakennase abbildet, der sich mit verschlagenem Blick die Hände reibt.
Die geistigen Mechanismen, nach denen beide Karikaturen funktionieren, scheinen mir doch sehr ähnlich.

Die reale Gefahr für beide Religionen kommt zumindest in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, nicht von Konflikten in Nahost, sondern von einem Erstarken rechts-nationaler Gesinnungen.

Auch die Tatsache, dass sich rechte Publikationsorgane wie PI-News aktuell versuchen als „israelfreundlich“ darzustellen, widerspricht dem nicht. Wie wohlfeil diese neue Strategie der Rechtspopulisten daherkommt, durchschaute sogar ein Artikel des Cicero.
Spätestens seit der Beschneidungs-Diskussion hat PI ohnehin derart die Maske fallen lassen, dass sogar ein ebenfalls rechter Blogger kopfschüttelnd feststellen musste, PI habe sich in einen „antireligiösen Automodus“ begeben.

Daran zu arbeiten, dass nicht ganz Deutschland in diesen Automodus verfällt, sollte die gemeinsame Aufgabe von Juden, Muslimen, Linken und überhaupt allen Kräften sein, die an einer wirklich aufgeschlossenen und multikulturellen Gesellschaft mitwirken wollen.


6 Kommentare zu “Wider die „deutsche Leitkultur“: Warum Juden und Muslime gerade in Deutschland zusammenhalten sollten”

  1. Frank

    “Die aggressiven Kampagnen deutscher Tierschützer gegen das rituelle Schächten…”?
    Hätten Sie Beispiele dafür? Denn ich wundere mich immer wie klaglos die Tierschutzverbände diese wirklich barbarische Tierquälerei hinnehmen.

    Allerdings wundere ich mich, gerade linke Gruppen, nicht täglich gegen das schlimme Frauenbild, die Homophobie uvm. der muslimischen Mitbürger auf die Straße gehen. Nun gut.

    Und ja, ich bin auch strikt gegen die Beschneidungsrituale.

    Vielleicht könnten Sie (wenn auch nur für eine Millisekunde) den Gedanken zulassen, dass es den Gegnern von Schächten und Beschneidungen einfach nur um die Opfer geht.

    Das ist nämlich so, und ich lasse mir auch von hunderten, täglich agietierenden Links-Blogs nix anderes einreden

  2. Florian K.

    Abgesehen von der unbändigen Heiterkeit, welches mir das trotzige Fußaufstampfen, das ich in Ihrem letzten Satz zu vernehmen glaubte, bereitet hat, möchte ich Ihnen doch gerne eine Antwort geben.

    Damit Sie vielleicht ein realistischeres Bild über die von Ihnen angenommene Opfereigenschaft beschnittener Männer gewinnen können, möchte ich Ihnen folgendes kleine Experiment ans Herz legen:
    Gehen Sie doch mal zu einem jungen muslimischen Mann und fragen Sie ihn ob er beschnitten ist. Wenn er es bejaht, dann sagen Sie einfach zu Ihm: „Du Opfer.“
    Mal sehen ob dieser junge Mann Ihre Einschätzung teilen wird, dass er Opfer einer „barbarischen und steinzeitlichen religiösen Prozedur“ geworden ist.

    Die meisten beschnittenen Muslime und Juden fühlen sich nicht als Opfer und wollen gewiss auch nicht von Ihnen in diese Rolle gedrängt werden.
    Ihr Gedankengang ist in dieser Hinsicht wohl genauso rührend, wie fehl am Platze.
    Über die Beschneidung von Jungs und die diesbezügliche Entscheidungsfreiheit der Eltern habe ich ja schon mal einen Artikel geschrieben, den Sie als mein treuester Kommentator und größter Fan aber wohl gewiss kennen.

    Ebenso rührend finde ich es, wenn der tierliebe Durchschnittsdeutsche zwischen Wurstbrot und Schweinebraten noch die Zeit findet, eine Petition für die armen geschächteten Tiere zu unterschreiben. Vielleicht könnten Sie sich ja gegen die vorherrschenden Zustände in stinknormalen deutschen Schlachthöfen engagieren, bevor Sie religiöse Minderheiten wegen ihrer angeblichen Tierquälerei bashen.
    Sind Sie eigentlich Veganer? (wenn nicht… high five!)

    Wenn Sie nach Beispielen für die Kampagnen deutscher Tierschützer und Rechtsradikaler gegen das Schächten suchen, dann kann Ihnen die Google-Suchfunktion weiterhelfen.
    Aber für meinen lieben Fan Frank mache ich mir natürlich gerne die Mühe und suche ein paar Beispiele.

    - Hier zum Beispiel macht der lustige Hans Püschel (früher SPD jetzt NPD) Stimmung gegen das Schächten.
    - Auf Facebook findet sich eine Gruppe freundlicher Zeitgenossen, die sogar zum Boykott von Halal-Produkten aufrufen. Boykotte oder gar Verbote gegen Halal-Produkte wurden und werden auch beispielsweise von PI gefordert. Natürlich wird das denen nichts nützen, denn für jedes Kilo Halal-Fleisch, das die boykottieren, esse ich zwei^^
    - Auf einer inzwischen gelöschten Facebook-Gruppe zum Schächtverbot war man sich nicht einmal zu schade, mit der Nazi-Vokabel „Untermensch“ herumzuwerfen. (Vielleicht wurde die Gruppe unter anderem deshalb gelöscht)
    - Die Ausfälle eines gewissen norddeutschen Gnadenhofbetreibers gegen Juden, Muslime und andere sind ja schon legendär. Das Blog ist aber inzwischen gelöscht, da sich der gute Mann unter anderem durch seine unbedachten Äußerungen über eine angeblich bei ihm befindliche Kalaschnikov schon die Staatsanwaltschaft auf den Hof geholt hatte und außerdem durch seine Hetzereien das Spendenaufkommen seines Gnadenhofprojektes gefährdet wurde.
    - Hier berichtet das islamfeindliche Blog „Zukunftskinder“ über die Aktion eines als Muslim verkleideten Tierschützers, der vor einer berliner Moschee zum Anlass des islamischen Opferfestes die Schächtung eines Schafes mit reichlich Kunstblut inszenierte. Ähnliche reißerische Aktionen fanden auch in Köln vor der größten Moschee Deutschlands statt.

    Wenn man weitersucht findet man hunderte Links von Tierschutzaktionen oder Petitionen gegen das Schächten, bei denen zwar nicht immer, aber oft genug, antisemitische oder islamfeindliche Ansichten mitschwingen.

    Apropos islamfeindlich… sehr bezeichnend fand ich folgende Äußerung von Ihnen:
    „Allerdings wundere ich mich, gerade linke Gruppen, nicht täglich gegen das schlimme Frauenbild, die Homophobie uvm. der muslimischen Mitbürger auf die Straße gehen.“
    Der Preis für die plumpste Verallgemeinerung des Tages geht damit an FRANK für DAS schlimme Frauenbild und DIE Homophobie DER muslimischen Mitbürger.

    Im Übrigen gab es solche linken Gruppen schon. Sie nannten sich Antideutsche. Die haben bei all ihren Überreiztheiten trotzdem einige sehr notwendige Diskussionen innerhalb der linken Szene angestoßen.
    Die meisten von ihnen sind aber inzwischen über ihre einseitigen Feindbilder hinausgewachsen.
    Vielleicht könnten Sie sich ja an diesen ein Beispiel nehmen?

  3. Frank

    Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

    Na, da sind wir ja beide sehr trotzige Fußstampfer. Mich hat deshalb Ihr „…denn für jedes Kilo Halal-Fleisch, das die boykottieren, esse ich zwei^^ „ sehr belustigt.

    Tja, zu einem jungen Moslem „Du Opfer“ sagen, würde mir angesichts deren „liebevoll, freundlichen Art“ (siehe die täglichen Meldungen des Polizeipräsidium Frankfurt) sicher nicht bekommen, das lass ich lieber.
    Das sie sich nicht als Beschneidungsopfer sehen liegt wohl auf der Hand; Sie hatten keine Wahlmöglichkeit und bekommen in der Moschee etc. gesagt, wie toll das ist.
    Körperverletzung an einem Minderjährigen bleibts trotzdem.

    Was das Schächten bin ich irgendwie nicht weitergekommen. Die Nazi-Seiten/Blogs die Sie erwähnen interessieren mich nicht.
    Die ernsthaften Tierschutzverbände scheinen sich erstaunlicherweise nur marginal für das Problem zu interessieren.

    Ich bin kein Veganer, verzehre aber nur tierische Produkte aus mir bekannten Quellen.
    Sie sprechen unterschwellig schlechte Tierhaltung und Viehtransporte an.
    Zurecht, zieht aber in diesem Zusammenhang nicht.
    Da angesichts der Preise von Döner-Buden etc. klar ist,das die Tiere aus Massentierhaltung kommen, macht es das ja noch schlimmer, dass diese Tiere nach einem schlimmen Leben auch noch die barbarische Schächtung ertragen müssen.
    Deshalb sollte ein Halal-Boykott für jeden sensiblen Menschen Pflicht sein.
    Bei mir geschieht das schon lebenslang irgendwie nebenbei, da ich entsprechende Lokaltäten nicht aufsuche.

    Kleiner Tipp, Sie sollten Sich nicht über Verallgemeinerungen despektierlich äußern, wenn Sie 2 Sätze vorher über „den Durchschnittsdeutschen“ sprechen, da machen Sie sich ziemlich lächerlich.
    Sie kommen mir jetzt bestimmt mit „Sie haben Ironie nicht verstanden“. Es ist bekannt das Linke hinter dieser sog. Ironie ihre tiefverwurzelte Intoleranz verstecken .

    Weiß jetzt nicht ob ich auf alle Ihre Punkte eingegangen sein, hab jetzt aber mal Mut zur Lücke.

    Ich glaube jedenfalls das ich ein guter Mensch bin und Sie ein typischer Gutmensch (die man, zurecht, in letzter Zeit immer öfter karikiert und durch den Kakao zieht).
    Bin aber ziemlich sicher das Sie anderer Meinung sind ;-)

  4. Florian K.

    Na ist ja toll, dass Sie besser als die Juden und Moslems wissen, dass diese Opfer einer barbarischen Praxis sind.
    Schließlich sind die ja auch alle in ihren Synagogen und Moscheen indoktriniert worden, die Beschneidung toll zu finden und können deshalb nicht mehr selbst entscheiden, was gut für ihre Kinder ist. Das schreit natürlich nach einem paternalistischen Eingreifen des Staates… gibt es hier eigentlich auch einen Rolleye-Smiley?

    Was sagen Sie dazu:
    Ich bin auch beschnitten, wenn auch nicht aus religiösen Gründen. Diagnose Phimose in der Hose, wenn ich das so sagen darf.
    Ist mir jetzt auch Ihr Mitleid sicher?

    Aber wenn Sie so Angst vor den grundsätzlich und immer aggressiven Moslems haben, können Sie das von mir vorgeschlagene Experiment ja auch einmal in einer jüdischen Gemeinde durchführen.
    Ob Sie da auf Gegenliebe stoßen werden?
    Bestimmt haben die in Deutschland lebenden Juden, für die die Beschneidung eine sehr zentrale Praxis ihres Glaubens ist, nur auf einen aufrechten Deutschen gewartet, der ihnen erklärt, wie das mit Moral und Menschlichkeit funktioniert.^^

    Was ist eigentlich mit der barbarischen Praxis der Schieloperationen und des operativen Anlegens von Ohren bei Kindern, die nicht einmal durch das grundrechtlich geschützte Rechtsgut der Religionsfreiheit gedeckt sind, sondern nur rein kosmetischen Zwecken dienen?

    Und wie sieht es erst mit der barbarischen und grausamen Praxis der US-Amerikaner aus, bei denen die Mehrzahl der Jungs aus medizinisch-hygienischen Gründen beschnitten wird?
    Vielleicht könnten Sie ja auch eine Petition dagegen starten, auf dass auch die Amis endlich einmal am deutschen Wesen genesen können?

    In Bezug auf das Schächten sollte es Ihnen vielleicht zu denken geben, dass seriöse Tierschutzorganisationen hier den Ball flachhalten.
    Ich sagte übrigens nicht, dass die Tierschützer, die Stunk gegen das Schächten machen seriös seien.
    Ich sagte lediglich, dass es Angriffe gegen die Praxis des Schächtens gibt und diese Angriffe Juden und Muslime gleichermaßen treffen.

    Und wenn ich als blonder, biertrinkender und schweinefleischessender Durchschnittsdeutscher irgendwas über Durchschnittsdeutsche sage, dann ist das mein gutes Recht. Dies würde natürlich einem Inuit trotzdem nicht das Recht geben, mich rassistisch zu beleidigen.
    Wenn ein afroamerikanischer Rapper „Nigger“ sagt, ist das ja auch eine andere Sache, als wenn Sie oder ich dieses Wort benutzen würden.
    Oder meinen Sie, ich hätte da irgendeine unter meiner Ironie verborgene Intoleranz gegen mich selbst?

    Interessant finde ich übrigens Ihre Aussage, dass Sie nur tierische Produkte aus Quellen essen, die Sie kennen. Sind Sie da auch (wenigstens gelegentlich zur Kontrolle) bei den Schlachtungen dabei?

    Aber schön, dass ich nach all ihren Sorgen um die aaaaarmen aaarmen geschächteten Tierchen nun der Gutmensch bin^^

    Um ehrlich zu sein, muss ich gestehen, dass ich da nicht so ein Gutmensch bin wie Sie. Ich esse durchaus hin- und wieder Fleisch aus der Massentierhaltung.
    Mir fiele es aber auch im Traum nicht ein, anderen Religionen ihre vorgeschriebenen Schlachtungsrituale zu verbieten.

    Genial finde ich auch ihren Satz:
    “Deshalb sollte ein Halal-Boykott für jeden sensiblen Menschen Pflicht sein.
    Bei mir geschieht das schon lebenslang irgendwie nebenbei, da ich entsprechende Lokaltäten nicht aufsuche.”

    Wenn Sie tatsächlich immer so genau schauen, woher Ihr Fleisch kommt, wie Sie behaupten, dürften Sie insgesamt recht wenige Lokalitäten aufsuchen. Nur die wenigsten Restaurants verwenden Biofleisch vom Bauern aus ihrer Region.
    Oder meinen Sie jetzt nur Lokalitäten die von Muslimen betrieben werden und bei anderen Lokalitäten schauen Sie nicht so genau hin?

  5. Frank

    Tja, um das ganze mal zu einem Abschluss zu bringen, mit so Floskeln wie „aufrechten Deutschen“ (meinen Sie sich damit auch selbst?) offenbaren Sie halt immer wieder Ihre abgrundtiefe Intoleranz gegen weite Bevölkerungsteile, die Ihre gutmenschlichen Gedankengänge nicht teilen.

    Bis dahin eigentlich noch ok, wenn dann dergestalt Intolerante von weiten Bevölkerungsteilen auch noch Toleranz gegen Salafisten, Tierschächter und sonstige Kriminelle Ihrer Lieblingsklientel fordert, ist halt irgendwann die Geduld erschöpft.
    Und so kommt es dann, dass Menschen, wie ich, extrem Linke genauso heftig ablehnen wie extrem Rechte. Und wenn ich den Zeitgeist richtig spüre, bin ich da bei weitem nicht allein.

    Aber das ich Ihre Meinung nicht ändern werde war klar.
    So denn, ein schönes weiteres Leben.

  6. Florian K.

    Die Frage, ob ich mich selbst als “aufrechten Deutschen” bezeichne ist eine durchaus schwierige Frage.

    Mit Gewissheit kann ich sagen, dass ich im Sinne derer, die den Begriff “aufrechter Deutscher” gerne als Selbstbezeichnung verwenden, kein “aufrechter Deutscher” bin und gewiss auch keiner sein will.

    Man könnte von mir allerdings trotzdem als “aufrechten Deutschen” sprechen, sofern ich nicht gerade sitze, liege, hocke, mich bücke oder mich vor Lachen über den Boden rolle.
    Schließlich bin ich ja Deutscher.

    In dem parodistischen Kontext in dem ich den Begriff in meinem Kommentar gebraucht habe, schließe ich mich da nicht mit ein. Denn hier stand der Begriff für eine selbstgerechte Haltung, die ich an manchen meiner Landsleute kritisiere.

    Dass ich aber Ihnen gegenüber tolerant bin, zeigt sich daran, dass ich mit Ihnen diskutiere und Ihre Kommentare nicht einfach in meiner Eigenschaft als Autor dieses Artikels lösche, was ich wohl zweifellos täte, wenn ich der intolerante “Linksfaschist” wäre, als den Sie mich gerne sehen mögen.

    Dass Sie dann in der daraus resultierenden offenen Diskussion regelmäßig so schlecht aussehen, liegt nicht an meiner Intoleranz, sondern vielmehr an Ihren eigenen argumentativen Fähigkeiten.

    In Bezug auf Ihre Bezeichnungen von Tierschächtern als Kriminelle und der Beschneidung als Körperverletzung ermangelt es Ihnen scheinbar ein wenig an Rechtskenntnis.

    Gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 15. Januar 2002 – 1 BvR 1783/99 – ist eine betäubungslose Schächtung unter bestimmten Bedingungen zu erlauben.
    Nach §4a Abs. 2 Nr. 2 TierSchG können Angehörige von Religionsgemeinschaften eine Ausnahmegenehmigung für das betäubungslose Schächten erhalten.
    Wer diesen Bedingungen entspricht, ist kein Krimineller.

    Das Schächten mit Betäubung dürfte ja ohnehin unproblematisch sein. Schließlich werden auch bei “normalen” Schlachtungen die Tiere durch Blutentzug getötet.
    So betrachtet ist das Schächten, wenn Sie mir dieses Wortspiel erlauben, gewissermaßen die Mutter allen Schlachtens.

    In Bezug auf die Beschneidung möchte ich festhalten, dass nahezu jeder medizinische Eingriff eine Körperverletzung darstellt, es sei denn die Einwilligung des Betroffenen liegt vor.
    Bei nicht einwilligungsfähigen Personen z.B. Kindern obliegt die Einwilligung deren gesetzlichen Vertretern (z.B. den Eltern).

    Wobei ich ja in gewisser Weise nachvollziehen kann, wie man zu Ihrem Standpunkt in Bezug auf die Beschneidung kommt.^^

    Aber: Ist nach Ihrer Definition des Kriminellen ein jüdischer Mohel eigentlich ein Berufskrimineller?

    Falls Sie jetzt nicht mehr antworten und lieber in den Schmollmodus verfallen wollen, wünsche ich Ihnen natürlich auch ein schönes weiteres Leben. Bis zum nächsten wutentbrannten Kommentar von Ihnen zu einem meiner Artikel^^

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