Frankfurter Gemeine Zeitung

E rfolgreiche R ückversicherer G enießen O rgien

Human Centipede 3

Dass die Blöd-Zeitung bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut „Skandal“ schreit, ist hinlänglich bekannt. Davon lebt diese Zeitung und wenn ihr einmal die Skandale ausgehen, dann erfindet sie sich auch gerne welche.
Es bräuchte doch nur mitten im Sommerloch der Hund irgendeines drittklassigen Politikers in eine Grünanlage zu defäkieren, von einem Blöd-Blockwart… pardon, Leserreporter… dabei fotografiert werden und schon würde das Blatt eine ganze Woche lang über „Häufchengate“ berichten.
Wenn es sich um einen Politiker der ungeliebten Linken handelte, hätte es sogar Chancen auf eine Titelstory.

Doch bei so manchem „Häufchengate“-analogen Vorgang stehen auch deutsche Leitmedien der Blöd in nichts nach.
Insbesondere wenn Sex im Spiel ist, ist natürlich auch das Interesse der Bevölkerung groß. Eigentlich hat es zwar meist keinerlei irgendwie geartete politische Bedeutung, wer mit wem in die Kiste steigt, aber irgendetwas Animalisches in uns will mehr wissen, am besten jedes Detail, um sich dann an der eigenen Empörung aufzugeilen oder an der eigenen Geilheit zu empören, je nach Standpunkt.
So ganz kann ich mich da nicht einmal ausnehmen, denn auch ich habe die Stories über die Bumstouren von Mitarbeitern der Ergo-Versicherung mit einem seltsamen und mir selbst kaum erklärlichen Interesse gelesen.

Dabei ist die Geschichte doch eigentlich ein alter Hut. Jedem interessierten Menschen dürfte bekannt sein, dass Firmen für ihre Mitarbeiter Incentive-Reisen buchen und dabei zum Teil auch ordentliche Summen springen lassen.
Für die höheren Chargen dieser Firmen beinhalten solche Incentive-Reisen durchaus auch Kaviar-Häppchen, 5-Sterne-Unterbringung und mehr Moët & Chandon als man trinken kann.

Natürlich kann man diese Reisen sehr kritisch sehen, da sie ja letztlich von den Kunden der jeweiligen Unternehmen finanziert werden, doch die allgemeine öffentliche Empörung bleit normalerweise aus. Letztlich kann man sich auch fragen, ob es nicht zum normalen Spektrum unternehmerischer Entscheidungsfreiheit gehört, zu entscheiden, mit welchen Maßnahmen es seine Mitarbeiter motivieren will.
Wer dies kritisieren will, der sollte deutlich mehr in der Tiefe der Sache ansetzen.

Und kann es mir als Kunden letztlich nicht vollkommen egal sein, ob mein Geld nun verfressen, versoffen, verkokst, verfickt oder nur verspekuliert wurde?

Also warum regt man sich nun so auf?
Na weil es um Sex geht! (Pfui! Nein sowas!)

Für mich in erster Linie ein Prüderie-Skandal meiner Mitdeutschen.

Letztlich bin ich aber froh, in einem Bereich zu arbeiten, in dem ich niemals Gefahr laufe, zu so einer dämlichen Incentive-Zwangsbespaßung meines Arbeitgebers eingeladen zu werden.
Als ich heute das Foto von der aktuellen Sex-Orgie von Mitarbeitern des Deutschen Herold, mit der Nackt-Polonaise auf Jamaika sah, dachte ich dabei nicht spontan an Spaß, sondern fragte mich eher, ob das das neue Coverbild für „Human-Centipede 3“ werden soll.


Blind Dates 8.10.-11.10.

Blind dates dezember

Mo, 8.10. 19.30 Uhr: Bürgerhaus Bornheim, Arnsburgerstr.24: Keine Untaten mit Gesundheitsdaten! Sind unsere Krankendaten bald alle im Netz? oder Alles sicher bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGk)?Diese Fragen bewegen viele Menschen, die in den letzten Wochen Post von ihrer Krankenkasse erhalten haben. Die Kassen fordern dazu auf, ein Passfoto einzureichen, damit statt der alten Versichertenkarte die elektronische Gesundheitskarte ausgestellt werden kann. Wir wollen Fachleute zu Wort kommen lassen und Antworten geben. Walter Ernestus, stv. Leiter des Referats VI (Technologischer Datenschutz) des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und Matthias Jochheim, Arzt, Vorsitzender der deutschen Sektion des IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) informieren und beantworten Ihre Fragen zur elektronischen Gesundheitskarte eGk).
20.00 Pupille: Netzwerk “Wem gehört die Stadt”: Häuserkampf von unten-Häuserkampf von oben. Mit Wolf Wetzel. Bilder und Filmausschnitte zum Frankfurter Häuserkampf der 70er Jahre:  Ein HR-Bericht rund um die Besetzung und Räumung der Häuser in der Bockenheimer Landstrasse/Schumannstraße 1974 und  ein HR-Beitrag aus dem Jahr 1973, der heute geradezu umstürzlerisch erscheint: Die Forderung nach Kommunalisierung des Bodens – als eine Antwort auf Vertreibung, explodierende Mieten, Prime Class Wohngegenden und Privatisierungen von öffentlichem Raum.  In den Häuserkampf von oben (der mehr denn je tobt) und den Häuserkampf von unten (der Vergangenheit bleiben soll) führt Wolf Wetzel ein.
20:00 Club Voltaire: Venezuela: 20 Stunden nach der Wahl. Wahlinfos & Wahlfete. Am 7. Oktober wird “das Schicksal einer Revolution entschieden, die es geschafft hat, dass die Mehrheit dieses Landes nicht mehr ausgegrenzt und schutzlos leben muss” [Erklärung internationaler Künstler und Kulturschaffender in Havanna ‘convenezuelabolivariana.org‘]. Das bolivarischen Venezuela ist Vorreiter der lateinamerikanisch-karibischen Integration. So gewinnt diese Wahl auch große Bedeutung für alle fortschrittlichen Menschen der Welt. Capriles Radonsky, Kandidat der reichsten Familien in Venezuela und der US-Regierung.tritt gegen den amtierenden Präsidenten Hugo Chávez an. Einen Tag nach der Wahl wollen wir erste Infos austauschen und gemeinsam feiern – mit Trova von Niki (Kuba). Veranstalter: Club Voltaire in Zusammenarbeit mit Venezuela-Soli ffm und FG BRD-Kuba Frankfurt
Di,9.10.
19:00 Uhr Klapperfeld: Comic-Reportage »Im Land der Frühaufsteher«Lesung & Ausstellungseröffnung. Paula Bulling wird im Rahmen der GegenBuchMasse (gegenbuchmasse.de) ihr Comicdebüt in einer bebilderten Lesung gemeinsam mit Maman Salissou Oumarou vorstellen. Der Filmemacher Oumarou ist sowohl Protagonist des Buches als auch kritischer Begleiter seiner Entstehung gewesen. Im Anschluss an die Lesung wird die Ausstellung eröffnet. Die ­Comic-Reportage »Im Land der Frühaufsteher« von Paula Bulling (paulabulling.net) erzählt in einprägsamen und kunstvollen Bildern über die Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen in Deutschland. Die Berliner Künstlerin hat im Laufe mehrerer Jahre die Flüchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen Gesprächen und Begegnungen mit Asylbewerber_innen in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert.

20:00 Uhr Pupille, Campus Bockenheim: Aktive aus den Aktionsbündnis bezahlbarer Wohnraum: FFM Verdrängung 2.0 – die stadteigene ABG als Spekulant mit  Harald Rein (FALZ).  Prekäres Leben & Wohnen in Frankfurt.

Mi,10.10.

19.00 IvI Uhr Eröffnung der Ausstellung: Leerstand in Frankfurt.
20.00 Uhr Bücherkiste Verein „Offenes Haus der Kulturen“  Topf & Söhne – Besetzung an einem Täterort
Do, 11.10.
19.00 Uhr, Campus Bockeneheim, KoZ: Gemeinsame Veranstaltung von Frankfurter Gemeine Zeitung & Unrast Verlag: Aufstand in den Städten von Wolf Wetzel. Lesung und Diskussion. Nach einer kurzen Einführung in die drei Themenblöcke (antikapitalistische Protestbewegungen in Europa, linke Theoriegeschichte in Bewegung und politische Praxis) möchten wir die in verschiedenen Protestbewegungen verwendete Guy Fawkes-Maske zum Ausgangspunkt nehmen, um der Frage nachzugehen: Ist die Verwendung der Guy Fawkes-Maske ein sympathischer Irrtum oder Ausdruck ambivalenter Beweggründe, widersprüchlicher Hoffnungen und Zielsetzungen innerhalb antikapitalistischer Proteste? Muss man sich zwischen Empörung und Aufstand, Assembla und Besetzung, zwischen “Wir sind die 99 Prozent” und  Radikalisierung, zwischen Protest und Widerstand, zwischen öffentlicher Präsenz und Klandestinität entscheiden – oder besteht gar die Hoffnung und Zukunft darin, diese Unterschiede in eine gemeinsame Strategie einzubetten? Anschließend: Barabend mit Sucio.

Filmvorführung zum “Frankfurter Häuserkampf”

Im Rahmen der Aktionswoche “Mieten? Ja, wat denn?” vom ASTA Frankfurt und Campusantifa Frankfurt zeigen wir am

Montag, den 8. Oktober 2012 um 20 Uhr im Festsaal Pupille/Studierendenhaus Campus Bockenheim, 1. Stock, Mertonstr. 26-28, 60325 Frankfurt am Main

Bilder und Filmausschnitte zum Frankfurter Häuserkampf der 70er Jahre:

Ein HR-Bericht rund um die Besetzung und Räumung der Häuser in der Bockenheimer Landstrasse/Schumannstraße 1974 und

ein HR-Beitrag aus dem Jahr 1973, der heute geradezu umstürzlerisch erscheint: Die Forderung nach Kommunalisierung des Bodens – als eine Antwort auf Vertreibung, explodierende Mieten, Prime Class Wohngegenden und Privatisierungen von öffentlichem Raum.

In den Häuserkampf von oben (der mehr denn je tobt) und den Häuserkampf von unten (der Vergangenheit bleiben soll) führt Wolf Wetzel ein, Autor der FGZ und des Buches:

WIR WOLLEN ALLES – Häuserkampf Teil I  (1970-1985), Band 21, Bibliothek des Widerstandes, LAIKA- Verlag, Hamburg 2012, ISBN: 978-3-942281-05-8

Die anschließende Diskussion ist eine Aufforderung, nichts in der Vergangenheit zu (be-)lassen.

Ein Text, der ganz kurz einführt, findet sich hier: http://wolfwetzel.wordpress.com/2012/09/10/veranstaltung-hauserkampf-von-unten-und-oben/#more-2788


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.