Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurt steht leer – Fotografische Ausstellung und Debatte

Der Immobilieninvestor Franconofurt, dem die Universität Frankfurt dieses Gebäude kritischer Gegenöffentlichkeit andiente, hat in Aussicht gestellt, mit Hilfe von Polizei und Gerichtsvollzieher die folgende Ausstellung und wichtige stadtpolitische Debatte zu verhindern und zu kriminalisieren. Wer darin einen nicht hinnehmbaren Angriff auf Demokratie und Öffentlichkeit erkennt, hat am heutigen Mittwoch um 19h im Kettenhofweg 130 wahrscheinlich die Möglichkeit, dies den genannten Akteuren persönlich mitzuteilen.

Der immense Leerstand in der Stadt Frankfurt ist Gegenstand dieser fotografischen Ausstellung. Zugleich ist er ein Anlass, um Strukturen zu hinterfragen, die verhindern, dass leer stehende Gebäude und Räume auf andere Weise genutzt und wieder zugänglich gemacht werden.

plakat

Die kulturelle Nutzung und Umwandlung von bestehenden Gebäuden in alternative Lebens – und Kulturräume birgt in Frankfurt ein erhebliches Potenzial an Lebendigkeit, die sich weder am Reißbrett der Projektentwickler planen lässt, sondern Ausdruck emanzipatorischer Stadtpolitik ist.

Die derzeitig vorherrschende oktroyierte Planung verursacht eine Masse an Raum, der in seinen Wirkungen und seiner Nutzbarkeit in grotesker Weise an den Erfordernissen einer lebendigen Stadt vorbei läuft.

Das zeigt sich nicht nur an der prekären Situation von Kulturschaffenden, die bei ihrer verzweifelten Suche nach geeigneten Räumen allein gelassen werden, sondern überdeutlich auch an der Lage auf dem Wohnungsmarkt, der Wohnen nur noch für Privilegierte zulässt. Dadurch wird das Verhältnis zwischen der faktischen Nutzung des Raums auf der einen, und dem wirklichen Bedarf und dem Wert der Teilhabe aller am Raum auf der anderen Seite in eine untragbare Schieflage gebracht.

Diese Ausstellung will mit Bildern von ausgewähltem Leerstand diese Situation dokumentieren und zum Nachdenken anregen: das heißt, zu einer Debatte beitragen, in der über Möglichkeiten der Umnutzung von leer stehenden Gebäuden nachgedacht wird und deren ungenutztes Potenzial offenbar wird.

Einführungsveranstaltung – Kettenhofweg 130  “IvI

Mittwoch 10.10.2012 19:00 Uhr

Hintergründe und Chancen des chronischen Leerstandes in Frankfurt

“Gemeinschaftliche Wohnprojekte – wo gibt es in Frankfurt Perspektiven für neue Wohnkultur”

“Wohnungsnot und Gentrifizierung in Frankfurt – Beiträge der Humangeographie für aktuelle Stadtpolitik”

Diskussion & Austausch
Umtrunk & Schnittchen
Besichtigungsmöglichkeit des Instituts für vergleichende Irrelevanz
(18h und 21h)

Ausstellung
10. – 13. Okt. 2012
täglich von 17 – 20h

Finissage und Film
13.10.2012 um 19:00


2 Kommentare zu “Frankfurt steht leer – Fotografische Ausstellung und Debatte”

  1. Finissage: Frankfurt steht leer › OKAYFRANKFURT

    [...] jedoch lassen, unabhängig des politischen Lagers, weiterhin auf sich warten. Die Ausstellung Frankfurt steht leer dokumentiert diesen (ungenutzten) Leerstand in der Stadt und offenbart das ungenutzte [...]

  2. Finissage: Frankfurt steht leer | STADTKIND

    [...] Ausstellung Frankfurt steht leer dokumentiert diesen (ungenutzten) Leerstand in der Stadt und offenbart das ungenutzte [...]

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