Frankfurter Gemeine Zeitung

Es geht weiter: BLOCKUPY Frankfurt 20. und 21. Oktober

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Blockupy Frankfurt lässt sich nicht verbieten:

20.10. Ab 12 Uhr nehmen wir uns die Stadt! Informationen Diskussionen

21. 10. Ab 10 Uhr Blockupy 2013: Aktions-und Bewegungs-Ratschlag

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19.-23.11. Euro Finance Week Gegenprogramm

Woche um Woche klingt es lauter: die Wirtschaftskrise marschiert auch wieder in Deutschland ein!

Die Blockupy-Aktionstage im Mai 2012 markieren einen neuen Abschnitt für die Krisenproteste in Deutschland. Blockupy, das waren freche, ungehorsame, massenhafte und internationale Aktionen mitten im Finanzzentrum von Frankfurt am Main. Blockupy hat die Verantwortlichen in der Stadt Frankfurt, in der hessischen Landesregierung und bei der Polizei so sehr herausgefordert, dass sie nahezu alle Veranstaltungen verboten haben und zur Durchsetzung dieser absurden Verbote Frankfurt in einen präventiven Ausnahmezustand versetzt haben.

Durch die Kurzfristigkeit der Vorbereitung und die Überraschung über das Ausmaß der Repression ist manches nicht so geworden, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber die meisten Gruppen, Organisationen und AktivistInnen waren sich einig:
Blockupy 2012 war nur der Anfang – wir kommen wieder!

Deswegen: Am Samstag, den 20.10.2012 wollen wir mit Euch und allen Interessierten öffentlich in Frankfurt am Main diskutieren. Unsere Inhalte wurden uns durch die massenhaften Verbote von Zelten und öffentlichen Veranstaltungsorten im Mai genommen. Und am Sonntag, den 21.10.2012 laden wir zum Aktions- und Bewegungsratschlag ein – für ein Blockupy 2013!

Nehmen wir uns die Stadt! Komm und diskutiere mit!

Samstag, 20.10.2012, 12:00 – 14:00 Uhr, Roßmarkt, Frankfurt/M: Occupy Democracy
Bei der Bankenrettung bleibt auch die Demokratie auf der Strecke. Entdemokratisierung von Entscheidungen, Proteste unterdrücken, ignorieren, aussitzen – das ist die Strategie der Herrschenden. Was setzen wir dagegen? „We are the 99%“ und die Forderung nach „wirklicher Demokratie“? Aber wie könnte eine Demokratisierung der Wirtschaft aussehen? Und wie kommen wir aus der Bedeutungslosigkeit?

Darüber diskutieren:
Prof. Dr. Alex Demirović, J.W. Goethe-Universität Frankfurt/M.
Dr. Elke Steven, Komitee für Grundrechte und Demokratie
Yannis Bournous, Syriza (Internationaler Sekretär), Griechenland
Sibylle Baschung, Chef-Dramaturgin, Schauspiel Frankfurt/M. (angefragt)
Aitor Girona, Democracía Real Ya Spanien (angefragt)
Moderation: Corinna Genschel (Kontaktstelle soziale Bewegungen, Fraktion DIE LINKE im Bundestag)

„We are the 99%“ – so schallte es durch tausendfach in den Straßen und auf den Plätzen in den USA und reiste als Slogan um die Welt. Verknüpft mit der ebenso lautstark gerufenen Forderung nach „wirklicher Demokratie“ (real democracy oder democracía real) bekamen die Wut und Empörung über die ungleiche Verteilung von Reichtum, Krisenlasten und Besteuerung sowie die mangelnde Repräsentanz der Interessen der „Unteren“ in Staat und Parteien eine deutliche Sprache. Zehn- und Hunderttausende zogen auf die zentralen Plätze der Städte und blieben. Dort wurde die Demokratie lebendig. Gemeinsam wurden neue Formen der Kommunikation erprobt, gemeinsam setzten sich die Empörten gegen die polizeiliche Repression, die Entdemokratisierung und die Vertreibung aus dem öffentlichen Raum zur Wehr.
Der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) und der Fiskalpakt treiben, wie schon die Bankenrettung 2008/9, auf verschiedenen Ebenen die Entdemokratisierung voran. Auch darauf reagieren die sozialen Bewegungen: Einflussmöglichkeiten der nationalen Parlamente werden massiv eingeschränkt, unter vermeintlichen finanzpolitischen „Sachzwängen“ werden Entscheidungen durch die Parlamente gepeitscht, gewählte Regierungen gegebenenfalls abgesetzt. Dies ist ein Schlag gegen das Grundverständnis von parlamentarischer Demokratie, demzufolge die Entscheidung über den Haushalt das zentrale Recht des Parlaments ist. Und auch die Verschärfung der gesellschaftlichen Ungleichheit, die immer geringere Teilhabe vieler am gesellschaftlichen Reichtum, an Kultur, Erholung, Freizeit, an Bildung und nachhaltiger Infrastruktur unterminieren die Demokratie.
Proteste haben selten unmittelbare Verbesserungen erzeugt. Dennoch haben Massenbewegungen oft kleinere oder größere Zugeständnisse erreicht. Doch gegenwärtig machen die Herrschenden den sozialen Bewegungen kaum Angebote. Vorherrschend ist die staatliche Unterdrückung von Kritik an dieser Entwicklung. Die Polizeibrutalität in Griechenland, Spanien oder anderswo, Versammlungsverbote in Kanada oder im Mai rund um Blockupy Frankfurt zeigen: die Bürgerrechte und die Demokratie sind in Gefahr!
Sind das Anfänge einer neuen Herrschaftsstrategie oder Zeichen einer bröckelnden Hegemonie, die nicht mehr flexibel reagieren kann? Ist das neu? Wie finden wir Strategien gegen die herrschende Politik? Wie können die neuen lebendigen Ansätze der sozialen Bewegungen mit der Demokratisierung der Wirtschaft, des Öffentlichen, des gesellschaftlichen Reichtums verbunden werden? Wie kommen wir aus der Zone der Bedeutungslosigkeit und stärken damit die wirkliche Demokratie?

Samstag, 20.10.2012, 15-17 Uhr, Roßmarkt, Frankfurt/M: Vom Spardiktat zur Rückgewinnung des Öffentlichen
Schuldenbremsen und Spardiktate in ganz Europa. Die Folge: Zerstörung des Bildungs- und Gesundheitswesens, der Altersversorgung, des öffentlichen Nahverkehrs, der Schwimmbäder usw. Wie können wir das Öffentliche zurückgewinnen? Wie können wir unsere Kämpfe lokal, in Europa und global verbinden?

Darüber diskutieren:
Shendi Veli, UniCommon, Italien
Ein/e Vertreter/in der Plataforma de afectados por la hipoteca – PAH, Spanien
Sabine Leidig, MdB, DIE LINKE
Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen
Karl Bruder, Vertreter des Netzwerks “Wem gehört die Stadt?”, Frankfurt/M.
Moderation: Jana Seppelt, Verdi Stuttgart; Christina Kaindl, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die neoliberale Politik hat tiefe Spuren in den Städten und Gemeinden hinterlassen: Öffentliches Eigentum, die demokratische Verwaltung, die Gleichheit der Lebensverhältnisse, der Begriff des Gemeinsamen wurden diskreditiert. Der Markt, die Konkurrenz, Leistung, Wettbewerbsfähigkeit und Ungleichheit wurden mit Mitteln der Angst wie des ökonomischen Erfolgs zur maßgeblichen Orientierung. Diese Politik führte in die Krise und wird dennoch seitdem nahezu ungebrochen weitergeführt. Gewinne werden weiter privatisiert und Verluste sozialisiert.
Der europäische Fiskalpakt als neue Etappe zwingt den Ländern massive Spardiktate auf. Der Ausverkauf des Öffentlichen in den so genannten „Schuldenländern“ ist im vollen Gange und freut Banken und Unternehmen, die sich die Sahnestücke herauspicken können. Ganze Bevölkerungen sind von Bildung, der Kranken- und Altersversorgung zunehmend abgeschnitten. In Deutschland trocknen Sparpolitik und »Schuldenbremse« die Kommunen aus: Mit dem Abbau von »freiwilligen Leistungen«, dem Verlust öffentlicher Räume verringern sich Möglichkeiten der Begegnung, Teilhabe, des Austausch von Erfahrungen und der Bildung eines gemeinsamen Willens. Unter dem Gebot des Profits und der Privatisierung werden der öffentliche Nahverkehr und die Versorgungseinrichtungen ausgedünnt, Bahnlinien stillgelegt: Real und symbolisch schwinden die Anschlüsse ans gesellschaftliche Netz.
Doch es regt sich Widerstand: An vielen Orten und in unterschiedlichen Kontexten entstehen Alternativen und Antworten. Über 30.000 Menschen klagen gegen den Fiskalpakt. Kämpfe um die Stadt greifen Gentrifizierung, Privatisierung, Verarmung und Rassifizierung an – Prozesse, in denen den Menschen vor Ort ihre sozialen Rechte genommen werden. Lokale Initiativen bilden Netzwerke und stellen Zusammenhänge zwischen lokalen und globalen Machtstrukturen her, verbinden sich mit globalen Bewegungen für soziale Gerechtigkeit. Linke Kommunalpolitik lotet Handlungsmöglichkeiten aus, um demokratische Rechte zu stärken – und damit Widerstand gegen die Aushöhlung kommunaler Finanzen zu stützen oder zu schaffen. Alle diese Initiativen stellen das Commune, das Gemeinsame und Geteilte, in den Mittelpunkt ihrer Strategien.
Wir möchten zweierlei fragen: Wie können wir das Öffentliche zurückgewinnen: lokal, regional, europaweit und global? Wie können wir unsere Kämpfe verbinden, um die massiven Angriffe durch den Fiskalpakt und die Schuldenbremsen abzuwehren?

Samstag, 20.10.2012, 18-20 Uhr, Roßmarkt, Frankfurt/M: Wege aus der Krise in Europa
Immer neue, immer größere „Rettungspakete“? Griechenland raus aus dem Euro? Oder wie kommen wir aus der Krise? Und was hat die Krise mit Kapitalismus zu tun? Wie könnte ein anderes, demokratisches und soziales Europa aussehen? Und wie setzen wir es durch?

Darüber diskutieren:
Moisis Litsis, stellv. Mitglied des Vorstands der griechischen Journalistengewerkschaft ESHEA, Streikführer bei der Zeitung Eleftherotypia, Mitbegründer der griechischen Kampagne für ein Schuldenaudit
Angela Klein, Sozialistische Zeitung – SoZ
Andrej Hunko, MdB, DIE LINKE
Luís Bernardo, Attac Portugal (angefragt)
Moderation: Alexis Passadakis, Attac (angefragt)

Wir wollen die politische Situation in den verschiedenen Ländern näher beleuchten und denkbare Wege aus der Krise diskutieren. Welche Handlungsperspektiven haben die oppositionellen Kräfte in Europa? Wie könnte eine alternative Europapolitik aussehen? Haben wir bereits zu viel oder zu wenig Europa? Ist eine gemeinsame Währung angesichts der ungleichen Entwicklung in Europa auf Dauer möglich? Sollten die Krisenländer die Eurozone verlassen? Würde dies ihren wirtschaftspolitischen Spielraum vergrößern oder verkleinern? Sollte die Vergemeinschaftung der Schulden noch ausgeweitet werden, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren? Oder ist eine Streichung der Schulden notwendig? Wollen wir den Kapitalismus stabilisieren oder überwinden? Welche Akteure stehen für welche Ziele?

Weitere Veranstaltungen:

Freitag, 19.10.2012, 19-21:30 Uhr, Willi-Richter-Saal, DGB-Haus,
Wilhelm-Leuschner-Straße 69 – 77, 60327 Frankfurt am Main:
Linke Strategien gegen die Eurokrise
mit
Christine Buchholz, MdB;
Yannis Bournous, SYRIZA, Griechenland;
Elisabeth Gautier, transform! Europe, Frankreich;
Aitor Girona, Democracia Real Ya, Spanien
Moderation Ulrich Wilken, Mitglied im hessischen Landtag

30.000 Menschen demonstrierten im Mai in der Bankenmetropole Frankfurt gegen Bankenmacht und das europaweite Spardiktat. Nun geht der Widerstand von Gewerkschaften und jungen und älteren Aktivisten und Aktivistinnen in Griechenland, Portugal und Spanien weiter. Denn Löhne, Renten, Bildung und Gesundheitsausgaben werden gekürzt. Die Bundesregierung bewilligt Milliarden für die Banken und verschärft durch den Fiskalpakt den europaweiten Kürzungszwang – auch für Kommunen und Bundesländer in Deutschland. Die Steuermilliarden gehen direkt an die europäischen und deutschen Banken, auch deshalb hat die DIE LINKE. im Bundestag gegen den ESM und Fiskalpakt geklagt. Wir lehnen diese Politik ab. Wir wollen einen Mindestlohn, von dem sich leben lässt, und die Millionärsteuer, damit Konzerne und Reiche für die Krise zahlen. Banken und Finanzmärkte müssen entmachtet und unter öffentliche Kontrolle gestellt werden. Wir wollen diskutieren, was linke Alternativen zu Merkels Politik bewirken, wie wir die Proteste in Deutschland für eine wirkliche Umverteilung und den Widerstand in den europäischen Krisenländern solidarisch unterstützen.

Eine Veranstaltung der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

Samstag, 20.10.2012, 14-15 Uhr, Roßmarkt, Frankfurt/M:
Buchvorstellung – Die große Entwertung: Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind (Mit: Ernst Lohoff / Norbert Trenkle)

Im globalen Finanzmarktcrash entladen sich die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft. Der akute Krisenschub nimmt zwar von den Finanzmärkten seinen Ausgang, die Ursachen liegen aber tiefer. Was Marx anhand der Krisen des 19. Jahrhunderts nachgewiesen hat, gilt erst recht für das Weltwirtschaftsbeben unserer Tage. Nichts ist analytisch so naiv und ideologisch so gemeingefährlich wie die Dolchstoßlegende, eine gesunde Realwirtschaft sei der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Das historisch beispiellose Abheben des Finanzüberbaus in den letzten 35 Jahren war selber schon das Ergebnis und zugleich die provisorische Überwindung einer fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Produktionsweise, die auf der Vernutzung lebendiger Arbeitskraft beruht, muss angesichts des ungeheuren Produktivkraftschubs der mikroelektronischen Revolution an ihre strukturellen Grenzen stoßen.

Präsentiert von autonome antifa [f], organisiert im Ums Ganze…! Bündnis, www.umsganze.de


Versammlungsverbot der Kundgebung gegen die Blockupy-Verbote rechtswidrig

Das Verbot der vom Komitee für Grundrechte und Demokratie in Frankfurt für den 17. Mai 2012 angemeldeten Versammlung „Für das uneingeschränkte Grundrecht auf Versammlungsfreiheit“ war rechtswidrig.

Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat nach einer ausführlichen Verhandlung am 10. Oktober 2012 der Klage stattgegeben. Allerdings begründet das Gericht, das in der Eilentscheidung das Verbot bestätigt hatte, diese Meinungsänderung nur damit, dass die Stadt Frankfurt zur Kooperation mit dem Grundrechtekomitee verpflichtet gewesen wäre.

Entscheidung des Verwaltungsgericht Frankfurt vom 10. Oktober 2012

Vom 16. – 19. Mai 2012 hatte das Bündnis „Blockupy“ verschiedene Versammlungen in Frankfurt angemeldet. Das daraufhin von der Stadt erlassene pauschale Demonstrationsverbot für die gesamte Innenstadt über diesen  Zeitraum hatte das Komitee veranlasst, gegen diese überdimensionierte Außerkraftsetzung von Grundrechten zu protestieren. Wir meldeten eine Versammlung auf dem Paulsplatz, neben der Paulskirche, der Wiege der Demokratie, an. Mit der Begründung, dies sei eine Ersatzveranstaltung, wurde auch diese Versammlung mit denselben pauschalen Begründungen verboten wie die Versammlungen von Blockupy.
In der Verhandlung über die Fortsetzungsfeststellungsklage vor dem Verwaltungsgericht ging es daum, ob die Stadt Frankfurt anlässlich der beabsichtigten Versammlungen von Blockupy diese und zugleich alle anderen Versammlungen pauschal hatte verbieten dürfen. Waren Gefahrenprognosen begründet und hätte wirklich kein milderes Mittel geholfen? Aus den bekannten Akten war jedenfalls keine konkrete Gefahrenprognose zu entnehmen. Seitens Stadt, Ordnungsamt und Polizei bestanden Befürchtungen, konkret benannt und belegt waren Gefahren für die öffentliche Sicherheit jedoch nicht.

Wenn der Versammlung gegen das pauschale Verbot am 17. Mai auch die ganze Gefahrenprognose von Blockupy zugerechnet werden sollte, müsste  diese Gefahrenprognose aber so substantiell begründet und mit Nachweisen unterfüttert werden, dass sie auch überprüfbar und juristisch angreifbar würde.

Das Gericht hat nun festgestellt, dass der Versammlungsanmeldung nicht sorgfältig begegnet wurde. Gegenüber den Versammlungen von Blockupy ist das jedoch auch nicht annähernd ausreichend geschehen. Der Prüfung dieser Gefahrenprognose hat sich das Verwaltungsgericht jedoch entzogen.

Es bleibt deswegen weiter offen, inwieweit sich die staatlichen Institutionen geschlossen hinter großräumige, mehrtägige  Versammlungsverbote in deutschen Großstädten stellen, ohne dass faktisch die Bedingungen eines Ausnahmezustands gelten.


Flughafenausbau geht weiter: Terminal 3 und Airportcity

Nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn geht der Flughafenausbau in die nächste Runde. Anfang Oktober wird der neue Flugsteig A Plus in Betrieb genommen. Er ist speziell für Großraumflugzeuge wie den A 380 gebaut worden. Er ist so gr0ß wie die Kapazität des Flughafens Hannover und kann im Jahr 6 Millionen Passagiere abfertigen.
Zurzeit wird bereits am zweiten Teil der A 380-Werft gearbeitet und für das Terminal 3 finden die Bodenvorbereitungsarbeiten statt. Danach soll dann mit dem ersten Abschnitt des neuen Terminals begonnen werden. Im Endausbau kann das Gebäude bis zu 30 Millionen Passagiere abfertigen und ist damit so groß wie der Flughafen München heute. Insgesamt sollen im Jahr 2020 über 80 Millionen Passagiere abgefertigt werden und pro Jahr über 700.000 Flugbewegungen stattfinden. Wahrscheinlich wird diese Zahl der Flugbewegungen noch höher ausfallen, weil die technischen Möglichkeiten bis dahin weiter verbessert werden.


Aktuelle Stimmung am Flughafen

Doch damit nicht genug, der Flughafen entwickelt sich immer mehr zur “Airportcity Frankfurt”. Einer neuen Metropole im Rhein-Main-Gebiet mit einem Flughafen. Bereits heute werden über 70 Prozent der Einnahmen der Fraport AG durch die Vermietung und Verpachtung von Immobilien erzielt, der reine Flugbetrieb macht nur noch knapp 30 Prozent aus.
Auf der Fläche der Cargo-City-Süd im Süden des Frankfurter Flughafens entstehen neben dem Terminal 3 noch weitere Fracht- und Logistikbetriebe. Neuer Wald- und Flächenverlust ist vorprogrammiert: die bisherige Autobahnabfahrt bei Zeppelinheim muss erweitert werden, außerdem soll ein neuer S-Bahn-Anschluss gebaut werden.
Im Westen der Airportcity wird das Mönchhof-Gelände mit seinen Speditions- und Logistikfirmen, Büros, Verwaltungen, Zulieferbetrieben und Geschäften entwickelt. Später kommt das ehemalige Ticona-Gelände hinzu, wo bis 2013 die noch vorhandenen alten Firmen-Gebäude abgerissen werden.

Direkt über dem Fernbahnhof des Flughafens erhebt sich das neue SQUAIRE, welches sich als Herzstück der Airportcity wie folgt anpreist: „THE SQUAIRE ist eine statische Pionierleistung: Erstmals wurde ein Gebäude dieser Größenordnung über einem ICE-Bahnhof, zwischen zwei Autobahnen auf 86 Säulen errichtet. Alles bei laufendem Verkehrsbetrieb, logistisch vergleichbar mit dem Bau der Öresundbrücke über der Ostsee.THE SQUAIRE ist ein ästhetisches Paradestück: Trotz seiner 660 Meter Länge und 350.000 Tonnen Gewicht wirkt es leicht und lichdurchtflutet.THE SQUAIRE ist architektonisches Meisterwerk: Von außen nach innen erbaut, ließ es sich nach der Konstruktion der aerodynamischen Außenhaut flexibel an den Raumbedarf anpassen., ganz gleich ob für Büros, Hotels, Restaurants, Geschäfte und Konferenzen.THE SQUAIRE ist urbanes Lebensgefühl: Fünf Atrien bilden die zentralen Plätze und machen mit den zahlreichen Restaurants, Cafés und Geschäften das Gebäude zu einer Stadt unter einem Dach.THE SQUAIRE ist eine Wortkombination aus dem englischen Wort für Platz (“square” ) und für Luft (“air”).THE SQUAIRE ist eine Architekturikone des 21. Jahrhunderts.

Auf rund 140.000 m² Nutzfläche finden sich hier Büros, zwei Hilton Hotels, ein Business- und Conference Center sowie eine auf den Arbeitsalltag abgestimmte Infrastruktur aus Gastronomie, Geschäften, Ärzten, Fitness-Angeboten, Kita und Services von Friseur bis Reinigung. Mit diesem innovativen Nutzungskonzept der NEW WORK CITY schafft THE SQUAIRE ein Arbeitsumfeld, das Leistungsfähigkeit, Motivation und Kreativität fördert. Ankermieter sind KPMG, die Deutsche Lufthansa AG sowie die Hilton Worldwide Gruppe mit den beiden Hotels Hilton und Hilton Garden Inn.

Zweiter wichtiger Bestandteil der neuen Airportcity ist die Entwicklung von Gateway Gardens, einem ehemaligen Wohngelände der US-Army im Norden des Flughafens, wobei die Stadt Frankfurt alle erforderlichen Baugenehmigungen erteilt hat, ohne bestimmte städte- und raumplanerische Grundsätze zu beachten.

Bereits realisierte Projekte sind das LSG Sky Chefs (Airline Catering) über 55.000 m² (2.400 Mitarbeiter) und Park Inn Hotel (betrieben von Rezidor Hotel Group) mit 209 Zimmern. Projekte in Planung und Ausführung sind der Verkauf von MK 1 (Quartier Alpha) an Groß & Partner und OFB Projektentwicklung. Im Quartier Mondo entsteht die neue Unternehmenszentrale des Condor Flugdienstes. Im siebengeschossigen Gebäude werden auf 10.400m² unter anderem ein Flight-Operation-Center und ein Schulungszentrum mit Simulationseinheit eingerichtet. Neben den Flächen für Condor stehen zusätzliche 3.000m² zur kleinteiligen Vermietung zur Verfügung. Die Meininger Hotelgruppe hat sich für Frankfurts neuen Stadtteil direkt am Flughafen entschieden: Auf dem Teilstück des Baufelds MK 14 im Nordwesten des Areals errichtet die Bauwens Development GmbH & Co.KG ein achtgeschossiges Hotelgebäude mit 4.720 m² Bruttogeschossfläche. Das Hotel wird 168 Zimmer, einen Konferenzbereich sowie einen Loungebereich umfassen. Die Gründungsinitiative Frankfurt HOLM e.V, die ihre Geschäftsstelle in der Jean-Gardner-Batten-Straße in Gateway Gardens bezogen hat, ist beauftragt die Voraussetzungen für die Realisierung des House of Logistics & Mobility (HOLM) in Frankfurts neuem Stadtteil am Flughafen zu schaffen. Der Baubeginn des House of Logistics & Mobility erfolgte Ende März 2012, die Einweihung ist für 2013 vorgesehen. Für den Gebäudedienstleister Imtech Deutschland entsteht auf einem 4.300m² großen Grundstück an der Amelia-Mary-Earhart-Straße eine neue Hauptniederlassung. Das siebengeschossige Bürogebäude wird über 15.000m² Mietfläche verfügen und biete damit Raum für über 500 Arbeitsplätze. Die Fertigstellung des Gebäudes erfolgt im Laufe des Jahres 2012.

Diese neue Metropole wird eine Stadt ohne Einwohner sein, die Besucher fliegen ein und fliegen nach Erledigung ihrer Geschäfte wieder ab. Es wird kein gewähltes Gremium geben, das diese Gebilde kontrolliert, die bisherigen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen werden massiv verändert. Die Airportcity Frankfurt wird die gesamte Region beherrschen, wenn es nicht gelingt, diese Entwicklung zu stoppen.

Für die Bürgerinitiativen rund um den Flughafen gilt deshalb: Terminal 3 und Airportcity müssen gestoppt werden!


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