Frankfurter Gemeine Zeitung

Demo gegen Rassismus in den Behörden, Donnerstag 8.11. 20 Uhr in Bornheim

Aus einem bayrischen "Polizeikalender". Bild: Frankfurter Rundschau

Aus einem bayrischen "Polizeikalender". Bild: Frankfurter Rundschau

Rassismus und rechtsradikale Einstellungen durchziehen die deutsche Exekutive, da bestehen wenig Zweifel. Die grundlose Gewalt gleich eines ganzen Trupps Uniformierter gegen einen einzelnen UBahn-Kunden äthiopischer Herkunft vor ein paar Wochen zeigte dieses Klima besonders deutlich – auch im ach so weltoffenen Frankfurt. (siehe Frankfurter Rundschau) Vielleicht Pech für die staatlichen Schläger, dass der Betroffene keine halblegale Küchenhilfe, sondern ein Ingenieur bei Siemens war.
Seit der Veröffentlichung hat sich die Debatte beschleunigt. Obiger FR Artikel vom 6.11. wurde 17 000 auf Facebook geteilt. Heute berichtet die FR über Reaktionen.

Während in Politik und vielen Medien über “Pannen” lamentiert wird, bleiben seit Jahren rechtsradikale und rassistische Affinitäten in den Polizeikräften zwischen Streife und Verfassungsschutz folgenlos. Die konservative und gleichgültige gesellschaftliche Stimmung in Deutschland scheint dies sogar noch zu fördern. Das Trauerspiel der “Untersuchungsausschüsse” um die NSU bringt Wohlwollen gegenüber rechtsradikalen Umtrieben quer durch die Exekutive immer wieder ans Licht.

Deshalb findet am Donnerstag, 8. November 2012, um 20 Uhr, in BORNHEIM MITTE eine Demonstration für unsere Intoleranz gegenüber Rassismus in deutschen Behörden statt, die gleichzeitig eine Mahnung an die ganze deutsche Exekutive sein soll.

(DEMOROUTE: Berger Strasse herunter, durch Bethmannpark in Klapperfeldstrasse, Zeil am 1. Polizeirevier vorbei, Zeil hoch bis zur Hauptwache)

Besonders geht es bei der Demonstration um den Selbstschutz der Polizeibehörden, die jetzt in Frankfurt sogar mit einer Anzeige (”Beleidigung“) gegen den Betroffenen vorgeht.Die vier prügelnden Polizisten fühlen sich von dem Mann, der sie selbst zu Hilfe gerufen hat, angegriffen. Die Glaubwürdigkeit unserer Exekutive rutscht weiter in den Keller.

Darin steckt System: Die gut ausgebaute Immunisierung von Gewalt deutscher Behörden gegen ihre Bürger, das sich bis in Tötungen durch Polizisten fortsetzt (Frankfurt: Erschießung von Christy Schwundeck im Gallus) muß endlich geschleift werden!


10 Kommentare zu “Demo gegen Rassismus in den Behörden, Donnerstag 8.11. 20 Uhr in Bornheim”

  1. Demo: Gegen Rassismus in deutschen Behörden- ein antirassistischen Mahnlauf |

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  3. Frank

    Sorry, aber nach mehrmaligen des FR-Artikels kann (muss??) man auch zu der Einschätzung kommen, dass es zu der Eskalation (und überhaupt dem Einschalten der Polizei) erst dadurch kam weil der Fahrgast die Kontrolleure unterschwellig als Nazis beschimpft hat.

    Natürlich ist das Verhalten der Polizisten nicht zu akzeptieren.

    Aber um des deutlich zu sagen, dieses immer schnellere (und natürlich fast immer ungegründete) herausholen der Nazi-Keule hat bei mir überhaupt erst Ressentiments gegen bestimmte Migrantengruppen geschürt.

  4. Gerd

    @Frank, wenn du wirklich den Artikel mehrfach gelesen haben solltest, dürfte es dir eigentlich nicht entgangen sein, dass die Wendung ins Unappetitliche mit der rassistischen Äußerung der Kontrolleure “Ihr seid hier nicht in Afrika” vollzogen wurde.
    Herr Wevelsiep hat mit dem Hinweis auf 1942 eben keine platte Nazi-Beschimpfung angewandt, sondern lediglich und mit gutem Recht deutlich gemacht, dass die Kontrolleure mit ihrer Äußerung zuvor eine Grenze überschritten hatten.

  5. Rainer R Tost

    “Die grundlose Gewalt gleich eines ganzen Trupps Uniformierter gegen einen einzelnen UBahn-Kunden äthiopischer Herkunft … ”

    Diese Gewalt hatte einen “guten” Grund: Rassismus!

  6. Nils

    Und die lieben grünen liberalen Borneimer laufen abends an so einer Szenerie sprachlos vorbei. Schon toll diese Zivilcourage.

  7. Bornheimer

    Da hat Nils einen berechtigten Punkt angesprochen. Kann überhaupt nicht sein, dass um die Zeit keine Leute bzw. Zeugen da waren, jedenfalls nicht oben, wo Derege hingezerrt wurde, da sind überall Cafes und Dönerbuden. Entweder tatsächlich fehlende Zivilcourage (traurig) oder ein weiterer unvollständiger Punkt in der FR-Darstellung wie auch diese weitere Person, die mit der Monatskarte mitgefahren ist. Wo kam der überhaupt her und wieso wurde die Frau überhaupt ein zweites Mal kontrolliert nachdem sie am Merianplatz doch bereits kontrolliert wurde?

  8. schmitt123

    @Nils/Bornheimer
    Ich finde den Punkt nicht so berechtigt.
    Das ganze war gegen 23h.
    Da ist auch in Bornheim Mitte relativ tote Hose.
    Des weiteren ist nicht klar wo “hoch auf die Strasse” ist. Der obere Ausgang (richting fünf-Finger-Plätzchen) ist um diese Zeit weder stark frequentiert noch sonderlich gut einzusehen.
    Und was sieht man als Passant von dieser Szene ?
    Das ein Man von der Polizei festgehalten wird.
    Laut der Frankfurter Rundschau, die sich auf Aussagen Wevelsieps stützt, wurde dieser nicht laut oder aggresiv gegenüber der Polizei.
    Wann und wo er krankenhausreif geschlagen wurde, ist nicht klar. Bitte nicht gleich auf den nächsten mit dem Finger zeigen.

  9. Thomas

    Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, dass war alles doch nicht so wie es Herr Wevelsiep und die FR gerne darstellen.

    Vor allen Dingen, da über diesen Fall eigentlich nur in der FR berichtet wurde und dort mittlerweile eher kampanienartig weiter am köcheln gehalten wird.

    Sollte sich mein Bauchgefühl bestätigen, hoffe ich das dieser Blog auch dann weiter darüber berichtet. Was ich aufgrund der sonstigen sehr einsichtig gefärbten Artikel eher bezweifeln muß

    Da Nazi-Beschimpfungen inzwischen doch inflationär verwendet werden, sollten sie (wenn sie falsch waren) genauso stark bestraft werden, wie rassistische Beleidiungen.
    Es sollten dann durchaus auch Journalisten (in diesem Fall der FR) zur Rechenschaft gezogen werden.

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