Frankfurter Gemeine Zeitung

Without that certain thing: klein a, Paare und Kredite

1. Das ideale Paar.
Laurel & Hardy meet for the first time in the history of cinema. Das ideale Paar hat sich hier noch nicht “erkannt”. Es wird gestört durch verwirrende Geldübergaben und einen kleinen Hund, den man nicht los wird. Später, nachdem sich Laurel & Hardy gefunden haben wie H & M, werden die Rollen der Störer hysterische Glamourgirls, nörgelnde Ehefrauen und untransportierbare Klaviere übernehmen. Laurel ist das, was Hardy fehlt und umgekehrt. Tückische Frauen und tückische Objekte tun auch später so, als würden sie das Zusammenkommen des idealen Paares Laurel & Hardy permanent verhindern, tatsächlich aber konstituieren sie es erst als das, was es ist: das ideale Paar ist eben das, was sich nie GANZ findet.

2. klein a
“Das Objekt klein a (fr. objet petit a) oder der kleine andere ist ein zentraler Bestandteil des Psychischen in der Theorie Jacques Lacans. Es ist nicht zu verwechseln mit „A“, dem „großen Anderen“. Mit Objekt klein a wird ein Objekt des Begehrens, also ein (in Freudscher Terminologie) „libidinös besetztes“ Objekt bezeichnet, das jedoch wesenhaft unerreichbar ist.
Grundvoraussetzung zum Verständnis des Objekts klein a ist Lacans Konzeption des Subjekts als Träger eines irreduziblen Mangels. Dieser Mangel beginnt mit der Geburt, die das Kind aus der alle Bedürfnisse automatisch befriedigenden, vorbewussten Vollkommenheit seines embryonalen Daseins herauswirft, und verstärkt sich noch durch seine zweite große Trennung, die Trennung aus der Symbiose mit der Mutter(brust). Auch von seinem Spiegelbild, dem es sich im Spiegelstadium gegenüber sieht, ist es getrennt und entfremdet. Das Subjekt ist seitdem unvollständig, weshalb es stets danach begehrt, vollständig zu werden und seinen Mangel, seine Lücke im Subjekt durch Objekte aufzufüllen. Das Objekt klein a als der „Grund des Begehrens“ fungiert als Antrieb und Auslöser der Handlungen des Subjekts.
Grundsätzlich kann alles zum Objekt klein a werden, sofern es in das persönliche Phantasma hineinpasst. Es muss allerdings stets unerreichbar sein, d.h. einen leeren Kern bilden, um den herum sich die Phantasmen des Subjekts aufspannen könne.” (aus wikipedia)

3. Kredite
Ein Kredit ist perfekt darin, die Rolle von klein a zu übernehmen. Ohne Geld “geht nichts mehr”. Daher wird Kreditgewährung zu einem Akt der leeren Liebe. “Knietief im Dispo” stecken gelassen zu werden, wie “man selbst” oder ganz Südeuropa heutzutage ist ein Akt verweigerter Liebe von Seiten der Banken und der Staaten, die über diese wundersame Substanz zu verfügen scheinen.

Tatsächlich aber funktioniert der internationale Kreditverkehr aktuell noch so wie im ersten Laurel & Hardy-Film. Der Räuber steckt dem noch zu Beraubenden das Geld anderer bereits Beraubter zu, um ihn dann einträglicher zu berauben.
And no dogs allowed.
Aber in diesem, ihrem ersten Film gelingt es Laurel noch, vor Hardy zu fliehen. Und umgekehrt.


ZUSAMMENHALT. DIE STADT UND IHRE BRÜCHE

Am Mittwoch den 14.11. um 19.30 findet im Kunstverein die zweite Veranstaltung einer Reihe der Heinrich Böll Stiftung Hessen zur Stadtentwicklung statt.


»Jeder Stein der abgerissen, wird von uns zurückgeschmissen« – So lautete eine Parole aus der Zeit des Frankfurter Häuserkampfs in den 1960er und 70er Jahren. Auch heute wird die Auseinandersetzung um Wohnraum und »Stadt« engagiert geführt: Vor allem in den Großstädten steht der Stadtumbau verstärkt im Zeichen von Abriss und Neubau, Sanierung und Umnutzung. Im Zuge der »Renaissance der Stadt« nimmt die Attraktivität von urbanen Stadtteilen zu, die Preise steigen, es droht Segregation.
Dabei verhält sich Gentrifizierung zum Problem der sozialen Trennung ambivalent: In einer ersten Phase, in der die urbanen »Pioniere« wie StudentInnen und Kreative in einen Stadtteil ziehen und neue Cafés und Bars eröffnen, wachsen Vielfalt und soziale Heterogenität. Erst in einer zweiten Phase führensteigende Mieten und aufwändige Sanierungen der Bausubstanz letztlich zum Austausch der früheren Bewohnerschaft.
Mit unseren Gästen möchten wir die drängenden sozialen Fragen der Stadtentwicklung diskutieren: Was verursacht Gentrifizierung, was tun gegen steigende Mieten?
Was folgt aus dem Schlagwort der inklusiven Stadt? Und wieso redet niemand über die siedlungspolitische und städtebauliche Dimension der Verdrängung?
Schließlich: Wie kann eine »Aufwertung« ohne Ausschluss aussehen?Diskussion mit:PETER LINDNER
Professor für Wirtschaftsgeographie, Goethe Universität Frankfurt am Main

DANIELA WAGNER
Bau- und wohnungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Darmstadt/Berlin

KLAUS RONNEBERGER
Soziologe und Politikwissenschaftler (Publikation »Die Stadt als Beute«, »Fragmente städtischen Alltags), Frankfurt am Main

DIETER VON LÜPKE
Leiter des Stadtplanungsamts, Frankfurt am Main

Moderation:
BENJAMIN PFEIFER
Heinrich Böll Stiftung Hessen

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen mit dem Frankfurter Kunstverein

Eintritt frei
Ort: Cafébar im Kunstverein


Cara Chanceler Merkel

Deutsch (Link zur Quelle):

OFFENER BRIEF AN ANGELA MERKEL

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

Zuallererst möchten wir darauf hinweisen, dass wir uns an Sie als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland wenden, und zwar nur als solche. Wir haben Sie nicht gewählt, erkennen keine Kanzler/in Europas an. In diesem Sinne möchten wir, die Unterzeichner dieses offenen Briefes, diesen Weg nutzen, um an Sie, Frau Bundeskanzlerin, zu schreiben. Wir, die Unterzeichner, sind Bürgerinnen und Bürger des Landes, welches Sie am 12. November besuchen werden, Bürgerinnen und Bürger, die sich solidarisch mit den von den Sparprogrammen attackierten Ländern verbunden fühlen.

Aufgrund des Charakters Ihres angekündigten Besuches und vor dem Hintergrund der katastrophalen ökonomischen und sozialen Lage Portugals, betonen wir, dass Sie hier nicht willkommen sind. Sie sollten sich auf portugiesischem Territorium als persona non grata betrachten, denn Sie mischen sich eindeutig in innere Angelegenheiten ein, für die Sie kein demokratisch von den hier lebenden Menschen ausgestelltes Mandat haben.

Weil unsere Regierung seit einiger Zeit aufgehört hat, den Gesetzen und der Verfassung dieser Republik Folge zu leisten, müssen wir uns daher mit diesem Brief direkt an Sie wenden. Die Anwesenheit diverser Großunternehmer in Ihrer Gefolgschaft ist empörend. Sie, Frau Kanzlerin, bringen eine Reihe von Personen mit, die unter dem Deckmantel ausländischer Investitionen die Ruinen einer Wirtschaft begutachten sollen, die Ihre Politik hier sowie in Griechenland, Irland und Spanien hinterlassen hat. In Ihrer Delegation sind nicht nur solche Kräfte, die mit Zustimmung unserer Regierung den portugiesischen Staat gezwungen haben, sein Eigentum und seine wertvollsten Güter zu veräußern, sondern auch solche, die als potenzielle Käufer derselben von den Ramschpreisen heute profitieren.

Diese Ausführungen können nicht und dürfen nicht als nationalistische oder chauvinistische Forderungen angesehen werden – sie sind direkt an Sie gerichtet, und zwar solange, wie Sie als die Hauptförderin der neoliberalen Doktrin, die Europa ruiniert, agieren. Genauso wenig wenden wir uns an das deutsche Volk, das das demokratische Recht hat, jeden zu seinem Vertreter zu machen. In unserem Land stand Ihr Name jedoch auf keinem Stimmzettel. Wir haben Sie nicht gewählt. Wir räumen Ihnen nicht das Recht ein, uns zu repräsentieren und noch weniger, politische Entscheidungen in unserem Namen zu treffen.

Und wir sind nicht allein. Am 14. November, zwei Tage nach Ihrem angekündigten Besuch, werden wir zusammen mit unseren Brudervölkern aufbegehren. Es wird zu einem Generalstreik in vielen Ländern Europas kommen. Dies soll ein Streik gegen all die Regierungen werden, die das Vertrauen ihrer Bürgerinnen und Bürger verraten haben und immer noch verraten, und gegen die von diesen Regierungen eingeleiteten Sparprogramme. Aber täuschen Sie sich nicht, Frau Kanzlerin. Es wird auch ein Streik gegen die durch die Troika auferlegten Sparmassnahmen sein, und gegen die Kräfte, die versuchen, diese Maßnahmen als dauerhafte Regelungen durchzusetzen. Also auch gegen Sie. Und wenn wir unsere Brüder in Griechenland, Spanien, Italien, Malta und Zypern grüßen, grüßen wir auch das deutsche Volk, das mit uns leidet. Wir wissen genau, wie das deutsche Wirtschaftswunder zustande kam, nämlich auf Basis einer sukzessiven Schuldenerlassung seitens der Kreditgeber. Wir wissen, die angeblich florierende deutsche Wirtschaft beruht auf brutalen Gehaltseinschnitten seit mehr als 10 Jahren, auf der Ausweitung von kurzfristiger bzw. geringfügiger Beschäftigung, welche weite Teile der deutschen Bevölkerung in Sorge stürzt. Das zeigt, welche Perspektiven Sie auch für das deutsche Volk in petto haben.

Es ist anzunehmen, dass Sie nicht antworten. Und es ist wahrscheinlich, dass die unterwürfige, schwache und charakterlose portugiesische Regierung Sie mit Beifall und Blumen empfängt. Aber in Wahrheit wird die Art und Weise, wie diese Regierung, unterstützt von der Troika und von Ihnen, dieses Land zerstört, von der Mehrheit der portugiesischen Bevölkerung äußerst missbilligt. Auch wenn Sie einen geheimen Weg und einen privaten Flughafen wählen, um den Demonstrationen und Protesten gegen Ihren Besuch zu entgehen, seien Sie versichert, sie werden überall in diesem Land stattfinden. Diese Aktionen werden auch gegen Sie und das was Sie darstellen gerichtet sein. Ihre Delegation kann versuchen uns zu ignorieren. Die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Zentralbank können versuchen, uns zu ignorieren. Aber wir werden immer mehr, Frau Merkel. Hier und in all den anderen Ländern. Unsere Demonstrationen und Proteste werden machtvoller. Wir erlangen zunehmend besseres Wissen über die Realität. Die Geschichten, die man uns erzählte, waren nie ganz stimmig, und jetzt wissen wir, sie sind glatte Lügen.

Wir sind aufgewacht, Frau Merkel. Seien Sie in Portugal unwillkommen.

Anmerkung von mir: Ein Grund mehr, sich in irgendeiner Form an den Protesten am 14. November 2012 zu beteiligen!


Blind Dates 12.11. – 19.11

Mo, 12.11.

19:30 Club Voltaire, Treffen der Bürgerrechtsgruppe die Datenschützer Rhein-Main.Die Datenschützer Rhein-Main haben einen Blog zu aktuellen Daten-schutzrechtlichen Fragen erstellt und im Internet unter der Adresse hier veröffentlicht. Neben der Ankündigung von Veranstaltungen und Aktivitäten der Gruppe finden sich dort u. a. aktuelle Beiträge zu den Themen: Beschäftigtendatenschutzgesetz – Gesetzentwurf der Bundesregierung, Elektronische Gesundheitskarte, GEZ und Rundfunkbeitrag-Staatsvertrag, Verbesserung der Patientenrechte – Gesetzentwurf der Bundesregierung.

Di, 13.11.

19:30 Uhr: naxos.KINO IM THEATER. Film: Herz des Himmels, Herz der Erde. Film von Frauke Sandig und Eric Black (D, 2011, 103 Minuten): Was verbirgt sich hinter dem Mythos des Mayakalenders? Sechs junge Maya aus Chiapas und Guatemala lassen uns teilhaben an ihrem Leben, ihrer Kosmovision, ihrem Widerstand gegen die Ausplünderung der Erde. Ein bewegender Film voller Respekt für seine Protagonisten, in Bildern von mitunter verstörender Schönheit. Am vielbeschworenen Ende des Maya-Kalenders 2012, so begreifen wir, steht die Möglichkeit eines Neuanfangs: „Die Zeit ist wie ein Kreis“. Filmgespräch mit: Nicole Baum (Redakteurin) und Iris Gareis (Professorin für Ethnologie an der Goethe-Univ. Frankfurt) evt. noch ein/e Vertreter/in vom Museum der Weltkulturen.

20:00 Uhr Club Voltaire, “Immer noch ein sozialistischer Optimist” Prof. Dr. Theo Bergmann ist mit 96 Jahren (*1916) und seinem lebenslangen kritischen und optimistischen Engagement in Organisationen der linken Bewegung (KPO, Wissenschaft, Gewerkschaft, Naturfreunde, Linke) ein besonderer Zeitzeuge des vergangenen Jahrhunderts der Extreme. Nach dem biographischen Film „…dann fangen wir von vorne an – (Über-)Leben eines kritischen Kommunisten im 20. Jahrhundert“ wird Theo Bergmann mit uns diskutieren. Veranstalter: Naturfreunde Frankfurt, Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Mi,14.11.

14:00 Uhr bis 20:00 Uhr Solidarität mit dem europäischen Generalstreik

Die Veranstalter wollen am 14. November für Alternativen zur herrschenden Politik in Deutschland und Europa auf die Straße gehen. Treffpunkt um 14 Uhr zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Griechisches Generalkonsulat in Frankfurt-Bockenheim (Zeppelinallee/Ludolfusstraße) Die Demonstration beginnt um 18.00 Uhr am griechischen Generalkonsulat und führt zur Europäischen Zentralbank (EZB) am Willy-Brandt-Platz. Dort soll um 19.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden. Veranstalter: Solidaritätsbündnis mit dem Generalstreik in Südeuropa, c/o Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.

20:00 Uhr Campus Bockenheim, Studierendenhaus.Mumia-Abu-Jamal – (K)Ein Einzellfall?! Mumia-Abu-Jamal ist Ehrenbürger von Paris, die „Stimme der Unterdrückten“ und war fast 30 Jahre in den USA in Isolationshaft im Todestrakt und soll dort bis an sein Lebensende bleiben. Die Tat- und Prozessumstände, die in der Haft verfasste Artikel, Redebeiträge und Buchveröffentlichungen und ein weltweites Netzwerk von Unterstützern haben weltweit Aufsehen erregt. Abu-Jamal bzw. Mumia wurde laut Wikipedia “eine kontrovers betrachtete Kultfigur”. Es sollen „Mumias Fall“ vorgestellt, institutioneller Rassismus, staatliche Repression und die damit verknüpfte Gefängnisindustrie in den USA aufgezeigt werden. Veranstaltung im Rahmen der Hülya-Tage.

Fr, 16.11

20:00 Uhr Cafe Wiesengrund: Alfred Binder: Religion: Letzte Wahrheit oder Lug und Trug?
Religionen genießen in unserer Gesellschaft einen Sonderstatus mit enormen Sonderrechten. So verfügen sie über ein eigenes Arbeitsrecht, ihre Vertreter sitzen in Rundfunkräten und in unzähligen Kommissionen.
Die religiöse Erziehung und die Ausbildung ihrer Anhänger werden zum großen Teil vom Staat bezahlt.
Nur 50 Prozent der Deutschen glauben noch an Gott. Gibt es für den Sonderstatus und die Sonderrechte von Religionen andere als historische Gründe? Verfügen Religionen über besondere friedens- und sinnstiftende Werte oder über besondere Wahrheiten? Über diese Fragen liest und spricht Alfred Binder, der Autor des kürzlich erschienenen Buches Religion. Eine kurze Kritik. Alibri-Verlag Aschaffenburg.

EUROFINANCEWEEK GEGENPROGRAMM 19.-23. November
Blockupy Frankfurt und NoTroika Rhein-Main laden ein zum EURO FINANCE WEEK – GEGENProgramm. Ende November 2012 findet in den Frankfurter Messehallen zum 15. Male die Euro Finance Week statt. Erwartet werden 500 Akteure und 10.000 Besucher_innen aus der internationalen Finanz- und Versicherungsindustrie. Aus Politik und Ökonomie sprechen unter anderem Draghi, Blessing, Asmussen, Bouffier, Francioni und Schäuble.

Beginn: Mo, 19.11

8.30 Uhr Kongresszentrum an der Messe. 15 Jahre sind genug! Wir begrüßen die Teilnehmer_innen der Konferenz, denn es ist Zeit, Abschied zu nehmen.


Ausstellung “NEOFASCHISMUS IN DEUTSCHLAND” im Studierendenhaus

Noch bis zum 18.11. tägl. 10 Uhr bis 22 Uhr, Campus Bockenheim, Studierendenhaus: NEOFASCHISMUS IN DEUTSCHLAND. Die Ausstellung informiert über Ideologie und Praxis des Neofaschismus und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen und nationalistischen Denkens und Handels. Mit aktuellen Informationstafeln „Den Opfern ein Gesicht geben“ wird über die NSU – Morde informiert. Alle Veranstaltungen finden [...]

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Power to the people. Ein Janusköpfiger Wahlsieg in USA.

von Jutta Ditfurth

Seit Jahrzehnten zerfallen in den USA nicht bloß Schulen und Brücken, sondern ganze Städte. Als ich 1972 kurze Zeit in Detroit lebte, in einem vorwiegend afroamerikanischen Stadtviertel, fuhr ich auf dem Weg zur Arbeit jeden Tag durch Slums, vorbei an verfallenden Holzhütten und verrottenden Industriebauten. Auf manchen Dächern sah ich noch Spuren der Luftangriffe der Polizei von 1967, durch die viele Menschen verletzt oder getötet worden waren.

Wie oft haben wir im Fernsehen während der ersten Präsidentschaftskampagne von Barack Obama Ausschnitte aus Martin Luther Kings »I have a dream«-Rede von 1963 gesehen? Gefühlte eine Million Mal? King träumte von Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit, auch der vom Rassismus. Um Obama als Heilsbringer zu mystifizieren, wurde Kings Rede 2008 missbraucht, als sei sie sein letztes Wort zu den sozialen Verhältnissen in den USA gewesen. Es sollte die Illusion befördern, dass der Kapitalismus eine humane Lebensweise sein kann, wenn ein Afroamerikaner Präsident wird.

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