Frankfurter Gemeine Zeitung

Banker, Bankster, Moneten: Öffentliche Verhandlung zur 19. Kündigung einer Whistleblowerin in Frankfurt am 19. November 2012

Das Whistleblower-Netzwerk ruft auf deren Webseite unter “Frankfurt: Berufungsverhandlung über 19. Kündigung gegen Bank-Whistleblowerin” dazu auf, zur öffentlichen Verhandlung am 19. November 2012 hinzugehen:

»… Umso wichtiger dürfte es sein, dem Gericht hier als aufgeklärte Öffentlichkeit über die Schulter zu schauen und Frau Fuchs im ungleichen Kampf gegen eine Großbank, die als Dach der Volks- und Raiffeisenbanken ihre Existenz der Idee der Solidarität von Genossen verdankt, nicht alleine zu lassen. Deshalb wird Whistleblower-Netzwerk e.V. die Verhandlung am Montag begleiten und freut sich über alle, die es uns gleichtun wollen. All jene Leserinnen und Leser dieses Blogs, die am Montag nicht nach Frankfurt kommen können, aber Mitglieder von Genossenschaftsbanken sind, können ja mal bei ihrer Bank vor Ort nachfragen, ob diese sich durch ein solches Verhalten ihrer Dachorganisation gut repräsentiert fühlt.«

Ort der öffentlichen Gerichtsverhandlung: Hessische Landesarbeitsgericht in 60327 Frankfurt am Main, Gutleutstraße 130, Raum B 1.06 – Aktenzeichen 7 Sa 212/12 (Berufung der DZ Bank AG in Sachen der 19. Kündigung gegen Andrea Fuchs).

Beginn: Montag, 19. November 2012, ca. 10:30 Uhr.

Man ist wirklich erstaunt, wenn man von der 19. Kündigung (!) seitens der DZ-Bank liest. Kann so eine Kettenkündigerei mit rechten Dingen zugehen?

Im Veranstaltungshinweis des Whistleblower-Netzwerkes heißt es weiter:

»…Es ist schon ein Skandal, dass die deutsche Justiz Kettenkündigungen wie die vorliegende nicht von vornherein als unzulässigen Rechtsmissbrauch ansieht. Immerhin war Frau Fuchs zum Zeitpunkt der hier zu verhandelnden Kündigung aus dem Dezember 2004 bereits rechtskräftig gekündigt. Erst wesentlich später hatte Frau Fuchs nach einem mehrinstanzlichen verwaltungsgerichtlichen Verfahren und einer Restitutionsklage die Aufhebung der vorhergehenden Kündigungen mangels rechtmäßíger Zustimmung der Hauptfürsorgestelle erreichen können. Dennoch kündigte ihr die DZ Bank erneut, diesmal weil Frau Fuchs es 2004 gewagt hatte, ihre bis dahin gemachten Erfahrungen als Bänkerin und Whistleblowerin in dem Buch “Die Judasbank” als persönlichen Erlebnisbericht zu veröffentlichen. …«

Es gibt auch eine Fall-Seite zum Weiterlesen:
Andrea Fuchs – ehemalige Wertpapierhändlerin aus Frankfurt/Main

Mich persönlich würde interessieren, wie weit (oder inwiefern?) der Betriebsrat der DZ-Bank Frau Fuchs auf ihrem langen Leideweg unterstützt hat. Gab es keine Möglichkeit des Betriebsrats (oder des Mitglieds im Aufsichtsrat), auf die unsägliche Praxis der Dauerkündigungen Einfluß zunehmen bzw. welche Möglichkeiten gab es? Falls ja, welche wurden genutzt? Vielleicht kann uns Sigmar Kleinert näheres dazu sagen. Er ist gegenwärtig Mitglied im Betriebsrat und Aufsichtsrat der DZ-Bank und war dort Betriebsratsvorsitzender. Hierzu ein passender Veranstaltungstipp: Im DGB-Jugendclub im Gewerkschafthaus (Frankfurt a. M., Wilhelm-Leuschner-Str., Mainseite!) findet abends am 22. November 2012 ab ca. 19:30 Uhr die notroika-Veranstaltung “Im Innern der Türme” statt mit Sigmar Kleinert.

Dass Frau Fuchs das Buch “Judasbank” geschrieben hat, wirft nicht gerade ein gutes Licht auf die genossenschaftliche DZ-Bank (vgl. auch: http://www.vertrauensschaden-bank.de/?p=698), die  als das Zentralinstitut der Raiffeisen- und Volksbanken bezeichnet wird. Die DZ-Bank hat laut taz.de (28. Jan. 2012) die Deutsche Bank als größter Anbieter von Zockerprodukten überholt. Man lese hierzu  bitte bei gutefrage.net die Kommentare. Genossenschaftsbanken und -institute sind bekanntermaßen keinen Aktionären verpflichtet. Was soll man dazu noch sagen?


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