Frankfurter Gemeine Zeitung

Erneut Mieterhöhungen in Bockenheim: offener Brief an den Römer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,
Sehr geehrte Mitglieder des Magistrats,
Sehr geehrte Stadtverordnete!

Gegenwärtig erhalten zahlreiche Mieter der Wohnungsbaugesellschaften ABG Holding und GWH in Bockenheim erneut Ankündigungen von Mieterhöhungen ab dem 1.2.2013. Diese nehmen Bezug auf die Lagenzuschläge des Mietspiegels 2010/2012. Diese Mieterhöhungen sind die zweiten Erhöhungen auf Grund der Lagenzuschläge. Die letzten Mieterhöhungen haben erst Ende des Jahres 2011 stattgefunden.
Die betroffenen Mieter sehen sich existenziell bedroht. Bereits die erste Anwendung der Lagenzuschläge hat viele Mieter an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht. Bei vielen Menschen ist die Angst entstanden, den Stadtteil Bockenheim verlassen zu müssen.
Die Mieterhöhungen werden gerade in den Wohngebieten unseres Stadtteils ausgesprochen, deren Mietwohnungen aus früheren Sozialwohnungen bestehen und deren Anwohner ohnedies eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten haben.

Warum lässt die Stadt Frankfurt das zu?
Die Lagenzuschläge sind auch vom Magistrat selbst als mangelhaft erkannt worden und sollen laut Aussage des Magistrats bei der Neuerstellung des Mietspiegels 2014 grundlegend überarbeitet werden.
Die Koalitionsparteien haben im Mai 2012 festgehalten:
Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die im Mietspiegel 2010 vorgenommene Differenzierung der Wohnlagen in einigen Bereichen zu grobmaschig ausgefallen ist, und daher alle Anstrengungen unternommen werden müssen, eine differenziertere Bewertung zu erreichen.“
Warum werden dann auch durch die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding sowie andere Wohnungsbaugesellschaften wie die GWH weiter Mieterhöhungen mit dem Hinweis auf die Lagenzuschläge verlangt?

Wir halten es für konsequent, dass die Stadtregierung, nachdem sie die Fehler an dem Mietspiegel eingestanden hat, jetzt dafür Sorge trägt, dass ihre eigene Wohnungsbaugesellschaft nicht weiter auf Grund der „grobmaschigen“ Lagenzuschläge die Mieten erhöht.
Diese soziale Verantwortung sollte die Stadtregierung jetzt unbedingt wahrnehmen.
Die ABG Holding könnte hierbei auch anderen Wohnungsbaugesellschaften vorangehen, statt den Wohnungsmarkt mit diesen fehlgeleiteten Mieterhöhungen, die durch keinerlei Leistungen seitens der Vermieter gedeckt sind, anzuheizen und die Verdrängung von einkommensschwachen Mietern faktisch zu betreiben.
Es geht hier nicht um Kleinigkeiten und Haarspaltereien, sondern um das Recht von vielen Menschen mit geringem Einkommen, im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Es geht um unsere intakte Stadtteilstruktur, die in ihrer gemischten sozialen Zusammensetzung und nachbarschaftlichen Ausprägung unbedingt erhalten werden soll.

Setzen Sie sich dafür ein, dass die Vermieter, angeführt von der ABG Holding, auf die Anwendung der in Prüfung befindlichen Lagenzuschläge verzichten!
Seien Sie konsequent und ziehen die richtigen Schlüsse aus den Einsichten über die Lagenzuschläge und tragen Sie zum Erhalt unserer Stadtteile bei.
Für Fragen oder auch Ortstermine, bei denen Sie sich ein Bild der Situation machen können, stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Anette Mönich

Initiative Zukunft Bockenheim


Ein Kommentar zu “Erneut Mieterhöhungen in Bockenheim: offener Brief an den Römer”

  1. Tom

    Hallo,

    leider betrifft dies nicht nur Bockenheim .
    Die ABG Holding erhöht bei uns ( Praunheim / Westhausen ) bereits das 3. Mal die Miete & dies nicht in Centbeträgen.

    Dem ganzen sollte endlich ein Ende gemacht werden !

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