Frankfurter Gemeine Zeitung

Veranstaltung: Über “Boats4People” zu “Watch the Med”

Euro-afrikanische Initiativen gegen das tödliche EU-Grenzregime im Mittelmeer

Informations- und Diskussionsveranstaltung am Dienstag, 18. Dezember 2012 in Frankfurt
19.00 Uhr im Studierendenhaus Bockenheim, Cafe-KOZ

Mit Charles Heller (Genf) und Lorenzo Pezzani (London) vom Projekt “Forensische Ozeanographie” an der Goldsmith University

Am 18.12.1990 wurde die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen von der UN-Vollversammlung angenommen, seit 2000 ist dieser Tag offiziell von der UNO als Tag der MigrantInnen ausgerufe. Seit einigen Jahren bemühen sich MigrantInnenorganisationen und -netzwerke um eine kritische Aneignung des 18. Dezembers als globalem Migrationsaktionstag. Für den 18.12.2012 zirkuliert ein Aufruf unter dem Titel “We migrate to live, no more deaths, no more missing people”, mit dem die tödlichen Grenzregime der nördlichen Staaten, insbesondere die USA und Europa, angeklagt werden. Die geplante Veranstaltung will auch an diesen Aufruf anschließen.

Veranstaltet von Aktionsbündnis gegen Abschiebung Rhein-Main | kein mensch ist illegal Hanau

Unterstützt von Asta der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt | Pro Asyl | Medico International | noborder Frankfurt | Forschungsgruppe Staatsprojekt Europa


Frankfurter Häuptlinge – eine kleine und notwendige Nachbetrachtung

Auf die aktuelle Situation zu reagieren, führt manchmal dazu, kleine Nebenstränge in der Hektik zu übersehen, obgleich sie doch ein bezeichnendes Licht auf die Situation zu werfen in der Lage sind. So auch hier. Doch sei dies an dieser Stelle sogleich nachgeliefert.
Wenn die Geschichte mit dem Palmengarten nicht so traurig wäre, sieht man sich die Stellungnahme derjenigen, die sich für diese „gute“ Frankfurter Gesellschaft halten, genauer an. Dass Prinzessinnen von Hannover sich die seligen Zeiten Wilhelms II. zurückwünschen, mag ja noch hingehen in solch jahrhundert-alten Köpfen, bei anderen Figuren in diesem Spiel ist ein derartiges Verständnis völlig fehl am Platz.

Die Spontis fuhren 1974 in hellen Scharen nach Portugal, um die Revolution zu feiern, ein Stück Teil zu haben an diesem Ereignis und auch die, die lieber in Frankfurt blieben, standen nicht nach, ein Ereignis dieser „Nelkenrevolution“ zu feiern und hoch zu halten:
Die Lissaboner haben sofort nach Bekanntwerden der politischen Erhebung die Café-Häuser und feinen Restaurants der Innenstadt gestürmt, die ihnen jahrzehntelang versperrt geblieben waren.

Die Zeitläufte bringen es nun mit sich, dass die gleichen Leute, heute auf der anderen Seite der Absperrung stehen und sich absichern, dass genau dieses Ereignis sich ja nicht wiederhole. Was deren Werdegang angeht, so ist an einen Ausspruch Bismarcks zu denken, der da lautet: „Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer mit 40 noch Sozialist ist, hat keinen Verstand“.
Über die Qualität hat er nichts gesagt.
Diese „Bismarxisten (Erich Mühsam“ haben es geschafft, sich dereinst halbwegs öffentliche Räume nahezu vollständig anzueignen und in bester PPP-Manier die städtischen und auch sonstigen öffentlichen Kassen zu derselben zu bitten. Dabei tun sie noch nicht einmal so, als würden sie an irgendwelche sozialen Feigenblätter auch nur denken, geschweige denn Alibi-Veranstaltungen in den so okkupierten Räumen anbieten. Und hier schliesst sich der Kreis dieser kleinen Erzählung: denn wie schon damals in Lissabon muss man sie einfach wieder nehmen. Als Alternative sei den Betreibern empfohlen, eine eigene Polizeiwache in einigen Nebenräumen einzurichten, auf dass ihre feine Gesellschaft garantiert ungestört feiern kann. Viel teurer kommt es die Stadt auch nicht und die Prinzessin kann getrost ihre Verabredungen treffen. Der Herr Impressario kann die Beamten ja in die Vorstellungen zum Amüsement seiner Gäste einbauen.

Im Gegensatz zu früheren feinen Gesellschaften ist das Ex-Sponti-Mäzenatentum vollständig auf die eigene Tasche fokussiert, Frankfurt rühmt sich seiner spendablen Bürger und tatsächlich ist mit Senckenberg, Städel uvm ja auch einiges hingestellt worden. Unsere Protagonisten sind offenbar der Meinung, es sei höchste Zeit, dass diese Gelder wieder zu einigen Bürger*innen zurückflossen. Und wie ihre Vorfahren in der feinen Gesellschaft leisten sie hier professionelle Arbeit.

Was braucht eine Stadt noch an Problemen, wenn sie eine derart feine Gesellschaft in ihren Grenzen weiss.


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