Frankfurter Gemeine Zeitung

Ausstellung: »Europäische Grenzen: Traces to and trough Europe«

Im ehemaligen Abschiebegefängnis Klapperfeld in Frankfurt (Klapperfeldstraße 5) ist vom 17. Januar bis 15. Februar die Ausstellung “EUropäische Grenzen: Traces to and Through Europe” zu sehen. Kernstück ist eine Fotoausstellung über die Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort gibt es einen Schiffsfriedhof, auf dem sich die Boote stapeln, mit denen Menschen nach Europa zu gelangen versuchten. Die Fotoreihe wird ergänzt durch Fotos zur Situation von Illegalisierten in Calais, durch die Ausstellung »Traces from Lesvos through Europe« des Netzwerks Welcome to Europe

Das Projekt »Traces to and trough Europe« widmet sich den verschiedenen Aspekten dieser Grenzverläufe und fragt nach den Auswirkungen und Bedingungen EUropäischer Migrationspolitik. Kernstück ist eine Fotoausstellung über die Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort gibt es einen Schiffsfriedhof, auf dem sich die Boote stapeln, mit denen Menschen nach Europa zu gelangen versuchten. Die Fotoreihe wird ergänzt durch Fotos zur Situation von Illegalisierten in Calais, durch die Ausstellung »Traces from Lesvos through Europe« des Netzwerks Welcome to Europe sowie durch Radiofeatures und Kurzfilme.

Während der Öffnungszeiten wird auch der ehemalige Abschiebetrakt des Gefängnisses zugänglich sein, der noch bis vor 10 Jahren genutzt wurde. Zudem kann die Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden.

Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, den 17. Januar 2013 um 17.00 Uhr

In einem umfangreichen Begleitprogramm laden Lesungen, Diskussionen, Filme usw. zu einer Auseinandersetzung rund um das Thema “europäisches Grenzregime” und dessen Auswirkungen ein.

Mehr Infos zu allen Veranstaltungen und den Öffnungszeiten der Ausstellung gibt es unter grenzen.klapperfeld.de

Projektgruppe – Seba

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Verhinderung des Naziaufmarschs am 1. Mai in Frankfurt – eine Initiative

Am 1. Mai 2013 wollen 500 Nazis in Frankfurt aufmarschieren. Um das zu Verhindern, haben wir uns in einem großen Bündnis zusammengefunden um diesen Aufmarsch effektiv und entschieden entgegen zu treten. Unser Ziel ist die tatsächliche Verhinderung der Naziveranstaltung. Das Beispiel Dresden zeigt, dass dies durch Menschenblockaden möglich ist. Dazu laden wir möglichst viele
Personen, Gruppen und Initiativen ein sich hieran zu beteiligen. Wir haben uns im Bündnis auf eine breitest mögliche Mobilisierung unter der Maßgabe der Verhinderung dieses Aufmarschs geeinigt.

Für unsere Aktionen des zivilen Ungehorsam haben sich die bisher vertretenen Gruppen und Personen auf einen Aktionskonsens geeinigt:
Unser Ziel ist es, den Frankfurter Naziaufmarsch am 1. Mai 2013 zu verhindern. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen. Dazu sind verschiedene Aktionsformen notwendig. Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch. Unsere Massenblockaden sind Menschenblockaden. Von uns geht dabei keine Eskalation aus.
In diesem legen wir selbst uns einen Handlungsrahmen fest, mit dem wir in diesem großen Zusammenhang agieren wollen. Dadurch agieren wir aus einer Position der Stärke heraus da unsere Aktionen für alle Beteiligten berechenbar sind und offen im Vorfeld angekündigt werden. Alle wissen worauf sie sich einlassen. Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen erwarten wir, dass Polizei und Stadt versuchen werden unsere Aktionen zu behindern. Als Folge ist für uns spätestens seit dem NSU Komplex klar das wir nicht mit den staatlichen Sicherheitsorganen zusammenarbeiten werden, denn leider werden immer noch die Nazigegner*innen als größeres Problem als die Nazis selbst gesehen.
Wir aber werden uns den Nazis gemeinsam und entschlossen entgegenstellen. Durch unsere Blockaden wird diese Naziveranstaltung ein Desaster. Im Bündnis sind Organisationen und Einzellpersonen aus vielen unterschiedlichen Spektren vertreten. Wir sind Schüler*innen und Studierende, aktiv in Gewerkschaften und Parteien, in linken und antifaschistischen Gruppen organisiert. Wir sind jung und weniger jung, aber uns alle eint das Ziel der Verhinderung dieses Naziaufmarschs.

Und wir freuen uns über neue Mitstreiter*innen! Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 16.1.2013 um 19 Uhr im türkischen Volkshaus in Frankfurt. (Werrastr. 29 in Bockenheim)

Wir treten mit unserem Aktionskonsens an euch und andere heran und freuen wir uns wenn auch ihr ihn unterstützt. Am Ende findet ihr eine Liste der bisherigen Unterstützer*innen. Wenn ihr Lust habt euch an der Vorarbeit zu beteiligen, seid ihr herzlich zu den nächsten Treffen eingeladen. Diese sind offen für alle Antifaschist*innen. Ansonsten sehen wir uns am 1 Mai auf der Straße.

Gruppe Turn*Left Frankfurt

 

Gruppen des Bündnisses:

ANK – Antinazikoordination; TURN*LEFT Frankfurt; DKP Frankfurt; Aktionsgruppe für den Aufbau der 3. Reihe; autonome.antifa [f]; Arbeitskreis Umwelt AKU Wiesbaden; AGIF-Frankfurt; YOUNG STRUGGLE; Internationalistisches Aktionsbündnis Frankfurt; SDAJ Frankfurt; Zusammen e.V.; DFG-VK Frankfurt; YXK Frankfurt; a.antifa.mhm; LINKSJUGEND ['solid] OG Offenbach; Siempre*Antifa OG Frankfurt; Hanauer Friedensplattform; Bündnis gegen Rechts Hanau; Stadtteilgruppe DIE LINKE Bockenheim/Westend/Kuhwald;
PIRATENPARTEI Hessen; ANTIFA Rüsselsheim; KOMELA CANDA KURD e.V. (kurdischer Verein); ADHK – Konföderation für die demokratischen Rechte in Europa


RTL ist menschenverachtend

RTL ist menschenverachtend.

Dies ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern sie wird von zahllosen Menschen in Deutschland geteilt, beispielsweise auch von dem Fernsehkritiker Oliver Kalkofe, der sich im Oktober 2012 entsprechend über mehrere Formate dieses Senders äußerte. Auch der bekannte Show-Moderator Michael Schanze gebrauchte das Wort „menschenverachtend“ in Bezug auf Castingshows von RTL.

Wenn ich auf Google als Suchbegriff eingebe „RTL Menschen“, so wird mir „RTL menschenverachtend“ sofort neben „RTL Menschen Bilder Emotionen 2012“ oder „RTL Menschen 2012“ angeboten.

Bei der Suche nach „RTL menschenverachtend“ werden mir 359.000 Treffer angezeigt. Dies ist durchaus stattlich aber hat seinen Grund.

Viele Sendungen von RTL und RTL2 basieren auf einem einfachen und leider sehr erfolgreichen Konzept, nämlich der Bloßstellung von Menschen die nicht der Norm entsprechen, weil sie übergewichtig, arm, ungebildet oder schlicht ungewöhnlich sind.
Die Bloßstellung von Menschen als Senderkonzept durchzieht weite Teile ihres Programmes.

Nehmen wir nur einmal die Shows „Das Supertalent“ und „Deutschland sucht den Superstar“. Deren Erfolg beruht schließlich nicht nur auf der medialen Aufmerksamkeit für die dort gefundenen „Talente“ und „Stars“, sondern eben auch darauf, dass dort zahlreiche schräge und untalentierte Personen auftauchen, die dann von Bohlen und Co nach Strich und Faden vor einem Millionenpublikum vorgeführt werden.

Selbst wer bei solchen Shows gewinnt, ist bei solchen RTL-Shows an Verträge gebunden, die schon oft als Knebelverträge in die öffentliche Kritik geraten sind.

Und dass die dort gefundenen „Stars“ ohnehin von ihrem eingespielten Geld recht wenig sehen und auch bald wieder sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden ist hinlänglich bekannt.
Tatsächlich scheint es mir, als ob RTL bei seinen Castings genau 2 Arten von Personen suchen würde:
Untalentierte Personen, die man zur Belustigung der Massen lächerlich machen kann.
Talentierte junge Menschen, deren Träume man ausbeuten kann.

Noch menschenverachtender als in diesen Castingshows geht es allerdings in Formaten wir „Bauer sucht Frau“, „Frauentausch“ und „Die Supernanny“ zu.

Gerade bei Frauentausch baut sich die Dramaturgie der Sendung oft darauf auf, dass eine angepasst-bürgerliche Familie in Vergleich zu einer vermeintlich asozialen, unhygienischen und ungebildeten Familie gesetzt wird. Am Ende soll die „asoziale“ Familie dann entweder als geläutert aus der Show hervorgehen oder aber als unverbesserlicher Fall abgestempelt werden.
Angehörige der negativ dargestellten Familie werden zum Teil durch tricktechnische Einspielungen, Hintergrundmusik und Zeitlupen zusätzlich lächerlich gemacht.

Bei einer Frau, die in der Sendung als dumm dargestellt werden sollte, ließ man zum Beispiel die Jeopardy-Musik laufen, während sie sich Antworten auf gestellte Fragen überlegte, um darzustellen, wie lange die Dame zum Antworten braucht.

Auch emotionale Ausbrüche der Menschen werden gnadenlos der Lächerlichkeit preisgegeben. Dies traf beispielsweise einen Mann namens Andreas, der unter dem psychischen Druck der Sendung und einem regelrechten Verhör durch die Tauschmutter, einen Ausraster bekam und nun wohl für alle Zeiten als „Psychopath Andi“ durch das Netz geistert.

Eine übergewichtige Dame, die in einer anderen Folge die Nerven verlor, wurde genussvoll abgefilmt und gesendet, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Teilnahme an der Show abbrechen wollte.

Von „Fette Frau heult“ gibt es inzwischen unzählige Remixes, Endlosschleifen u.s.w. auf Youtube.
Gnadenlos draufhalten ist die Strategie von RTL, wann immer es Tränen zu zeigen gibt. Schließlich wollen die Zuschauer ja „echte Emotion“.

Der Grimme-Online-Preisträger Holger Kreymeier, der die Seite Fernsehkritik-TV betreibt, hat sich mit einigen Fällen von Opfern solcher TV-Shows befasst.

Hierbei äußerten diese schwerste Vorwürfe gegen den Sender.

Bei einer Familie, die bei Frauentausch teilgenommen hat, soll das Kamerateam beispielsweise die Wohnung durch absichtliche Manipulationen in einen unordentlichen Zustand versetzt haben, um dann den vermeintlich heruntergekommen „Saustall“ zu filmen. Nach Auskunft des Betroffenen soll die Tauschmutter Anweisungen erhalten haben, diesen möglichst angewidert zu kommentieren.
Der Familienvater erlitt unter der Belastung einen leichten Herzinfarkt. Trotzdem soll unter massiven Drohungen mit Konventionalstrafen versucht worden sein, ihn zur weiteren Teilnahme am Dreh zu zwingen.
Die Familie erhielt nach Ausstrahlung der Sendung beleidigende Briefe und Anrufe. Es sollen sogar Leute aufgrund der Sendung nachts vor ihrem Haus herumgegrölt haben.

In einem anderen Fall interviewte Kreymeier eine Frau und ihre Tochter, die bei der „Supernanny“ teilgenommen hatten. Abgesehen davon dass die Supernanny im Gegensatz zu dem was die Show vermittelt, nichts zur Lösung der familiären Probleme beigetragen hat, soll das dazugehörige Fernsehteam sich geradezu unsäglich benommen haben. Zumindest berichteten es so die Betroffenen.
Angeblich habe das Team die Tochter dazu angestachelt ihren Bruder so sehr zu ärgern, dass dieser vor laufender Kamera seine Schwester schlug.
Die Betroffenen erhoben zudem einen Vorwurf, der fast zu unglaublich scheint um wahr zu sein, obwohl ich RTL inzwischen fast alles zutraue. Angeblich soll nämlich ein Mitarbeiter des Filmteams von Katharina Saalfrank erwähnt haben, dass es der Dramatik der Sendung förderlich wäre, wenn dem Hund der Familie etwas zustoße.

Nach Aussage der Familie soll der bis dahin kerngesunde Hund plötzlich erkrankt und vom Filmteam ohne dies mit der Familie abzusprechen in eine Tierklinik gebracht worden sein, von der er nicht mehr zurückkehrte.

Katharina Saalfrank bestreitet Vorwürfe, ihr Team habe den Hund getötet, vehement und hat Klage gegen Holger Kreymeier eingereicht. Zur öffentlichen Verhandlung soll es am 16.01.2013 vor dem Landgericht Köln kommen.

RTL ließ Kreymeier außerdem gerichtlich verbieten, T-Shirts zu vertreiben, auf denen Logo und Werbeslogan „Mein RTL“ zu „Scheiß RTL“ verfremdet waren.
Allerdings lässt sich der Geist (aus meiner Sicht glücklicherweise) nicht so einfach wieder in die Flasche zurückholen. Das „Scheiß RTL“-Logo kursiert massenhaft im Netz und niemand wird einen Internetnutzer daran hindern können, sich dieses Logo für den Eigengebrauch auf ein T-Shirt drucken zu lassen.
Die Facebook-Fangruppe zu „Scheiß RTL“ jedenfalls hat schon 880 Mitglieder.
Ich denke, dass es richtig und notwendig ist, auf die Praktiken von RTL aufmerksam zu machen und sie öffentlich zu kritisieren.
Denn die öffentliche Meinung fürchtet RTL, wie sich im Fall eines RTL-Berichtes zur Gamescom-Computerspielmesse 2011 zeigte.

Damals hatte der Sender in einem Beitrag des Magazins „Explosiv“ von der Messe berichtet und die dort herumlaufenden Gamer als Nerds und Weirdos dargestellt, die weder Job noch Freundin haben und dazu auch noch unhygienisch sind.
Hier allerdings hatte sich RTL mit den Falschen angelegt. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Netz, tausende Computerspieler aus ganz Deutschland entfachten einen ordentlichen Shitstorm und Hacker legten kurzzeitig die Webpräsenz lahm.
RTL entschuldigte sich umgehend.

Ich würde mir wünschen, dass RTL künftig einen ähnlichen Shitstorm erlebt, wenn dort mal wieder Hartz-IV-Empfänger als ungebildete und nutzlose arbeitsscheue Gesellen verunglimpft werden. Aber leider scheint dies zu sehr der herrschenden gesellschaftlichen Meinung zu entsprechen.


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