Frankfurter Gemeine Zeitung

Anschlag auf die Grünen: Bekennerbrief


Soeben erreichte mich eine Meldung aus einer Paralleldimension.

Das Frankfurter Büro von Bündnis 90/ Die Grünen, Oppenheimer Straße 17 mit der Telefonnummer 069/96376870 wurde in der Nacht vom 22.01. auf den 23.01. Ziel eines Anschlages.

Die Haustür wurde mit hunderten Stickern unflätigen Inhaltes bestückt. Es wurde an die Haustür, Hauswände und in die Briefkästen uriniert. Dazu wurden in mehrere Briefkästen Stücke asiatischer Durianfrucht, Lammnieren und Fischgedärm gestopft.
Die kleinen Bäume aus den Blumenkästen vor dem Gebäude wurden gefällt und Stücke deren zersägter Stämme in die Auspuffrohre in der Nähe parkender Autos gesteckt.
Nach unbestätigten Gerüchten sollen auch mehrere Mülltonnen umgekippt und deren Inhalt vor dem Haus verteilt worden sein. Teilweise habe man Unrat mittels Zweikomponentenkleber am Boden fixiert und flächendeckend mit Polyurethanschaum besprüht.
Das Türschloss wurde außerdem mit Metallkleber unbenutzbar gemacht.

An die Anwohner der umliegenden Häuser und den Parteivorstand der Grünen erging folgendes Bekennerschreiben:

bekennerbrief

sehr geehrte grüne imperialistenschweine,

wir haben es für nötig befunden einige veränderungen am äußeren erscheinungsbild ihres büros und der davor befindlichen bepflanzung vorzunehmen.

wir reagieren damit auf die repressive unterdrückungspolitik gegen antikapitalistische proteste, die durch die frankfurter grünen mitgetragen wurden. wir reagieren damit auch auf die imperialistische kriegspolitik an der sich die grünen sowohl während ihrer gemeinsamen regierungszeit mit der spd maßgeblich beteiligt haben und die von den grünen nun auch in bezug auf den gegenwärtigen konflikt in mali fortgeführt wird.

wir reagieren auf eine geschichte systematischen wortbruches durch eine partei deren selbstverständnis einmal ein linkes und pazifistisches war.

ebenfalls reagieren wir auf die repressive drogenpolitik, die entgegen dem eigenen programm der grünen von diesen zumindest geduldet wird, sowie auf die abholzung zahlreicher bäume zum zwecke der errichtung einer quartiersgarage im frankfurter nordend.

wir geben zu, dass unsere aktion vor ihrem büro vielleicht unspektakulär war, verglichen mit dem, was ältere mitglieder der grünen in ihrer politisch aktiven zeit mit den heutigen grünen angestellt hätten, aber wir waren betrunken und hatten eine menge spass.
vor diesem hintergrund betrachten wir unsere aktion als gerechtfertigt und unbedingt nachahmungswürdig.

wir weisen darauf hin, dass wir korrekte orthographie beherrschen, jedoch fanden wir den klassischen raf-kleinschrieb einem bekennerschreiben angemessen.

wir fordern:
sofortige einstellung aller repressiven und militaristischen aktionen durch die grünen, sowie eine erklärung, solche aktionen künftig weder aktiv noch in form passiver duldung zu unterstützen.

anderenfalls werden wir wiederkommen und ihre hausfassade mit matschepampe bewerfen.

gezeichnet:
… (hier sollte eigentlich der name unserer gruppierung stehen, doch da wir ein loses kollektiv autonomer aktivisten sind, konnten wir uns auf keinen namen einigen)

p.s.

an alle anderen hausbewohner der oppenheimer str. 17, die von unseren aktionen zwangsläufig mit betroffen sind:
betrachten sie sich getrost als kollateralschaden, wie die zivilisten in gebieten, die unter grünen militärinterventionen zu leiden haben.

Natürlich soll dieser Artikel niemanden aus unserer Dimension dazu anstiften, Ähnliches bei den hiesigen Grünen zu unternehmen.
Denn, wie Fans der Zeichentrickserie „Drawn Together“ wissen: „Was in der Bizarrowelt passiert ist, bleibt in der Bizarrowelt!“


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