Frankfurter Gemeine Zeitung

Hintergründe der Feierlaune Frankfurter Banken: Staatsgeheimnis Bankenrettung

Die meisten Deutschen leben als “Zahlmeister Europas”  in einem gefühlten Aufschwung im Lande, gehörig national eingefärbt gegenüber den von ihnen angeblich finanzierten, armen Griechen, Spaniern, Italienern. Merkel und Konsorten quer durch die Parteien freut es: Umfragen melden beste Zustimmung und die Medien heizen diese Stimmung immer weiter an.

In den vielen Lügenmärchen um die Krise spielen die Empfänger der Multimilliarden eine besondere Rolle, und diese Empfänger sitzen weniger in Athen oder Madrid auf der Strasse, sondern eher in Frankfurt oder London, in prächtig ausgestatteten Häusern.

Arte zeigte jüngst einen Recherche-Film des Journalisten Harald Schumann unter dem Titel “Staatsgeheimnis Bankenrettung” zu diesem Thema: “50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien – ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten?

Der permanenten Feierlaune in den Frankfurter Banken wird das keinen Abruch tun, vielleicht lassen diese Umstände exorbitanter Bereicherung der Immergleichen aber manch andere zusammen zucken.


Passgenau im schwarz-grünen Frankfurt: FAZ übernimmt die Frankfurter Rundschau

Herold der Finanzdienstleister plus stockkonservativer Lokalteil: genau das bietet die FAZ. Von dieser Marke weg hilft dem Blatt auch die hochgezogene intellektuelle Fassade im Feuilleton rund um ihren neuen Kapitalismuskritiker Frank Schirrmacher nicht. Die letzten “linksliberalen” Reste bürgerlicher Papier-Öffentlichkeit in Gestalt der “Frankfurter Rundschau” werden nun eingezogen und unter einem Dach, eben der FAZ versammelt.

Gestern genehmigte die Kartellbehörde den Übernahmedeal, mit dem nun die Blätter von Rheinmain alle in die Finanzen-Obhut rücken. Das passt gewiß bestens zur gewandelten Öffentlichkeit in der kleinen Kapital-Metropole, mit einem Magistrat, der sich im wesentlichen um reibungslosen Geschäftsbetrieb und ein paar Konsum Events drum herum sorgt. Zumindest braucht sich die Einwohner Frankfurts bei dieser Eigentümerstruktur nichts mehr über “Qualitätsjournalismus” und “Meinungsvielfalt” vormachen.

Das letzte Lüftchen von zeitnah auf Papier veröffentlichter Sympathie etwa für Hausbesetzer, Mietverweigerer oder Flughafengegner wird in dieser Stadt Vergangenheit sein. Vermutlich wird die Einverleibung auch den Rückbau gedruckter Tageszeitungen in Frankfurt weiter beschleunigen. Immer nur Wiedergekäutes ermüdet nämlich auf Dauer selbst die bravsten Konsumenten.

Den Kollegen der Frankfurter Rundschau wird das alles im großen und ganzen egal sein. Entsprechend ihrer allgemeinen wirtschaftspolitischen Position erklärte das Frankfurter Medienmonopol nämlich, quasi keine Beschäftigten des insolventen Blatts zu übernehmen: “Verschlankung”.

Die neuen Besitzer rudern einen Tag vor der endgültigen Übernahme wohl wegen einiger atmosphärischer Unwilligkeit über die finanz-konservative Beschleunigung am Main etwas zurück: “Unter dem Dach der Frankfurter Societät, des F.A.Z.-Verlags und der Karl Gerold Stiftung geht die Traditionszeitung als unabhängige Redaktionsgesellschaft in die Zukunft” verlautbaren sie, und weiter: “Diese garantiert mit ihrer Stiftungsverfassung die Ausrichtung der „Frankfurter Rundschau“ als „unabhängige, linksliberale Tageszeitung“.

Die ehemaligen Leser der unabhängigen, linksliberalen Tageszeitung fühlen sich jetzt an einen echten Avatar in der Medienöffentlichkeit erinnert, aber ohne den glücklichen Verlauf im gleichnamigen Film, in dem der Agent schließlich erfolgreich die Seite zu den Subalternen wechselt. Denn einerseits ist die Vorstellung abwegig, dass karrierebewußte, eigennutzenoptimierende Jungjournalisten aus dem Frankfurter Westen zum Beispiel das aufmüpfige “Institut für Irrelevanz” in ihrer unmittelbaren Umgebung unterstützen. Andererseits sind Figuren wie Steinbrück oder die Grünen ja selbst Avatare, die vor Wahlen das müpfige Ensemble auf der Bühne abgeben und danach die Agenda 2020 anleiern, und das passt so richtig zur Frankfurter Societät und dem F.A.Z.-Verlag.

Aber vielleicht erfahren solche Protagonisten genau deswegen in Frankfurt einige Sympathie, auch rund ums Westend und der neue FAZ-Avatar gibt den publizistischen Conferencier für dieses Spiel. Und wie zur Bestätigung oder vielleicht zum Hohn blendet die Druckausgabe der FR von heute, Donnerstag, 28.2.2013, dem letzten Tag ihrer alten oder ersten ihrer neuen Existenz diese Realität fast völlig aus: auf den vielen Seiten, die der Papst-Vorderseite folgen, werden die Übernahme durch die FAZ und die geschilderten Bedingungen tatsächlich nur mit einer schmalen Meldung – von dpa/epd als “objektive Instanzen” – erwähnt!

Frankfurt scheint einen Schritt weiter zur echten Avatar-City am Main.

Wir möchten aber als Redaktion betonen, dass die “Frankfurter Gemeine Zeitung” nicht der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (F.A.Z.) verbunden ist, sondern höchstens in geografischer Nähe hergestellt wird, wenn wir vom Web mal absehen. Und wirklich: die kommerzielle deutsche Presselandschaft wird von wenigen Konzernen beherrscht, und das schlägt sich manifest in den Inhalten nieder.

Unserer Serie zu Rundschau und dem Medienumbruch lässt sich hier nachlesen


Wer Wind sät, wird Sturm ernten ?

Während sich Italien über die unerträgliche Parteien-Auswahl zwischen Monti und Bersani, Berlusconi und Grillo richtig grämt, bereitet sich Deutschland, respektive Frankfurt schon auf echte Umstürze vor: in gut 3 Monaten soll es hier zu “Blockupy 2013″ kommen. Zwei Tage möchte Frankfurt den versammelten Finanzmärkten und manchen drum herum mal richtig zeigen, was es von ihnen hält. Blockupy möchte sie und ihre vielen Freunde in der Stadt gar ein bißchen ruhig stellen, zumindest symbolisch, immerhin.

Die derart bedrohten Finanzmärkte und manche drum herum schlottern deswegen schon richtig. Wie sie so sind, halten sie sich an ihre gewohnten Rezepte zum kommenden Ereignis, möchten Zielvorgaben und “to do´s” für den Fall erarbeiten, bereiten Briefings und Notfallpläne vor. Wie schon jeder ITler zwischen den Türmen weiß: genau auf “going live” kommt es an.

Und die Probleme mit “going live” bei Blockupy drücken im Börsen-Städtchen am Main manche: “Im vergangenen Jahr haben die Aktionen von Blockupy Frankfurt in der Zeit vom 16. bis 19. Mai 2012 die Finanzdienstleister in der Bankenmetropole in Atem gehalten. Zahlreiche Banken haben als vorbeugende Maßnahmen ihre Niederlassungen im Bankenviertel vollständig geräumt und den Betrieb von Ausweichlokationen oder mit Remote-Lösungen betrieben. Für viele Häuser war dies der erste Live-Test der Notfallvorsorge in dieser Größenordnung. Aus der Auswertung der Abläufe im Rahmen eines „Lessons learned“ konnten wichtige Erkenntnisse für das BCM und Krisenmanagement gezogen werden. Am 31. Mai und 1. Juni 2013 kommt Blockupy nun wieder nach Frankfurt, um mit Protesten auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Zeit, für die Business Continuity Manager, sich hierauf vorzubereiten.”

So heißt es bei ACG Frankfurt, einem “Kompetenz Center für Business Continuity Management”: “Die Sicherung der Handlungsfähigkeit des Unternehmens und die angemessene Aufrechterhaltung seiner Wertschöpfungskette im Notfall sind die Kernelemente des Business Continuity Managements

Also: “Ist das Notfall- und Krisenmanagement betriebsbereit? Information, Kommunikation, Lageaufbereitung und Lageberichtswesen waren im vergangenen Jahr entscheidend, um richtig und angemessen auf die sich rasch verändernde Lage reagieren zu können. Das Management war hochgradig sensibilisiert für das Ereignis und wollte auf dem Laufenden bleiben. Jetzt ist noch Zeit, Maßnahmen umzusetzen, neue Methoden, Tools und Werkzeuge einzusetzen und zu testen. Die Mitarbeiter des Competence Center BCM der ACG Consulting Group waren im vergangenen Jahr aktiv in der Bewältigung der Blockupy-Aktionen eingebunden. Nutzen Sie ihre Erfahrungen in der Vorbereitung auf Blockupy 2013.”

Um die “Erfahrungen in der Vorbereitung auf Blockupy 2013″ und das Verständnis des Geschehens um Finanzmärkte in Frankfurt und anderswo noch ein Stück weit zu schärfen, empfehlen wir den folgenden Film über Unruhen rund um die Welt – auch hier wurden mitunter Maßnahmen umgesetzt, neue Methoden, Tools und Werkzeuge eingesetzt und getestet.

 


Hausbesetzung und Psychoanalyse

Die kurzzeitige Besetzung des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts durch Studenten des „Instituts für vergleichende Irrelevanz“ (IvI) wirft nicht nur ein Schlaglicht auf die Verhältnisse an deutschen Universitäten, sondern auch auf die gegenwärtige Situation der Psychoanalyse überhaupt. Das Gebäude des von Alexander Mitscherlich gegründ eten Institutes konnte nur besetzt werden, weil es seit mehr als eineinhalb Jahren leer steht, um ab Sommer mit Mitteln des Landes Hessen renoviert und erweitert zu werden. So großzügig der Geldgeber hier auftrat, die baulichen Maßnahmen sind ein Danaergeschenk. Denn die 5 Millionen Euro, die das Land dafür bereit stellte, waren vorher verknüpft mit einer 40 % Kürzung der Mittel für die wissenschaftlichen Mitarbeiter auf schließlich ca. 400.000 Euro pro Jahr. Gab es in den achtziger und neunziger Jahren noch mehr als 20 feste wissenschaftliche Mitarbeiterstellen, so ließen sich nun damit kaum fünf von ihnen finanzieren; ihre Zahl wird sich weiter reduzieren müss en, da die Personalmittel auf diesem Niveau eingefroren wurden.

Zur gleichen Zeit wurde das Institut mit Teilbereichen seiner Forschung zwei hessischen Universitäten angegliedert und ist seither weitgehend auf das Einwerben von Drittmitteln angewiesen. Drittmittelgeber und Universitäten aber , im „Würgegriff der Ökonomie“, legen Forschungen weitgehend auf Betriebswirtschaftlichkeit und auf Standards der Naturwissenschaften fest. Resultate haben sich durch „Objektivität“, durch von Jedermann nachvollziehbare und überprüfbare Aussagen auszuweisen. Das „erledigt“ jedoch jegliche Spezifität der Psychoanalyse und damit ihre Forschungsfreiheit und gesellschaftskritische Ausrichtung. Was die Arbeit des Instituts in Zeiten der beiden Mitscherlichs, Richters u.a. gekennzeichnet hatte, sollte nun der „Objektivität“ weichen, wie sie ihr z.B. vom Neurowissenschaftler Kandel anempfohlen worden ist. Wer das jedoch zu Zielvorgaben der Psychoanalyse macht, der hat ihr Wesen und ihren Erkenntnisreichtum nicht verstanden. Warum?

Das in Psychoanalyse Erfasste betrifft Erfahrungen menschlichen Denkens, Fühlens und Verhaltens, das aus triebhaften Wünschen, Prägungen und Hemmungen hervorgeht, wie sie sich im V erlaufe unserer Biografie herausbilden. Das ist höchst individuell und unvergleichlich. Keinesfalls kann es durch eine für jedermann nachvollziehbare Erkenntnismethode herausgefunden und dargestellt werden. Denn jene inneren Bildungen sind 1. weitgehend unbewusster Natur und werden 2. – was noch häufiger übersehen wird – nicht vom einzelnen Individuum allein zustande gebracht werden. Von Anfang an, beginnend mit intrauterinen Erfahrungen, sind wir gesellschaftliche Wesen. Immer gründet unsere höchst privat erscheinende Psychologie in Interaktionen mit uns erer Umwelt, in den Eigenheiten unserer Beziehungsobjekte, die mit dem, was wir unsere Triebe, unseren Charakter, unser Weltwissen nennen, wesensmäßig amalgamiert sind. Als solchermaßen sozialisierte Wesen haben wir uns die Anderen und deren Erwartungen regelrecht einverleibt (!), wie immer jene beschaffen, wie gewalttätig, verrückt oder normal sie auch immer waren und sind. Was wir davon ausleben, sind Re-Inszenierungen dieser jeweils ganz eigenen „Or ganismus-Umwelt-Beziehungen“.

Das hat unweigerlich Konsequenzen für die analytisch-klinische Forschungs- und Behandlungsmethode. Denn nur auf die nämliche Weise, auf die sie durch Interaktionen hervorgebracht werden, können unsere leib-seelischen Strukturen auch wieder sichtbar gemacht und verstanden werden. Psychoanalyse ist, wie der Frankfurter Psychoanalytiker Lorenzer das nannte, ein Verfahren zur Untersuchung von spezifischen I nteraktionsformen. Die sich zwischen Analytiker und Analysand entwickelnde Beziehung wird zu dem Beziehungsraum, der unsere triebhaften Wünsche, Erinnerungen, Hemmungen und vor allem dann deren „Lehrmeister“, die vergangene und gegenwärtige Umwelt als zugleich kulturelle Phänomene sichtbar machen kann. Das war Freuds große Entdeckung: er entwickelte eine Methode, die das sich zwischen Menschen ereignende Geschehen als Ausdruck der früheren Verhaltensprägungen darstellen und verstehbar mac hen kann. Und zwar auf dem Wege sich hier ereignender Projektionen und Identifizierungen, Mitgefühl und Abstand konnte es sich in Verhaltens- und Sprachäußerungen äußern oder, wie es psychoanalytisch heißt, in unbewussten und bewussten Übertragungen und Gegenübertragungen erlebbar machen.

Das ist das „Mikroskop“, so und nicht anders bekommen wir unsere Prägungen und die Prägen den zu fassen. Hier gelingt es dann auch, innere Rückwirkungen auf gesellschaftliche Verhältnisse und schließlich die Ausbeutung oder Missbrauch unseres leibseelischen Lebens durch Gesellschaft aufzudecken. Und das übrigens eher langsam und sehr mühsam. Das gelingt also nicht am Schreibtisch in Universitäten oder im Labor, sondern in Gruppen- und in Einzelanalysen. Akademische Psychologie mit ihrer Statistik, ihren Fragebögen, ihrer völligen Vernachlässigung des Unbewussten, sowie besonders die Verhaltenstherapie erfassen das a priori nicht, ja sie stehen im Dienst e der Beseitigung dieser Erkenntnismöglichkeiten und liefern noch die Ideologie dazu. Das gilt schließlich ganz besonders für die Hirnforschung mit ihrem megalomanen Reduktionismus, ihren kühnen Behauptungen und Theorien, die sie oft nicht einmal selbst erarbeitet, sondern gerade der Psychoanalyse entlehnt haben.

Nicht wenige gerade auch in der Forschung und den Universitäten tätige Analytiker betrachten dies als so ernsthafte Bedrohung der Freudschen Lehre, dass sie die Rettung vor dem befürchteten Untergang in der Gründung eigener Kompromiss-Disziplinen wie „Neuropsychoanalyse“ suchen. Sie suchen sich mit den Gegnern, ja oft Feinden der Analyse zu arrangieren, um dabei – willentlich oder unwillentlich – Kernbestände unserer Lehre aufzugeben. Aus Freud-Instituten drohen so Institute für analytische Irrelevanz zu werden.

Indem die Psychoanalyse das „Unbehagen in der Kultur“ in den menschlichen Beziehungen und Institutionen sichtbar macht, zeigt sich das systemkritische Potential ihrer Behandlungsmethode. Genau damit stellt sie immer auch die Systemfrage. Das ist der zentrale Punkt, warum sie bekämpft und zur Disposition gestellt wird, gerade auch von Seiten der Politik. Deshalb wird sie, a nstatt ihre enormen Möglichkeiten der Erkenntnis gesellschaftlicher Konflikte umfassend zu fördern und dann zu nutzen, zunehmend an den Rand gedrängt. Weniges macht das deutlicher als das Schicksal des Frankfurter Sigmund-Freud-Institutes. Die jungen Leute vom IvI haben das, wie ihren Presseerklärungen zu entnehmen ist, erkannt und durch ihre Aktion öffentlich deutlich werden lassen. Dafür kann man ihnen nur dankbar sein und sie unterstützen.

Dr. med. W. Leuschner
ehem. stellvertr. Leiter des Sigmund Freud Instituts


Gegen Verschmelzung des Höchster–Klinikums mit den Main-Taunus-Kliniken

Die Partei “DIE LINKE” spricht sich gegen die Verschmelzung des Klinikums Frankfurt-Höchst mit den Main-Taunus-Kliniken in Bad Soden und Hofheim aus. Dies hat die Frankfurter LINKE auf ihrer Kreismitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Von dem beabsichtigten Zusammenschluss seien vor allem massive Nachteile für Patienten und Beschäftigte zu erwarten, heißt es in der entsprechenden Resolution. “Wir müssen mit [...]

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Demo gegen soziale Verdrängung in Frankfurt

Am Donnerstag, 28. Februar – 18 am Uhrtürmchen in Bornheim: Gegen die Verdrängung durch hohe Mieten, die Wegrationalisierung von sozialen Einrichtungen und die Räumung von selbstverwalteten Zentren Am Donnerstag den 28.02. wollen wir gemeinsam gegen Verdrängung durch hohe Mieten, Wegrationalisierung von sozialen Einrichtungen und Räumung von selbstverwalteten Zentren, obwohl genug Leerstand vorhanden ist, auf die [...]

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Öffentliche Plätze in Frankfurt: Räume polizeilicher Gewalt

Polizei und VGF Sicherheitsdienst nötigen friedliche Aktivisten aus der Hauptwache.

Am Sonntag, dem 24. Februar gegen 16:00 Uhr trafen sich 12 Occupy Aktivisten in der B-Ebene der Hauptwache in Frankfurt. Nachdem sich einige Aktivisten auf den Boden setzten, wurden sie durch Sicherheitspersonal der VGF zuerst äußerst unhöflich aufgefordert sich wieder hinzustellen und anschließend vertrieben. Als sie sich friedlich in einer Lokalität der Hauptwache setzten, um ihr Treffen fortzuführen, wurden sie erneut vom Sicherheitspersonal der VGF belästigt. Als die Aktivisten die offensichtlich widerrechtliche Belästigung ignorierten, wurde die Gruppe nach wenigen Minuten mit vorgeschobenen Vorwürfen der Sachbeschädigung von 14 Polizisten und 4 Personen vom Sicherheitspersonal der VGF umstellt. Nach dem Aufnehmen der Personalien wurden sie zum Verlassen der B-Ebene der Hauptwache genötigt.

Offensichtlich nimmt die Polizei in Frankfurt Urteile des Oberlandesgerichts (Aktenzeichen 1 Ss 219/05) nicht zur Kenntnis, macht sich konstruierte Vorwürfe von privaten Sicherheitsdiensten ungeprüft zu eigen, um friedliche Personen willkürlich aus dem öffentlichen Raum zu nötigen. Selbst eine gültige Fahrkarte liefert keine Gewähr sich bei Frost in der Hauptwache aufzuhalten.

Nach solchen Vorkommnissen erstaunt es uns einmal mehr, dass sich die Stadt Frankfurt so sehr über die Besetzungswelle der vergangenen Tage wundert. Wo, wenn nicht im öffentlichen Raum, können Treffen und Versammlungen bei Kälte abgehalten werden? Ist es bei einem solchen Verhalten von (Un)Sicherheitspersonal und Polizei verwunderlich, dass sich Aktivistenkollektive eigenen öffentlichen Raum durch Besetzung schaffen?

Es ergibt sich eine paradoxe Situation, da sich doch gestern erst Bundespräsident Joachim Gauck für mehr Bürgerengagement stark gemacht hat. Weit und breit ist von Politikverdrossenheit die Rede, und davon, dass sich Europas Bürger zu weit von jeglicher politischer Kultur entfernten. All die Phrasen von Deutschlands Politikern hinsichtlich gelebter Demokratie und Freiheit bekamen heute mal wieder ein Gesicht, es ist kaum treffender zu formulieren: “Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.”

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Spanien: 500 aus der Wohnung an die Luft, jeden Tag

In Spanien gibt es aktuell etwa 500 Zwangsräumungen wegen Insolvenz der Bewohner pro Tag, und nach Schätzungen sind es noch weit mehr. Insgesamt soll die Zahl der Vertreibungen im Umfeld der Finanzkrise allein dieses Jahr dort zwischen 20 und 30.000 liegen. In den Großstädten gab es am Wochenende wieder zahlreiche und massenhafte Proteste. Zugleich bereichern [...]

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Räumung des Großen Hirschgraben 17-19

Pressemitteilung der Gruppe Recess vom 23.02.2013 Nach etwas mehr als 24 Stunden wurde heute die Besetzung der Gruppe Recess im Großen Hirschgraben 17- 19 polizeilich geräumt. Zum Zeitpunkt der Räumung fand im Freitagnachmittag von Schüler_innen besetzten, ehemaligen Gebäude des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ein Lesekreis zum Verhältnis von Kunst und Utopie bei Theodor W. Adorno [...]

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Haus im Grossen Hirschgraben 17-19 besetzt

„Wir haben uns absichtlich ein zentrales Gebäude mitten in der Stadt ausgesucht um für alle sichtbar zu sein“: erklärt Annika C. die Wahl des Gebäudes und führt weiter aus: „Um ohne Druck gemeinsam lernen und abseits von Autoritäten „abhängen“ zu können, ist es notwendig offensiv gegen Antisemitismus, Antiziganismus, Sexismus, Rassismus, Lookism und Homophobie Position zu [...]

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Neujahrsempfang des OBR 2 im Palmengarten Gesellschaftshaus am 18. Februar 2013

von pumilo Pünktlich, gar überpünktlich müssen alle gewesen sein, denn als wir das Haus betraten, schienen die Gäste, sowohl der Ortsbeirat als auch die bekannten Gesichter der Bürgerinitiativen aus dem Westend alle anwesend zu sein. Man verbrachte ein wenig Zeit beim schnell servierten Sekt an den Stehtischen in dem, im Stil der 20er Jahre schlicht [...]

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Blockupy Frankfurt! Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes 31. Mai und 1. Juni 2013

Blockupy* ruft auch in diesem Jahr zu europäischen Tagen des Protestes in Frankfurt am Main gegen das Krisenregime der Europäischen Union auf. Am 31. Mai und 1. Juni 2013 wollen wir den Widerstand gegen die Verarmungspolitik von Regierung und Troika – der EZB, der EU-Kommission und des IWF – in eines der Zentren des europäischen [...]

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Neues aus dem Gentrifizierungsheim – Niederrad

Nach der letzten Sitzung des Planungsausschusses, auf dem wieder einmal über die Zukunft der Siedlung Im Mainfeld gesprochen wurde, bzw. darüber, dass sie keine hat, jedenfalls nicht für alle, die das hoffen, ist durch eine blöde Verwechslung der Entwurf eines Briefes in unsere Hände gefallen, den wir unseren Lesern keinesfalls vorenthalten möchten. Es gilt zu [...]

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Blockupy 2013: Aktive treiben Vorbereitungen in Frankfurt voran

In einem ersten gemeinsamen Gespräch über die Blockupy-Aktionstage in diesem Frühjahr hat die Stadt den Anmeldern letzte Woche grundsätzlich grünes Licht für die geplante Demonstration am 1. Juni gegeben. Sowohl die Demoroute als auch der Ort der Abschlusskundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz vor der Europäischen Zentralbank waren unstrittig. Das Gespräch zwischen Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei [...]

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Wem gehören Kreativität und Vielfalt in Frankfurt am Main?

Von Iris Dzudzek

Die kreative Stadt – ein urbanes Skript

Frankfurt inszeniert sich selbst nicht in demselben Maße als Kreative Stadt wie Berlin, Hamburg oder Amsterdam und dennoch hat der Diskurs über Kreativität und Vielfalt als Schlüsselressource wissensbasierter Ökonomien und Motor von Stadtentwicklung aktuelle stadtpolitische Entwicklungen in Frankfurt entscheidend geprägt. Um die Rolle von Kreativität und Vielfalt in Frankfurt besser verstehen zu können, soll daher zunächst auf das Konzept kreativer Stadtentwicklung eingegangen werden.


Den zentrale Referenzpunkt in der Debatte um kreative Stadtentwicklung stellt das Buch „The Rise of the Creative Class – And how it’s Transforming Work, Leisure, Community and Everyday Life“ des amerikanischen Ökonomen Richard Florida aus dem Jahr 2002 dar. Darin bezeichnet er Kreativität als zentrale Produktivkraft der postindustriellen Gesellschaft und Technology, Talent, Tolerance als Schlüssel zum Erfolg in den wissensbasierten Industrien des 21. Jahrhunderts. Zur Klasse der Kreativen gehörten neben Künstlern vor allem Hochqualifizierte; d.h. Menschen, die durch ihre Kreativität eigenständig Neues schaffen oder Lösungen für bestehende Probleme finden. Diese Klasse der Kreativen fühlte sich in einem kulturell spannenden, vielfältigen und hippen urbanen Milieu am wohlsten. Ungebunden und hochmobil suche sich diese „Plug -and-Play-Community“ ihre Lebensstandort frei aus.

In den kreativen Ökonomien, die im Gegensatz zu anderen Industrien nicht aufgrund des Einsatzes bestimmter Ressourcen oder Produktionsmittel an einen bestimmten Standort gebunden sind, folgten daher nicht mehr die Arbeitskräfte ihren Jobs, sondern die kreativen Industrien ihrer einzigen Ressource: der kreativen Klasse. Folglich stünden Städte in einem „War on Talent“, um ihre Position im internationalen Standortwettbewerb zu behaupten. Florida folgend sollten Städte daher nicht mit der Investition in harte Standortfaktoren wie Infrastruktur oder Steuervergünstigungen um Unternehmen werben, sondern ein Wohlfühlklima für Kreative schaffen, um diese anzuziehen. In vielen Städten kommt es zunehmend zu einem massiven Ausbau kultureller Infrastruktur und der Schaffung von Räumen mit Aufenthaltsqualität für die konsumierende kreative Klasse. Einem weltoffenen Milieu der Toleranz und Vielfalt kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

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Über „Ehrenmorde“

Auf das Thema „Ehrenmorde“ brachte mich einer meiner treuesten Leser (Frank), dem ich an dieser Stelle einmal für seine freundliche Anregung danken muss. Ich wünsche ihm viel Spaß und ein wohliges Sich-Ärgern über diesen Artikel.

Und wirklich: Das Thema des sogenannten „Ehrenmordes“ ist ein interessantes, wenn auch weniger aufgrund seiner tatsächlichen gesellschaftlichen Relevanz, als aufgrund seiner Bedeutung im populären Diskurs.

Das öffentliche Interesse an dieser Art von Gewalttaten ist groß und medial werden diese oft im Zusammenhang mit dem Verhältnis zum Islam diskutiert.
Doch man sollte sich hierzu einmal mehrere kritische Fragen stellen: Stehen Ehrenmorde überhaupt im Zusammenhang mit dem Islam und wenn ja in welchem? Welche gesellschaftliche Relevanz haben Ehrenmorde? Und als wichtigste Frage: Macht die Kategorie „Ehrenmord“ überhaupt irgendeinen kriminalistischen und wissenschaftlichen Sinn oder handelt es sich vielmehr um ein reines Schlagwort?

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Altes Frankfurter Sigmund-Freud Institut in der Myliusstrasse besetzt

Eine Reminiszenz an Mitscherlichs „Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden“

Am 16.02.2013 haben Aktivist_innen ein leerstehendes Gebaude in der Myliusstraße besetzt:


In dem Haus befand sich bis 2010 das Sigmund-Freud-Institut, das auf Grund einer Renovierung umziehen musste. Das Institut wurde 1960 maßgeblich von Alexander Mitscherlich gegründet, 1964 eröffnete es in der Myliusstrasse 20. Wie der Frankfurter Rundschau vom 15. Februar 2013 zu entnehmen war, soll im Juni endlich mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden. Ein prächtiger Glasbau wird neben dem seit 2012 denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden.
Die Freudsche Psychoanalyse ist, genauso wie die Kritische Theorie, in der gesellschaftlichen Irrelevanz verschwunden und dient der Universität Frankfurt lediglich als schickes Aushängeschild“, erläutert Aktivistin Margarete Rothschild. „An diese Tradition anknüpfend soll das Institut zwischengenutzt werden.“ In den nächsten Tagen werden hierzu mehre Veranstaltungen stattfinden. Fokus wird auf die Psychoanalyse und ihre gesellschaftskritische Relevanz gelegt werden. Ergänzend ist eine Kritik der psychiatrischen Praxis zu leisten.
Es scheint normal zu sein sich gegen nichts zu wehren, selbst wenn es die eigenen Umstände betrifft. Höchstens kommt es zu einer kurzen Empörung“, merkt Aktivist Moshe Anhan an und erklart weiter: „Nach dem gestern das Ende des IVI ein Schritt näher gerückt ist, haben wir beschlossen nicht noch weiter untätig in unseren Wohnungen zu sitzen.“
Gestern erwirkte die Frankonofurt AG beim Landgericht den Räumungstitel gegen das IVI. Abends kam es bereits zu zwei Besetzungen, die aber innerhalb kürzester Zeit wieder geräumt wurden. Zeitgleich wurde mit einem großen Rave der Umzug des Bockenheimer Campus und die Bedrohung des IVI thematisiert. Gut 400 Menschen zogen bei lauter Musik durch die Frankfurter Innenstadt und wiesen auf ihre Anliegen hin.
In den letzten zwei Jahren gab es in Frankfurt viele Versuche Häuser zu besetzten und sich urbanen Raum anzueignen. Wir sind diesem Beispiel gefolgt, “ schließt Moshe Anhan. „Wir rufen dazu auf dies auch zu tun! Denn all diese Bemühungen müssen zum Erfolg führen. Auch vermeintliche Misserfolge der Vergangenheit sind Mosaiksteine hin zu einem anderen, selbstbestimmten Stadtbild.“

 
Das Haus wurde am Montag entgegen den Zusagen auf Druck des Innenministers Boris Rhein polizeilich geräumt.

Rhein war Kandidat für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters, und wurde von prominenten Frankfurter Grünen unterstützt.

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Ein kleines Fundstück von Facebook

Hin und wieder postet doch mal jemand etwas auf Facebook das einen schmunzeln oder nachdenken lässt… im besten Fall beides. Folgenden Text stellte neulich ein Bekannter von mir hoch. Und traurigerweise hat er sooooooo recht. Bei Pipi Langstrumpf geht es gar nicht um ein kleines Anarchomädchen sondern um eine Drogenabhängige! Sie hat im Haus ein [...]

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Gruss nach Berlin

Anlässlich des morgen 14.02. angesetzten neuerlichen Versuchs einer Zwangsräumung in Berlin senden wir solidarische Grüsse dorthin.

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Blind Dates 8.2.-17.2.

 

Freitag, 8.2.

Brotfabrik, Bachmannstr. 2-4 ;20:00 bis 22:00 Film: Die vergessenen Befreier (A Nos Morts)
Mit HipHop-Songs und poetischen Texten, Break-Dance und einer hinreißenden Choreographie vor historischen Fotos und Filmausschnitten erinnert diese Performance an die Millionen Soldaten aus den französischen Kolonien, die in den beiden Weltkriegen an vorderster Front für Frankreich gekämpft haben
und heute weitgehend vergessen sind. Das HipHop-Projekt aus den Straßburger Banlieues verweist in zeitgenössischer Form auf ein bedeutendes, aber verdrängtes Kapitel der afrikanisch-europäischen Geschichte.
15 / 12 Euro

Samstag, 9.2.

11.00 Treffpunkt am Eingang zum Klapperfeld; Stadtrundgang: »Leben ohne Papiere«, durchgeführt vom Bildungskollektiv Bleiberecht Begleitprogramm zur Ausstellung EUROPÄISCHE GRENZEN: TRACES TO AND THROUGH EUROPE: Das Projekt »Leben ohne Papiere« entstand aus dem Bedürfnis, auf die Situation von illegalisierten Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund bietet das Bildungskollektiv Bleiberecht einen antirassistischen Stadtrundgang entlang symbolischer Orte an, der Einblicke in die Lebensumstände von Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus ermöglichen soll.
Im Zentrum Frankfurts bietet das Kollektiv dazu eine pädagogisch begleitete Spurensuche an, bei der die Teilnehmenden über mehrere Stationen verteilt erfahren können, wie verankert und dennoch oft unsichtbar institutionelle Diskriminierung von Flüchtlingen und Asylsuchenden ist.

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Blockupy zu Hausdurchsuchungen bei Fotojournalisten

* Bundesweite Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen bei Fotojournalisten * Blockupy verurteilt Grundrechtsverletzung als Einschüchterungsversuch Am frühen Morgen des heutigen Mittwoch haben Beamte mindestens zehn Wohn- und Arbeitsräume von Fotojournalisten in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg zeitgleich durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie zahlreiche Computer und Speichermedien sowie Fotoausrüstung, in Freiburg wurden auch ein Mobiltelefon und Drucksachen beschlagnahmt. [...]

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Mieten-Termine aktuell

Die Mieterinitiative trifft sich 14 tägig im Stadtteilbüro Bockenheim, Leipziger Strasse, jeweils Mittwoch um 19 Uhr. Die nächsten Termine sind: Mittwoch, der 6. Februar und Mittwoch, der 20. Februar. Eine öffentliche Aktion planen wir für Samstag, den 16. Februar ab 11 Uhr, Leipziger Straße (vor OXFAM Hausnummer 54) Infostand der Mieterinitiative Und ab 14 Uhr [...]

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Adressatenwechsel – was wollen wir aus „Kulturcampus Bockenheim“ und Mietspiegel lernen?

Auf der letzten Ortsbeiratssitzung wurden alle Zweifel beseitigt, wer jetzt noch versucht, sich ein Plätzchen zu sichern, wird viel Kredit brauchen Anette Mönich von Zukunft Bockenheim hat es in der letzten Ortsbeiratssitzung auf den überfälligen Punkt gebracht: Widerstand und die Einforderung wirklicher Partizipation müssen endlich (wieder) politisch werden. Dies praktisch werden zu lassen, bedarf es [...]

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