Frankfurter Gemeine Zeitung

Hugo Chávez ist tot – statt eines Nachrufes…

Hugo Chavez mit anderen mittel-/südamerikanischen Staatsoberhäuptern

Schafik Handal, Hugo Chávez, Fidel Castro und Evo Morales in Havana (2004). Lizenz: GNU-Free-Documentation-License

Der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, erlag gestern seinem Krebsleiden.

Es wird viel diskutiert, welches die Folgen sein werden, die sein Tod hinterläßt. Ich persönlich finde die Frage spannend, entwickelt sich Venezuela zurück zu einem marktliberalen Staat? Oder wird es sozialistischer? Bildet sich gar ein staatskapitalistisches Gebilde heraus, getragen von einer Funktionärskaste (Funktionärsklasse?) als neuer Herrschaftsschicht (Herrschaftsklasse?)? Wird sich eine Herrschaftsklasse herausbilden, die sich auf eine »sozialistische Ideologie« beruft, statt sich über die Eigentumsideologie, dem Neoliberalismus, zu rechtfertigen?

Wer doch noch einen guten Nachruf lese möchte, den verweise ich gern an dieser Stelle auf “Vaya con Dios, Hugo Chàvez, mi Amigo“, geschrieben von Greg Palast (Danke an Fefe).


Ein Kommentar zu “Hugo Chávez ist tot – statt eines Nachrufes…”

  1. gaukler

    Die Reaktion auf den Tod in deutschen Medien war an Dumpfheit kaum noch zu übertreffen.
    Man hatte sich schließlich auf die Parole (geistig-politische) “Spaltung des Landes” geeinigt, wenn schon keine Massenmorde oder faktischen Bürgerkriege wie bei den reginalen Nachbarn zu nennen waren. Und die bestand in der unerhörten “Politik der Umverteilung” durch Chavez und Co. Damit waren in dem Land nicht alle einverstanden, also ganz anders als hier.

    Das war nicht alles: In einem Sender insistierte die Kulturredakteurin den Interviewten immer wieder mit der Frage, wie das nur mit der gnadenlosen Unterdrückung der Kultur in “sozialistischen” Venezuela sei. Der kam ins Stottern und antwortete: na, Oppositionellen werden dort öfters die Kulturzuschüsse gestrichen.
    Wirklich völlig undenkbar bei uns, solche Sanktionen! Wir leben schließlich in einem demokratischen, offenen Land, in dem allerdings der Satz “Kommt nach vorne!” gerne mit mal 2 Jahren Gefängnis bestraft wird (Januar 2013, Dresden) .
    Naja und die massenhafte Schließung von Kultureinrichtungen gibt es bei uns nur aus guten, wirtschaftlichen und gaaaanz unpolitischen Gründen.

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