Frankfurter Gemeine Zeitung

Irgendwo zwischen Shakespeare und „Per Anhalter durch die Galaxis“ – die SPD

Auf die Gefahr hin, dass es sich um eine Retourkutsche der FR(Römer Briefe, Ausgabe vom 28.03.2013) handelt, die Meldung hat was und wenn die Veranstaltung das halten kann, ein Mords-Spektakel:
die SPD zähmt den Kapitalismus.
Wow!
Selbst wenn, so könnte sie nicht besser erfunden sein, die Geschichte. Na endlich, meinen die einen, was für ein Spektakel die meisten. Und wo führt man das Bubenstück besser auf als im Tempel der gutbürgerlichen Gesellschaft mit ihrem glänzenden Haushofmeister, dem Gesellschaftshaus des Palmengartens. Gut, sagen wir, da wird gleich mal gezeigt, dass dieses Haus nun wirklich für alle da ist und ausserdem ist es technisch auf dem neuesten Stand für die Trapezkünste des lieben Peer. Auch Jungunternehmer Feldmann kann hier auf dem Baugerüst seine Künste vorführen.
Das mit der Zähmung will wohl durchdacht sein und da hat nicht jeder mitzureden, weswegen erstmal verschärfte Zugangskontrollen eingerichtet wurden. Denn wir wissen ja alle, dass Lohnarbeit zum Kapitalismus wie der Markt zu Merkel gehört und die Lohnarbeiter*innen so ein wilder Haufen sind. Da ist es nur konsequent, dass die Zähmung auch bei diesen beginnt. Dadurch hat man die Bahn frei und kann sich dann ganz auf das Kapital konzentrieren, alles andere führt direkt in die Anarchie und das wäre schade, ist das Haus doch gerade erst restauriert.
Wer kann sich das nicht vorstellen, Peer im Tarzan-Kostüm am Kronleuchter, wüste Schreie gegen die Heuschrecken und Haie, Hyänen und anderes Getier ausstossend. Was Lendenschurz? Auch Tarzan würde heute Armani tragen, ganz sicher.
Die Wahl des Ortes ist in mehrfacher Hinsicht als äusserst gelungen zu bezeichnen, einmal zeigt er den Pächtern, von deren Sprachrohr er ja aufs Übelste herangenommen worden ist, wer wirklich Herr im Hause ist, der Peter, zum anderen beweist damit die SPD, dass es sehr wohl geht, inmitten der Pracht, die unter den Sozialwohnungen im Preis liegt, mit grossem Pathos und rechtzeitig zum 150. Geburtstag der Bismarxisten (E. Mühsam) die Fortsetzung der unendlichen Geschichte zu zelebrieren: die SPD und die Überwindung des Kapitalismus, literarisch so etwas von den Dramen Shakespeares und in ihrer Zukunftsfähigkeit viel von „Per Anhalter durch die Galaxis“.
Also: seid gesittet, meldet euch an, nehmt eure Ausweise mit und geht hin. Es darf einfach nicht versäumt werden, hier den Ursprung für eine Agenda 2020 mitzuerleben. Zum Schluss wird auch die dazugehörige Internationale gesungen: money, money, money, na ja usw.
Donnerstag, den 18. April Einlass ab 17.00, um rechtzeitiges Erscheinen wird gebeten.


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