Frankfurter Gemeine Zeitung

Warum DIE LINKE?!

Die FGZ ist keiner Partei zugehörig. Dies möchte ich erst mal vorwegstellen. Meine hier vertretene Ansicht deckt sich nicht unbedingt mit den Meinungen der übrigen FGZ-Autoren.

Nachdem das klargestellt ist, zur Sache:

Ich mache selten einen Hehl daraus, dass ich DIE LINKE persönlich in der derzeitigen Parteienlandschaft favorisiere. Manchmal muss ich aber leider einen Hehl daraus machen, um Konservative mit denen ich hier und da zu tun habe, nicht gleich zu verschrecken. Schließlich will ich, dass diese Leute meinen Argumenten zuhören und nicht laut brabbelnd und ihre Ohren mit den Händen bedeckend, zum nächsten Büro des Verfassungsschutzes rennen.
Aber normalerweise sage ich durchaus offen, wen ich politisch unterstütze.

Dies hat mir durchaus schon einige ungläubige oder mitleidige Blicke eingetragen und so manches Mal auch die Frage: „Warum ausgerechnet DIE?!“

Um es ehrlich zu sagen:
Nein, ich glaube nicht, dass Oskar Lafontaine ein besonders toller Kanzler wäre, auch wenn Sahra Wagenknecht (inzwischen sogar mit ECHTEM Doktor! Da staunt Ihr “CDU-Leistungsträger”^^) dann bestimmt als die mit Abstand intelligenteste und bestaussehende First-Lady in die bundesdeutsche Geschichte eingehen würde. Ich glaube auch, dass es nicht gerade vorteilhaft wäre, wenn DIE LINKE in ihrer derzeitigen Verfasstheit erdrutschartig die absolute Mehrheit bei einer Bundestagswahl gewinnen würden.
Ich glaube sogar ganz ehrlich, dass DIE LINKE in diesem Falle den Karren so derart granatenmäßig an die Wand fahren würde, dass es kein halbes Jahr bis zu Neuwahlen oder einer Invasion der versammelten NATO-Streitkräfte brauchen würde.

Es könnte aber auch etwas anderes passieren: DIE LINKE würde aufhören, sie selbst zu sein. Sie könnte sich eine kurze Zeit in ehrgeizige und idealistische Projekte stürzen, bis kühl kalkulierende Realpolitiker das Ruder übernehmen und zur brutalstmöglichen Schröderisierung der Partei ansetzen würden.

Wie auch immer.
Ich wollte weder das Eine noch das Andere, noch wollte ich eine absolute Mehrheit der LINKEN.

Doch ich denke, viele vergessen, dass eine Partei nicht unbedingt regierungsfähig (oder regierungswillig) sein muss, um Demokratie erfolgreich mitgestalten zu können.
Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass es neben den (zweifellos auch notwendigen) Realpolitikern der anderen Parteien eine Stimme im Parlament geben sollte, die sich konsequent links neben jeglicher Regierungsmacht positioniert.
Alleine schon, weil das Konzept der Regierungsmacht selbst kein linkes ist und auch keines sein kann.

Von daher kann ich jene Politiker und Zeitungskommentatoren nur müde belächeln, die behaupten, DIE LINKE müsse endlich „erwachsen“ und auch auf Bundesebene koalitionsfähig werden.
Wenn sie das würde, müsste ich mir wohl eine andere Partei zum Unterstützen suchen.


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