Frankfurter Gemeine Zeitung

Die Zeil Freitag 31.5. gegen halb eins

Hauptwache


Zeilgalerie

Im Auge des Sturms. Saturn wird bewacht

Dem Wahren, Schönen, Guten
Der “Blutbrunnen” als Protest gegen die Arbeits-Bedingungen in der Texttilbranche


Blockade steht: 3000 Blockupy-Aktivisten riegeln EZB ab

Bündnis hat sein erstes Ziel erreicht / Aktionen im Stadtgebiet folgen

Die Europäische Zentralbank ist blockiert. Mehr als 3000 Menschen haben das Gebäude am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt am frühen Freitagmorgen umzingelt und abgeriegelt. Weitere Aktivistinnen und Aktivisten stoßen laufend dazu. “Die Blockade steht. Der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört”, sagte Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann. “Das Blockupy-Bündnis hat sein erstes Aktionsziel erreicht. Im Laufe des Tages werden wir weitere Akteure der Krise mit entschiedenen Aktionen in der Stadt markieren. Wir rufen alle dazu auf, sich unserem Protest anzuschließen!”

Blockupy-Sprecher Roland Süß ergänzte: “Der Schritt vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsam ist nötig. Mit der Blockade machen wir den europaweiten Widerstand gegen die verheerende Verarmungspolitik sichtbar. Sie ist Ausdruck unserer Solidarität mit den Menschen vor allem in südeuropäischen Ländern, deren Existenz ganz konkret von den Kürzungsprogrammen bedroht ist.”

Von mehreren Startpunkten in der Stadt aus – dem Camp am Rebstockgelände, dem Paulsplatz und dem Bahnhof – zogen die Blockupy-Aktiven im Morgengrauen vor die Europäische Zentralbank. Noch immer stoßen Menschen dazu. Nach der Blockade folgen weitere Aktionen im Stadtgebiet und im Flughafen.

Link zu Livestreamshttp://cams21.de

http://blockupy-frankfurt.org/31-mai/blockade-der-ezb/


Heute wieder aktuell: Polizeistaat/Überwachungsstaat – Beispiel Blockupy

Polizeihubschrauber

Nix Neues im Staate Dänemark: Wie es zu erwarten war, wird das Blockupy-Bündnis behindert, mindestens aber überwacht. Beispiele gefällig?

Unverständlich war es, den Bündnisbus aus Berlin heute Nachmittag auf seiner Anreise zum Blockupy-Camp auf der Raststätte Wetterau aufzuhalten und zu kontrollieren. Im Bündnisbus waren namhafte Organisationen vertreten wie die Partei DIE LINKE. Will man die Teilnehmer der Blockupy-Tage so kriminalisieren?

Gestern verlief eine Aktion des Blockupy-Bündnisses unter permanenter, direkter Polizeibegleitung. Kein Wort gegen die anwesenden Polizisten, die ihrer Freizeit via schlecht bezahlter Überstunden beraubt werden. Wer so einen stressigen Job hat, dem sollte man durchaus die 30-Stunden-Woche gönnen. Was passiert aber? Mehr als 40 Stunden pro Woche bekommen die Polizisten aufgebürdet. Sie müssen ihren Kopf hinhalten für absolut überflüssige Überwachungs- und Einschücherungshandlungen. Wann werden endlich Brandstifter wie Markus Frank zu Rechenschaft gezogen?

Die U-Bahnstation “Willy-Brandt-Platz” ist für die Dauer der Blockupy-Tage gesperrt. Das Gelände ist abgesperrt, der Bereich um den Willy-Brandt-Platz lahmgelegt. Von der Europäischen Zentralbank könnte man etwas mehr Toleranz erwarten. Warum befolgt man seitens der Stadt Frankfurt a. M. idiotische Verträge, beziehungsweise schließt idiotische Sicherheitsverträge ab, die das Grundgesetz verletzen? Es besteht keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Gefahr ist nicht im Verzug. Das sind alles Indizien für einen Polizeistaat.

Für mich bleibt festzuhalten, dass man versucht, die Blockupy-Teilnehmer durch solche Handlungen zu diskriminieren.

Die Demokratie lebt, indem auf dem Blockupy-Camp echter politischer Willensbildungsprozeß praktiziert wird, wie er im Grundgesetz verankert ist. Die Herrschenden (Herrschende Klasse nach Karl Marx) entlarven sich selbst, in dem man über den Staat versucht, basisdemokratische Elemente, die nicht mit der eigenen kapitalistischen Staatsideologie konform gehen, einzuschüchtern und in einem schlechten Licht darzustellen.

In dieses Bild passt auch der Versuch, die SDS-Veranstaltung mit Sarah Wagenknecht am 28. Mai 2013 im Hörsaal 2 des Unicampus in Frankfurt am Main zu verhindern – zunächst erlaubt, dann untersagt. Man misst mit zweierlei Maß. Was Herrn Steinbrück erlaubt ist, darf Frau Wagenknecht nicht verwehrt werden: Die Veranstalter entschlossen sich zu einem vorbildlichen und mutigen Akt zivilen Ungehorsams. Sie ignorierten das Verbot. Frau Wagenknecht konnte dann doch vor 600 Anwesenden referieren. Ich finde, die für das Verbot Verantwortlichen sollten zu Rechenschaft gezogen werden. In ihren Ämtern sind sie wie Herr Frank schlichtweg Fehlbesetzungen.

Wir leben in einer Bananenrepublik. Das muß sich ändern!

Helft, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen! Macht bei Blockupy mit!

Angepisste Grüsse
Euer Bernhard


Programm Blockupy – Camp Anticapitalista

Camp Anticapitalista

Aktionen – Veranstaltungen – Trainings – Workshops – Film – Konzerte …

Im Folgenden ein vorläufiger Überblick über die geplanten Veranstaltungen und Aktionen, und Alle sind eingeladen und aufgerufen, sich zu beteiligen, mitzugestalten und eigene weitere Aktivitäten zu entfalten. Überall und insbesondere für das Camp werden Helfer/innen gesucht, überall und insbesondere bei den Aktionen zivilen Ungehorsams sind kleine und große Gruppen mit kreativen eigenständigen Ideen gefragt. Blockupy lebt von der Selbstorganisation und im Zusammenwirken unterschiedlicher Initiativen der sozialen Bewegungen!

In diesem Sinne: Macht mit, mobilisiert und verbreitet Aufrufe und Plakate und dieses Programm.

Hier das Programm:

Camp Anticapitalista > Rebstockpark, 60486 Frankfurt am Main

Montag, 27. Mai
12 Uhr: Beginn Campaufbau
17 Uhr, Camp anticapitalista
„Blockupy goes Airport“, gemeinsame Fahrt zur Flughafen-Montagsdemo

Dienstag, 28. Mai
19.30 Uhr,DGB-Haus,Wilhelm-Leuschner-Str. 69
„Im Schatten der Türme“ – hochprekäre Beschäftigungsformen in Frankfurt. Widerstand und Unterstützung von Migrant/innen gegen diese Arbeitsverhältnisse
Eine Veranstaltung von MigrAr Rhein-Main.

Mittwoch, 29. Mai
17 Uhr, Camp anticapitalista
Eröffnung des Camp anticapitalista, erste Vollversammlung

20 Uhr, Camp anticapitalista
„Zwangsräumungen verhindern!“ – Erfahrungen aus Berlin und Spanien
Eine Veranstaltung des Netzwerks „Wem gehört die Stadt?“ und des AK Kritische Geographie

22 Uhr, Camp anticapitalista
Camp-Bar & - electro-nightblock und Beatpoeten (Elektrokabarett, Hannover), Max Lian (bouq.) und Kleinkind (bouq.)

Donnerstag, 30. Mai

10 Uhr, Camp anticapitalista : Delegiertenplenum

12 Uhr, Camp anticapitalista
International Assemblea of Resistance – Aktivist/innen verschiedener Ländern berichten von Kämpfen und ihrem Bezug zu Blockupy

ab 12 Uhr, Camp anticapitalista – Workshops: (z.B.)
* Einführung in die Kapitalismuskritik
Warum Kapitalismus eigentlich schon als Kind scheiße war, warum die einen immer mehr arbeiten während die anderen arbeitslos sind… (top b3rlin)

* Why we fight – linksradikale Strategien in der Krise
Lebensweisen, Einstellungen, Akteurskonstellationen & Bündnisse sind seit 5 Jahren einem umfassenden Wandel unterworfen… Zeit für eine umfassende Reflexion…(John Kannankulam & antifa [f])

* Openspace mit Inputs, Vorstellung & Basteln
Das Unsichtbare sichtbar machen! Reproduktionskrise – Die Krise findet Stadt – Rassismus & Krise – Deutsche Waffen in der Welt: antimil. Positionen- Klimakrise & was Tun – Hoch die Internationale! & transnationaler Antikapitalismus!(Interventionistische Linke)

* Echte Demokratie jetzt – oder nie?
Mit der kapitalistischen Wirtschaftskrise steht auch die bisher als selbstverständlich beste Regierungsform angenommene parlamentarische Demokratie in der Kritik. (Fast Forward Hannover)

* „Was tun, wenn‘s brennt?“
(13:00) Wie Umgehen mit staatlicher Repression – Was muss ich wissen für Blockaden, Demos & danach. (AG Antirepression & Rote Hilfe)

* M31 und die Idee europaweiter politischer Streiks
(14:30) Verständigung über Möglichkeiten der aktiven Unterstützung der in europäischen Ländern stattfindenden Generalstreiks. (M31-Netzwerk)

* Das Recht auf Stadt durchsetzen!
Wie die gänzlich unterschiedlichen Fragestellungen von Krise, (radikaler) Linken & konkret von Räumung Betroffenen in den Kämpfen praktisch verknüpfen? (aus „Netzwerk Wem gehört die Stadt?“)

* „Cool, aber tödlich!“
Arbeitsbedingungen & Kämpfe in den Textilfabriken für die globale Modewelt. Mit Aktivist/innen aus Pakistan

* Caring for communism – zu Arbeit, Krise & Geschlecht
(16:00) Die häufig unsichtbare Seite von Arbeit – der Reproduktionsarbeit, auch Care- oder Sorgearbeit genannt. (Interventionistische Linke)

* Diskussionsveranstaltung: There is an alternative – Selbstorganisierung in Griechenland (mit Genoss/innen von Alpha Kappa)
(16:30)Alpha Kappa ist ein antiautoritär-anarchistischer Organisierungsansatz in einigen griechischen Städten. (antifa ak cologne)

ab 14 Uhr, Camp anticapitalista : Aktions- und Blockadetrainings
Um gut vorbereitet zu sein und mit vielen Skills und allen nötigen Hintergrundinfos in die Aktionstage von Blockupy zu starten, wollen wir gemeinsam Aktions- und Blockadetrainings machen. (Netzwerk Skills for Action)

16-17:00 Uhr: Knast Preungesheim
Solidarität gegen Beugehaft & Repression – Knastkundgebung
Gemeinsame Abfahrt aus dem Camp (Solikomitee)

18:00 Uhr, Camp anticapitalista:
Treffpunkt für die unabhängige feministische Mobilisierung
(im feministischen Zelt)
siehe: Unsere Antwort auf die Krise? Care Mob und Care Revolution!

18.00 – 20:00 Uhr, Camp anticapitalista – Rote Hilfe Infozelt
Beratung nach Festnahmen, Verweisen,…

19:00 Uhr, Camp anticapitalista : Großes Aktionsplenum zur Vorbereitung der Blockaden
Was ist am morgigen Aktionstag geplant? Wie soll es ablaufen? Vorstellungen der Aktionsschwerpunkte:
- Blockade der EZB & Aktionen im Finanzviertel – Blockupy Deportation Airport – Zeilaktion – Recht auf Stadt – Landgrabbing. Infos & Verabredungen

ca. 21:00 Uhr (nach dem Aktionsplenum), Camp anticapitalista:
Treffpunkt für die unabhängige feministische Mobilisierung
(Ort sagen wir auf dem Aktionsplenum durch)
siehe: Unsere Antwort auf die Krise? Care Mob und Care Revolution!

21 Uhr, Studi-Haus, Campus Bockenheim
Veranstaltung: Der anarchistische Bankier
Thomas Ebermann, Matthias Scheuring, Fernando Pessoa & TOP B3rlin

Ab 22 Uhr, Camp anticapitalista
Camp-Bar & DJing mit Maos Rache (Nürnberg)

Freitag, 31. Mai

Ab 7 Uhr : Blockade der EZB & Aktionen zivilen Ungehorsams in der Stadt und am Flughafen

17 Uhr, Matthäuskirche, Friedrich-Ebert-Anlage 33
Eurokrise, Schulden, Schuldenaudit & Rolle der EZB
Podium mit St. Lindner (Attac D), Leon. Vatikiotis (Uni Varna/Zypern), Marica Frangakis (Attac GR), Pierre Gottiniaux (CADTM) – veranstaltet v. Attac D

17 Uhr, Saalbau Gallus, Frankenallee 111
Quo vadis EUropa? Perspektive für europäische Integration zwischen neuer autoritärer EU-Wirtschaftsregierung & einem zerfallenden Euro?
Mit Inputs von Alexis J. Passadakis (Attac D.) und Chr. Mayer (Attac D.) – veranstaltet von Attac D

17 Uhr, Saalbau Gallus, Frankenallee 111
Gutes Leben für alle – Für eine europaweite Vermögensabgabe!
Mit Inputs von Attac D und der Kampagne ‚Ran an den Speck!‘, angefragt Attac Portugal, Attac GR & Tax Justice Ireland – veranstaltet von Attac D

17 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben
Kranke Krise – Risiken und Nebenwirkungen der Strukturanpassungsmaßnahmen in Europa & global
Einsparungen im Gesundheits- & Sozialbereich… Wie kann Widerstand aussehen? Wie wirkt sich die Krise in Afrika, Lateinamerika & Asien aus? – veranstaltet von medico international & Attac D

17 Uhr, Bühne auf dem Roßmarkt
Rettet die Menschen, nicht die Banken – Für ein soziales Europa
mit Sahra Wagenknecht (MdB, DIE LINKE), Theodoros Paraskevopoulos (SYRIZA, Griechenland), Catarina Principe (Linksblock Portugal). Mod.: U. Wilken (DIE LINKE)
Bei schlechtem Wetter im DGB-Haus
veranstaltet von der Bundestagsfraktion DIE LINKE

18 Uhr, Camp anticapitalista
Aktivenplena: Auswertung des Aktionstages und Vorbereitung auf die Demonstration am Samstag.

18.00 – 20:00 Uhr, Camp anticapitalista – Rote Hilfe Infozelt
Beratung nach Festnahmen, Verweisen,…

20 Uhr, Roßmarkt
Kapitalismus konkret: Nachrichten aus dem Maschinenraum – die internationale Debatte nach den Freitagsprotesten.
Blockupy-Bündnisveranstaltung – mit Zehra Khan (Gen.Sekretärin der Home Based Women Workers Federation, Karachi, Pakistan), Rainer Einenkel (Betriebsrat, Opel Bochum), Manila Ricci (Globalproject, Rimini, Italien), NN (Ägypten).
Bei schlechtem Wetter im DGB-Haus

22 Uhr, Roßmarkt
»The spirit of ’45«, Dokumentarfilm
(OmU, 94 Min.) Sondervorführung des neuen Dokumentarfilms von Ken Loach über den Kampf um den Sozialstaat in Großbritannien nach 1945 & dessen Demontage. – Anschließende Diskussion mit Alex Gordon (Lokführer, ehem. Vorsitzender der brit. Eisenbahner-u.Transportarbeitergewerkschaft RMT, Teilnehmer des Films) Mod.: Chr. Buchholz (LINKE)
Bei schlechtem Wetter im DGB-Haus
veranstaltet von der Bundestagsfraktion DIE LINKE

Ab 22 Uhr, Camp anticapitalista: Camp-Bar & DJing mit Neoton (Wiesbaden) und Karl Mosh (Hamburg)

Samstag, 1. Juni

9 Uhr, Camp anticapitalista: Delegiertenplenum

11 Uhr, Baseler Platz
Internationale Demonstration – Auftakt
16 Uhr, Willy-Brandt-Platz / EZB
Abschlusskundgebung & Assembleas zur Zukunft des Widerstandes

19 Uhr, Camp anticapitalista
Europ. Versammlung der Aktivist/innen & Bewegungen: Die nächsten Schritte & Perspektiven für ein widerständiges Europas von unten

Ab 21 Uhr, Camp anticapitalista: Konzert
mit La Resistencia d´Mexico (LatinoSkaPunk, Mex.), Trouble Orchestra (Audiolith,HH), Diffarent MC & Flowtonix (HipHopReggaeFunkDubSka, DA) und Friendly Fire (skaZZcore, FFM)

MEDIA-Gallery

http://blockupy-frankfurt.org/

 


NS-SKANDAL BEI BILD? Neee… wohl doch nur skandalös schlechter Journalismus


Das Wort „Skandal“ in Verbindung mit dem Wort „Nazi“ oder dem Wort „NS“ funktioniert hervorragend, wenn es darum geht Aufmerksamkeit zu erzeugen und wenn es einen Weltmeistertitel im künstlichen Herbeischreiben von Skandalen gäbe, so wäre die Bild-Zeitung gewiss eine hoffnungsvolle Anwärterin für diesen Titel.
Von daher brauchte die Überschrift im Frankfurt-Teil der heutigen Print-Ausgabe der Bild eigentlich niemanden zu wundern.

„Blockupy wirbt mit NS-Ausdruck“ hieß es da und der Artikel begann mit den Worten „Skandal um Blockupy!“.
Doch was hatte Blockupy für eine skandalöse Nazi-Werbung gemacht?
Blockupy hatte mit dem Slogan „Blockupy Deportation Airport“ darauf aufmerksam gemacht, dass vom Frankfurter Flughafen aus regelmäßig Abschiebungen stattfinden.

Hierüber hatte sich wohl der hessische Verkehrminister Florian Rentsch (FDP) aufgeregt.
Die Bildzeitung zitiert ihn folgendermaßen: „Man kann sich dafür nur schämen, dass der Begriff „Deportation“ so geschichtsvergessen verwendet wird. Dass sich die Linken der Ausdrucksweise des NS-Regimes bedienen, ist ein Skandal.“

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Erfolg für Blockupy: Gericht erlaubt Demo-Route an EZB vorbei – aber nur mit kleinen Transparenten

Richter: “Bloße Vermutungen” reichen für Gefahrenprognose nicht aus Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat den Anmeldern der Blockupy-Demonstration in einem zentralen Punkt Recht gegeben: Die Richter haben die Änderung der Demo-Route durch die Stadt als  “ersichtlich rechtswidrig” zurückgewiesen. Die Demonstration am 1. Juni darf an der EZB vorbeiführen. In ihrem am heutigen Dienstag ergangenen Beschluss kritisieren die [...]

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»Flashmob« gegen Leiharbeit am 29. Mai 2013 in Frankfurt am Main – ein Blockupy-Veranstaltungshinweis

Es war einmal ein kleines Dorf im römisch besetzten Gallien. Doch halt, wir leben ja in der Gegenwart: Es ist Mai 2013 und Blockupy wirft seine Schatten… Die Veranstaltungen sind von Donnerstag bis Samstag (30. Mai … 1. Juni 2013) bis auf eine: Eine Aktionsveranstaltung findet bereits am Mittwoch, den 29. Mai 2013, statt und [...]

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cyberpunk feeling

Kennen Sie das auch? Sie werden den ganzen Tag lang von Nachrichten verfolgt, die wie einer alternativen Realität entsprungen zu sein scheinen. Jegliche Versuche, diese anhäufenden “Zufälle” durch Synchronismus-Theorie von CG Jung zu erklären, scheitern, denn: selektives Wahrnehmen hin oder her, Sie sind tatsächlich in einer anderen Dimension gelandet. Herzlichen Glückwünsch.

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Suhrkamp Verlag ist insolvent?

Noch ein Schutzschirm, diesmal ein ganz deutscher: Nach dem schmählichen Weggang aus Frankfurt vor ein paar Jahren und einer Reihe verlorener Prozesse ist es heute in Berlin soweit: der Suhrkamp Verlag meldete Insolvenz im Sinne von Gläubigerschutz, besser gesagt “ESUG” nach amerikanischem Vorbild an  (dem “Chapter 11″) , um sich vor der genuinen Pleite zu [...]

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Blockupy: Recht auf Stadt

Kapitalismus findet nicht nur in den Banken statt… Er hat die ganze Stadt im Griff. Entreißen wir sie ihm! Anlaufpunkt – 31. Mai, nach der Blockade der EZB Am 31.5./1.6. finden in Frankfurt wieder die Blockupy-Aktionstage statt, bei denen gegen die Sanierung des Kapitalismus auf Kosten der Lohnabhängigen protestiert wird. Nach einer Blockade der EZB [...]

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Lage: von London bis Kabul

Die medial eingeübten Sprachregelungen im Zusammenhang mit unseren Kriegen und Verlusten erläutert der sensible Oberst Sanftleben, Bundeswehr – manchmal den Hindukusch befriedend.  

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Wort am Sonntag: Katholisches Geld

Am Morgen nach dem deutschen Sieg über das innere London brauche ich Radio am Wasserkocher.

Eher zufällig pegelte sich ein öffentlich-rechtlicher Sender ein, und der trieb es christlich, wie meist sonntags früh in unseren Gefilden auf solchen Kanälen. Die Sendung war evangelisch, kümmerte sich um Geld, Geld der Banken, den Finanzen ihrer, der christlichen Banken.

Bisher hatte ich nur von massenhaften Verfehlungen der ominösen Vatikanbank gehört, und von islamischer Finanzwirtschaft, die trickreich mit dem Zinsverbot umgeht, global versteht sich. Doch es gibt auch evangelische Banken, die – selig seien ihre Anleger – immer nachhaltig und kinderbewußt agieren. Eine befragte Investorin gab sich entsprechend zufrieden im christlichen Rundfunk: Vertrauen zählt, deswegen überprüft sie gar nicht erst die einzelnen Anlagen des Hauses mit ihrem guten Geld.

Die Radio-Evangelischen bohren aber weiter nach Geld, und zwar bei den Katholischen. Ihre Banken geraten zuweil unter den Verdacht der unseligen Rüstungsfinanzierung. Spöttisch tragen sie deren Verlautbarung vor, sich dazu nicht gegenüber Medien zu äussern. Wieso nicht? Weil sonst zu viele Zuhörer Konten bei ihnen eröffnen wollten und sie nehmen doch nur solche in katholischem Lohn, heisst es.

Ein anderer Evangelischer offenbarte mir schließlich den religiösen Charakter solcher Überlegungen zur Christlichkeit des Zasters: “schließlich ist das Verhältnis zu meinem Geld eines der wenigen verbliebenen Dinge auf der Welt heute, bei dem noch wirklich von INTIMITÄT die Rede sein kann.

So sprach´s und Beichten kann man über solch intime Dinge wohl am besten bei einer evangelischen Bank, nachhaltig und kinderfrei versteht sich. Gewissermaßen ein Band mit transzendentem Vertrauen.

Nach diesem vehementen Sinnschub am Sonntagmorgen geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: hängt damit gar der Sinn-Virus “Schulden-Krise” zusammen, dem Gebet für staatliches Sparen, das unisono die national-autistischen Redaktionen der großen Medien unserer Republik durchseucht?

Oder vielleicht doch eher, wie es die Berliner Morgenpost heute nach dem Abzug aus London so schön formuliert: “In einer überwaldorften Welt setzt sich hier noch immer der Stärkere durch“.
 

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80 Jahre nach der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser – 1. Mai nazifrei! [Vortragstext plus Veranstaltungshinweis]

    „Oh wie grausam gründlich, im Blute watend, korrigierte der Faschismus die Schwächen, Halbheiten, Fehler der Arbeiterbewegung.“ Willi Bleicher     Am 22. April 2013 hielten Peter Scherer, Judit Pákh und Janine Wißler (Mitglied des hessischen Landtags, Partei DIE LINKE.) ab 19:00 Uhr im Gewerkschaftshaus in Frankfurt am Main bedeutsame Vorträge unter der Gesamtüberschrift [...]

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Wanderzirkus Partizipation: Planungsgespräche jetzt in Niederrad

In schöner Regelmässigkeit gastiert der Wanderzirkus Planungsgespräche in dieser Stadt, zuerst zog er seine Show in Bockenheim ab, nun hat er seine Zelte in Niederrad, im Mainfeld aufgeschlagen. Wie noch immer kommt er mit hochkarätiger Besetzung daher und versetzt die Menschen allenthalben in wahre Verzückung. Aktuell sind sie mit dem Programm Planungsgespräche Niederrad am Main [...]

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Veranstaltung: Im Schatten der Türme

Hochprekäre Beschäftigungsformen in Frankfurt – Widerstand und Unterstützung von prekär beschäftigten MigrantInnen in und gegen diese Arbeitsverhältnisse Dienstag, 28. Mai 2013 um 19.30 Uhr im DGB-Jugendclub – Wilhelm-Leuschner-Str. 68 (Hintereingang), Frankfurt a.M. Eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Blockupy-Aktionswoche mit Michael Weissenfeldt, Betriebsrat bei Maredo, zu den Zuständen in der System-Gastronomie und dem Kampf [...]

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Realsatire: Total-Quality-Kinder

Manchmal stößt man beim ziellosen Durchstreifen des Internets auf Etwas, bei dem man sich die Augen reibt und denkt: Das gibt es nicht! Und dann reibt man sich die Augen noch einmal und stellt fest, dass es immer noch da ist.

So ging es mir bei diesem interessanten Artefakt des Zeitgeistes, auf das ich hier gestoßen bin.
Eine Anleitung zur Erstellung von täglichen Scorings für Eltern von Kindern mit ADHS. Ein kleines Stück Management für das heimische Kinderzimmer, herausgegeben vom Center for Children and Families der University at Buffalo.
Hier wird Eltern nahegebracht, wie sie ihre ADHS-Kids anhand eines Mess- und Bewertungssystems bessern können, das allen Grundsätzen wissenschaftlicher Objektivität, Validität und Reliabilität entspricht.

Gestresste Betriebswirt_Innen, die neben ihrem Job wenig Zeit für ihre stressigen Bälger haben, werden für ein solch effizientes Tool zur Planung, Verwaltung und Evaluierung ihrer Kinder gewiss dankbar sein.
Damit das auch für die pädagogisch weniger bewanderten Eltern (die schließlich eher irgendeinen Management-Studiengang absolviert haben) verständlich ist, ist die ganze Anleitung in kurzen und einfachen Schritten abgefasst und mit lustigen Illustrationen versehen.

Zum Beispiel mit dieser hier:

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Frankfurter Camp Anticapitalista 2013 – Bedienungsanleitung

http://www.notroika.org/sites/notroika.org/files/medien/bilder/programmflyer-titel_0.png

Camp anticapitalista 29. Mai bis 2. Juni während der Blockupy Aktionstage 2013
Blockupy Camping Guide

Let‘s Camp! In diesem Jahr geht Blockupy mit einem eigenen Camp an den Start. Nach den Erfahrungen von 2012 soll es nun einen sicheren Raum für Diskussionen, Vorbereitung, Ruhe nach den Aktionen geben. Das Camp dient somit als politischer und sozialer Treffpunkt während der Aktionstage.

So ein Camp ist natürlich kein Pauschalurlaub. Es ist ein Mitmachcamp, das nur zustande kommt und gut läuft, wenn alle mithelfen und aufeinander achten.

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Blockupy 2013: Videos zur Einladung

Blockupy kommt wieder: Vom 30. Mai bis 1. Juni ruft das Bündnis zu europaweiten Aktionstagen gegen die autoritäre Krisenpolitik von Bundesregierung und Troika (EU, EZB, IWF) in Frankfurt/Main auf. Am Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), im Zentrum des europäischen Krisenregimes, werden wir ein kämpferisches Signal der Solidarität an alle Betroffenen der aktuellen Spar- und Kürzungspolitik [...]

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Mietspiegel – Beteiligung? Ist doch freiwillig!

Das Spektakel geht wieder los, bald werden die Anrufe und Anschreiben kommen, mit denen „die Bevölkerung“, wenigstens ausgesuchte Teile davon, zur Mitarbeit an den Erhebungen zur Erstellung eines neuen Mietspiegels aufgefordert werden. Diese Beteiligung ist freiwillig und es gibt eine Reihe guter Gründe, sich genau zu überlegen, ob man dies wirklich tun will. In aller [...]

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Veranstaltung: “Zwangsräumungen verhindern!”

Auf­takt­ver­an­stal­tung im »Camp anti­ca­pi­ta­lista« der Blockupy-Aktionstage vom 29. 5. bis zum 2. 6. in Frankfurt/M

Am Mittwoch, den 29.5.2013, 20 Uhr im Haupt­zelt des Block­u­py­camps auf der Rebstockwiese; plus Anschluss­work­shop: Do. 30. Mai, Block­u­py­camp

Blockupy Banner 936x120

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Vom Wal und seinem größten Sänger

Neues von und über Herman Melville

Heute sind Wale und ihr Schutz fast schon Mode, diese oft gewaltigen und majestätischen Tiere rühren uns an, sind tonnenschwere Inkarnationen unseres schlechten ökologischen Gewissens, wenn wir an die Zerstörung der Natur und die mögliche Ausrottung nicht nur dieser Spezies denken. Das war nicht immer so. Unser Wohlstand, die Wurzeln des zeitgenössischen Kapitalismus, sie liegen mehr im industriellen Walfang, der seinen Höhepunkt im 19. Jahrhundert erlebte, als wir uns vorstellen können.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1d/Herman_Melville_1860.jpg/220px-Herman_Melville_1860.jpg

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Blockupy-Aktive kündigen massenhafte Blockade der EZB an

“Der Schritt vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsams ist nötig!” Mit einer massenhaften Blockade der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Morgen des 31. Mai wollen Aktive des bundesweiten Blockupy-Bündnisses ein nachdrückliches Zeichen gegen die europaweite Verarmungspolitik setzen. “Unser Ziel ist es, die EZB so effektiv wie möglich zu blockieren und ihren Alltag zu stören. Mit [...]

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Frankfurter Römer: Lustiges Gebührenerhöhen für öffentliche Einrichtungen

Der bürgerliche Magistrat Frankfurts, schwarz-grün die politische Farbe, möchte Frankfurt weiter sanieren. Das geschieht neben neuen Stadtvierteln aus Eigentumswohnungen vornehmlich mit Gebührenerhöhungen für die Massen, im wesentlichen für alle die gleichen. Vermutlich interpretiert die Römerregierung damit die allgemeine Sozialdemokratisierung Deutschlands, den Drang zur neuen Gerechtigkeit. Diesmal sind Mieten für städtische Bürgerhäuser an der Reihe, was [...]

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Blockupy: Ordnungsdezernat zögert Bescheid für Demo hinaus

Versuch  städtischer Repression wie bei Blockupy 2012: Hinhaltetaktik des Frankfurter Magistrats verhindert Rechtssicherheit Das bundesweite Blockupy-Bündnis wirft dem Ordnungsdezernenten der Stadt Frankfurt vor, den Bescheid für die Blockupy-Demonstration am 1. Juni in Frankfurt willkürlich hinauszuzögern und so Rechtssicherheit für die Anmelder und Teilnehmer des Protestzuges zu verhindern. “Markus Frank und seine Freunde tun es wieder: [...]

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Begeisterte männliche Chorsänger gesucht

Für eine Inszenierung des THEATER WILLY PRAML zum Thema “Heinrich Heine und die deutsche Romantik” soll ein Projektchor gebildet werden. Dieser wird unter der Leitung eines professionellen Chorleiters die vorgesehenen Lieder von Heine einstudieren. Der vierstimmige Männerchor wird an mehreren Stellen des Stücks szenisch eingesetzt. Dabei handelt es sich um 4 – 5 Gesangsstücke. Die [...]

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Nordend Poetry im Mai: No more Gentry please

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Angelinas Brüste

Nein, liebe Leser, die FGZ ist keine Plattform für Promi-Klatsch und ich habe auch nicht vor, sie zu einer zu machen.

Egal was man davon halten mag: Normalerweise pflege ich mich durch eine gehörige Portion Arroganz gepaart mit einer Prise linksintellektuellen Standesdünkels gegenüber Leuten abzugrenzen, die sich für Themen wie die Brüste von Angelina Jolie interessieren. Doch manchmal kann man bestimmten Themen nicht entkommen und dann ist nun einmal eine Synapsenverbindung, die sich eigentlich mit Philosophie oder Politik hätte beschäftigen sollen, mit “Brangelina” und ähnlichen Banalitäten zugespammed.
Doch im Kern soll es bei diesem Artikel auch nicht um Angelina Jolie, ob nun mit oder ohne Brüste, gehen.

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Bonmot der Woche: “Rechtsstaatlichkeit”

Eine kleine Talkrunde wurde gegeben, um das 3-Tage-Thema “1000 Klammotten Tote bei Billig Lieferanten” ging es. Klar, der Einsturz in Bangladesh kommt gerade ganz schlecht für die Shirts, ob bei H&M für 20 Euro oder 500 bei Benetton. Der anwesende Spezialist für internationalen Handel aus dem Europaparlament musste sich für unsere armen Firmen stark machen: [...]

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Kaminski ON AIR, Frieling und Walhall am Main

Es HALLt im Frankfurter Bockenheimer Depot. Und zwar gewaltig. Denn während die Baukräne des künftigen berüchtigten Kulturcampus da droben über der Kuppel des ehemaligen TATs in der Götter/Abenddämmerung schimmern (das gehört beiläufig nicht hierher), glänzt da drunter das Rheingold, Teil I der Wagnerischen Tetralogie. Doch ohne Wagnerischen Soundtrack – dafür im besten Stil der Einstürzenden [...]

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Eilt: 5189 Unterschriften fehlen noch! Bitte zeichnet die Inge-Hannemann-online-Petition mit…

Link zum Mitzeichnen: https://www.openpetition.de/petition/online/sofortige-ruecknahme-aller-sanktionen-gegen-die-arbeitsvermittlerin-inge-hannemann. Wichtig: Noch 5189 Unterschriften fehlen¹. Das wird in den nächsten Tagen garantiert zu schaffen sein! Mit Eurer Unterstützung! ¹ Im Augenblick – 14. Mai 2013, 14:40 Uhr – fehlen noch rund 5189 Unterschriften. Bitte verbreitet diese Info und unterzeichnet die online-Petition genauso wie ich und zahlreiche andere…

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Ein Anfang ist gemacht – Frankfurter Wohnraum-Demo am Samstag 11. Mai

Wahrscheinlich kommt der Einwand, dass die Beteiligung recht mäßig war, so 200 Menschen, an einem Samstag Nachmittag. Sicher gibt es einiges zu verbessern, was Mobilisierung, Timing (Brücken-Wochenende) und ähnliches angeht, doch ist es in dieser Stadt wichtiger überhaupt einen Anfang zu machen und aufzuzeigen, dass die Auseinandersetzungen um städtischen Themen längst nicht den Berufspolitikern überlassen [...]

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no camera- still no problem?

Auf der Demo gegen den geplanten Naziaufmarsch am ersten Mai drückte mir ein freundliches Mädchen einen Flyer mit folgendem Text in die Hand:

„Sicherer Umgang mit Handys und Kameras…
Eine Demo ist kein Urlaubstrip! Deshalb besonders wichtig… lasst eure Kameras zu Hause, Erinnerungsfotos von Demos braucht niemand! Die Polizei darf außerdem Kameras und Handys beschlagnahmen, wenn sie darauf belastendes Beweismaterial vermutet- im Zweifelsfall werden dann lustig gemeinte Fotos schnell zu repressiven Mitteln gegenüber anderen Demoteilnehmer_innen. In diesem Sinne: auf die Rote Hilfe hören! no camera- still no problem! Dokumentieren und Fotografieren besser den geübten Journalist_innen überlassen!“

Ich verstrickte die junge Dame daraufhin in eine Diskussion. Prinzipiell fand ich es durchaus begrüßenswert, die Demonstrationsteilnehmer für dieses Thema zu sensibilisieren. Grundsätzlich kann ich die wilde und ungefragte Knipserei, die auf Veranstaltungen aller Art und auch im privaten Umfeld leider gang und gäbe ist, nicht leiden.
Trotzdem fand ich, dass der Flyer durch die Realität auf der Maidemonstration ad absurdum geführt wurde.

Die Polizei hatte derart viele Kameras auf die Demonstranten gerichtet, dass man davon ausgehen musste, dass jede noch so kleine Bewegung mitgefilmt wird. Wer irgendetwas tat, das ihn juristisch belastet hätte, konnte sich eigentlich sicher sein, dass die Polizei das ohnehin auf Video hat- so sind nun einmal die Fakten in unserem schwarz-gelb regierten Hessen.
Von daher tritt aus meiner Sicht das Argument, dass versehentlich belastendes Material durch fotografierende Demonstranten erzeugt werden könnte, zurück.
Viel wichtiger finde ich es, den Hunderten von Kameras auf Seiten der Polizei, ebenso viele eigene Kameras entgegenzustellen.

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Exklusivität- Ausgrenzung als Werbeslogan

In den Eigenwerbungen von Clubs, Bars, Ferienressorts und Lifestyleprodukten taucht oft und gerne das Wörtchen „exklusiv“ auf.
„Genießen Sie exklusives Ambiente“, „nutzen Sie die Vorteile dieses exklusiven Angebots“. Wer hat diese Sätze nicht schon tausendmal gehört?

Im allgemein verbreiteten Verständnis erscheinen exklusive Dinge offensichtlich als besonders begehrenswert.

Doch was bedeutet dieses Wort „exklusiv“ eigentlich? Schauen wir einmal, was der Duden hierzu zu sagen hat:

exklusiv
Wortart: Adjektiv

Bedeutungen:
1. a. (bildungssprachlich) sich [gesellschaftlich] abschließend, abgrenzend, abhebend [und daher in der allgemeinen Wert-, Rangeinschätzung hochstehend]
1. b. (bildungssprachlich) höchsten Ansprüchen genügend, [vornehm und] vorzüglich, anspruchsvoll
2. ausschließlich einem bestimmten Personenkreis oder bestimmten Zwecken, Dingen vorbehalten, anderen [Dingen] nicht zukommend

Herkunft:
englisch exclusive < (mittel)französisch exclusif < mittellateinisch exclusivus, zu lateinisch excludere, aus: ex = (her)aus und claudere (schließen)

Es geht um also um Ausschluss, Abgrenzung aber eben auch um Vorzüglichkeit in Qualität einer Sache.

Und genau hier beginnt mein Problem mit diesem Wort und seiner Konnotation in unserer Gesellschaft.
Ist es denn wirklich ein Qualitätsindikator eines Gutes, dass möglichst viele Menschen von seiner Nutzung ausgeschlossen sind?

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Blockupy-Vollversammlung am Montag, 13.5. im Exzess Bockenheim

  Am Montag, 13. Mai findet im Exzess um 19 Uhr die letzte große Vollversammlung zu den Blockupy-Tagen (31.5./1.6.) statt. Dort habt ihr Gelegenheit, euch genauer über die Aktionen am 31. Mai zu > informieren, ihr könnt erfahren, was alles auf dem Aktions-Camp los  sein wird und welche Veränderungen es gegenüber Blockupy 2012 gibt. Wo [...]

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Politische Zustimmung und Widerstand – weit weg von Deutschland

Dörfer als abgeschlossene Kommunen zeichnen sich prototypisch dadurch aus, dass ihre Bewohner die Aussenwelt hochselektiv und thematisch arg eingeschränkt, allein aus der eigenen Perspektive wahrnehmen. Zudem ist das dörfliche Klima durch persömliche Beziehungen geprägt, mit übergroßer Wichtigkeit für die Dorfwelt und die Wahrnehmung des sozialen Geschehens im Örtchen und drum herum. Gewöhnlich werden gesellschaftliche Vorgänge dort auch nach Art persönlicher Beziehungen evaluiert.

In diesem Sinn hat die 50 Jahre alte Rede über das “globale Dorf” hohe Aktualität, obwohl die Erfinder sich etwas anderes dabei dachten. Wir nehmen einige Dinge in anderen Ländern und Kontinenten nach einem lokalen Gefühlshaushalt wahr, oder dem, was unsere Medienwelt als solche kultiviert, etwa Wellness oder Marathonläufe. Störende, durch die simplen Raster fallende Ereignisse, die objektiv weitaus höhere Relevanz erlangen landen meist unter den Tisch. Die Rede über global interessierte und informierte Deutsche ist nicht mehr als ein Märchen, ein Disneyland der Tourismus- und Culturebranche.

Die Wahrnehmung der Arbeitswelt kann als besonderes Exemplum dieser Diagnose gelten. In der Mitte und im Osten Europas wird es als ausgemacht verkauft, dass eine ruhige Arbeitswelt schöne Arbeitsplätze im Wettbewerb schafft. Nach dem Motto, die Erfolgreichen (“Mittelstand”) sind eh zufrieden und je weniger die anderen Leute verdienen, desto schweigsamer geben sie sich. Das gluabt man zu gerne zwischen Oder und Rhein. Aber wir leben hier nach dem Schema des Dorfs, und ignorieren, dass im Rest der Welt nicht alles nach deutschem Schlaflied klingt.

Solches gilt denn als Credo der deutschen Politik, und die Bundesrepublik steht als gesellschaftlicher und politischer Ruhepol Europas, an dem man den Druck auf Beschäftigte und Geringverdiener*innen ruhig noch ein Stückchen erhöhen kann. Ganz in diesem Geiste kommentiert auch das grüne Leitorgan “taz” mit gewisser Wohligkeit: Zum 1. Mai gingen früher weltweit viele Millionen auf die Straße. Heute hat der Tag vielerorts seine Brisanz verloren“. Die damit verkaufte Stimmung hat nicht viel mit der globalen Realität zu tun, wie wir gegenwärtig gut am Beispiel Indien sehen können. Unser übliches Indien-Raster lautet: exotisches Urlaubsland, viele billige IT-Spezialisten, neue große Mittelklasse und dienstbeflissene Unterschicht. Dazwischen wogen Empörungswellen über Frauenunterdrückung, von denen uns auch die taz in Dutzenden von Artikeln in den letzten Monaten berichtete.

Ohne jede Erwähnung blieb jedoch auch im globalgrünen Stimmungsblatt, dass in Indien vor wenigen Wochen der größte Generalstreik der Geschichte mit ungefähr 100 Millionen Teilnehmern stattfand, und Widerstand dieser Größenordnung ist dort keine Seltenheit!

Es folgen Auszüge eines Berichts über den indischen Generalstreik 2013 aus der Sozialistische Zeitung (SOZ), verfasst von Lutz Getzschmann. Er zeigt uns, wie es ein paar Flugstunden hinter RheinMain Airport aussieht – abseits der Wellnessbroschüren .

Schätzungsweise etwa 100 Millionen Menschen beteiligten sich am 20. und 21. Februar 2013 an einem zweitägigen Generalstreik in Indien, sie sorgten dafür, dass in vielen Teilen des Landes das alltägliche Leben vollständig zum Stillstand kam, in anderen Landesteilen stark beeinträchtigt war. Alle elf landesweiten indischen Gewerkschaftsverbände hatten für diese beiden Tage zum Generalstreik aufgerufen, er richtete sich vor allem gegen die rasante und für Teile der Bevölkerung akut lebensbedrohliche Teuerung und gegen die in den letzten Jahren stark beschleunigte Ausbreitung der Leiharbeit.

In den deutschen Medien tauchte dieser Generalstreik, der den vorjährigen in seinem Umfang deutlich übertraf und von der Anzahl der Beteiligten her mit ziemlicher Sicherheit der größte Streik in der gesamten bisherigen Geschichte der internationalen ArbeiterInnenbewegung gewesen sein dürfte, nahezu nicht auf, was selbst angesichts der allgemein ignoranten Haltung der hiesigen Blätter und Kanäle gegenüber sozialen Bewegungen und politischen Widersprüchen auf dem indischen Subkontinent erstaunlich ist. Nicht nur relativ etablierte Gewerkschaften wie der Textilverband CITI, der ITUC und der AITUC, welcher der Kommunistischen Partei (CPI) nahesteht, gehörten zu den maßgeblichen Organisatoren des Streiks. Auch kleinere Gewerkschaftsverbände wie der All India Central Council of Trade Unions (AICCTU, 630000 Mitglieder, steht der CPI/ML-Liberation nahe), vor allem aber die erst vor wenigen Jahren gegründete New Trade Union Initiative (NTUI), ja, selbst Gewerkschaften, die der regierenden Indischen Volkspartei BJP nahestehen, beteiligten sich.

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Web-Videos: Solidarität spanischer und deutscher Aktivisten abseits von Europa-Bashing

Die spanische Gruppe “Asamblea Popular de Tres Cantos” richtete sich im Februar diesen Jahres mit dem Youtube-Video „Die Spanien Rettung – El rescate a España“ an die deutsche Bevölkerung. Darin hieß es, nicht die spanische Bevölkerung, sondern die Finanzindustrie werde gerettet. Die Falschen, denn sie ist die Verursacherin der Krise. Die Bevölkerung müsse für die Krise zahlen, durchgesetzt mit antidemokratischen Mitteln.

Die Aktivist*innen von Occupy und Blockupy Frankfurt, wollten ein Zeichen der Solidarität setzen und haben mit einem Video geantwortet.

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Politik der Vertreibung: die EU und das Mietrecht

Wenn es nach den EU-Gremien ginge, könnten bei noch mehr Immobilienfirmen die Champagnerkorken knallen. Denn wer wünschte sich in diesen Kreisen nicht, dass während des gegenwärtigen Booms in deutschen Großstädten die Mietpreisen noch mehr Platz nach oben erhalten. Trotz allem Gerede über den “Schutz der Mieter”, der auch bei uns zur Zeit zwischen Parteien und [...]

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Wohnraum für alle – Demo am 11.05.

Damit die Herrschaften nicht meinen, mit ein paar warmen Worten und ein paar besorgter Gesichter wäre die Geschichte abgetan, wird so lange weiter demonstriert, werden Aktionen gestartet, bis sie sich nicht mehr sicher sein können, was als Nächstes kommt. Also: auf zum Römer! Wohnraum für alle! Am 11. Mai um 16:00 am Römerberg Am 11.05.2013 [...]

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Veranstaltung: Wenn Linke sich kümmern… …klappt’s auch mit der Gewerkschaft

6.5.2013 | 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr  Gewerkschaftshaus, Frankfurt am Main Wenn sich z.B. im Einzelhandel Beschäftigte organisieren und bundesweit unter Einbeziehung der Kunden oder mit Unterstützung von Flashmobs aus den sozialen Bewegungen gegen gegen ihre Unternehmen zur Wehr setzen; Wenn plötzlich über 1.000 »Banker« in die Gewerkschaft eintreten; Wenn die gekündigten Beschäftigten der Filiale einer Systemgastronomie sich seit über einem [...]

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Tipp: 7. Mai 2013, 19:00 Uhr, Ffm – KAMPFSTADT “SCHNÖGGERSBURG” – WAS IST DAS? Info- u. Diskussionsveranstaltung

Datum und Zeit: 7. Mai 2013, 19:00 Uhr Veranstaltungsort: DGB, Wilhelm Leuschner Str. 69, Frankfurt am Main Veranstalterin: Frankfurter Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“ u.a. Informations- und Diskussionsveranstaltung KAMPFSTADT “SCHNÖGGERSBURG” mit Claudia Haydt (Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen) SCHNÖGGERSBURG? WAS IST DAS?‘ Irgendeine Kleinstadt? Noch nie gehört. Schnöggersburg wird neu gebaut für die Bundeswehr und befreundete Truppen. [...]

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Einladung zum Blockupy Camp 2013

Antikapitalistisches Camp Politischer und sozialer Treffpunkt für Blockupy ist das Aktionscamp. Spätestens am Donnerstag, dem 30. Mai kommen wir, die Aktiven und Bezugsgruppen, dort zusammen und bereiten uns gemeinsam vor. Das Camp wird ab Montag (27.5.) aufgebaut – und Mittwoch (29.5.) eröffnet. Mit größeren & kleineren Versammlungszelten. Dazu Funktionszelte für Infos, Anmeldung, Rechtshilfe, Sani‘s, Material, [...]

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1. Mai 2013: Aufmarsch der Nazis in Frankfurt verhindert

Die NPD und ihre Sympathisanten aus dem rechtdadikalen Spektrum versuchten den 1. Mai für einen nationalsozialistischen Aufmarsch umzufunktionieren. Die neue EZB in Frankfurter Ostend sollte als Kulisse dienen. Entsprechend der Vorwand des rechten Aufmarschs: fürs Nationale gegen die europäischen Finanzinstitutionen. Trotz beflissener Hilfe durch Frankfurter Institutionen, Gericht und Polizei sah sich die NPD gegen 13 [...]

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