Frankfurter Gemeine Zeitung

Wort am Sonntag: Katholisches Geld

Am Morgen nach dem deutschen Sieg über das innere London brauche ich Radio am Wasserkocher.

Eher zufällig pegelte sich ein öffentlich-rechtlicher Sender ein, und der trieb es christlich, wie meist sonntags früh in unseren Gefilden auf solchen Kanälen. Die Sendung war evangelisch, kümmerte sich um Geld, Geld der Banken, den Finanzen ihrer, der christlichen Banken.

Bisher hatte ich nur von massenhaften Verfehlungen der ominösen Vatikanbank gehört, und von islamischer Finanzwirtschaft, die trickreich mit dem Zinsverbot umgeht, global versteht sich. Doch es gibt auch evangelische Banken, die – selig seien ihre Anleger – immer nachhaltig und kinderbewußt agieren. Eine befragte Investorin gab sich entsprechend zufrieden im christlichen Rundfunk: Vertrauen zählt, deswegen überprüft sie gar nicht erst die einzelnen Anlagen des Hauses mit ihrem guten Geld.

Die Radio-Evangelischen bohren aber weiter nach verdächtigem Geld, und zwar bei den Katholischen. Ihre Banken geraten zuweil unter den Verdacht der unseligen Rüstungsfinanzierung. Spöttisch tragen sie deren Verlautbarung vor, sich zu solchen Unterstellungen nicht gegenüber Medien zu äussern. Wieso nicht?  Weil sonst zu viele Zuhörer Konten bei ihnen eröffnen wollten und sie nehmen doch nur diejenigen in katholischem Lohn, heisst es.

Ein anderer Evangelischer offenbarte mir schließlich den religiösen Charakter solcher Überlegungen zur Christlichkeit des Zasters: “schließlich ist das Verhältnis zu meinem Geld eines der wenigen verbliebenen Dinge auf der Welt heute, bei dem noch wirklich von INTIMITÄT die Rede sein kann.

So sprach´s und Beichten kann man über solch intime Dinge wohl am besten bei einer evangelischen Bank hierzulande, nachhaltig und kinderfrei versteht sich. Gewissermaßen ein Band mit transzendentem Vertrauen.

Nach diesem vehementen Sinnschub am Sonntagmorgen geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: hängt damit gar der Sinn-Virus “Schulden-Krise” zusammen, dem Gebet für staatliches Sparen,  das unisono die national-autistischen Redaktionen der großen Medien unserer Republik durchseucht?

Oder vielleicht doch eher, wie es die Berliner Morgenpost heute nach dem Abzug aus London so schön formuliert: “In einer überwaldorften Welt setzt sich hier noch immer der Stärkere durch“.


Ein Kommentar zu “Wort am Sonntag: Katholisches Geld”

  1. Allencarty

    The misery that pop over to this site allergic reactions can create is something with hop over to these guys which unknown numbers of people know with. The fact is, nonetheless, that there are solutions available for those who seek them. Start making use of the suggestions and also suggestions in this item, as well as you will certainly have the devices essential to dominate allergic reactions, once and for all.
    Display pollen projections and also strategy accordingly. Many of the prominent weather condition projecting sites have actually an area devoted to allergic reaction projections consisting of both air quality and also plant pollen matters if you have accessibility to the internet. On days when the count is mosting likely to be high, maintain your home windows shut and restrict your time outdoors.
    Shower prior to bed, taking special care to clean your hair extensively. Pollen, dirt, and various other allergens can obtain caught on your skin and also in your hair as you experience your day. If you usually bath in the early morning, think about switching to an evening schedule. This will certainly give you the opportunity to eliminate these toxic irritants prior to bed, allowing you to have a relaxed evening’s rest.

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.