Frankfurter Gemeine Zeitung

Suhrkamp Verlag ist insolvent?

Noch ein Schutzschirm, diesmal ein ganz deutscher: Nach dem schmählichen Weggang aus Frankfurt vor ein paar Jahren und einer Reihe verlorener Prozesse ist es heute in Berlin soweit: der Suhrkamp Verlag meldete Insolvenz im Sinne von Gläubigerschutz, besser gesagt “ESUG” nach amerikanischem Vorbild an  (dem “Chapter 11″) , um sich vor der genuinen Pleite zu retten.

Der Verlag wurde mit der Frankfurter Schule, der kritischen Gesellschaftstheorie im hiesigen Westend groß, mit Autoren wie Adorno und Benjamin, aber auch Brecht und Hesse. Er lieferte für Generationen von Studierenden der Kultur- und Sozialwissenschaften die Grundausstattung an Gedrucktem. Tempi passati: Abgesehen davon, dass solche kritischen Größen heute fehlen, machte diese Instanz deutschsprachigen Geisteslebens zuletzt meist durch Gerichtsverfahren Schlagzeilen.

Dabei standen sich mondäne Selbstinszenierung (Geschäftsführerin) und schnelle Kasse (Investor) gegenüber. Zwei versorgte Erben wollen hier an die Töpfe, eine mit Empfängen in ihrer Berliner Großvilla, der andere mit Businessplan und Superillu.

Beides mieft, der Typ ein ganzes Stück mehr, um den Verlag ist´s schade.


6 Kommentare zu “Suhrkamp Verlag ist insolvent?”

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