Frankfurter Gemeine Zeitung

Soziale Stadt Gallus – Quartiersmanagement im Blockwart-Modus

Es gibt einiges zu sagen, sowohl zu dem Programm „Soziale Stadt“ als auch der damit zusammenhängenden Einrichtung des Quartiersmagement und dessen prinzipieller Ausrichtung.
Zunächst: mit der Transformation der Städte zu „unternehmerischen Städten“ wurde eine andere Form der Handhabung von Konflikt-Räumen notwendig – und wünschenswert. Die Ungleichzeitigkeit von Entwicklungen innerhalb städtischer Räume musste über polizeiliche Praktiken hinaus einer Regulierung zugeführt werden.
Es ist keine soziale Errungenschaft, weder das Programm noch das Management und nichts, das ausserhalb der herrschenden Vorstellungen und Kalküle liegt.
Es ist im Grunde ein Disziplinierungs- und Kontrollmittel, ein Auffangbecken für Affekte und Kanalisierung von Energien. Und nur vordergründig geht es bei den ganzen Empowerment-Strategien darum, eigene Vorstellungen von Leben einzubringen und umzusetzen, sondern die der Mehrheit bzw. Herrschaft dort zu verankern.
Wobei „Empowerment“ aus der amerikanischen Gemeinde-Psychiatrie stammt und über Entwicklungshilfe endlich mittels Bertelsmann-Stiftung auch hierzulande angewandt wird.
Die Zwischenschaltung eines „Managers“ ist nun kein Versehen oder eine bloß administrative Massnahme, dies liess sich auch anders bewältigen, es ist eine Verkörperung des verantwortlichen Experten bzw., sollte dies angesagt sein, eine des starken, gleichwphl fürsorglich erscheinenden Staates, jedenfalls der gute Hirte, der seine Schäfchen zu lenken weiss.
Bei allem, was mit einer guten Portion Zivilcourage in diesem Job auch denkbar ist, der QM ist Vertreter der Stadt, wird von ihr im Endeffekt bezahlt und ist ihr damit Rechenschaft schuldig. Und die ist daran interessiert, Wogen zu glätten, Unruhen zu verhindern und frühzeitig herauszubekommen, wie die Stimmungen im Quartier sich verändern. Zudem sie ihn einbaut, um den Menschen zu „erklären“, warum es zu bestimmten Politiken keinerlei Alternativen gibt.
Ganz abgesehen von der Person des QM (hier im Gallus), zeigt sich hier eine Strategie, die solche Verhaltensweisen erst ermöglicht. Vormals einfach offene Flächen, die mehr oder minder genutzt wurden und werden konnten, werden mittels Förderprogrammen und Aufwertung dieser offenen Nutzung entzogen, mit dem Argument, dass dies für das produktive Zusammenleben im Quartier unerlässlich ist.
Anders formuliert: mit diesen Massnahmen werden die öffentlichen Flächen enteignet. Sie hören auf Räume spontaner Begegnungen zu sein. Es spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, ob diese Räume einem Kaffeehaus-Betreiber direkt überlassen werden oder eine sog. Institution dazwischen geschaltet wird.
Es ist genau diese Form vorgespielter Öffentlichkeit wie sie in Shopping Malls erfahren werden kann. Nur ist hier halt der QM zugleich auch der Sicherheitsdienst.
Und es entspricht genau der Stadtpolitik der überwiegenden Mehrheit der Parteien im Römer, übersichtliche, leicht zu reinigende Flächen mit Aufsichtspersonal, damit sich die ungeliebten Teile der Bevölkerung dort gewiß nicht ausbreiten.

Hier der Ablauf:

Der Geschichte des Films “Ekümenopolis – Stadt ohne Grenzen” wird eine neue hinzu gefügt. 5.7.2013

Quartiersmanager aus dem Gallus verbietet der Pächterin des Quartierspavillon Quäkerwiese die Unterstützung der AG Gallus (aus dem Netzwerk “Wem gehört die Stadt?”) beim Zeigen des Filmes Ekümenopolis.
Die Umsonst & Draußen – Veranstaltung sollte neben dem Pavillon stattfinden, auf der dazugehörigen kleinen Wiese. Doch dagegen stellte sich Hr. Spoerhase – seines Zeichens Quartiersmanager des Gallus. Die AG Gallus rief ihn am gleichen Abend noch an, um die Gründe dafür zu erfahren. Folgendes war daraufhin zu vernehmen:

1. Politische und kulturelle Veranstaltungen müssen mit ihm vorher abgesprochen werden.
2. Der Pavillon und die nebenliegende Wiese sind von der Stadt an die Caritas vermietet worden, dessen Angestellter Hr. Spoerhase ist.
3. Ihm gefiel der Flyer zur Ankündigung der Veranstaltung nicht, ganz besonders gar nicht der Bezug auf das Gallus.

Trotz einiger Versuche ihn umzustimmen – oder auch, statt über Telefon direkt mit ihm zu reden (gerade auch über den Film), blieb er bei den von Caritas (und Stadt?) aufgestellten Formalien – vorherige Absprache oder gar nicht.
Doch da trifft das alles den Kern – das Netzwerk “Wem gehört die Stadt?” und die daraus entstandene AG Gallus agiert im öffentlichen Raum und nicht von Gnaden irgendwelcher Institutionen.

Der Pavillon ist vor zwei Jahren als “Bewohnercafe” und “öffentlicher Stadtteiltreff” eröffnet worden. Doch die Vermietung des öffentlichen Geländes an die Caritas kommt offensichtlich einer Privatisierung gleich. Die Caritas übt mit dem Hausrecht sich auch gleich als Zensor für öffentliche Veranstaltungen. Eine absurde Situation. So sieht also das Programm “Soziale Stadt” der Caritas und der Stadt Frankfurt aus.

Weitere Initiativen aus dem Gallus werden dies alles in (einer) der nächsten Ortsbeiratssitzungen (1) und wo immer es auch nötig wird, zur Sprache bringen.

Das Gallus gehört seinen Bewohnerinnen und Bewohnern -
und nicht der Caritas, deren Angestellten oder gar den städtischen Behörden.
“Wohnraum darf keine Ware sein” ist ein Slogan des Netzwerkes und stellt sich damit gegen die bittere Realität, dass nach der Mieterhöhung vor der Mieterhöhung ist, und will “Wohnraum für Alle” statt “Luxuswohnungen im Gallus” (FR 11.7.2013).

Ekümenopolis wurde trotz der Schikanen des Quartiersmanagers gezeigt – an diesem Abend, auf der Frankenallee, mit Unterstützung aus dem Gallus (von Tisch bis Strom) und beinah 100 gespannt Zuschauenden.
Wer den Film sehen möchte, gibt einfach – ekümenopolis- im Internet ein und kann sich dann verschiedene Untertitel (englisch, deutsch…) aussuchen.
AG_MU Gallus aus dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt?“


15 Kommentare zu “Soziale Stadt Gallus – Quartiersmanagement im Blockwart-Modus”

  1. Maggie Boé

    Das Gebiet um den Mehringplatz in Berlin-Kreuzberg ist ein sog. sozialer Brennpunkt. Seit acht Jahren gibt es hier ein Quartiersmanagement (QM), das jährlich eine Viertelmillion für seine Verwaltung ausgibt, in all den Jahren jedoch keine fühlbare Verbesserung der Lage bewirkt hat.
    Die im Rahmen der SOZIALEN STADT zur Verfügung gestellten Fördergelder in Höhe von zwei Millionen Euro wurden hauptsächlich für Projekte nach dem Gusto des QM Mehringplatz ausgegeben. Das QM sorgt auch dafür, dass seine Kritiker aus den Gremien, die über die Vergabe der Fördermittel abstimmen, fliegen bzw. erst gar nicht reinkommen.
    Das Projekt SOZIALE STADT ist begrüßenswert und sinnvoll, die Einrichtung der privat geführten, gewinnorientierten QMs ganz und gar nicht. Diese stehen in einem Interessenskonflikt: Erholt sich ein Quartier zu schnell, werden die Quartiersmanager überflüssig. Sie verlieren ihre Jobs und den Zugriff auf die Fördermillionen.

  2. Kameruner

    An Herrn Trickster und die AG Gallus! Auch ohne die hier geschilderten Umstände im Detail zu kennen: Schon alleine den Begriff “Blockwart” zu benutzen und Menschen im Internet damit zu diffamieren ist eine Schande und als alter Kameruner schäme ich mich, das die AG Gallus auf einem so niedrigen Niveau arbeitet. Wir Kameruner sind dafür bekannt, das wir Konflikte konstruktiv in Gesprächen klären und nicht anonym Menschen verunglimpfen. Eine Entschuldigung ist angebracht!

  3. H.R.

    Der Kameruner schreibt es schon – auch ich war schockiert, dass ihr in diesem Zusammenhang “Blockwart” benutzt. Der Begriff ist in seiner ganzen Brutalität definiert durch den deutschen Faschismus. Fertig.
    ich war an dem Abend da. Schön war, dass auch einige aus dem Gallus da waren und es gab im Laufe des Films spannende Gespräche mit Befürwortenden und Gegnern der Aussagen des Films.
    Eure Aussagen zur Sozialen Stadt finde ich absolut platt. Sie gehen an der Vielfalt des Engagements in den letzten 10 Jahren im Gallus vorbei. Also Absichten…: ja (auch wenn da eure Positionen diskussionswürdig sind) aber gleichzeitig waren und sind das auch viele Menschen und Initiativen (die [?] ihr ja auch erwähnt] und die sind mit diesem Rundumschlag auch diffamiert.
    Ich schließe mich dem Kameruner an:es sollte konstruktive Diskussionen geben und hier zu allererst das ganze auch nochmal zurückgerollt werden, sodass auch der Quartiersmanager seine Sicht, wie die Anfrage gelaufen ist und warum er so reagiert hat, darstellen kann. Ohne das hätte eine Diskussion m.E. keinen Sinn. Und das wäre schade – Gallus ist nicht Istanbul, nicht in der Stadtentwicklung, nicht als Bewegung – aber es braucht viele, die sich mit den Veränderungen durch permanent neue Bauprojekte auseinandersetzen.
    Wär schön, wenn ihr das auch so seht.
    Grüße

  4. Wohlgemuth

    Bin zwar eher Bernem, sag trotzdem was.
    Aufreger ist “Blockwart”, gemeint wohl die Überschrift, “Blockwart-Modus”. Eine harte polemische Überschrift, wobei “Blockwart” kein “KZ-Wächer” oder “SS-Mann” heisst, sondern jemanden, der in einem Quartier für politischen Gleichlauf zu sorgen hat.
    Und wenn mit diesem “Modus” ein Sachverhalt angezeigt wird, bei dem ein “Quartiersmanagement” die Aufführung eines politisch eher unangenehmen Films verhindern möchte, ist das nicht komplett abseitig und impliziert mitnichten, dass der Gallus von Faschisten besetzt ist. Wer glaubt bitte, dass ähnliches bei der Aufführung eines “Sommermärchens” geschehen wäre, vermutlich hätte man sich bei Angeboten für Hilfe glatt überschlagen.
    Das stellt auch gleich eine Verbindung zur “sozialen Stadt” wie dem “Quartiersmanagement” her, politische Projekte erster Klasse. Und Projekte der politischen Beruhigung, auch wenn das nicht in allen Facetten durchschimmert.
    Ein kurzer Artikel zu einem Ereignis in deren Umkreis kann das nicht alles ausführen. Deswegen ist er nicht komplett niveaulos, diffamierend, platt und greift gleich alle Gruppen an, die im Stadtteil tätig sind. Warum so aufgeregt, wenn nur ein bißchen die Perspektive auf die Regulierungen gedreht wird?
    Es ist richtig, Gallus gibt von politischer Unruhe her nicht Istanbul, wie ganz Frankfurt eben. Daran arbeitet auch Quartiersmanagement ein Stück. Aber bei den Umwälzungsprojekten ähneln sie sich, etwa im August mit dem neuen Einkaufszentrum, dort vor der Tür.
    Ihr im Gallus werdet das im nächsten Jahrzehnt vermutlich besonders spüren, falls dann noch irgend jemand von euch dort wohnt. In Bernem gibts nicht so viel Platz, die Projekte sind kleiner. Deshalb kein Quartiersmanagement.

  5. Trickster

    @Kameruner, jetzt bin ich aber platt. Mir will einfach nicht eineuchten, was die vielen Initiativen, die es nicht erst seit der Erfindung der “Sozialen Stadt” und erst recht nicht auf das Outsourcing von Funktionen in Form eines QM gibt und die aus dem Viertel für das Viertel viel Engagement zeigen, damit zu tun haben sollen, dass sich hier jemand aufgeführt wie der kleine Fürst des Stadtteils und es nicht einfach dem Pächter überlassen hat. Eine Diskussion wollte dieser Herr auch nicht führen. Bißchen weniger nervös, hier liegt kein Angriff auf “das” Gallus vor.
    Und: H.R. da ist es aber leicht durchgegangen bezüglich Diffamierung. Wenn man es aufmerksam liest, dann ist es die Art und Weise und die spezielle Ausformung dieses Postens, immerhin eine Möglichkeit die Verhältnisse unter Kontrolle zu halten. Auch ist damit nicht automatisch jede QM in ein Schema zu pressen, was hier auch nicht geschehen ist. Wie wäre es, darüber mal eine Befragung im Viertel selbst zu machen, vielleicht sieht man dann etwas klarer.

  6. Bert Bresgen

    Der Artikel enthält keine erkennbare “Diffamierung von Menschen” oder gar von politischen Gruppen im Gallus; es ist von einem “Verhaltens-Modus” die Rede und es geht schlicht und einfach um politische Zensur beim Zeigen eines Films. Die sollte mit Verlaub in einer Demokratie aein No-Go sein. Die Frage lautet: wie kommt ein Caritasvertreter als Quartiersmanager dazu, einen Ankündigungsflyer zu kritisieren und die Aufführung eines Films von seiner politischen Zustimmung abhängig zu machen? Soll wirklich ausgerechnet die Kirche und deren Organisationen darüber bestimmen, was im Gallus gezeigt wird, noch dazu an einem Ort, der für die Bürger gedacht ist? Etwas bedauerlich finde ich an dem Artikel etwas anderes- es fehlen mir wichtigen Infos für “Nichtkameruner”: worum gehts in dem Film überhaupt, wie sah der beanstandete Flyer konkret aus, was GENAU versteht man unter dem Begriff der “sozialen Stadt”? Wer hats in Frankfurt eingerichtet? Und kann man man wie Maggie Boe das tut zwischen dem guten Konzept und dem schlechten Posten Quartiersmanager unterscheiden? Aber vielleicht ist für diese Erörterung der Anlaß vielleicht auch ein wenig zu peripher.

  7. Spanier

    @Trickster und die AG Gallus: Ein wenig bis ich ja schon amüsiert über das Verhalten…es erinnert mich an die Zeit als der Sohn meines besten Freundes gerade 4 Jahre alt war…er wollte auch unbedingt einen Film sehen (Dumbo), durfte aber nicht…Seine Reaktion war auch das benutzen von “Schimpfwörtern” und das “Beleidigen” seiner Eltern…Als man ihm erklären wollte, warum er den Film nicht sehen durfte, hörte er nicht zu und als man ihm sagte, dass das nicht-sehen eines Films kein Grund sei andere Menschen zu beleidigen antwortete er “das habe er nicht…”…aber wie gesagt, er war 4 Jahre alt. Trotzdem sieht man erstaunliche parallelen, nicht war!!!!!! Zeit erwachsen zu werden, lieber Trickster

  8. Wohlgemuth

    @ Spanier, wer immer du bist: bei dir passt wohl der Vergleich sogar zugespitzt, insofern “faschistische Gesinnung” ebenfalls versuchte, Andersdenkende auf das politische Niveau von Kindern zu bringen.
    Mir scheint, dass eine religiös-konservative Linie durchbricht, die glaubt ala “Eltern” entscheiden zu können, wer was sehen und sagen darf. Bist du noch ganz dicht, Papa Spanier?
    Welches Verständnis einer “Sozialen Stadt” steckt denn dahinter? Ein unangenehmes, das auf Direktiven setzt! Der Artikel war wohl ein Volltreffer auf gewisse Bestimmerkreise im Gallus.
    Verbirgt sich dahinter gar das Quartiersmanagement? Würde passen!

  9. Pierre

    Ich war an dem Abend auch bei der Filmvorführung! Der Film hat mir gut gefallen. Ich finde hier viele Statements nicht gut. Offensichtlich hat sich hier keiner die Mühe gemacht auch mal beim Quartiersmanagement nachzufragen was die Gründe waren. Ich denke, das sollte jeder tun, bevor er hier abgehoben diskutiert. Ich habe mir die Mühe gemacht und bin einfach mal im Quartiersmanagement vorbei gegangen und habe gefragt. Folgende Antwort habe ich bekommen:
    Erstens, es ist richtig, der Quartierspavillon samt Freifläche ist an dem Caritasverband vermietet. Es ist somit keine öffentliche Freifläche.
    Zweitens, alle Veranstaltungen die im Pavillon oder auf der dazugehörigen Wiese stattfinden sollen (egal ob Flohmarkt, Vernissage, Filmvorführung…) müssen vorher abgesprochen werden. Da unterscheidet sich der Quartierpavillon in keiner Weise von anderen Veranstaltungsorten wie Haus Gallus, Naturfreundehaus Gallus, Mehrgenerationenhaus Gallus. Ich denke, es ist verständlich und richtig, dass der Eigentümer einer Lokalität auch ein Recht hat zu wissen, was auf seinem Gelände stattfinden soll.
    Drittens, nach Aussage des QMs hat keiner der AG Gallus das QM über die Veranstaltung informiert. Vielmehr hat das QM aus einem rumliegenden Flyer von der Veranstaltung erfahren.
    Viertens, das QM hat im Vorfeld versucht Kontakt mit der AG Gallus aufzunehmen und mehr über den Film und die Veranstaltung zu erfahren. Leider waren auf dem Flyer aber keine Kontaktdaten (weder Name der Veranstalter, Emailadresse oder Telefonnummer) vorhanden. Dem einzige Hinweis (die Verbindung zum Netzwerk “Wem gehört die Stadt”) wurde nachgegangen aber auch diese Webseite war/ist ausser Betrieb. Da kein Veranstalter ausfindig zu machen war, hat das QM seine Kontaktdaten im Pavillon hinterlassen, mit der Bitte um Rückmeldung. Die Rückmeldung erfolgte allerdings erst 15 Minuten vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung. Ein Treffen war daher nicht mehr möglich.
    Fünftens, der Quartiersmanager meinte, er hat die AG Gallus zu einem Gespräch ins QM eingeladen um über den leider nicht optimal Ablauf zu sprechen und gemeinsam zu schauen, wie man Veranstaltungen in Zukunft besser hinbekommt. Die AG Gallus hat das Angebot nicht angenommen.
    Sechstens, zur Werbung, die im Vorfeld sagt, das im Gallus Stadtplanung ohne Rücksicht läuft und Stadtplanung im Gallus sich nur am Interesse des Kapitals orientiert und abschließend zum Widerstand – wie in der Türkei – aufruft. Das stimmt , zum Glück, einfach nicht mit der Realität überein, wo Soziale Stadt, Stadtplanungsamt, Regionalrat Gallus, viele engagierte Ehrenamtlich, Vereine und Initiativen etc. seit vielen Jahren gemeinsam mit den Menschen im Stadtteil an der sozialen und städtebaulichen Stadtteilplanung arbeiten. Da kann man auch mal ein QM verstehen, das es einen Veranstaltungshinweis kritisch sieht bzw. nicht toll findet.

    Abschließend: Wie man sieht hat das alles nichts mit politischer Zensur zu tun. Ich finde, die AG Gallus müsste sich auch ein bißchen selbstkritisch hinterfragen, ob sie bei der Planung der Veranstaltung nicht auch Fehler gemacht haben und alles einfach nur ein wenig unglücklich gelaufen ist.

    @ Bert Bresgen, losgelöst von der obigen Diskussion, es geht natürlich um einen Verhaltens-Modi, nämlich um die Frage, ob jeder alles darf was er möchte? Wie hätte die Diskussion hier ausgesehen, wenn jemand dort einen Film gegen Homosexualität oder mit rechten Gedankengut hätte zeigen wollen? Wäre der Standpunkt immer noch der, das in einer Demokratie alles gezeigt werden darf? Wäre die Empörung nicht groß gewesen, wenn sich ein QM nicht kümmern würde, ihm vielmehr alles gleichgültig wäre? Nur weil jemand, wie ein QM, ein Pavillon fachlich begleitet und Interesse daran hat, was dort passiert, ist er noch kein Blockwart.

  10. Pierre

    AG Gallus und Soziale Stadt Gallus, beide haben meiner Ansicht nach zum Ziel, das es den Menschen, die im Gallus wohnen gut geht und sie nicht verdrängt werden. Beide arbeiten auf verschiedene Weisen und manchmal kommt es auch zu Problemen, wie man sieht. Die finde ich muss man aber zusammen lösen und sicht nicht gegenseitig aufreiben. Wir wollen doch alle ein lebenswertes Gallus für uns, oder? Zusammen bekommen wir das besser hin. Finde ich.

  11. Pierre

    Vergessen zu sagen. Habe das QM heute auf die Diskussion hier im Forum natürlich hingewiesen. Vielleicht melden die sich ja auch mal selber zu Wort. Fännde ich gut

  12. Trickster

    Zum Kommentar von “Spanier” habe ich nichts weiter zu sagen, ist mir zu albern. Interessanter finde ich die Anmerkungen Pierres, denn natürlich ist eine offene Diskussion wesentlich produktiver. Und völlig verständlich der Hinweis, dass auszuloten wäre, inwieweit in diesem Projekt “Soziale Stadt” Kritik Platz hat, das schliesst eine Diskussion über QM logischerweise ein. Denn Absichtserklärungen sind eine Sache, die Praxis eine andere. Ebenfalls Widersprüche, wie sie z.B. durch Plätze für alle und privates Hausrecht gekennzeichnet sind. Ich will hier auch nicht aufwärmen, was wer wo und wann getan bzw. unterlassen hat, da liegt Pierre völlig richtig, dies wäre mit dem QM zu klären.
    Was mich etwas nachdenklich macht, ist die Aussage, die aktuellen Planungen von Wohnungsbau etc. wären das Resultat von Diskussionen und Arbeiten im Rahmen diese Prjekts Soziale Stadt. Da muss ich auf den falschen Veranstaltungen gewesen sein, denn was hier gerade vor sich geht, ist ganz bestimmt nicht mit derartigen Ansprüchen zu vereinbaren, aber vielleicht kann mich ja ein Insider aufklären.

  13. Bert Bresgen

    @ Pierre: die Frage, ob “jeder darf, was er möchte” ist zu allgemein gestellt für diese Diskussion. Natürlich bin ich auch nicht dafür, dass rassistische oder diskriminierende Filme gezeigt werden. Ein kurzer Blick ins Netz genügt aber, um zu erkennen, dass “Ekümenopolis – Stadt ohne Grenzen” ein seriöser, ambitionierter Dokumentarfilm ist, der ein aktuelles Thema hat (stadtentwicklung in istannbul) ,auf internationalen Festivals wie Graz gelaufen ist und sogar von der bayrischen Architektenkammer gezeigt wurde: http://architekturvideo.de/megacity-istanbul-ekuemenopolis-stadt-ohne-grenzen/#.UfKBpay6XhY.
    Ich halte deshalb die Verhinderung der Ausstrahlung des Filmes durch die den Quartiesmanager für höchst erklärungsbedürftig, egal wer wann mit wem telefoniert hat oder nicht. Die Caritas macht hier für mein Empfinden keine glückliche Figur, denn es kann ja wohl nicht sein, dass an einem Ort, der der Nachbarschaft im Gallus dienen soll, nur Dinge gezeigt werden, die eine kirchliche Sichtweise widerspiegeln-noch dazu in diesem multikulturellen Umfeld.

  14. Bert Bresgen

    Noch als PS eine Frage : im Artikel heißt es: “Quartiersmanager aus dem Gallus verbietet der Pächterin des Quartierspavillon Quäkerwiese die Unterstützung der AG Gallus beim Zeigen des Filmes Ekümenopolis.” Wer ist denn jetzt die Pächterin des Pavillions: die Caritas oder wer?
    Und noch als Info zum Film der Link zum Grazer Dokumentarfestiv al: http://crossroads-festival.org/programm_2012/filme_2012/ekumenopolis-stadt-ohne-grenzen.

  15. Mimi

    Liebe Leute von der AG Gallus,

    ein Tipp vom mir: kündigt Eure nächste Veranstaltung
    als EVENT an, ihr werdet nicht unter Verdacht stehen,
    was Politisches (igitt) zu veranstalten!

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