Frankfurter Gemeine Zeitung

Troika macht Pro-Merkel-Wahlkampf – ein kleiner Kommentar

Wir sind eine Bananenrepublik.

Wahlen werden durch eine Vielzahl an Faktoren beeinflußt. Von großer Bedeutung ist hierbei das gesamtgesellschaftliche Stimmungsbild vor einer Wahl. Jenes wahlentscheidende Stimmungsbild wird erheblich beeinflußt, wenn es einer bei der Wahl antretenden Partei oder einer sie unterstützenden Organisation gelingt, erfolgreich vor der Wahl im entsprechenden Umfang aktives Realitätsmanagement zu betreiben.

Auch die Troika¹ betreibt ein solches aktives Realitätsmanagement, indem Sie den faktischen Ablauftermin des Griechenlandkredits auf Ende Oktober 2013 festlegt: Sie gewährt Griechenland eine Art finanzielle Überbrückung in Form eines 6,8-Milliarden-Kredits, welcher den griechischen Finanzbedarf bis ca. einen Monat nach der Bundestagswahl abdeckt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Zeit vor der Bundestagswahl zu politischen Unruhen oder Streiks  in Griechenland kommt, wird durch diese Zeitsetzung minimiert: Vor dem Wahltermin dürfte eine trügerische Ruhe herrschen, die Angela Merkel und ihren Helfershelfern im Wahlkampf direkt begünstigt: Protestunruhen und Streiks in Griechenland werden unterbleiben, somit Wähler nicht zum Nachdenken über die herrschende Politik aus CDU/CSU und Bündnispartnern (einschließlich den Grünen) veranlaßt und “konservative Stammwähler” nicht in eine tiefergehende kognitive Dissonanz gestürzt werden.

Das ist das grobe Stimmungsbild, welches die Massenmedien vor den Wahlen aller Voraussicht nach transportieren werden und welches die herrschenden Parteien bei der anstehenden Bundestagswahl stärkt. Ansonsten könnten verunsicherte “konservative Stammwähler” schlechterdings die AFD wählen, was nicht sein darf und den eigenen Machterhalt schmälern würde.

Die Troika betreibt also aktives Realitätsmanagement, damit Wahlkampf zugunsten Angela Merkels und ihrer Parteienkoalition. Sind auch Sie hiervon überzeugt?

¹ Die Troika (Triumvirat) besteht aus Europäischer Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds.


Erstveröffentlicht: Bernhards Weblog am 12. Juli 2013


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