Frankfurter Gemeine Zeitung

Sommerdemokratie in Bernem – voll im Wahlkampf

Michael Paris, der rechte Flügel der SPD, macht für sich allein Wahlkampf. Es geht ihm um den verdienten Sitz im Bundestag, endlich. Deswegen beackert er nicht nur das Areal um die Eckenheimer und die Berger, sondern wir fanden ihn mit ein paar Betreuungskräften wochenlang am Main (“Mainspiele“), seit Tagen weiter an der Alten Oper (“Opernspiele“) und anschließend geht´s unmittelbar bis vor Bundes- und Landtagswahl  auf die “Piratenbootfahrten auf dem Main“. Der Abtrünnige liefert dem Frankfurter Sommerpublikum tatsächlich politisches Dauerfeuer und agiert dabei immer im Fokus der City. Spiele mit Kindern, das kam an von Adenauer bis Mao, und wenn sonst nur wenig bleibt, präsentiert man sich als Abgeordneter in Spe mit ein paar tausend Kindern an zentralen Plätzen wirklich goldrichtig.

Da muss die SPD mal richtig gegenhalten, und am Samstag konnten wir auf der Berger tatsächlich greifbare Versuche der Partei erleben, waschecht politisch. Mutige SPDler verteilten ans Publikum Rosen, jawoll, rote Rosen! Kann Politik vor Ort denn noch griffiger sein? Auf die Frage nach dem Sinn der Rosen, verwiesen die mobilisierten Mitglieder  s auf den anstehenden Wahltag, erklärten Staunenden, dass sie uns alle an das Datum, den 22. September 2013, einen Sonntag erinnern wollen. “Zur Wahl gehen” heisst die politische Devise, und auf das schlichte “warum denn?” bekamen Bornheimer ein smartphone-grosses Blatt in die Hand gedrückt, ein schlichtes Photo und in der unteren Ecke der verlegene Schriftzug: “SPD”. Soviel Politik muß noch erlaubt sein.

Schwarz-Grün kann kontern, richtig städtisch verwurzelt, so wie es sich gehört. Deswegen lädt der Grüne Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet ganz erdig zum Boule-Tunier, und grinst zur Einladung vom Plakat herunter wie einer der wenigen Bankberater, denen noch etwas Vertrauen geschenkt werden soll. Natürlich, in den Günthersburgpark an einem Sonntag sollen “jedermann/frau & Familien” kommen. Dabei nicht nur Boulen, sondern “mit Grünen Abgeordneten plaudern – Spaß haben – tolle Preise”. Wie schön kann Grüne Politik doch sein.

Das Plaudern inhaltlich aufdonnern wollte diese Woche bereits die Frankfurter Landtagsabgeordnete der CDU,  Bettina M. Wiesmann mit Namen. Bestens über Veränderungen in der Stadt informiert lud sie Bornheim, Nordend und Ostend zu einer gemeinsamen Besichtigung, im Stil einer Fielmann-Anzeige. In den Zoo natürlich, denn wo lässt sich politische Arbeit der Hessen-CDU besser resümmieren  als beim “Zoospaziergang mit Brillenbären und Brüllaffen“. Volksnah beim Affenhaus.

Endlich erlebt auch Frankfurt Partizipation mit dem Parlament, kommt auf den Weg zur echten Demokratie.

 


Bisher keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.