Frankfurter Gemeine Zeitung

August 2013: Medien werden kurzsichtiger

Die Einführung des neuen “Leistungsschutzrechts” zum 1. August verengt das Web wieder ein Stück weiter. Während zu Beginn der Internet-Ära Träume unabhängiger Öffentlichkeiten die Diskussion über Medien belebte und die freien Präsentation vieler neuer Konzepte hinter der nächsten Tür vermutet wurde, sieht die Realität 20 jahre später ganz anders aus. Die digitalen Medien erlangten tatsächlich eine enorme Verbreitung, allerdings eine, die bemerkenswert verarmt ist – wenn wir einmal von dem Millionen Software-Gadgets oder “Apps” absehen,  die unsere Alltagsgeschäfte noch ein bißchen mehr beleben sollen.

Gehaltvolle Nachrichten im “Print” oder Mixed Media, gar Analysen werden zur Seltenheit, wenn nicht gleich überall von Reuters oder Dpa übernommmen und als Einheitsbrei unter wechselnden Namen verbreitet. Informationen fürs Volk werden inzwischen oft in “Schreibfarmen” oder gleich per Roboter erzeugt, Form und Inhalt entsprechen dann dem Herstellungsschema, wen wundert es.

Ausgedünnte Tageszeitungen, ob gedruckt oder im Web sind ein bekanntes Phänomen, Paywalls werden immer höher gezogen, die Konzentration der Medienkonzerne und Nachrichtenproduzenten hat ein ganz neues Ausmaß erreicht. Das Leistungsschutzrecht trägt den Kampf gegen kleine unabhängige Seiten und Blogs (wie auch die FGZ) noch ein Stück weiter: Zitate aus Großmedien werden ab sofort mit erheblichen Sanktionen, sprich Kosten bedroht, was ganz fix deren (eh prekäre) Existenz zur Disposition stellt.

Es versteht sich, dass die deutschen Medienkonzerne noch vor dem Stichtag vertraglich eine Ausnahme regelten: der Medienriese Google kann weiterhin frei zitieren. Offensichtlicher kann der Zuschnitt des ganzen Webs auf die Konzernbedürfnisse nicht sein!

Deshalb ist dringend geboten, die Kenntnis über verbliebene Zonen kritischer Öffentlichkeit zu verbreiten. “Wenn man Abends mal so durch das Fernsehen zappt, dann mündet das meistens in Frustration und Fraglosigkeit. Kritische Filme und Dokumentationen haben dort nämlich keinen Platz oder finden keine Zuschauer und Zuschauerinnen. Doch was heißt überhaupt kritisches Fernsehen und wie soll so eine Berichterstattung aussehen?” Ein Beispiel für den Weg zu “kritischem Fernsehen” bietet das Videoportal “leftvision“, das selbst  Videos hestellt und thematisch strukturiert zusammen mit Medien von anderen Medienschaffenden anbietet.

Eine Sonderseite der leftvision dreht sich um das Recht auf Stadt, den Video zum Widerstand gegen zunehmende Zwangsräumungen in deutschen Großstädten können wir uns gleich anschauen:

Ein Darstellung der Motivationen und des Hintergrunds von leftvision gibt es hier auf Audio, und zwar bei einem weiteren unabhängigen Medienportal.

Das Portal freie-radios.net  konzentriert spannende Beiträge freier Radios: Auf allen Kontinenten ….. gibt es community radios, radios libres oder auch Freie Radios. Häufig haben sie sich in regionalen, landesweiten und internationalen Verbänden zusammengeschlossen, etwa im Weltverband AMARC. In der BRD existiert der Bundesverband Freier Radios (BFR), in Österreich der Verband freier Radios (VFRÖ) sowie  in der Schweiz die Union nicht-kommerzorientierter Lokalradios (UNICOM). freie-radios.net wird vom BFR in Kooperation mit VFRÖ und UNICOM getragen. Nähere Informationen zur Arbeitsstruktur von freie-radios.net gibt es hier.

Die Adressenliste Freier Radios gibt es hier: www.freie-radios.de/radios/adressliste.html


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