Frankfurter Gemeine Zeitung

Weird America 1958

America ist anders. Darauf kann man sich vielleicht verständigen. Auch wenn -oder weil- Obama inzwischen in fast allem Bushs Juniors begabteren, besseraussehenden und kultivierteren Schwarzen Bruder gibt.
Aber es gab und gibt noch eine andere Seite. Damit meine ich nicht die US-”Alternativkultur”, also die (Neo-) Hippies, die kritischen Uniprofs, Poeten, Songwriter, die Bürgerrechtsaktivisten oder die in allerlei Ehren und Ämtern ergrauten wütenden “Liberalen” wie Norman Birnbaum oder Paul Krugmann, die immer noch wortgewaltig “gegen Washington” und die Konzerne wettern in einer Art, vor der sich die hiesigen Staatstragenden SPDLer oder Grüne eigentlich schamhaft in der Ecke verkriechen müßten.
Ich meine den seltsamen Schatten des GANZ NORMALEN DURCHSCHNITTAMERIKAS, den es schon immer gab.Gehen wir zurück in ein Jahr: 1958. Das Geschwisterpaar Lorrie and Larry Collins spielen Rock´n Roll. Sie ist da 16, er ist 14 und spielt perfekt eine zu große Gitarre mit zwei Hälsen, an der jeder Psychoanalytiker seine Freude gehabt hätte. Der Song hat in der Präsentation einen kaum zu überhörenden Inzesttouch, der aber gleichzeitig ironisiert wird: “He ain´t short, brother, he ain´t tall, cause, man, he´s just about right.” Sie ist sexy as hell und singt “he´ll do it up right tonight”. Das lief in den 50ern im USamerikanischen Familienfernsehen.

Bekanntlich hatte Elvis einen Zwillingsbruder, der bei seiner Geburt starb. Ich vermute, er schlüpfte in die Hülle von Rickie Nelson. Rickie schaffte es nie wirklich zum Superstar, obwohl er AUSSAH wie Elvis und fast eben so gut sang. Aber er trieb die somnambule Seite des frühen Elvis bis zum Extrem, ohne etwas eigenes zu entwickeln. In “Lonesome Town” , ebenfalls von 1958 springt der hypnotische Zustand auf die sich im Takt wiegenden Beobachter über. Emotionslose Melancholie übergießt Rickies Porzellangesicht. Die siegreichen Wimpel an der Wand zählen nicht mehr. They all walk down streets of regret… Lernen zu vergeßen.

Kann es so etwas geben, wie “sauberen SM”? Yes, bei Betty Page. Sie war die meistfotographierte Frau der 50er in den USA, 20000 Bilder bis 1957 (mehr als Marilyn Monroe),darunter viele mit Bondage und Peitschen. Während eines ihrer regelmäßigen Besuche in Key West wohnte sie am Silvesterabend 1957 einem Gottesdienst der West Temple Baptist Church bei und hatte ein Erweckungserlebnis. Seitdem besuchte sie regelmäßig Gottesdienste und brach jede Verbindung zu ihrem früheren Leben ab. Während der 1960er Jahre wollte Page als christliche Missionarin für Afrika ausgewählt werden, wurde aber abgelehnt, nicht etwa wegen ihrer Karriere als Bondage-Modell, sondern wegen ihrer Scheidung. Um Zugang zur Missionsarbeit zu erhalten, heiratete sie erneut ihren geschiedenen Mann Billy Neal, die Ehe wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder geschieden.


6 Kommentare zu “Weird America 1958”

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