Frankfurter Gemeine Zeitung

Miet-Notstand: Bouffier ignoriert Bürger – Protest am Samstag

Kommenden Samstag wollten wir Ministerpräsident Volker Bouffier 104740 Unterschriften unter unseren Appell für bezahlbares Wohnen überreichen. Doch er scheint unser Anliegen bisher nicht ernst zu nehmen: Er habe keine Zeit, die Unterschriften entgegenzunehmen, ließ er mitteilen.

Doch so schnell lassen wir uns nicht abwimmeln: Beim offiziellen Wahlkampfauftakt der CDU in Wiesbaden machen wir mit einer Aktion klar, wie dramatisch der Miet-Notstand in hessischen Städten ist: Per Auktion vermieten wir eine Telefonzelle als „Wohnraum“ – nach Höchstgebot. Zugleich wollen wir mit möglichst vielen Menschen für wirksame Maßnahmen gegen die Mietpreis-Explosion demonstrieren. Sind Sie mit dabei?

Helfen Sie mit – und kommen Sie zur Aktion:
Zeit: Samstag, 24. August 2013, 14 Uhr
Ort: direkt gegenüber den Rhein-Main-Hallen, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden 
(Stadtplanlink)

Viele Menschen finden in Hessen keine bezahlbare Wohnung, vor allem Familien rutschen wegen hoher Mieten unter die Armutsgrenze. Doch Bouffier lehnt eine wirksame Mietpreis-Bremse ab und will künftig in ganz Hessen nur 200 Sozialwohnungen jährlich bauen. Dabei müssten es 3.200 sein, damit sich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht weiter verschärft. Daran werden wir mit unserer Aktion erinnern.

Wenn Sie kommen, teilen Sie uns dies doch mit einer kurzen Mail an aktion@campact.de mit, damit wir planen können. Und bringen Sie gern ein selbst gestaltetes Plakat mit, damit unser Protest vielfältig wird.

Veranstalter: www.campact.de


Veranstaltung: Platz der Träume – Rüyalar Meydani

Foto: asirap, Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)Aufbruch am Taksim: Wofür wir kämpfen – Aktivistinnen und Aktivisten aus Istanbul berichten

Diskussion / Vortrag  am  27.08.2013 | 19:00 Uhr im  Gewerkschaftshaus, Frankfurt am Main, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-7

Es begann mit dem Protest gegen den Bau eines Einkaufszentrums, wurde zum Ereignis und veränderte das politische System der Türkei. Eine scheinbar unbedeutende Besetzungsaktion brachte binnen weniger Tage Hunderttausende auf die Straßen, erst in Istanbul, dann in unzähligen Klein- und Großstädten in der Türkei. Brutale Überfälle der Staatsgewalt und das Schweigen der offiziellen Medien riefen noch mehr Menschen auf die Plätze. Die mutige und phantasievolle Bewegung dauert an, lässt sich nicht einschüchtern, nicht beirren.

Fünf Aktivist_innen der ersten Besetzungsaktionen sprechen über die Perfidien eines Systems, das sie schon ins Wanken gebracht haben: Die Enteignung des öffentlichen Raums, die Vertreibung der «gefährlichen Armen» aus der Innenstadt, die Gentrifizierung, die besondere Mischung aus kapitalistischer Modernisierung und autoritärer Islamisierung. Unsere Gäste sprechen aus dem vielstimmigen Protest, seinen neuen Formen der Begegnung und Partizipation, aus der Erfahrung einer Demokratie ohne Polizei. Sie erzählen, wofür sie kämpfen.

Die Gäste:

Gökhan Biçici ist Programmredakteur beim Nachrichtenkanal İMC TV, Redaktionsmitglied des Onlineportals EmekDunyasi und diesjähriger «Pressefreiheit»-Preisträger des türkischen Journalist_innenverbandes.

Meltem Oral ist Aktivistin in Kampagnen gegen Neoliberalismus, Rassismus, Homophobie etc. und von Beginn an an den Protesten im Gezi-Park beteiligt.

Begüm Özden Fırat ist Autorin und Dozentin für Soziologie an der Mimar Sinan Hochschule für bildende Kunst in Istanbul und politisch aktiv in Migrationsnetzwerken und Anti-Gentrifizierungsinitiativen.

Göksun Yazıcı ist Autorin beim linken Journal Express und Mitglied einer kommunalen libertären Gruppe.

Fırat Genç ist Autor und Doktorand an der Bogazici Universität in Istanbul und politisch aktiv in Migrationsnetzwerken und Anti-Gentrifizierungsinitiativen.

Begüm, Göksun und Fırat sind organisiert im Netzwerk Müştereklerimiz («Unsere Commons»).

 

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung (RLS)


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