Frankfurter Gemeine Zeitung

Ein Blick in das tiefschwarze Loch mitten in Europa

Das tiefschwarze Loch mitten in Europa gibt es seit mindestens 50 oder 60 Jahren und bündelt die Gravitationskraft “Deutschland”. Konrad Adenauer, der langjährige CDU-Kanzler war Exponent des legendären “weiter so“, in einer bleiernen Zeit der frühen Bundesrepublik, an die wir uns jetzt, 2013 ergeben wieder anpassen, oder anmerkeln.

“Keine Experimente” war der erfolgreiche Slogan des “Wirtschaftswunderlands“, des schwarzen Lochs, und wer möchte ihn heute, 5 Jahre nach dem Finanzcrash in der Wettbewerbsnation denn nicht unterschreiben. Wir sind schließlich froh, dass alles prima weiterlief, und der DAX wie andere Aktienmärkte  jetzt, direkt vor der Wahl ein neues “Allzeithoch” erreicht haben. Wer möchte da nicht in den Jubel zwischen Sozietätsverlag, Eschborn und Vordertaunus einstimmen, und es versteht sich: gänzlich ohne Experimente ?

Wen kümmert´s noch, dass dieses Hoch aus schlechter Wirtschaftsentwicklung rührt? Und wer möchte nicht, dass “Sparen” das Leben unserer öffentlichen Institutionen möglichst komplett bestimmt, auf dass Erbschaften und andere hübsche Einkünfte auch künftig garantiert sorgenfrei funktionieren? Genau, sagt die FDP, und anders als 1960 gibt es jetzt einen Haufen zu vererben, zumindest für einige – also:

Doch halt, wir sind heute schließlich weiter, viel weiter, leben in einer echten “Wissensgesellschaft” und das muß ganz cool rüberkommen, so ala Apple oder Ikea. Experimente machen ensprechend die Grünen, indem sie Erben streichen, die  Gerechtigkeit rund um das Sparen ganz klein machen und dafür das DU einführen. Klipp und klar.

Experimentefreies Sparen garantiert natürlich Bestand, trotz DU. Auch deswegen nennen wir in Frankfurt die Grünen manchmal liebevoll “FDP in Demeter-Qualität”.

Und das DU ist ebenfalls nicht ganz neu, ein Stück älter als die lieben Kleinen auf den Plakaten der FDP-Grünen. Bereits 2006 wurdest du, ja ihr alle an euren Screens zur Zentralmacht des Internetzeitalters gekürt; YOU. Wir kontrollieren was läuft, meinte damals ganz putzig die US-Zeitschrift Time. Doch wir wissen nicht, wer dort, in der Redaktion des Blatts auf der Payroll der NSA stand.

Ok, die FDP, die Grünen und die SPD, alle buhlen sie um die Koalition mit der CDU, wollen rein ins tiefschwarze, aber altersweise Loch. Die kümmert sich um die Sicherheit hinter dem DU ohne C, und macht daraus ein klares JA. Klar, JA zum sicheren Wissen über dich,  und wirtschaftskompetent wie die CDU sich auch in Hessen gibt, lehnt sich die Werbung an unsere echten Stichwortgeber an – wählt ja! Oder JA?

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut, so kommen Sicherheit und Sparen ganz super zusammen, und Rewe bietet uns gleich ein halbes Parlament dafür: eben wirklich kompetent und verantwortungsvoll.

Wir, ja Wir können entscheiden!

 

 

Das war´s natürlich noch nicht. In Frankfurt bleiben wir richtig einfallsreich, auch wenn die Erfindung der Grünen Realos bei uns schon ein paar Jahrzehnte her ist.

Die PARTEI gilt als erwartungsvoller Kandidat aus Bornheim, wird aber durch einen Einzelkandidaten von eben dort noch getoppt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Michael Paris, der sich zwischen Riederwald und Bergen, Lohrbergwein und Bernemer Kerb vor seiner SPD selbst vermarktet,  macht klar um was es neben Inhaltslosigkeit noch geht: nach Berlin, damit die Versorgung stimmt und das eigene Bild öfters in der Zeitung auftaucht.

Wenn wir dann noch dran denken, wie uns das ganz toll in Talkshows belustigen wird, ist doch einiges auf den Punkt gebracht.


2 Kommentare zu “Ein Blick in das tiefschwarze Loch mitten in Europa”

  1. Bernhard Schülke

    Das Grünen-Plakat ist die Verarschung pur: Schulden sind Guthaben. Wo sollen die Lebensversicherungskunden (indirekt) und die Staatsanleihen-Inhaber (direkt) ihr Kapital unterbringen, wenn die staatlichen Wertpapiere immer weniger werden? Noch mehr ins Spekulanten-, -ähh – Spielcasino, gehen?

    Für Ökonomie-Anfänger: Die aller-, allermeisten Staatsanleihen (inkl. Kommunalobligationen und ähnliches Zeugs) des deutschen Staates (Bund, Länder und Kommunen) gehen an die Lebensversicherer, dann wohl an die Fondsgesellschaften (wobei Lebensversicherer wiederum “Fondspolicen” auflegen) und am Schluß erst an Kleinanleger.

  2. Michele Zimdahl

    Welch ein schwarzer Tag für Deutschland!
    Es kleidet sich beständig in das alte Gewand.
    Statt Bewegung wieder mal nur Stillstand.
    Von Blindheit geschlagen folgen die Schafe der falschen Hand.

    Wieder Zeiten ohne Licht,
    beständiges Schauen in das falsche Gesicht.
    Kein Tag vergeht, ohne daß Mutter Erde weint,
    über all das, was die Masse überzeugt, doch nur so scheint.

    Wie lange sich dieses Spiel noch aufrecht halten läßt,
    bevor der Schatten die Politik verläßt.
    Licht leuchte mit deinem Schein,
    erhelle alles mit deinem Sein.

    Hier ist kein Platz mehr für Gerede ohne Sinn,
    wir möchten endlich zum Wahrhaftigen hin.
    Licht scheine, scheine und erleuchte die Welt,
    zeige die Wahrheit, die nicht ist gestellt.

    von Ursus

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