Frankfurter Gemeine Zeitung

Gefälschte Starbucks-Gutscheine auf Frankfurts Strassen

Attac-Überraschungsaktion gegen Steuertricks der Konzerne

Mit einer Überraschungsaktion gegen Steuertricksereien von Konzernen haben Aktive des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac am heutigen Samstag in Frankfurt am Main für Aufmerksamkeit gesorgt. Getarnt als Promotion-Team verteilten sie an hunderte von Passanten täuschend echt aussehende Gutscheine für einen kostenlosen Kaffee und ein Gratis-Muffin von “Sparbucks”. Damit wolle sich das Unternehmen dafür entschuldigen, Jahre lang keine Steuern gezahlt zu haben, und gelobe Besserung, hieß es auf der Rückseite der Coupons.

Doch wer seinen Gutschein in der nächsten Starbucks-Filiale einlösen wollte, erfuhr, dass das Unternehmen weder vorhat, Getränke und Backwaren zu verschenken, noch künftig seine Gewinne zu versteuern. “Starbucks zahlt seit Jahren keine Steuern in Deutschland, obwohl der Konzern hier zu Lande mehr als 100 Millionen Euro im Jahr umsetzt. In Großbritannien hat Starbucks nach massiven Protesten erklärt, wenigstens für zwei Jahre die Steuertrickserei zu unterlassen”, sagte Sybille von Foelkersamb  von Attac- Frankfurt. Das Unternehmen nutze die Niederlande als Steueroase und überweise seiner dort ansässigen Europa-Zentrale jährlich hohe Summen an Lizenzgebühren für die Nutzung der Marke Starbucks. Damit steht Starbucks beispielhaft für die grassierende Steuertrickserei von Konzernen.

Am Beispiel Starbucks will Attac vor allem verdeutlichen, dass die Politik endlich konsequent gegen Steuervermeidung vorgehen muss. Dafür fordern die Globalisierungskritiker die Einführung einer internationalen Gesamtkonzernsteuer (Unitary Tax).

“Eine regelrechte Steuervermeidungsindustrie ist entstanden”, sagte Sybille von Foelkersamb von Attac-Frankfurt. “Das ist angesichts leerer öffentlicher Kassen bei uns und weltweit ein Skandal, den wir nicht stillschweigend hinnehmen können. Die Einführung einer Gesamtkonzernsteuer würde allen Staaten ermöglichen, sämtliche in ihrem Land erwirtschafteten Unternehmensgewinne zu besteuern.”  Das Verfahren einer Gesamtkonzernsteuer würden Konzerne zwingen, sämtliche Aktivitäten ihrer Tochterunternehmen weltweit in einer Gesamtbilanz offenzulegen. In einem zweiten Schritt würden die Unternehmensgewinne den Ländern zugerechnet, in denen der Konzern reale Umsätze verbucht, Menschen beschäftigt oder investiert hat.

In bundesweit mehr als 20 Städten verteilten Attac-Aktive am Samstag falsche  “Sparbucks”-Gutscheine und luden in und vor den Filialen der Kaffeekette zur Diskussion ein. Auf der detailgetreu nachgeahmten Konzern-Webseite www.sparbucks.de informiert Attac über die Steuervermeidungspraxis des Unternehmens und ruft dazu auf, einen Appell an den Bundesfinanzminister zu unterzeichnen.


Ein Kommentar zu “Gefälschte Starbucks-Gutscheine auf Frankfurts Strassen”

  1. Karl Relotec

    Wie frech! :)
    Find ich richtig klasse! Super Anti-Guerilla-Marketing!
    Auf diese Art darauf aufmerksam zu machen ist höchst intelligent.
    Mehr davon, bitte :)

    LG
    Karl

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