Frankfurter Gemeine Zeitung

Kleine Feuerprobe? FICK DICH BILD!

Dass ich kein Freund des meistgelesenen Schmier- und Hetzblattes Deutschlands bin, ist kein Geheimnis. Manchmal aber leistet sich diese Zeitung Dinge, die weit über dem dort üblichen Maß an Menschenverachtung liegen.
Doch noch nie befiel mich angesichts eines Artikels dieses Drecksproduktes von Blödpresse eine derartige Wut, wie beim heutigen Kommentar des rechtskonservativen Schreiberlings Julian Reichelt.

Der Titel des Kommentars lautete „Feuerprobe bestanden“ und bezog sich auf den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Dort war zu lesen, dass es leicht sei, den Einsatz in Afghanistan negativ zu bewerten:
„Die Taliban sind auf dem Vormarsch, die afghanische Regierung ist erschütternd korrupt, das Land taumelt einem Bürgerkrieg entgegen. Schmerzhaft haben wir erfahren, dass wir unsere Demokratie nicht so einfach exportieren können.“

Doch der werte Herr Reichelt konnte dem Einsatz auch etwas Positives abgewinnen.
Schließlich habe sich die Bundeswehr in Afghanistan „unter schwersten Bedingungen, im Gefecht, bewiesen“.
Dies habe eine „neue Generation junger, kampferprobter Offiziere hervorgebracht, die die Bundeswehr über Jahrzehnte prägen wird“.
Die deutsche Bevölkerung habe gelernt, den Dienst „ihrer“ Soldaten wertzuschätzen.
Am Schluss verkündet Reichelt mit unverhohlenem Stolz, die Bundeswehr habe ihre „Feuerprobe“ bestanden.

Da kann ich nur sagen: „Jawoll Herr Reichelt! Unsere Bundeswehr im Stahlgewitter, Aug in Aug mit dem Feind! Horrido joho und ein dreifach donnerndes Sieg… äh… lassen wir das.“

An welche niederen Instinkte will Reichelt eigentlich mit dieser gequirlten Kacke appellieren?
War es nicht zumindest offizielles Ziel des Einsatzes in Afghanisten, die Taliban zurückzuschlagen, stabile demokratische Verhältnisse zu schaffen und Terror und Gewaltherrschaft dort zu beenden?

Wie Reichelt selbst zugeben musste, haben weder die Bundeswehr, noch die anderen beteiligten NATO-Mächte dieses Ziel auch nur annähernd erreicht.
Für dieses Ziel wurden aber Zivilisten getötet, Bomben geworfen und Soldaten verheizt!
Das war keine verdammte Reservisten-Übung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder!

„Aber hey… alles halb so wild. Schließlich konnte man ja endlich den Kampfhubschrauber Tiger testen und die Soldaten konnten sich mal ordentlich die Hörner abstoßen…“ denkt sich unser Reichelt.
Dieses Ausmaß an Zynismus wäre wohl nurnoch mit dem Spruch “Krieg ist die Hölle, aber er hat einen echt geilen Sound” zu überbieten.
Ob Bild so einen Kommentar dann wohl auch drucken würde?

Vielleicht sollte Herr Reichelt mal versuchen, die Eltern von Bundeswehrsoldaten, deren Kinder in Afghanistan gefallen sind, damit zu trösten?
Vielleicht sollte er seinen Standpunkt auch einmal den Angehörigen der Zivilisten, die beim Bombenangriff von Kundus getötet wurden, vortragen?
Oder wie wäre es, wenn er das einmal den Leuten erzählt, die in Afghanistan auf die Versprechungen der Bundeswehrführung gehört haben und den deutschen Soldaten als ortskundige Führer und Dolmetscher halfen und die nun wohl von den Taliban massakriert werden?
Die „kleine Feuerprobe“ hat nämlich eine ganze Menge verbrannter Erde hinterlassen.

Wie wäre es, wenn die Bild-Zeitung ihren Schreiberling einfach mal in die Wüste schicken und ihn nie wieder einen Artikel schreiben lassen würde? Denn manche Dinge sind sogar noch unter Bild-Niveau… dachte ich…


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