Frankfurter Gemeine Zeitung

Der “Student Hedge Fond” – ein neues Frankfurter Projekt

Das neue Semester und der aufregende Ersteinstieg für Tausende beginnt gerade an den Frankfurter Hochschulen, genauso wie an anderen Standorten der Akademie in Deutschland. Abgesehen von den zehn, zwanzig, dreissig Prozent glücklich Wohlsituierter unter Studierenden beginnt damit ein Kampf um Geld und Raum. Ich meine noch nicht die Wettrennen in der Drittmittelakquise oder um die halben Stellen, die wenigen Seminarplätze oder gar persönliche Zugang zu den paar Lehrenden. Nein, auf ganz Elementares ziele ich, auf die existentielle Studienfinanzierung und die Möglichkeit einer Unterkunft, mit anderen Worten die Wohnungsbedingungen in der Stadt.

Hier am Main sind wir bei solchen Dingen, die sich frankfurterisch formuliert um “Finance” und “Real Estate” drehen, meist vorne, so auch diesmal: wenn es nicht genügend staatliche oder kommunale Wohnungsangebote für Studierende gibt, dann ist das Tor für  private Geschäfte ganz weit offen. “Du studierst in Frankfurt und willst zentral und stylish wohnen? Dann findest du im HEADQUARTER die perfekte Studentenwohnung. Denn hier bekommst du alles, was eine Studentenwohnung in Frankfurt bieten sollte.” Für gute 500 Euro im Monat lässt es sich dann in 17 Quadratmeter inklusive Bad ganz stylish leben. Nun, wer es eben hat.

Wie hinterwäldlerisch kommen dagegen Aktionen von Studierenden in  Köln daher: Vier Kölner Studenten haben für einen Tag eine Wohngemeinschaft in der Zentralbibliothek am Neumarkt gegründet – hübsch einsehbar für alle Flanierenden in der Kölner Innenstadt. Verständlich, dass die Presse solche Aktionen als “lustig” bezeichent, denn in Köln bekommt Studierende für gut 400 Euro immerhin glatte 20 Quadratmeter.

Klar, im Frankfurt 2013 kommt man kaum auf solch einfältige Ideen, auf dem Campus Westend gibt es stattdessen Initiationstänze von Erstsemestern vor dem “House of Finance” ein Stück neben dem Fachbreich Wirtschaftswissenschaften, gesponsert von Price Waterhouse Coopers und der Deutsche Bank AG. Nun gut, die residieren schließlich fast auf Sichtweite, aber der Platz ist auch erheblich stylisher als eine “Stadtbibliothek”.

Deshalb scheinen mir andere Anstöße für Frankfurt zielführender, besonders zwei lassen sich gut für Finance und Real Estate im Campus-Umfeld weiter entwickeln.

Eine “New Economy” im House of Finance auf dem Campus?

Da wäre zuerst das Luzern-Konzept: “Studierende als Investition“. Im Schweizer Kanton Luzern sollen vermögende Privatleute in einzelne Studierende investieren. Wenn diese irgendwann selbst verdienen, sollen sie das Geld zurückzahlen. Die Höhe der Zinsen kann zwischen 1,4 und 9 Prozent liegen – und zwar je nach Höhe des Gehalts. Na, klasse Aussichten: schnell den Bachelor durchziehen, um das Kreditniveau nicht zu hoch zu heben, auf die Karriere zuspitzen und dann ganz schnell tilgen. In Zeiten der Niedrigzinsen auch für Investoren mit längerer Perspektive lukrativ.

Nun kommt der zweite Vorschlag, nennen wir ihn kurz “Studierende für unsere Immobilienzukunft”. Das recht simple Konzept stammt von der Firma EURO GRUNDINVEST, “Studentenbude trotz Wohnungsnot“. “In jedem Herbst bewerben sich tausende junge Menschen um wenige Mietwohnungen und haben Schwierigkeiten, eine passende Unterkunft zu finden. Das muss nicht sein, denn der Wohnungskauf ist gerade in Studentenstädten eine gute Möglichkeit zur Kapitalanlage, sagt Michael Balek, Head of Portfolio Management des Münchener Bauträgers Euro Grundinvest.” Deshalb: Kleine Immobilien auf den Studi-Markt zuschneiden.

So, nun denken wir aus Frankfurter Perspektive noch weiter, und kombinieren die beiden Vorschläge: Kredit mit Immobilieninvestition, Hochverdiener und Wenigerverdiener, “Best Performer” und “Normal Performer”, wie es so nett rund ums Frankfurter Westend heißt. Warum sollten denn Best Performer am meisten Zinsen zahlen? Warum sollten Investoren Risiken eingehen, und am Ende unter 5 Prozent Zinsen für die low performenden Studis generieren? Warum sollten Normal Performer nicht auch im Frankfurter Immobilienmarkt klasse performen? Besser früher als gar nicht.

Ohne die möglichen Investitionsmodelle an dieser Stelle fertig zu formulieren: es bietet sich auf dem Hintergrund ein “Student Hedge Fond” an, der Kopf-Investition mit Immobileninvestition zusammen führt, und in einer “Mixed Strategy” “Best Performer” und “Normal Performer” ins ganze Portfolio einbringt. Gemixt bedeutet wieter, dass die Studiedebitoren für einen Teil des Kredits aus dem Fondkapital ihre Immobilien erwerben. Ich sollte erwähnen, dass als kapitalisierte Größe beteiligte Studierende ausserdem selbst Fondsanteile zu einem Sonderpreis (oder besser: Optionen) erhalten können (oder gar müssen), denn das fördert die allgemeine Performance des Fonds.

Für Investoren in den Fonds “Student Hedge Fond” kann deshalb das “Hedging“, das smarte Absichern der Investitionen auf verschiedenen Ebenen rund um den Handel mit diesen Wertpapieren funktionieren. Zumindest sind sie beim Totalausfall einzelner “Köpfe” durch Anteile und Immobilien besichert, und das Lebendkapital hat selbst allen Anlaß, richtig Gas zu geben – gut für die Kursentwicklung. Zudem sind High Performer nicht durch hohe Zinsbelastung bei zukünftigen Einkommen benachteiligt, während der Druck und die Motivation sich bei “Normal Performern” gewiß erhöht. Ihre eigenen Optionen spielen eine wichtige Rolle beim ganzen Heding des Fonds, schon ein kleines bißchen wie im DAX Management.

Der Effekt für Stadt und Universität ist ausserdem nicht vernachlässigbar: eine weitere Belebung des Frankfurter Immobiliengeschäfts winkt, der Anstieg der Preise durch studentische Nachfrage belebt das Stadtklima. Dabei spielt auch die stadtpolitische Beruhigung eine kaum zu unterschätzende Rolle: Selbst immobilieninvestierte Studierende werden mitnichten Unruhe auf den städtischen Wohnungsmarkt (Besetzungen, Demonstrationen) bringen, wegen des gewünschten Werterhalts ihrer Immobilie gegen diese vielleicht sogar energisch einschreiten. Solche Dispositionen befrieden Stadt und Universität erheblich.

Es bietet sich an, dass das “House of Finance” auf dem Westend Campus ein derartiges Projekt “Student Hedge Fond” und seine Modellierungsmöglichkeiten zügig angeht, vielleicht flankiert durch Seminare und weitere Projektarbeit an den hiesigen Fachbereichen. Solche praktischen Projekte ventilieren das Immobilien- und Finanzverständnis des akademischen Nachwuchses interdisziplinär, und zwar noch mehr, wenn sie Institutionen wie Price Waterhouse Coopers und Deutsche Bank AG für Beteiligung gewinnen können. Sie werden sich vermutlich nicht prügeln lassen: Allein das Fondsvolumen bei 5.000 Studenen in Frankfurt lässt sich leicht auf eine Milliarde hochrechnen, in der ganzen Bundesrepublik gerne 20 Milliarden. Für die Volkswirtschaftler:  gerne mal 0,2 Prozent erhöhtes Bruttosozialprodukt für Deutschland in der Startphase. Und es soll schließlich aufwärts gehen hierzulande!

Zusammen mit diesen Impulsgebern und einer Gründungseinlage des Frankfurter Magistrats, und die geistige Begleitung durch den Frankfurter Zukunftsrat  lassen sich zudem schnell Engpässe auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt beheben, ohne ungeliebte Marktrestriktionen einsetzen zu müssen.

Ich gestehe, dass ich selbst einer Investition in den “Student Hedge Fond”nicht abgeneigt wäre.

 

 

 


8 Kommentare zu “Der “Student Hedge Fond” – ein neues Frankfurter Projekt”

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