Frankfurter Gemeine Zeitung

Ist Marx ein “toter Hund”?

Was man bei Marx ler­nen kann: Alles Nötige über Arbeit und Reich­tum im Kapitalismus!

Linke Par­teien zäh­len den Theo­re­ti­ker des 19. Jahr­hun­derts, des­sen Gedan­ken ein­mal die Welt bewegt haben, zu ihrem Tra­di­ti­ons­be­stand, seine Schrif­ten aber ken­nen sie nicht mehr. Marx ist heute ein toter Hund. Um so mehr als man ihn an Uni­ver­si­tä­ten, sofern man sich sei­ner erin­nert, höf­lich ins geis­tes­ge­schicht­li­che deut­sche Erbe ein­ge­mein­det – und zwar als einen Gro­ßen: Ein gro­ßer Phi­lo­soph soll er gewe­sen sein, dem es nach Hegel noch ein­mal gelun­gen sei, dia­lek­tisch zu den­ken; ein gro­ßer Sozio­loge, der ein Sys­tem gebas­telt habe, in dem die Gesell­schaft von der mate­ri­el­len Basis bis zum Über­bau der Ideen auf ein ein­zi­ges Prin­zip gebracht ist, ein gro­ßer Pro­phet, der die Glo­ba­li­sie­rung früh vor­her­ge­se­hen habe, ein gro­ßer Uto­pist, der sich eine schöne bes­sere Welt aus­ge­dacht haben soll.

Der Vortrag findet statt am im Cafe KOZ.

Weitere Informationen sind auf der Vortragsseite verfügbar.

Der Eintritt ist frei.

http://www.farberot.de/

 

 


3 Kommentare zu “Ist Marx ein “toter Hund”?”

  1. Stefan Wehmeier

    Der grundlegende Irrtum von Marx, der ihn vom Weg der klassenlosen Gesellschaft abirren und auf die schiefe Ebene des Kommunismus (Totalitarismus) geraten ließ, besteht darin, die Ursache der Ausbeutung im Privateigentum an den Produktionsmitteln zu suchen. In logischer Fortführung dieses Gedankens gelangt er dann zu seinem bekannten Vorschlag, dieses Privateigentum zu beseitigen, die Produktionsmittel zu sozialisieren, was lediglich auf eine Verstaatlichung hinausläuft. Wenn man, wie Marx, annimmt, dass das Privateigentum an den Produktionsmitteln den Zins bedingt, dann muss man von einer Beseitigung des Privateigentums auch die Beseitigung des Zinses, den er „Mehrwert“ nennt, erhoffen.

    Die Überwindung des Kapitalismus ist daher für Marx lediglich eine Enteignungsfrage.

    Marx erliegt dem optischen Eindruck und hält das Kapital in völliger Übereinstimmung mit der klassischen Nationalökonomie für eine Sache. Wer diese Sache zufällig besitzt, der vermag, nach Marx, andere auszubeuten. Für ihn ist der Unternehmer, weil er die Produktionsmittel in der Regel besitzt, kurzerhand der Ausbeuter.

    Dieser Ansicht von Marx ist entgegenzuhalten: Nicht weil die Fabrik, das Mietwohnhaus, der Verkehrsbetrieb sich in privaten Händen befindet, vermag der Eigentümer einen Zins zu erzielen, sondern weil es zu wenig von diesen Sachgütern gibt, weil sie knapp sind. Die Knappheit bedingt also den Zins. Und diese Knappheit wird durch die Form des heutigen Geldes verewigt, das bei gesunkenem Sachzins die Investition verweigert; das sie verweigern kann, weil es streikfähig ist. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln allein genügt keineswegs, um einen Zins zu erzielen.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/irrtumer-des-marxismus.html

    Es gibt keine andere Gerechtigkeit als die Marktgerechtigkeit. Eine ausbeutungslose und darum auch klassenlose Gesellschaft ist nicht durch eine Abschaffung der Marktwirtschaft, sondern nur durch die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) möglich. Dazu muss der Zins makroökonomisch auf Null geregelt werden (Soll-Zustand), damit das gesamte BSP aus Lohn besteht:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html

  2. Wohlgemuth

    2 kurze Bemerkungen dazu:
    Zum ersten hält Marx “Kapital” für vieles, aber gewiß zuletzt für eine “Sache”. Dies ist in Interpretationen nicht umstritten. Genauso wenig wie ein paar junge Spieler, die mit einem runden Ball umgehen können, schon die Bundesliga ausmachen. Noch nicht mal ein richtiges Bundeligaspiel, obwohl sie Bundesligaspieler sind. Bundesliga wie Kapital sind schlicht komplexe soziale Verhältnisse.
    Das leitet direkt zum zweiten Punkt über: “keine andere Gerechtigkeit als die Marktgerechtigkeit”. Es empfieht sich für solche Aussagen, vorher Klarheit über Begriffe wie “Gerechtigkleit” herzustellen. Die Gerechtigkeit eines Fußballspiels wird gewiß nicht durch den Austausch von Geldbündeln und Trikots durch die Trainer hergestellt. Dann wären die Stadien ganz schnell leer und niemand käme auf die Idee, überhaupt von einem “Fußballspiel” zu sprechen. Gleiches gilt für Gerichtsprozesse, besonders bei Strafsachen, um die Verhältnisse in Hauptschulen oder in unserem Anglerverein.
    Auch käme es auf Dauer bei Verhältnissen in Familien oder Liebesbeziehungen ganz schlecht, wenn sie nur per Markt und Euro geregelt werden, was immer das heißen mag. Auch wenn es zweifelsohne einige bedauernswerte Figuren gibt, die sich nur das denken können.
    Und zuletzt: die Einhaltung der Marktregeln selbst, und ohne solche geht es schließlich nicht: wenn Gerechtigkeit, also Marktregeln wiederum nur per Markt, nach Zahlungsvermögen geregelt würde, gäbe es sicher am schnellsten Mord und Totschlag.
    Nun, vielleicht gibt es mehr Ausnahmen der Marktgerechtigkeit als Fälle, in denen sie Bedeutung erlangt.

  3. Stefan Wehmeier

    “Nun, vielleicht gibt es mehr Ausnahmen der Marktgerechtigkeit als Fälle, in denen sie Bedeutung erlangt.”

    Marktgerechtigkeit hat es bis jetzt nicht gegeben und muss durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreforn erst noch hergestellt werden. Also bitte erst denken und dann schreiben. Sie können an dieser Stelle mit dem Denken anzufangen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2016/07/positives-und-negatives-wissen.html

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